Die Lage in Syrien Ein genozidaler Staat

Bild von Yassin Saleh
syrischer Autor und Dissident

Expertise:

Yassin al-Haj Saleh, Jahrgang 1961, ist ein syrischer Autor und Dissident. Er saß selbst 16 Jahre lang im Gefängnissen, darunter auch das berüchtigte Foltergefängnis von Tambor. Zur Zeit ist er Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg.

Es gibt drei Arten von Folter, ich weiß das, ich saß in einem Foltergefängnis. Das Assad-Regime betreibt die genozidale Folter: kontinuierlich und organisiert

Es mag so erscheinen, dass es keine zwei Sachen gibt, die stärker voneinander abweichen als Liebe und Folter. Liebe verbindet uns miteinander und macht uns stärker; Folter trennt uns von uns selbst, macht uns unsere Schwäche und Verletzlichkeit noch intensiver bewusst. In der Liebe kommen wir aus unserem Innersten heraus und finden so mit unseren Geliebten Erfüllung; bei der Folter jagt uns der Feind und höhlt uns aus.

Aber es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden Beziehungen, die sie in ein gemeinsames Licht bringt: die Entfernung der Grenzen zwischen den beiden unmittelbar Beteiligten der Beziehung. In der Liebe geben wir unsere Grenzen auf: Wir lassen den Geliebten unsere Grenze überschreiten, um uns zu erreichen und in unsere Welt einzutreten, im Gegenzug erlaubt er uns den Übertritt in seine Welt. Ich spreche von körperlichen Begrenzungen, aber auch von einem persönlichen Raum. Liebe ist das Verschwimmen dieser beiden Grenzen und unsere Re-Formation mit unseren Geliebten in eine Einheit, die sich oft darin manifestiert, dass wir als Einheit leben in einem Haus.

Ein Zeichen für eine belastete Liebe ist es ja gerade, wenn wir das Aufgeben unser Grenzen gegenüber unserem Geliebten plötzlich fürchten, weil wir nicht schwach erscheinen wollen. Wenn uns beim Übertreten der Grenzen plötzlich heiß und kalt wird, oder wir sie nur in bestimmten Momenten, wie beim Sex, überhaupt überschreiten können, dann werden diese Momente zum Symbol der Existenz von Grenzen und nicht von deren Abwesenheit. Solch eine Angst vor der Liebe oder ein derartiger Hass auf die Liebe ist nichts Ungewöhnliches.
Einen der höchsten Gipfel der Liebe erklimmt, wie es in arabischen Liebesliedern oft heißt, wer „Dhawaban“, die Auflösung, erreicht, das heißt die komplette Aufgabe von Grenzen zwischen den Liebenden, die grenzenlose Liebe. Das beschränkt sich nicht auf die sexuelle Vereinigung, sondern ist auch charakteristisch für das Teilen in einer lebenslangen Liebesbeziehung. Wie auch immer, Liebe ist dieses gemeinsame Hinausgehen über Grenzen und die Auslöschung der Andersartigkeit.

Der Folternde übertritt die Grenzen des Anderen, um ihn zu zerstören

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Auch bei der Folter werden Grenzen aufgegeben. Der Folternde übertritt die Linie des Gefolterten auf eine Art und Weise, die dessen Privatsphäre unterminiert zusammen mit der physischen Integrität des Opfers. Der Folternde jagt sein Opfer bis in dessen Innerstes hinein bei dem Versuch, ihn auszuhöhlen, zu besetzen und zu zerstören.

