Ideen der BVG Mobilität in der Stadt der Zukunft – Berlin steigt um…

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Vorstandsvorsitzende Berliner Verkehrsbetriebe

Expertise:

Dr. Sigrid Nikutta ist seit 1. Oktober 2010 Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der Berliner Verkehrsbetriebe. Im Jahr 2012 wurde sie mit dem renommierten Preis „Managerin des Jahres“ der Mestermacher-Gruppe ausgezeichnet und 2011 von der „Financial Times Deutschland“ in die Liste der „25 Top-Business-Frauen“ aufgenommen. Spezialisiert auf moderne Managementmethoden hat sie in ihrer gesamten Laufbahn junge Talente und Frauen, gerade in technischen Berufen, gefördert.

Smarte Mobilität durch intelligente Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote: Wie Berlinerinnen und Berliner voll und ganz auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen können - und das eigene Auto zur Ausnahme wird.

Nur durch klug vernetzte und leicht zugängliche Mobilitätsangebote werden große Städte auch in der Zukunft gute und komfortable Lebensräume für all ihre Bewohner sein. Mit smarter Mobilität können Städte wie Berlin trotz ihres Wachstums ihre Lebensqualität erhalten, ja sogar noch steigern, und gleichzeitig auch den Umweltansprüchen von morgen gerecht werden. Smarte Mobilität bedeutet die intelligente Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote.

Ein erweitertes Netz im Öffentlichen Nahverkehr ist das stabile Rückgrat für neue Mobilitätsangebote.

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Wichtigste Voraussetzung dafür ist fraglos, unser heute schon gutes und weit verzweigtes Netz aus einer Kombination von S- und U-Bahnen, Trams, Bussen und Fähren, effektiv und strategisch sinnvoll zu erweitern. Nur so kann es als stabiles Rückgrat für eine gut organisierte Verkehrskette die dafür unabdingbare zentrale Rolle spielen. Dieses Rückgrat kann um viele neue Mobilitätsangebote ergänzt werden: Bike Sharing, Car Sharing, EScooter Sharing oder auch Ride Sharing.

Wer in Berlin mobil sein will, könnte in Zukunft nur noch ein Ticket, eine App oder eine Mobilitätskarte brauchen.

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Unsere Aufgabe ist es, heute diese Mobilität von morgen vorzudenken und zeitnah zu realisieren. Smarte Mobilität bedeutet auch Einfachheit. Wer in Berlin mobil sein will, könnte in Zukunft nur noch ein Ticket, eine App oder eine Mobilitätskarte brauchen. Bei der Entwicklung eines solchen Angebots vertrauen wir auf jahrzehntelange Erfahrungen und unser darauf fußendes Wissen. Schließlich ist die BVG schon seit fast 90 Jahren der Mobilitätsgarant Berlins. Und tatsächlich war es von Anfang an unser Auftrag, Mobilität aus einer Hand zu bieten. Denn erst mit Gründung der BVG im Jahr 1929 gab es ein einheitliches Ticket, erst mit der BVG war Bus- und Bahnfahren in Berlin kein Stückwerk einzelner Verkehrsunternehmen mehr.

Die BVG ist mobile Daseinsvorsorge für dreieinhalb Millionen Einwohner und Millionen Besucher aus aller Welt.

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Heute verbinden unsere Busse und Bahnen  Stadtteile und Kieze, Jung und Alt, Berlinerinnen und Berliner mit Gästen der Stadt. Und das rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, verlässlich und sicher. Die BVG ist mobile Daseinsvorsorge für dreieinhalb Millionen Einwohner und Millionen Besucher aus aller Welt. Sie ist ein zuverlässiger und fürsorglicher Arbeitergeber für über 14.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und – auch das ist unbedingt zukunftsweisend – einer der größten Ausbilder der Hauptstadt. Auch wirtschaftlich stehen wir besser da denn je. Unsere Fahrgastzahlen wachsen kontinuierlich in zweistelligen Millionengrößen. Allein im Jahr 2017 wurden die gelben Busse und Bahnen 1.064.000.000 Mal genutzt. Schon heute bietet unsere App jede Menge Service, empfiehlt die besten Routen, schlägt dazu das passende Verkehrsmittel vor und bietet, wenn notwendig Ausweichmöglichkeiten an, z.B. bei Verkehrsbehinderungen wegen Baustellen und anderen Störungen.

