Pflege als Pflegefall Die völlig fehlgeleiteten Groko-Pläne

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Chefarzt

Expertise:

Andreas Lübbe ist Chefarzt einer Rehabilitationsklinik und beschäftigt sich seit Jahren mit Grundsatzfragen der Medizin. Von ihm erschient zuletzt „Wenn Rehabilitation und Inklusion gelingen, ist niemand behindert! – Grundsätze, Rahmenbedingungen, Fallbeispiele" (Dgvt-Verlag)

8000 neue Stellen wollen Union und SPD schaffen - und stellt damit Realitätsferne unter Beweis. Denn es fehlen längst zehntausende Pflegekräfte. Und es fehlt ein Konzept.

Die Pflege gehört in der Medizin zu den originären Manifestationen der Hilfe und Unterstützung. Sie ist keine Hilfsdisziplin, sondern ein eigenständiger Bereich mit ihrer eigenen Methodik und Zielsetzung sowie ganz besonderem Wert. Sie gibt Antworten auf das Urbedürfnis von Menschen in Zeiten der Schwäche und Hilflosigkeit Unterstützung zu erhalten und strebt die Wiederherstellung der Integrität an. Das hat seinen ganz eigenen Wert.

Wer pflegebedürftig wird, hat das Recht auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. 2017 wurden in Deutschland drei Millionen Menschen einer der fünf Pflegegrade zugeteilt. 2030 werden es dreieinhalb Millionen sein, 2050 mehr als vier Millionen. Zwei von drei Pflegebedürftigen werden heute zu Hause versorgt, 750 000 Menschen in stationären Einrichtungen. Bei mehr als 13 000 Pflegediensten und mehr als 13 000 Pflegeheimen sind rund eine Million Personen beschäftigt. Hinzu kommen mehr als 300 000 Mitarbeiter, die in den Krankenhäusern arbeiten, um jährlich knapp 19 Millionen Menschen stationär zu versorgen. Mehr als 85 Prozent aller Pflegekräfte sind Frauen und zwei von drei teilzeitbeschäftigt.

Es fehlen längst zehntausende Pflegekräfte. Der Groko-Ansatz geht an der Realität vorbei.

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Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD wurde ein Mangel an Pflegepersonal festgestellt, dem man durch die Einstellung von 8000 Pflegekräften begegnen will, und man zerbrach sich den Kopf, wie man das finanzieren könne. Das war der falsche Dampfer. Denn es gibt gar keinen Nachwuchs. Laut Deutschem Pflegerat fehlen zehntausende Pflegestellen. Die Gewerkschaft Verdi geht von 70 000 aus. Durch das Pflegestellenförderungsprogramm stehen theoretisch 830 Millionen zur Verfügung, um weitere 12 000 Pflegestellen zu finanzieren.

Der Personalabbau seit 1995 ist noch nicht mal kompensiert - trotz Anstieg der Patientenzahlen.

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Doch es reicht nicht einmal aus, um den Personalabbau der Vergangenheit rückgängig zu machen. Ab 1995 sind mehr als 50 000 Pflegestellen abgebaut worden, was 2,5 Milliarden Euro einsparte. Während das Ärztepersonal dann zwischen 2007 und 2015 um 28 Prozent aufgestockt wurde, betrug der Zuwachs beim Pflegepersonal in diesem Zeitraum gerade einmal neun Prozent (ein Plus von 25 000 Stellen). Patientenzahl und Pflegeintensität haben in diesen Jahren deutlich zugenommen. So mag der Reflex zwar einleuchten, verpflichtende Stellenschlüssel für die Pflege einzurichten, doch man wird sie innerhalb der kommenden zehn Jahre nicht in der benötigten Menge auftreiben können, weil nicht genügend ausgebildet werden. Gäbe es heute genügend Pflegekräfte, würde man in deutschen Kliniken auf einen Schlag über 10 000 Kräfte einstellen.

Metallarbeiter werden besser angesehen als Pflegekräfte. Das muss sich ändern.