Das Einreißen der Grenzen bei der Folter ist eine gewalttätige und potenziell tödliche Verletzung. Die Opfer sterben, wenn alle Begrenzungen zwischen ihnen, dem Folternden und der Welt draußen verschwinden. Die Verletzung ist nicht nur erzwungen, passiert sie doch immer gegen den Willen des Opfers, sie ist außerdem auch unumkehrbar. Die gefolterte Person ist kein Partner in der Folterbeziehung; das macht Folter zu einer Nicht-Beziehung oder einer Gegner-Beziehung, einem Bund der Zerstörung. Mit dem eigenen Körper als Schlachtfeld ist die gefolterte Person einer extremen Verletzlichkeit ausgesetzt, kurz davor, das Eigentum an der eigenen Persönlichkeit zu verlieren. Sie widersteht, versucht ihre Grenzen durch Ausdauer zu beschützen. Sie kann kaum glauben, dass sie dort ist, aber sie muss es glauben, um kämpfen zu können, um vielleicht überleben und so viel wie möglich ihres Äußeren und ihres Inneren retten zu können. Sie weiß, dass sie, sobald sie „kollabiert“, erlaubt, dass ihre Grenzen komplett eingerissen werden, sie die Kontrolle über ihre Psyche verliert und sich vielleicht niemals davon erholen wird.

Es entsteht ein Bürgerkrieg im Inneren des Gefolterten: Überlebenswille gegen soziale Verantwortung

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Basierend auf meinen Erfahrungen in Syrien kann man zwischen drei unterschiedlichen Arten von Folter unterscheiden: Folter bei Verhören, Folter zur Demütigung oder Vergeltung und Folter in Form von Genozid und Auslöschung.

Die Folter bei Verhören spielt mit der Privatsphäre der gefolterten Person, verletzt sie und zielt darauf ab, einen Bürgerkrieg in der inneren Welt des Opfers zu entfachen, einen Konflikt zwischen den Überlebensinstinkten als Individuum und seiner höheren Verpflichtung als soziales Wesen. Das war der innere Konflikt, dem die Mitglieder syrischer Oppositionsgruppen ausgesetzt waren. Das Regime wollte diese Gruppen auslöschen, aber nicht notwendigerweise ihre Mitglieder. Das Verbrechen der Gefolterten bestand also lediglich in ihrer erklärten Gegnerschaft zum Regime, es ging nicht um konkrete Tatvorwürfe. Der Folter- und Verhaftungsapparat, der de facto eins ist, ist deswegen getrennt von den normalen Gefängnissen. Nach der Befragung wurden die Häftlinge, die nur der Verhörfolter ausgesetzt waren, in Gefängnisse gebracht (ich war einer davon in den 1980ern und 1990ern), in denen ihnen nur begrenzt Prügelstrafen drohten.

Die andere Art der Verhörfolter verfolgt die Absicht, nicht nur die Organisationen, sondern auch ihre Mitglieder auszurotten. In meiner Generation wurden die Islamisten dieser Form der Folter unterzogen. Es ging weit darüber hinaus, sie in einen inneren Bürgerkrieg zu treiben. Diejenigen unter ihnen, die die Verhöre überlebten, wurden dauerhaft versklavt. Die Grenze zwischen den drei Folterarten verschwimmt in diesen Fällen.

Die Opfer befinden sich im permanenten Ausnahmezustand

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Am häufigsten haben wir in Syrien Folterungen erlebt, die dazu dienen sollten, die Opfer zu demütigen oder Vergeltung zu üben. Kontinuierliche, überfallartige Durchsuchungen, ohne Rücksicht auf Grenzen, das Innenleben und das Schicksal der Opfer. Diese befinden sich so in einem permanenten Ausnahmezustand. Sie können weder einschätzen, was mit ihnen passiert, noch wissen sie, was der Folterapparat eigentlich von ihnen erwartet. Es gibt auch hier keinen konkreten Tatvorwurf gegen die Folteropfer, das Verbrechen, das ihnen vorgeworfen wird, besteht darin, mit einer bestimmten Gruppierung verbunden zu sein (ein Dekret des Regimes, erlassen im Juli 1980, setzte fest, dass alle Mitglieder der Muslimbruderschaft hingerichtet werden sollen, unabhängig davon, was sie konkret getan haben). In dieser Situation sind die Häftlinge absolut hilflos, es nützt ihnen auch nichts, sich zu ergeben. Häftlinge werden über mehrere Jahre täglich willkürlicher Folter ausgesetzt, in den letzten beiden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts hat der Folterapparat ihren Tod als Folge der Qualen mindestens billigend in Kauf genommen. Folter dieser Art fand und findet in „Folterlagern“ statt, wie dem Tadmor-Gefängnis in der Regierungszeit von Baschar al Assads Vater Hafis oder bis heute im Saidnaya-Gefängnis. Dem Regime, nehme ich an, geht es dabei darum, eine Abschreckungswirkung zu erzielen, die weit über die gefolterten Personen hinausgeht und die gesamte Bevölkerung einschüchtern soll. Der Körper des Gefolterten und seine Worte sind wie eine Anzeigetafel, die sich an alle richtet, die ihn sehen, und eine Identifikation mit ihm unmöglich machen. In diesem Sinne ist Folter eine politische Beziehung, in der die gefolterten Personen nur die am direktesten betroffenen Personen sind. Assads Syrien befindet sich seit Anfang der 1970er Jahre in diesem Zustand von Haft und Folter.

