Patrick Pleul, dpa

Wirtschaft Tierwohl und Markt

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Moderatorin der Debatte Maris Hubschmid Redakteurin

Expertise:

Maris Hubschmid ist Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion des Tagesspiegels und berichtet vor allem über den Einzelhandel und Verbraucherthemen. Darüber hinaus schreibt sie Reportagen, vor allem für die Seite Drei.

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Stand der Debatte

Allen vegetarischen und veganen Bewegungen zum Trotz: Deutschland bleibt ein Land der Fleischesser. Dabei wächst der Anteil von Bioprodukten, das Bewusstsein für die Haltungsbedingungen generell auch: 2015 haben sich Supermarktketten, Fleischproduzenten und Landwirte zur "Initiative Tierwohl" zusammengeschlossen. Die Einzelhändler, die teilnehmen, zahlen für jedes verkaufte Kilo Fleisch vier Cent in einen Fonds, von dem Landwirte profitieren, die freiwillig bestimmte Kriterien bei der Tierhaltung einhalten. Trotzdem werden in deutschen Ställen nach wie vor Küken geschreddert und im großen Stil Antibiotika verabreicht. Wir fragen: Stellen die bisherigen Initiativen eine tatsächliche Verbesserung für die Lebensbedingungen der Tiere dar? Wie geht es Nutztieren in Deutschland wirklich? Wie gut ist Bio-Fleisch im Vergleich zu konventionellen Erzeugnissen? Welche Verantwortung trägt der Verbraucher, welche der Tierhalter, welche der Handel und welche die Politik für die Haltungsbedingungen von Nutztieren in Deutschland? Und was machen andere Länder anders und vielleicht besser?

  • 8 Autoren
  • 36 Argumente
  • 124 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Wir müssen Tierhalter, Fleischverarbeiter, Lebensmittelhändler und Verbraucher in die Debatte mit einbeziehen.

Friedhelm Dornseifer, Lebensmittelunternehmer und Präsident Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.

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1 von 36
Ständiges Wachstum, Rationalisierung und die Exportorientierung der Landwirtschaft führen dazu, dass Tiere leiden.

Friedrich Ostendorff, Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
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2 von 36
Nährstoffströme - vom Futter bis zur Gülle - als Einbahnstrassen statt als Kreisläufe sind nicht zukunftsfähig.

Felix zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

zustimmen
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3 von 36
Tierwohl im Alleingang geht nicht, stattdessen müssen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbraucher zusammenarbeiten

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister CSU

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4 von 36
Gastronomie, Fleischer und Auslandsmärkte sollten die "Initiative Tierwohl" von Handel und Produzenten mitfinanzieren.

Friedhelm Dornseifer, Lebensmittelunternehmer und Präsident Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.

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5 von 36
Die EU muss Fördergelder umschichten: weniger direkt an Landwirte (1. Säule), mehr für Umwelt- und Tierwohl (2. Säule).

Christian Meyer, Landwirtschaftsminister Niedersachsen Bündnis 90/Die Grünen

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6 von 36
Die Konzentration der Haltung führt u.a. zu weniger artgerechter Weidehaltung und so zu Beeinträchtigungen des Tierwohls

Friedrich Ostendorff, Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

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7 von 36
Mit Tierwohl-Initiativen ist es nicht getan. Wir müssen das Landwirtschaftssystem und die Lebensmittelerzeugung umbauen.

Felix zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

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8 von 36
Die Verantwortung für den Tierschutz liegt auf vielen Schultern: bei Politik, Tierhaltern und beim Lebensmittelhandel.

Theodor Mantel, Präsident Bundestierärztekammer

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9 von 36
Die Verbraucher müssen akzeptieren, dass Lebensmittel zwar preiswert, aber nicht billig sein dürfen

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister CSU

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10 von 36
Die Haltungsform muss bei Eiern, Fleisch und Milch für die Verbraucher klar erkennbar sein.

Christian Meyer, Landwirtschaftsminister Niedersachsen Bündnis 90/Die Grünen

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11 von 36
Das Tierschutzgesetz und die Nutztierhaltungsverordnung schreiben nur verbesserungsfähige Mindestanforderungen fest.

Theodor Mantel, Präsident Bundestierärztekammer

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12 von 36
Den Tieren muss es in der Zukunft besser gehen, das darf aber nicht auf Kosten der Landwirte im Wettbewerb geschehen.