Bahnhöfe und Haltestellen sollen zu multifunktionalen Mobilitäts- und Servicestationen werden

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Natürlich planen wir als zentraler Dienstleister für die Mobilität in Berlin unseren Service weiter auszubauen. In Kooperation mit vielen anderen Verkehrsakteuren wollen wir eine gemeinsame Mobilitätsplattform gestalten. Dabei spielt die gut durchdachte und aufeinander abgestimmte Verknüpfung mit Sharing-Angeboten eine herausragende Rolle. Hier wird die Palette von Fahrrad, über E-Scooter, verschiedenen Autos, vielseitigen Taxiangeboten und sicher künftig auch bis zu autonomen Fahrzeugen reichen. Wir wollen den unkomplizierten Umstieg zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglichen, Bahnhöfe und Haltestellen sollen zu multifunktionalen Mobilitäts- und Servicestationen werden mit Sharing-Angeboten, Fahrradabstellmöglichkeiten und zum Beispiel mit Anschluss an dann sicher auch autonom fahrende Kiezbusse.

Das eigene Auto wird zur Ausnahme.

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Damit lassen sich dann die Verkehrsmittel unserer Wahl verknüpfen: das E-Auto für den Wochenendeinkauf, der E-Roller für gutes Wetter und fraglos auch Spaß und natürlich das Fahrrad, das ja heute schon einen wichtigen Platz in unserer Reisekette einnimmt. Selbstverständlich gehört auch der eine oder andere Spaziergang zu unserer selbstbestimmten Auswahl an Mobilitätsangeboten. Unterstützt von einer cleveren App kommen wir so schnell zu unserem jeweiligen Ziel. So können die Berlinerinnen und Berliner voll und ganz auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, das eigene Auto wird zur Ausnahme. Das spart Kosten, Parkplätze, entlastet Straßen und Wohnquartiere, schafft Freiräume für Natur, Freizeit, Kunst und alle Bewohnerinnen und Bewohner der Städte.

Die neuen, verknüpften Verkehrsangebote werden schon bald zu unserem städtischen Alltag gehören.

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Für diese zukünftige Mobilitätswelt gibt es schon heute viele starke und innovative Partner. Mit ihnen gemeinsam werden diese attraktiven Verkehrsangebote schon bald zu unserem städtischen Alltag gehören. Aus der Vielzahl dieser Angebotsperlen werden sich die Bewohner und natürlich auch die Gäste unserer Stadt bequem und ohne Hürden ihre persönliche Reisekette knüpfen – auf Wunsch jeden Tag neu und anders, je nach Lust und Laune, Wind und Wetter.

10 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Joerg Simon
    Sehr geehrte Frau Nikuta,

    als jemand mit einer Schwerbehinderung, die vielfältige Auswirkungen hat, kann ich Ihnen nicht zustimmen. Ausgehend vom hier und heute, dass wir mit Sicherheit noch viele Jahre haben werden, ist für mich der ÖPNV nicht die Alternative zum PKW.

    Warum: Beispiel Fahrt zur Arbeit mit U-Bahn und Bus. 2 verschiedene U-Bahnlinien. Dann Umstieg in der Wallstr. in den Bus. Der ist natürlich i.d.R. weg und der Weg zur Bushaltestelle lang. Die U-Bahn. Treppen hoch, treppen runter. Solche reizenden Haltestellen wie Kottbusser Tor. Alexanderplatz. Bahnen warm, überfüllt. Der Weg zum Platz für Behinderte kaum machbar, immer wieder Angst, verletzt zu werden, zu fallen. Tja, am Ziel. Wie aus der Bahn rauskommen? Alles voll und auch der enge Bahnhof am Ernst-Reuter-Platz überlaufen. Dann mal eben noch 500 m bis zum Büro laufen. Bei Wind und Wetter. Mit den Einschränkungen. Dabei noch von den Studenten dort bedrängt und gehetzt werden, angemeckert, weil man zu langsam auf der Treppe nach außen ist.