Folter, egal welcher Art, ist eine Dreiecks-(Nicht-)Beziehung zwischen dem Folternden, seinem Opfer und dem Folterapparat, hinter dem ein Staat, eine Armee oder auch eine Söldnermiliz stehen kann. In ihrer Ausprägung als politische Nicht-Beziehung, die sich an die gesamte Bevölkerung richtet, kommt die Folter am häufigsten vor, sodass es gerechtfertigt ist, Assads Syrien als Folterstaat zu charakterisieren.

Über die genozidale Folter wird berichtet: an das eigene Regime

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Die dritte Art ist die Folter in Form von Auslöschung und Genozid, bei der die gefolterten Personen massenhaft ermordet oder extremen Konditionen ausgesetzt werden wie Hunger, Krankheit, Terror, Demütigung oder dem Dahinsiechen in überfüllten, stinkenden Gefängniszellen, die sie den Tod herbeisehnen lassen. Diese Art der Folter wird ausgeführt von einer Foltermaschine, die Festnahmen, Foltern und die Tötungen der Opfer umfasst, die in unbekannte Massengräbern geworfen werden. Und all das wird dokumentiert und an die Spitze des Regimes berichtet.

Ein Charakteristikum dieser genozidalen Folter ist, dass sie kontinuierlich und organisiert stattfindet und die Entscheidung darüber nicht von den ausführenden Folterinstitutionen getroffen wird. Diese haben wahrscheinlich die Aufgabe erhalten, mit allen Mitteln Revolutionäre und Verdächtige auszulöschen, ausgestattet mit einem Mandat ohne Begrenzung. Das Durchzählen, Fotografieren und Dokumentieren der getöteten Opfer, wie wir es aus dem Caesar Report kennen (53 000 im Jahr 2013 geleakte Bilder von jemandem, der von ganz oben den Befehl erhalten hatte, die Opfer zu fotografieren), sind ein Beleg für eine organisierte Tötungsindustrie.

Während die Folter bei Verhören die persönlichen Grenzen der Opfer überschreitet und die demütigende Form gesellschaftliche Grenzziehungen übertritt, bewegt sich die genozidale Folter außerhalb der Humanität und stellt alle Mindeststandards an die Menschlichkeit infrage. Diese Art von Folter ist Teil einer Auslöschungsindustrie, und das ist es, was wir als Genozid bezeichnen. Wenn das „alles möglich ist“, was mit den Häftlingen in den Konzentrationslagern passiert ist, wie Hannah Arendt argumentiert, dann steckt hinter den Lagern die absolute Freiheit des genozidalen Staates, seine unbegrenzte Freiheit, zu foltern und zu morden. Die Verletzung der persönlichen Grenzen der Häftlinge setzt voraus, dass die Täter keine Grenzen kennen.