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Dessen ungeachtet deklarierten die Koalitionäre die Kosten (für die Einstellung von 8000 Pflegekräften!) als notwendiges Übel. Statt endlich den Wert der Pflege als solchen anzuerkennen und in Beschämung einzuräumen, in der Vergangenheit versäumt zu haben diesen Bereich gebührend wertzuschätzen. Metallarbeiter haben es durch ihre Interessenvertretung geschafft, den Wert eines metallenen Gegenstandes und seines Reparateurs in der Gesellschaft höher anzusetzen, als den Wert eines kranken Menschen und seiner Pflegekraft. Dass sich das ändern muss, hört man von allen Seiten:
Der Berufsstand der Pflegekräfte müsse aufgewertet werden, heißt die Parole.

Die Pflegeausbildung sollte akademisiert, die Vergütung deutlich angehoben werden.

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Was bedeutet das? Sie sollten eine noch bessere Ausbildung erhalten und mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden. Die Ausbildung für einen Teil der Pflegekräfte sollte akademisiert und die Vergütung für alle deutlich erhöht werden. Für beides hatte sich der Wissenschaftsrat 2012 ausgesprochen, und Ähnliches hatte 2007 bereits der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesens gefordert. Geschehen ist auf allen Ebenen – nichts. Vorbild für können die Niederlande, Schweiz, Dänemark oder Schweden sein.

Die Pflegereform war ein richtiger Schritt, aber ein viel zu kleiner.

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Kleine Weichenstellungen hat es in der vergangenen Legislaturperiode allerdings gegeben: Mit der 2015 beschlossenen Pflegereform stehen seit 2017 zwar fünf Milliarden Euro jährlich mehr für die Pflege zur Verfügung, de facto jedoch entfallen ab 2016 nur jeweils 330 Millionen pro Jahr auf die knapp 2000 Krankenhäuser, sofern dafür auch Pflegekräfte eingestellt werden. Das sind rechnerisch für jedes Haus etwa drei Pflegestellen; doch wie gesagt, es gibt sie nicht. Auch bei der Ausbildung hat sich was getan. Erwachsenen-, Kinder- und Altenpfleger werden bald gleich behandelt, gleich bezahlt und in den ersten beiden Jahren zusammen ausgebildet. Mit der Akademisierung tut man sich noch schwer. Noch besitzen Fachhochschulen kein Promotionsrecht, und ob sie das bekommen sollten, ist umstritten.

Hierzulande wird den Pflegekräften viel zu wenig Kompetenz zugestanden. Das Ausland macht das besser.

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Untergeordnete Funktion, ungeklärte Kompetenzen und schlechte Bezahlung basieren vielerorts auch auf tradierten Strukturen. Wer einmal im Ausland tätig war, wundert sich, wie wenig Kompetenz Pflegekräften hierzulande zugestanden wird. In Großbritannien werden Pflegekräfte gezielt für Spezialaufgaben eingesetzt. Jene, die über eine Zusatzausbildung verfügen, arbeiten in einer hausärztlichen Praxis mit (in Deutschland so gut wie nie der Fall) und sind mit der Versorgung chronisch Kranker und der Neuaufnahme von Patienten betraut. Nach Vorgaben dürfen sie sogar Medikamente verschreiben. In Frankreich führen Krankenschwestern ambulante Chemotherapie- und Dialyse-Verfahren durch oder verabreichen Medikamente intravenös. In Skandinavien ersetzen sie Ärzte auf dem Land und arbeiten schon lange auf Anweisung, und in den USA leiten sie die Herzkatheter-Labore, nicht die Ärzte. In Deutschland ist das alles nicht gestattet.

Da werden ausgebildete Pflegekräfte in Heimen und Krankenhäusern für Hol- und Bringedienste missbraucht, ihnen werden einfachste Arbeiten übertragen, die auch von nicht ausgebildeten Kräften übernommen werden könnten, und sie werden, auch durch Ärzte, in ihren Möglichkeiten beschränkt. Das demotiviert, verfestigt Hierarchien und ist für die hohen Krankenstände und Berufsausstiege mit verantwortlich. 40 Prozent der Pflegekräfte bewerten laut BKK-Atlas ihre Arbeitsfähigkeit als schlecht oder mäßig, in den Kliniken sind es ein Drittel, 24 Krankheitstage fallen im Jahr an, in anderen Branchen sind es 16.