    Von den Gerüchen, eigenartigen Gestalten, dem Müll, den Eckenpissern, Rauchern, Drogenhändlern, stinkenden verdreckten Leuten einmal noch ganz abgesehen. Denn wirklich gern sitzen mag man in ihren Zügen und Bussen nicht. Schuhe drauf, dreckige Klamotten, Tiere. Ekel pur.

    Nein Frau Nikutta, der ÖPNV hat nichts anziehendes.
  2. von Mike Nixda
    Schade, dass Frau Nikutta im Gegensatz zu anderen Causa-Autoren nicht auf die Kommentare antwortet. Das lässt vermuten, dass Forist Thomas Hellenberger recht hat und dieser Beitrag tatsächlich nicht von ihr stammt, sondern von der PR-Abteilung der BVG. Schade...
  3. von Luke Niederer
    Nun ja, wenn der Umbau solange wie der Einbau eines simplen Aufzugs am U-Bahnhof Spichernstraße, nämlich stramme 2 Jahre braucht (geplant - wer weiß wie lange es wirklich dauert), dann sehe ich schwarz. (Deshalb müssen Fahrgäste riesige Umwege auf sich nehmen.)

    Von den ausfallenden U-Bahnzügen, ständig verkürzten Zügen, reduzierten Takten, den verschmierten U-Bahnwagen, den oft dreckigen Bahnhöfen usw. will ich gar nicht anfangen.

    Ich benutze jeden Tag die BVG und die S-Bahn. Ich denke es besteht immer noch ein riesiger Unterschied zwischen Anspruch und Realität.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sehe durchaus die Leistung der BVG, und dass sie sich bemüht. Aber das reicht einfach nicht mehr.

    Um einen ehemaligen Bundeskanzler zu zitieren: Es muss ein Ruck durch die BVG gehen!

    1. von Joerg Simon
      Antwort auf den Beitrag von Luke Niederer 04.06.2018, 15:40:36
      Der Ruck war nicht von einem Bundeskanzler, sondern von Altbundespräsident Herzog.
  4. Bild von Wilfried Wang
    Autor
    Wilfried Wang, Wilfried Wang, Hoidn Wang Partner, Berlin; O'Neil Ford Centennial Professor in Architecture, The University of Texas at Austin; Kurator der derzeitigen Ausstellung DEMO:POLIS–Das Recht auf Öffentlichen Raum, Akademie der Künste. Vorstandsvorsitzender der Schelling-Architekturstiftung; Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Künste; Ehrendoktor der Königlich Technischen Hochschule, Stockholm; Stellvertretender Direktor der Sektion Baukunst, Akademie der Künste Berlin; Ehrenmitglied des BDA und der Portugiesischen Architektenkammer.
    Sehr geehrte Frau Nikutta,

    ein wichtiger Beitrag mit klaren Zielen, die Sie hoffentlich noch in Ihrer Amtszeit verwirklicht sehen werden.

    Wichtig wäre der Anspruch, dass die digitale wie physische Vernetzung dieser Systeme von der BVG selbst initiiert, geprüft, finanziert, gestaltet, ausgestattet, und durchgeführt wird. Damit diese Systeme im öffentlichen Besitz bleiben, bzw. in ihn geführt werden. Wir Berliner wollen keine UBERisierung des städtischen Verkehrs.

    Eine Verringerung des privaten PKW-Bestands würde öffentlichen Raum für andere Nutzungen freistellen. Man stelle sich vor, die Zahl der privaten PKW fällt um 50%. Das würde bedeuten, dass Straßen zur Hälfte für andere Nutzungen freigestellt werden könnten: Aufenthaltsbereiche für Menschen, Fahrradspuren, Begrünung, etc.