Vergewaltigung ist Folter unter der Maske der intimsten aller Beziehungen

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Es gibt keine Folter, die nicht erniedrigend wäre, auch wenn nicht jede Form der Folter Erniedrigungsfolter ist. Die Vergewaltigung aber ist reine Erniedrigung. Was Vergewaltigung zum schlimmsten aller Verbrechen macht, ist die Tatsache, dass sie Folter unter der Maske der intimsten aller Beziehungen ist. Die Verletzung, die ein Vergewaltigungsopfer erfährt, hat eine Verbindung zu jener Entgrenzung zwischen ihr und ihrem Partner – wenn sie zuvor ein Liebesleben hatte –, oder mit dem, was sie sich als intime, grenzenlose und entgrenzte Vereinigung vorstellte, wenn das nicht der Fall war. In der Vergewaltigung werden ihre Grenzen verletzt, ihr Körper wird ihrem Willen entzogen, ohne ihre Einwilligung, ohne dass sie es veranlasst hätte, gewaltsam. Sie befindet sich einem Stadium extremer Verletzlichkeit.

Die Vergewaltigung, mehr noch als die Folter, verdeutlicht, dass es sich bei Letzterer um die Verletzung der Grenzen einer Person handelt, um den Versuch, in sein oder ihr Wesen einzudringen. In den Augen derer, die foltern, ist die Folter eines Mannes ein Akt der Männlichkeit, die Vergewaltigung einer Frau ein Akt der Potenz. Die Potenz ist die sexuelle Seite der Männlichkeit, die wiederum das soziale Gesicht des Könnens eines starken, mutigen Mannes ist. Hier allerdings sehen wir eine degenerierte Form von Männlichkeit und Potenz, denn jene, die gefoltert werden, sind unbewaffnet und können sich nicht verteidigen, und jene, die vergewaltigt werden, sind inhaftierte Frauen in großer Angst.
Vergewaltigung ist in erster Linie ein Akt der Besitzergreifung: Über Frauen wird verfügt, ebenso wie Gegenstände können sie auf ihre Benutzung nicht einwirken. Wenn ein Vergewaltiger in den intimen Teil des Körpers einer Frau eindringt, ihr Inneres, hört sie auf, ein Inneres zu haben, eine „Seele, Gedanken, eine Erinnerung“, wie es Nour beschreibt, eine der Frauen, die die französisch-britische Journalistin Manon Loizeau für ihren Dokumentationsfilm „The Stifled Cry – Der erstickte Schrei“ interviewt hat. Sie wird zum Objekt. Der Folterer will eine Frau ohne Individualität, ohne Freiheit, ohne Entscheidungsgewalt. Durch diese Verbindung von Macht und Besitzergreifung entsteht eine Herren-Sklaven-Beziehung.

Die Ziele der Vergewaltigungsmaschinerie sind: Einsamkeit und Isolation

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Auch hier ist die Beziehung allerdings eine Dreier- oder Viererbeziehung: zwischen dem Vergewaltiger, dem Opfer der Vergewaltigung, der vergewaltigenden Institution, die sich der uneingeschränkten Loyalität des Vergewaltigers sicher sein muss, und schließlich der Gemeinschaft des Opfers, auf die die Vergewaltigung zielt, die besetzt wird und die mit einem zerstörten Selbstverständnis zurückbleibt. Maryam, eine weitere der Zeuginnen in Manon Loizeaus Film, sagt: „Ich bin allein, ich bin hier (in einem Land, das nicht näher benannt wird), ich habe niemanden.“ Weil sie vergewaltigt wurde, hat sich ihr Mann von ihr scheiden lassen und ihre Mutter hat sie „rausgeschmissen“ (vielleicht um sie zu beschützen, wie Maryam selbst andeutet). Es scheint, dass die ultimativen Ziele der vergewaltigenden Institution Einsamkeit und Isolation sind.