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister CSU

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13 von 36
Ein Paradigmenwechsel hin zu einer Vielfalt an Betrieben, mehr Qualität und Erhaltung von Betrieben ist notwendig

Friedrich Ostendorff, Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

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14 von 36
Die Anbindehaltung von über sechs Monate alten Rindern ist in Deutschland nicht verboten, aber abzulehnen.

Theodor Mantel, Präsident Bundestierärztekammer

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15 von 36
Für mehr Tierwohl müssen wir in die Forschung investieren, um praxistaugliche Alternativen zu entwickeln.

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister CSU

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16 von 36
Die Politik sollte die Bereitschaft der Landwirte für Veränderung unterstützen, etwa durch Prämien für gute Tierhaltung.

Christian Meyer, Landwirtschaftsminister Niedersachsen Bündnis 90/Die Grünen

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17 von 36
Nutztierhaltung ist elementarer und unverzichtbarer Teil der Landwirtschaft.

Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband

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18 von 36
Ein Dilemma ist, dass die deutsche Landwirtschaft mit Erzeugungsregionen konkurriert, die geringere Standards haben.

Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband

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19 von 36
Große Tierhaltungen sind nicht pauschal schlecht. Entscheidend ist das Management des einzelnen Tierhalters.

Theodor Mantel, Präsident Bundestierärztekammer

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20 von 36
Die Umsetzung der Brancheninitiative Tierwohl muss dringend verbessert werden, um die Landwirte besser zu unterstützen.

Friedrich Ostendorff, Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

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21 von 36
Die Politik muss die Erzeuger gegenüber den Handelsgiganten stärken, etwa durch die Durchsetzung des Kartellrechts.

Friedrich Ostendorff, Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

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22 von 36
Tierwohl kostet. Wenn Fleisch nur im einstelligen Prozentbereich teurer wird, sind nur kosmetische Kompromisse möglich.

Felix zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

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23 von 36
Die Tierwohl-Debatte muss als konsensorientierter Diskurs und nicht als emotionale Wertediskussion geführt werden.

Friedhelm Dornseifer, Lebensmittelunternehmer und Präsident Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.

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24 von 36
Tierwohlprogramme, denen die Umweltwirkung bei der Futtererzeugung (etwa Soja) egal sind, sind halbe Sachen.

Felix zu Löwenstein, Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

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25 von 36
Im Dialog und im gemeinsamen Handeln mit allen Akteuren sind wir erfolgreicher als mit gesetzlichen Verboten

Christian Schmidt, Bundeslandwirtschaftsminister CSU

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26 von 36
Die "Initiative Tierwohl" von Handel und Produzenten kann ein wichtiger Schritt  zur Verbesserung des Tierwohls sein.

Friedhelm Dornseifer, Lebensmittelunternehmer und Präsident Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.

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27 von 36
Deutschland ist beim Tierwohl im internationalen Vergleich führend.

Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband

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28 von 36
Annahmen über den Einsatz von Feedlots, Wachstumshormonen und Leistungsförderern sind Stammtisch-Zerrbilder.

Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband

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29 von 36
Bedenken gegen die Futtermittelproduktion werden übertrieben. 90 Prozent werden in Deutschland erzeugt.

Joachim Rukwied, Präsident Deutscher Bauernverband

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30 von 36
Die Verbesserungen durch verschiedene Tierwohl-Initiativen sind kaum nennenswert.

Melanie Joy, Sozialpsychologin und Aktivistin

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31 von 36
Mit seiner Tierschutzinitiative leitet der Bundeslandwirtschaftsminister im Rahmen des Möglichen richtige Schritte ein.

Theodor Mantel, Präsident Bundestierärztekammer

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32 von 36
Fleischessen lässt sich moralisch nicht rechtfertigen, sondern ist eine Ideologie, die uns von klein auf anerzogen wird.

Melanie Joy, Sozialpsychologin und Aktivistin

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33 von 36
Auch in der Biohaltung leben Tiere nur ein kurzes und häufig qualvolles Leben.

Melanie Joy, Sozialpsychologin und Aktivistin

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34 von 36
Fleischerzeugung baut auf flächendeckender Gewalt gegen Tiere auf.

