Der Reiz der Kryptowährungen Bitcoin ist freies Marktgeld - und gekommen um zu bleiben

Bild von Oliver Flaskämper
Gründer der Internetbörse bitcoin.de

Expertise:

Oliver Flaskämper ist Gründer und Vorstand der Priority Aktiengesellschaft. Nach einer kaufmännischen Ausbildung gründete Oliver seit 1998 mehr als ein Dutzend verschiedene, eigenständige Unternehmen mit Internet-Geschäftsmodellen, begleitete diese zum Erfolg und übergab die operative Führung der Unternehmen jeweils an von ihm zusammengestellte Teams. Neben vielen weiteren Websites ist er auch Gründer von Bitcoin.de, Deutschlands bisher einzigem regulierten Handelsplatz für die Internet-Währung Bitcoin.

Bitcoins und andere Kryptowährungen sind nichts für schwache Nerven - und doch werden sie attraktiver. Und die immer größeren staatlichen Geldmengen befördern den Hype

Wenn die Alchemisten im Mittelalter es geschafft hätten, aus unedlen Metallen Gold und Silber herzustellen, dann, ja dann hätten Gold und Silber heute vermutlich nur einen Bruchteil des Wertes, den sie heute haben, und alles Gold der Welt würde dann auch nicht in einen Würfel von 22 Metern Kantenlänge passen, welcher unter dem Eiffelturm Platz hätte.

Alles ist wertlos, bis der Mensch Dingen einen Wert gibt. Das gilt für Gold - und für Bitcoins

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Vor allem die geologisch gesicherte Seltenheit gibt Gold seinen Wert. Oder besser gesagt, die geologisch gesicherte Seltenheit führt dazu, dass Menschen sich jeden Tag aufs Neue darauf einigen, dass Gold einen Wert hat. Denn grundsätzlich ist alles auf der Welt wertlos, und zwar solange bis Menschen den Dingen einen Wert geben und Angebot und Nachfrage den Preis regeln.

Bitcoins sind nicht geologisch, aber mathematisch gesichert selten, und die Gewissheit, dass es irgendwann nicht mehr als 21 Millionen Einheiten davon geben wird, ist der Hauptgrund, warum Millionen von Menschen auf der ganzen Welt den eigentlich wertlosen aber fälschungssicheren Zeichenfolgen mit jeweils 51 Zahlen und Buchstaben einen Wert zuschreiben. Tendenz: stetig steigend seit neun Jahren.

Ja, Bitcoins sind eine gigantische Spekulationsblase

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Die Kritiker schreien Spekulationsblase, und die Fans schreien Revolution. Wer hat nun Recht? Ja, es ist eine Spekulationsblase und zwar eine, die alle vorherigen Spekulationsblasen der Geschichte in den Schatten stellt. Allerdings: Tulpen kann man praktisch unendlich vermehren, Bitcoins nicht. Und: Die Bitcoin-Blase ist in den letzten neun Jahren nicht nur einmal, sondern bereits gut 4 Mal geplatzt und zwar bei immer neuen Höchstständen. Den ersten Crash hatten wir im März 2011 bei 20,- Euro, den zweiten im Frühjahr 2013 bei 200,- Euro, den dritten Ende 2013 bei 800,- Euro und den letzten bei 16.000,- Euro Anfang Dezember 2017.

Staatliche Verbote könnten schlimmstenfalls zum Totalverlust eines Investments führen

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Eine Garantie, dass es so weitergehen wird gibt es nicht. Staatliche Verbote und technische Probleme können schlimmstenfalls zum Totalverlust eines Investments in Kryptowährungen führen. Bitcoins und andere Kryptowährungen sind daher nichts für schwache Nerven und Fans von Sparbüchern. Soweit der Disclaimer. Aber wo große Chancen sind, sind eben immer auch große Risiken.