    Früher war vieles besser, aber in diesem Falle könnte die Zukunft doch besser sein.
  5. von Thomas Hellerberger
    Ich frage mich, warum ein solcher Beitrag, der ja von keiner Politikerin stammt (auch wenn sie auf dem SPD-Ticket ihren Job bekam), nicht ohne die üblichen linksliberalen Sprechcodes („gut“, „klug“, smart“, stetes Gendern) auskommen kann und so bezweifele ich, daß er von ihr selbst kommt, sondern eher von einem Referenten der PR-Abteilung der BVG. Man könnte mit ihm auch einen Werbespot unterlegen, dabei lachende, junge, hip gekleidete Fahrgäste zeigen, die in blitzsauberen, nagelneuen und kaum gefüllten Bussen und Bahnen fahren. Aber sei‘s drum, es ist ein Beitrag der BVG.

    In der Regel wird das Auto als Mobilitätsmittel mißverstanden. Es steht für die meisten Besitzer nicht für einen konkreten Mobilitätsvorfall, sondern für Freiheit und Unabhängigkeit, manchmal auch als Ausweis für erreichten Wohlstand und Aufstieg. Natürlich gibt es auch ganz nüchterne Nutzer, die es aber immer am Ende einer Güterabwägung und eines Vergleiches nutzen. Und nach wie vor lautet das Ergebnis dieser Abwägung für die Mehrzahl der Berliner: Auto. Dafür gibt es Gründe, die Nikutta hier vollkommen außen vor läßt.
    Die BVG sollte zudem nicht übersehen oder ignorieren, daß der Zunahme des Fahrradverkehrs auch ganz dediziert ein Mißtrauensvotum und eine Abwahl als Option von gerade jener Klientel war und ist, die bis weit in die 1990er Jahre überwiegend ÖPNV fuhr. Und auch das Fahrrad bietet zunehmend die Möglichkeit sozialer Selbstdarstellung und Differenzierung – gerade das macht es für die Mittelschicht interessant.

    Einstweilen sollte die BVG nicht in Nerdsprache von einer ohnehin spekulativen Zukunft träumen, sondern erstmal daran arbeiten, wenigstens wieder so gut zu werden wie vor dem 2. Weltkrieg oder den 90er Jahren. Dann kann man weitersehen. Sauberkeit, Sicherheit, Pünktlichkeit. Dann können die Anglizismen kommen und die smarte BVG.
  6. von Frodo Beutlin
    Es ist schön zu sehen, dass man offensichtlich auch in der BVG Vorstandsetage den Sinn fürs Träumen nicht verlernt hat. Auch wenn es freilich mit der Realität wenig zu tun hat und auch auf absehbare Zeit nicht haben wird.
    Schöne Worte und Werbeversprechen werden uns diese rosige Zukunft leider nicht bescheren - es scheitert ja bereits an Alltäglichkeiten wie bspw. für hinreichend Transportmittel auf den bestehenden Netzen zu sorgen. An neue Verkehrswege gar, ist angesichts der absurden Planungs- und Bauzeiten laufender Projekte überhaupt nicht zu denken.
  7. von Mark Scherer
    Es tut mir leid, aber ich kann in diesem Text keinen Beitrag zu einer Debatte erkennen. "Intelligente Vernetzung", "fürsorglicher Arbeitergeber", "clevere App", "innovative Partner" - das ist reine leere Marketing-Sprache, die an keiner Stelle konkret wird.
    "Attraktive Verkehrsangebote" werden "schon bald zu unserem städtischen Alltag gehören." Wann, bitte, ist denn dieses "bald"?
    Das ÖPNV-Netz soll "effektiv und strategisch sinnvoll" erweitert werden - aber was heißt das im Detail? Wenn die Autorin dies dargelegt hätte, gäbe es eine Grundlage zu einer Debatte. So leider nicht.
  8. von Mike Nixda
    Sehr geehrte Frau Nikutta,

    hach, wie schön hören sich Ihre Worte doch an. Nur leider hat das nichts mit der Berliner Realität zu tun.

    Als ich vor fünf Jahren nach Berlin gezogen bin, habe ich mein Auto abgeschafft in der Annahme, dass ich in dieser Stadt keins mehr brauche. Ich habe den U-Bahnhof Paracelsus-Bad direkt vor der Haustür. Vor ein paar Monaten habe ich mir aber wieder eins gekauft, weil die BVG (und die S-Bahn) für mich keine Alternative mehr sind. In einem Satz: Die BVG ist unpünktlich, unzuverlässig, es ekelhaft dreckig und stinkt in den Fahrzeugen und auf den Bahnhöfen und ich fühle mich nicht mehr sicher!