Melanie Joy, Sozialpsychologin und Aktivistin

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8 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Felix zu Löwenstein}
    promo

    Tierwohl und Grüne Woche Tierwohl-Initiativen allein reichen nicht

    von Felix zu Löwenstein - Vorstand Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft

    Tierwohl ist ein wichtiges Thema. Doch wir müssen das gesamte System der landwirtschaftlichen Erzeugung und unseres Konsums umbauen, um zukunftsfähig zu werden. Das ist gleichzeitig die Voraussetzung für mehr Tierwohl, sagt der Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. mehr lesen

  2. Bild von Friedrich Ostendorff}

    Tierwohl und Grüne Woche Tierwohl braucht eine gesunde bäuerliche Landwirtschaft

    von Friedrich Ostendorff - Mitglied des Bundestages Bündnis 90/Die Grünen

    Wenn wir mehr Tierwohl anstreben, müssen wir das ganze System der Landwirtschaft ändern: Wir müssen gegen die auf Effizienz getrimmte Konzentration der Fleischerzeugung in wenigen Betrieben vorgehen. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: Weg von der Produktion von Massenware für den anonymen Weltmarkt – hin zu Qualität, Erhaltung und neuer Vielfalt von Betrieben, sagt der grüne Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff. mehr lesen

  3. Bild von Christian Meyer}
    Sebastian Kahnert/dpa

    Tierwohl und Grüne Woche Die Politik sollte gute Tierhaltung finanziell fördern

    von Christian Meyer - Landwirtschaftsminister Niedersachsen Bündnis 90/Die Grünen

    Auch die Fleischproduzenten wollen mehr Nachhaltigkeit. Die Politik muss ihnen helfen – durch Fördern, Fordern und Ehrlichkeit, sagt der niedersächsische Landwirtschaftsminister. mehr lesen

  4. Bild von Joachim Rukwied}

    Grüne Woche Deutschland ist beim Tierwohl international führend

    von Joachim Rukwied - Präsident Deutscher Bauernverband

    Viele Standardargumente gegen die Tierhaltung sind Stammtisch-Zerrbilder und halten einer faktischen Überprüfung nicht statt, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbands. mehr lesen

  5. Bild von Melanie Joy}

    Tierwohl und Grüne Woche Die Erzeugung von Fleisch bedingt immer Gewalt gegen Tiere

    von Melanie Joy - Sozialpsychologin und Aktivistin

    Egal, ob Fleisch bio ist oder nicht, egal ob sich ihre Halter Tierwohlinitiativen anschließen oder nicht: Fleischessen bedeutet immer Gewalt gegen Tiere und ist moralisch nicht zu rechtfertigen. mehr lesen

  6. Bild von Theodor Mantel}

    Grüne Woche Mehr Tierwohl nicht zum Nulltarif

    von Theodor Mantel - Präsident Bundestierärztekammer

    Bilder von Hühnern oder Schweinen, die unter Bedingungen leben müssen, die den meisten Menschen als grausam erscheinen, prägen die Wahrnehmung der intensiven landwirtschaftlichen Tierhaltung. Doch große Tierhaltungen sind nicht per se schlecht. Das Tierwohl hängt von viele Faktoren ab. mehr lesen

  7. Bild von Friedhelm Dornseifer}

    Wie geht es Nutztieren in Deutschland (wirklich)? Siebenmeilenstiefel sind das falsche Schuhwerk. Besseres Tierwohl geht nur gemeinsam

    von Friedhelm Dornseifer - Lebensmittelunternehmer und Präsident Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.

    Nachhaltige Verbesserungen des Tierwohls können nur gemeinsam erreicht werden. Mit der Brancheninitiative Tierwohl setzen sich in Deutschland Unternehmen aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel für eine tiergerechtere Fleischerzeugung ein. mehr lesen

  8. Bild von Christian Schmidt}

    Tierwohl und Grüne Woche Mit freiwilliger Verbindlichkeit und innovativer Forschung zu mehr Tierwohl

    von Christian Schmidt - Bundeslandwirtschaftsminister CSU

    Statt auf gesetzliche Regelungen und Verbote sollten wir auf den Dialog mit allen Beteiligten, das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit und tierfreundliche Alternativen setzen, sagt der Bundeslandwirtschaftsminister. mehr lesen