Bernd von Jutrczenka/dpa

Wirtschaft Das bedingungslose Grundeinkommen: Traum oder Träumerei?

Bild von Anna Sauerbrey
Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

Mehr
Stand der Debatte

Umfragen zufolge wollen 52 Prozent der Deutschen das Bedingungslose Grundeinkommen. In Schleswig-Holstein wird seine probeweise Einführung auf Regierungsebene diskutiert, der Verein „Mein Grundeinkommen“ zahlte hundert Deutschen ein Jahr lang 1000 Euro monatlich, finanziert per Crowdfunding. Die Idee scheint für viele Bürger reizvoll. Die Debatte hatten wir anlässlich des Referendums in der Schweiz am 5. Juni 2016 begonnen - nun greifen wir sie wieder auf. Ist das Grundeinkommen ein "Irrweg", weil es "Solidaritätsgedanke und Leistungsprinzip außer Kraft setzt", wie Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) damals sagte? Oder eine zukunftsweisende Lösung für die digitalisierte Welt, in der ein Großteil der Arbeit von Robotern erledigt wird?

  • 4 Autoren
  • 20 Argumente
  • 182 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Wirtschaftliche Effizienz und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze.

Thomas Straubhaar, Universität Hamburg

zustimmen
ablehnen
1 von 20
Arbeit ist mehr als Geldverdienen: Sie ist Teil der individuellen Persönlichkeit.

Hubertus Porschen, Vorsitzender Die jungen Unternehmer

zustimmen
ablehnen
2 von 20
Die Digitalisierung sollte Menschen von menschenunwürdiger Arbeit befreien.

Thomas Straubhaar, Universität Hamburg

zustimmen
ablehnen
3 von 20
Für das Grundeinkommen spricht: Die Behörden würden stark entlastet, müssten sie nicht jeden Bedürftigen einzeln prüfen.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
4 von 20
Das Grundeinkommen könnte eine Antwort auf die veränderte Arbeit sein, auf Teilzeit, Befristung, Erwerbsunterbrechung.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
5 von 20
Ein Wert von 1.000 Euro Grundeinkommen pro Person ist nicht realistisch, auch nicht als Modell.

Hubertus Porschen, Vorsitzender Die jungen Unternehmer

zustimmen
ablehnen
6 von 20
Die großen Parteien sind aus Prinzip oder Ideologie gegen das Grundeinkommen.

Thomas Straubhaar, Universität Hamburg

zustimmen
ablehnen
7 von 20
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre Selbständigkeit leichter möglich.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
8 von 20
Es würde sich lohnen, selbst zu verdienen: Das Einkommen käme ja, anders als bei Hartz IV, zur Grundsicherung hinzu.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
9 von 20
Ein Bedingungsloses Grundeinkommen fördert lebenslange Weiterbildung.

Thomas Straubhaar, Universität Hamburg

zustimmen
ablehnen
10 von 20
Das Bedingungslose Grundeinkommen korrigiert die Verteilungseffekte des Arbeitsmarktes. 

Thomas Straubhaar, Universität Hamburg

zustimmen
ablehnen
11 von 20
Gute Arbeit, die auch soziale Einbindung und Anerkennung bietet, ist und bleibt zentrales Interesse der Mehrheit.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
12 von 20
Die Vorstellung, die Digitalisierung würde die Erwerbsarbeit überflüssig machen, ist ein Mythos.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
13 von 20
Ein BGE, bei dem der bisherige Sozialstaat erhalten bliebe, ist eine reine „Wünsch-dir-was“-Vorstellung.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
14 von 20
Verbesserungen für die breite Mehrheit wird es nur geben durch konkrete Reformen zur Stärkung des Sozialstaats.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
15 von 20
Ein BGE würde ganz überwiegend Personen zufließen, die es gar nicht brauchen, sogar Reichen.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
16 von 20
Zur Finanzierung müssten Abgaben aller extrem erhöht werden - um die einzutreiben, wären verschärfte Kontrollen nötig. 

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
17 von 20
Das Grundeinkommen müsste ein Vorschuss sein, der über Steuerzahlungen ganz oder teilweise zurückgezahlt wird.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
18 von 20
Vor der Einführung des Grundeinkommens bräuchte man einen Realitätscheck in Form von Pilotprojekten.

Wolfgang Strengmann-Kuhn, Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

zustimmen
ablehnen
19 von 20
Tarifverträge, Mindestlöhne, Kündigungsschutz würden entfallen - das wäre eine massive Verschlechterung für die meisten.

Frank Bsirske, Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

zustimmen
ablehnen
20 von 20
4 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Hubertus Porschen}
    DIE JUNGEN UNTERNEHMER / Marc-St

    Risiken des Grundeinkommens Die Zeit ist noch nicht reif für ein bedingungsloses Grundeinkommen

    von Hubertus Porschen - Vorsitzender Die jungen Unternehmer

    Eine Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen ist zwar wichtig, allerdings müssen die Risiken besser berechnet werden. Darüber hinaus braucht es sicherere Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes. mehr lesen

  2. Bild von Thomas Straubhaar}
    Körber-Stiftung/Claudia Höhne

    Wieso wir das Grundeinkommen brauchen Der Mensch muss von menschenunwürdiger Arbeit befreit werden

    von Thomas Straubhaar - Universität Hamburg

    Ein universelles Bedingungsloses Grundeinkommen würde die Existenzängste der Bevölkerung drastisch reduzieren und lebenslange Weiterbildung fördern. Genau das braucht unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Die Politik wehrt sich aber aus purer Ideologie und Prinzip dagegen - auf Kosten der Zukunft. mehr lesen

  3. Bild von Frank Bsirske}
    Jörg Carstensen/dpa

    Risiken und Nebenwirkungen einer wohlklingenden Idee Einer kritischen Prüfung halten die Erwartungen an das Bedingungslose Grundeinkommen nicht Stand

    von Frank Bsirske - Ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

    Ein BGE würde ganz überwiegend Personen zufließen, die es gar nicht brauchen, sogar Reichen. Der großen Mehrheit der Erwerbstätigen, die von ihren Arbeitseinkommen leben, würde es in die eine Tasche hineingesteckt und aus der anderen wieder herausgezogen. mehr lesen

  4. Bild von Wolfgang Strengmann-Kuhn}
    Foto: René Spalek

    Das bedingungslose Grundeinkommen - Traum oder Träumerei? Das Grundeinkommen würde den Staat entlasten

    von Wolfgang Strengmann-Kuhn - Volkswirt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

    Der habilitierte Volkswirt und grüne Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn erklärt, wie das bedingungslose Grundeinkommen den Staat entlasten könnte - und warum es sich trotzdem lohnen würde, zu arbeiten. mehr lesen