Als Akt, der darauf zielt, Gemeinschaften zu zerstören, und als Akt, der von einer öffentlichen Institution vorgenommen wird, dem Staat, ist Vergewaltigung ein Akt der Vernichtung, der dem Völkermord gleichkommt. Folter, die auf Auslöschung zielt, und die Vergewaltigung von Frauen sind Teile des Völkermordes, die sich gegenseitig ergänzen. Mit der Vergewaltigung einer Frau und der Ermordung eines Mannes wird der Fortbestand einer Familie in der nächsten Generation verhindert. Damit wird auch die Gruppe, auf die die Folter zielt, zerstört.
Liebe, Folter und Vergewaltigung haben gemeinsam, dass der menschliche Körper jeweils im Zentrum steht. Wir werden gefoltert, weil wir Körper haben, die Schmerz empfinden, wir werden ermordet, indem unsere Körper zerstört werden. Unseren Körpern wird in der Vergewaltigung Gewalt angetan, was sich auf unsere Fähigkeit auswirkt, zu lieben, Sex zu haben, uns fortzupflanzen. Was wir Völkermord nennen, ist die massenhafte Vernichtung von Körpern. Sie kann andere Formen als Folter und Vergewaltigung annehmen; Belagerung und Aushungern, Vergasen, Angriffe mit Fassbomben und Massenhinrichtungen in Gefängnissen und Sicherheitszentren.

Der Folterstaat, wie wir ihn seit einem halben Jahrhundert in Syrien sehen, ist eine Macht, die direkt über Körper ausgeübt wird, indem sie die Besitzer dieser Körper enteignet und die Körper dem „Monopol legitimer Gewaltanwendung“ überstellt, das kein anderes Ziel hat, als auf alle Ewigkeit an der Macht zu bleiben. Im Arabischen sind die Wörter für abad, Ewigkeit, und ibada, Auslöschung oder Genozid, voneinander abgeleitet, als könne Ersteres nicht ohne Letzteres erlangt werden. Die Politik der Ewigkeit ist, um mit Timothy Snyder zu sprechen, die Auslöschung.

Das Übertreten unserer Grenzen als Körper oder Gesellschaften und als Menschheit ist die Methode der Machtausübung einer Junta, die jede zeitliche, institutionelle oder verfassungsmäßige Beschränkung ihrer Herrschaft zurückweist. Den Mächtigen Grenzen zu setzen, den Verletzlichen ein habeas corpus zu geben, würde dem syrischen Kampf Sinn und Raum geben. Wir müssen das Gefühl haben, dass unsere Körper sicher sind, frei von Folter und Vergewaltigung, dass die Würde unserer Körper geschützt ist. Unsere Körper dürfen nicht bedroht sein, wenn sie als Ganze handeln und entscheiden sollen. Um eine Gesellschaft zu bleiben, müssen wir in die Lage versetzt werden, zu trauern und die Vergangenheit ziehen zu lassen. Damit wir Zeitlichkeit erlangen – und uns aus der Ewigkeit befreien.

- aus dem Englischen übersetzt von Anna Sauerbrey und Til Knipper. Hier der Link zur Originalversion.

1 Kommentar - Diskutieren Sie mit!
Bitte melden Sie sich zunächst an, um die Kommentarfunktion nutzen zu können.
  1. von Frank Fidorra
    Im Moment kann wohl niemand sagen, was genau in Syrien und mit Syrien passieren wird. Nur eines steht fest: Sollte Assad im Amt bleiben, wird er in der freien Welt nie mehr wieder als ein legitimer Herrscher seines Landes wahrgenommen werden können.

    Die im Artikel authentisch beschriebenen Foltermethoden sind das eine. Der Einsatz von brutalsten Waffen gegen das eigene Volk (Chemiewaffen, Streubomben) sind ein weiteres Faktum, genauso, wie die systematische Zerstörung von Krankenhäusern in umkämpften Gebieten.

    Assad hat Syrien systematisch zerstört. Das gilt nicht nur für Häuser und Straßen, sondern auch für die Menschen. Die gefolterten genauso, wie die Folterer, die mit ihrem völlig gestörten Menschenbild zurechtkommen müssen, sollte je wieder Frieden herrschen. Das alles wird Syrien noch über Generationen prägen, selbst im günstigsten Fall, dass Syrien wider aller Erwartungen plötzlich zu einem humanitären Rechtsstaat würde.