Politik Zu viel Reden vom Populismus? Wie sinnvoll ist der Begriff?

Bild von Anna Sauerbrey
Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

Mehr
Stand der Debatte

"Populismus" ist eines der zentralen politischen Schlagworte der vergangenen Jahre. Populisten bezeichnen sich selbst gern als solche - für ihre politischen Gegner ist das Wort Stigma und Kampfbegriff. Aber ist der Begriff eigentlich trennscharf genug - oder werden damit zu viele unterschiedliche Phänomene erfasst? Schadet der Begriff vielleicht sogar mehr, als er nützt, weil er die Grenzen zwischen Demokratiefeindlichkeit und akzeptabler Meinungsäußerung verwischt?

  • 4 Autoren
  • 20 Argumente
  • 104 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Einfache Slogans zu nutzen, Kritik an Eliten oder etablierten Parteien zu üben, reicht nicht, um "Populist" zu sein.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
1 von 20
Wer politische Fragen aufs Identitäre reduziert, erstickt konstruktive inhaltliche Debatten.

Jan-Werner Müller, Princeton University

zustimmen
ablehnen
2 von 20
3 von 20
Rote Linien werden überschritten, wenn wesentliche Spielregeln des demokratischen Meinungsstreits verletzt werden.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
4 von 20
Populismus als Opportunismus des vermeintlichen Mainstreams fügt der politischen Kultur bleibenden Schaden zu.

Jan-Werner Müller, Princeton University

zustimmen
ablehnen
6 von 20
Undemokratische Parteien machen sich die unscharfe Verwendung des Begriffs zu nutze.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
7 von 20
8 von 20
9 von 20
Populisten sind antipluralistisch und zutiefst autoritär. 

Hajo Funke, Politikwissenschaftler und emeritierter Professor Freie Universität Berlin

zustimmen
ablehnen
10 von 20
Das Phänomen Populismus reicht nicht, um den Aufstieg der AfD zu beschreiben.

Hajo Funke, Politikwissenschaftler und emeritierter Professor Freie Universität Berlin

zustimmen
ablehnen
11 von 20
Der unklare Populismus-Begriff lässt offen, welche Aussagen, welches Verhalten in der Demokratie noch akzeptabel sind.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
12 von 20
Die Politik der AfD ist eher Ausdruck einer rechtsradikalen Haltung als rechtspopulistisch.

Hajo Funke, Politikwissenschaftler und emeritierter Professor Freie Universität Berlin

zustimmen
ablehnen
16 von 20
Im allgemeinen Sprachgebrauch zerfranst, anders als in der Wissenschaft, der Begriff des Populismus.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
17 von 20
Den Typus "illiberale Demokratie" gibt es nicht, vielmehr zahlreiche Abstufen zwischen demokratisch und autoritär.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
18 von 20
Nennen wir die Eingriffe in demokratische Systeme doch lieber: Angriffe.

Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer Democracy Reporting International

zustimmen
ablehnen
19 von 20
4 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Jan-Werner Müller}
    KD Busch

    Gefahr des Rechtsrucks Die Mär vom guten Populismus

    von Jan-Werner Müller - Princeton University

    Gerade die Populisten versuchen, alle politischen Fragen auf das Identitäre zu reduzieren. Populistische Positionen kopieren zu wollen, funktioniert nicht. Stattdessen kann sich so ein ganzes politisches System nach rechts verschieben. mehr lesen

  2. Bild von Hajo Funke}
    promo

    Populismus in Deutschland Grenzen des Rechtspopulismus benennen

    von Hajo Funke - Politikwissenschaftler und emeritierter Professor Freie Universität Berlin

    Die Begriff Populismus muss präzise verwendet werden, denn für die gegenwärtigen Phänomene in Deutschland reicht er nicht aus. AfD und Pegida müssen betrachtet werden, als was sie sind: rechtsradikal, und teilweise sogar rechtsextrem. mehr lesen

  3. Bild von Fabian Habersack}

    Was ist Populismus? Richtige Fragen und falsche Antworten

    von Fabian Habersack - Doktorand

    Tot, lebendig, gut, schlecht, überall und nirgendwo: Populismus ist nicht zuletzt dank spektakulärer Wahlerfolge in aller Munde. Mit der Verwendung sollten wir trotzdem vorsichtig sein, um den an sich trennscharfen Begriff nicht zu verwässern. mehr lesen

  4. Bild von Michael Meyer-Resende}

    Trump und die AfD - alles eins? Vergesst Populismus!

    von Michael Meyer-Resende - Geschäftsführer Democracy Reporting International

    Wie wir der Demokratie mit falschen Begriffen schaden. mehr lesen