    Der letzte Anstoß für mich war ein Besuch in Budapest. Waren Sie dort schon mal, Frau Nikutta? Straßenbahnen und U-Bahnen, die zu Stoßzeiten im 2-Minuten Takt fahren, alles ist sauber und man fühlt sich sicher, weil man regelmäßig Sicherheitspersonal sieht.

    Die Budapester U-Bahn Linie 4 (Metró 4) ist 7,4km lang, fährt voll autonom in bis zu 50m Tiefe und wurde in 8 Jahren gebaut. In Berlin dagegen pröttelt man seit einem viertel Jahrhundert an den popeligen 3,5km der U55.

    Wie soll das also funktionieren? Die Autos sollen raus aus der Stadt, aber wo ist die Alternative? U-Bahnen, die nicht mal in der Lage sind, wenigstens den 10 Minuten Takt einzuhalten? Busse, die nur virtuell in Ihrer App fahren? Kurzzüge zu Stoßzeiten? Und zuletzt die Nachricht, dass wegen des Fahrzeugmangels die Stilllegung einer ganzen U-Bahnlinie droht?

    Ich vermisse von Ihnen klare Aussagen, wann und wie viele Fahrzeuge angeschafft werden. Wann eine Sauberkeitsinitiative kommt. Wann die abgerockten Bahnhöfe saniert werden. Wann mehr Personal eingestellt wird, um regelmäßige Präsenz zu zeigen, damit das Sicherheitsgefühl und die Sauberkeit wieder steigt.

    Seite 1-2
    1. von Mike Nixda
      Antwort auf den Beitrag von Mike Nixda 02.06.2018, 18:58:55
      Und wann werden Strecken ausgebaut? Sie wollen jetzt 250km Straßenbahnen bauen. Sehr gut, ein erster richtiger Schritt. Aber was ist mit dem Ausbau der U-Bahn. Straßenbahnen baut man für ein paar Jahrzehnte, U-Bahnen für Jahrhunderte. Die ältesten U-Bahntunnel sind 120 Jahre alt und werden vermutlich noch existieren, wenn Captain Kirk ein alter Mann ist.

      Es gibt den 200km Plan von 1995, mit dem nach der Wende der sinnvolle Ausbau skizziert wurde . Zukunftsträchtig wäre es, die U-Bahnstrecken auszubauen. Aber es passiert nichts. Die fast 40.000 Menschen, die im Märkischen Viertel leben, warten inzwischen seit einem halben Jahrhundert, dass sie an die U8 angeschlossen werden. Die Gleiströge für die U2 im Bahnhof Rathaus Spandau bleiben weiterhin leer, selbst kleine Lückenschlüsse wie die U1 bis zum Adenauerplatz oder die U3 bis zum S-Bahnhof Mexikoplatz werden nicht angegangen.

      Zugegeben, bei der Geschwindigkeit, mit der die U55 gebaut wird, wäre jeder weitere U-Bahntunnel ein Jahrhundertprojekt. Aber vielleicht kann man ja mal ungarische Ingenieur um Rat fragen, wie sie es geschafft haben, eine so lange U-Bahnstrecke in so kurzer Zeit inkl. Unterquerung eines der größten Flüsse Europas zu bauen.

      Stattdessen gibt es teure Experimente mit unzuverlässigen Elektrobussen, deren Alltagstauglichkeit zu bezweifeln ist. Ein Blick nach Zürich zeigt, wie man es richtig macht, wenn man keine Dieselbusse einsetzen will. Aber Oberleitungsbusse sind halt nicht hipp, sondern erinnern wohl zu sehr an Ostblockstädte. Fakt ist aber, dass O-Busse seit Jahrzehnten ausgereift sind und zuverlässig in hunderten Städten fahren.

      Und so ist mein derzeitiges Fazit, dass ich weiterhin mit dem Auto fahren werde/muss, weil echte Alternativen fehlen. Schade, aber Berlin setzt offenbar nicht nur den BER in den Sand.