Wirtschaft Tarifbindung - lockern oder ausbauen?

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Moderatorin der Debatte Ariane Bemmer Redakteurin

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Ariane Bemmer ist Redakteurin des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Rund 71 900 Tarifverträge gibt es in Deutschland. Das ist eine große Zahl, dennoch geht die Tarifbindung zurück. Vertreter von Unternehmen kritisieren Überregulierung durch Mindestlohn-, geplante Arbeitnehmerüberlassungs- und Entgeltgleichheitsgesetzesvorhaben und sehen die Vertragsfreiheit in Gefahr. Gewerkschaften plädieren für stärkere Vorgaben zum Schutz der Arbeitnehmer und klagen die Tarifflüchtigen als unfaire Spieler an. Wie geht es weiter, was ist nötig - gerade auch angesichts des massiven Umbruchs, vor denen Unternehmen in der globalisierten Welt stehen? Unsere Debatte startet mit zwei Positionen, die kaum weiter auseinanderliegen könnten.

  • 3 Autoren
  • 17 Argumente
  • 56 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Den Gewerkschaften geht es nur um das Wohl der eigenen Mitglieder.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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1 von 17
Die Tarifbindung geht zurück, im Dienstleistungssektor kommt sie kaum vor.

Lutz Goebel, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

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2 von 17
Auch die tarifschließenden Arbeitgeberverbände orientieren sich nur an den Großen.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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3 von 17
Die Tarife orientieren sich an großen Firmen, die kleinen sind zur Erfüllung oft wirtschaftlich zu schwach.

Lutz Goebel, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

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4 von 17
Es lastet mehr Druck auf den Firmen, aber den können sie nicht zulasten der Beschäftigten abbauen.

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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5 von 17
Erst mit Tarifverträgen können Arbeitnehmer auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern verhandeln.

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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6 von 17
Arbeitgeber betreiben mit Werkverträge Missbrauch, das muss aufhören!

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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7 von 17
Wenn die Unternehmen sich nicht von allein an faire Regeln halten, muss der Gesetzgeber kommen.

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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8 von 17
Lohnfindung sollte auf Betriebsebene stattfinden und sich an der Leistungsfähigkeit der Firma orientieren.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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9 von 17
Die Gewerkschaften bestimmen, was im Arbeitsministerin getan wird.

Lutz Goebel, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

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10 von 17
Die Regierung geht in die falsche Richtung, wenn sie die Tarifgültigkeit stärkt.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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11 von 17
Die Regierung schränkt die "negative Koalitionsfreiheit" unablässlich ein.

Lutz Goebel, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

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12 von 17
Agenda 2010 mit ihrem Niedriglohnsektor hat der Tarifbindung geschadet.

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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13 von 17
Die Arbeitgeberverbände hintertreiben durch ihre Aufnahmeregeln die Tarifbindung.

Stefan Körzell, Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

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14 von 17
Jetzt sollen noch Zeitarbeit, Werksverträge und Lohngleichheit geregelt werden - das geht zu weit.

Lutz Goebel, Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

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15 von 17
Kritik gibt es weniger an Lohnhöhe als an Urlaubs- und Schichtarbeitsregelungen.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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16 von 17
Tariflos heißt nicht gleich Dumping, Dumping ist beim Fachkräftemangel unmöglich.

Uwe Zinkler, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

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3 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Uwe Zinkler}

    Tarifbindung - lockern oder ausbauen? Tarifverträge knebeln kleinere Betriebe

    von Uwe Zinkler - Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen

    Beide trifft Schuld an der Flucht aus den Tarifverträgen: Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften. Denn sie blicken bei ihren Tarifabschlüssen immer nur auf die Großen, die ihre eigene Hauptklientel sind. Die mittleren und kleineren Betriebe können sehen, wo sie bleiben. Darum sage ich: Tarifverträge? Nein danke! mehr lesen

  2. Bild von Stefan Körzell}

    Tarifbindung stärken Tarife schützen vor Dumping

    von Stefan Körzell - Gewerkschafter und Vorstandmitglied Deutscher Gewerkschaftsbund

    Mindestlöhne, Lohntransparenz und Lohngleichheit von Männern und Frauen werden per Gesetz geregelt, um  Beschäftigte zu schützen. Die Vorgaben regulieren Arbeitgeber, die zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck auf Kosten ihrer Mitarbeiter abbauen wollen. Aber solch ein Dumping-Wettbewerb kann nicht gewonnen werden.   mehr lesen

  3. Bild von Lutz Goebel}

    Tarifbindung lockern Das Arbeitsministerium wird zum DGB-Politbüro

    von Lutz Goebel - Geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen GmbH & Co. KG Die Familienunternehmer - ASU e.V.

    Mindestlohn, Werkvertrags- und Zeitarbeitsgesetz, Entgleichheits- und Tarifeinheitsgesetz - lauter Gesetze und Vorhaben, die direkt aus den Köpfen von Gewerkschaftern kommen, die offenbar im Bundesarbeitsministerium längst federführend sind. Unternehmer bleiben da zurück. Vor allem die kleinen können - derart reguliert - nicht mehr auf ihre ökonomische Lage reagieren. Darum: Schluss mit dem Tarifbindungswahn!  mehr lesen