Der wohl berkannteste Deutsche Irokese, Blogger und Publizist Sascha Lobo schrieb vor ein paar Wochen in seiner Kolumne der Bitcoin ist "in der Tat eine Blase - aber eine Blase, die strukturell bleiben wird". Wir hangeln uns also von Blase zu Blase, jedoch platzen die Blasen bei immer neuen Kursrekorden. Eigentlich nicht wirklich anders als an den Aktienbörsen auch.

Bei Bitcoins ist es wie bei Geld: Was zählt, ist die begrenzte Verfügbarkeit

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Geld ist nur solange etwas wert, wie diejenigen, die es herausgeben, dafür sorgen, dass es selten genug bleibt. Bei staatlichen Geldern ganatieren uns nicht die Geologie oder die Mathematik die Seltenheit. Hier gibt es nur das Vertrauen in Menschen, die uns versprechen, dafür Sorge zu tragen, die Menge des Geldes immer nur soweit zu erhöhen, wie es das dahinterliegende Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Landes oder ein Verbund von Ländern wie beim Euro rechtfertig.

Die Geschichte des Geldes lehrt, dass Menschen regelmäßig gegen Geldwertstabilitätsgesetze verstoßen

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Das Problem ist jedoch, dass die Geschichte des Geldes uns lehrt, dass Menschen regelmäßig gegen Gesetze der Geldwertstabilität verstoßen - und ein dauerhafter Regelbruch in Verbindung mit einer zu starken Erweiterung der Geldmenge am Ende immer zu einer massiven Geldentwertung geführt hat. Die Geschichte ist also voll von gebrochenen Versprechungen von Menschen, wenn es ums Geld geht.

Geld sollte ein Produkt wie jedes andere sein - und sich im Wettbewerb behaupten müssen

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Der Erfinder von Bitcoins hat als einen der Hauptgründe für die Erfindung von Bitcoins angeführt, dass es doch nicht sein könne, dass wir in der heutigen Zeit immer noch Menschen vertrauen müssen, wenn es um die Stabilität unseres Geldes geht. Und der bekannte Ökonom und einzige österreichische Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek meinte sogar mal, dass wir so lange kein anständiges Geld bekommen würden, bis es Jedem freisteht, uns ein solches anzubieten. Geld solle nicht mehr länger Monopol des Staates sein, sondern sich wie jedes andere Wirtschaftsgut auch im Wettbewerb gegen anderes Geld durchsetzen müssen.

Kryptowährungen werden wohl nie richtiges Geld ersetzen. Denn: Wer gibt Geld aus, das täglich mehr wert ist?

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Eines hat der Erfinder von Bitcoin jedoch nicht bedacht: Ein Geld, welches von der Menge her beschränkt ist, wird sich nie wirklich als Zahlungsmittel und Währung durchsetzen können, weil es schlicht und ergreifend ungerne von Menschen ausgegeben wird, die in Besitz eines solchen sind. Wer gibt schon gerne Geld aus, welches in Zukunft mehr wert sein wird als heute?

Das ist auch der Grund warum Kryptowährungen vermutlich nie staatliches Geld werden ersetzen können. Als tägliches Zahlungsmittel brauchen wir wohl auch in Zukunft ein Geld welches regelmäßig durch eine schonende Inflation entwertet und daher von den Menschen nicht gehortet, sondern ausgegeben wird und die Wirtschaft in Schwung hält.

Je größer die staatlichen Geldmengen, desto attraktiver die begrenzenten Vorkommen von Gold - oder Kryptowährungen

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Gleichzeitig werden Kryptowährungen aber wie Gold ein Gradmesser für staatliches Geld sein und dafür sorgen, dass es Staaten mit der Erweiterung der Geldmenge nicht übertreiben. Denn sonst wollen die Bürger bald kein staatliches Geld mehr haben und werden zunehmend in gesichert seltene Alternativen wie Gold und eben auch Kryptowährungen umschichten.

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