Das Verhältnis von Pflegekräften und Patienten muss verbindlich bemessen werden.

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Neben einer verbesserten Ausbildung bedarf es einer verbindlichen Bemessung der Mindestpersonalausstattung in pflegeintensiven Bereichen. In keinem anderen Land Europas müssen in Krankenhäusern mehr Patienten von einer Pflegekraft versorgt werden. In Deutschland sind es 10,3, in Großbritannien 7,7, in der Schweiz 5,5, in den Niederlanden 4,9 und in Norwegen 3,8 Patienten. Gelänge es, mehr Patienten im ambulanten Bereich zu behandeln, könnte das Kliniken, Ärzte und Pflegende entlasten. Was zum Thema Kostenreduktion führt. Durch einen Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen, also durch weniger Überdiagnosen, weniger Übertherapie, besserer Indikations- und Behandlungsqualität, also vor allem durch mehr Menschlichkeit, mehr Zuwendung, mehr Zeit, würden so viele Ressourcen freigesetzt, dass genügend Pflegekräfte mit höherem Gehalt, besserer Arbeitszufriedenheit und mit Freude ihrem wichtigen Beruf nachgehen könnten.

In der Pflege funktioniert Wettbewerb nicht.

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Im Bereich des Pflegesektors versagt die wettbewerbliche Ausrichtung des Gesundheitswesens in besonders auffälliger Weise. Zum einen, weil sie die Zahlungsfähigkeit die vielen Senioren und chronisch Kranken überfordert, die kaum Möglichkeiten haben, sich Leistungen hinzuzukaufen. Zum anderen, weil es an Menschen mangelt, die für die Pflegeberufe überhaupt in Frage kommen. Das einzige Wettbewerbselement, das funktioniert, besteht darin, dass Deutschland Pflegepersonal aus östlichen Grenznationen mit schwächerer Wirtschaft, manchmal aus Spanien, gelegentlich aus Rumänien, neuerdings wieder aus den Philippinen, abwirbt, das dann in den Heimatländern fehlt. In der Hausbetreuung ist Deutschland schon seit vielen Jahren auf hunderttausende osteuropäische Hilfskräfte angewiesen, um Alleinlebende zu unterstützen.
Eigentlich müssten Pflegekräfte von einem einfachen ökonomischen Gesetz profitieren: Steigt die Nachfrage, steigt auch der Preis. Aber die Pflege ist eine zu tiefst regulierte Branche. Die Beiträge zur Pflegeversicherung etwa können nicht einfach erhöht werden. Ausländische Investoren wie der Carlyle Group oder Chequers Capital oder Oak Tree Capital Management stecken Milliardenbeträge in die Einrichtungen und suchen in Zeiten niedriger Zinsen nach verlässlichen Geldanlagen. Renditesteigerungen durch mehr Einnahmen ist angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen kaum möglich, denn die Pflegesätze und Versicherungsbeiträge sind gedeckelt. Also müssen Kosten gesenkt werden. Somit liegt auf der Hand: Was gut ist für die Investoren, ist schlecht für die Bewohner.

Auch die Ärzte behindern die Pflegekräfte

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Eigentlich wären die Pflegekräfte in einer guten Verhandlungsposition, wenn es darum geht die eigenen Interessen durchzusetzen. Eigentlich. Aber da funkten ihnen auch die Ärzte zwischen: Um sie zu entlasten erweitert man nicht etwa den Handlungsraum der Pflegekräfte und orientiert sich hierbei an anderen Ländern, sondern führte 2017 einen neuen Beruf ein, den „Physician-Assistant“ (PA). Mittlerweile gibt es in Deutschland 300 solcher PA – und somit noch eine neue Hierarchieebene. Die Frage bleibt: Wie grenzt sich der Beruf gegenüber (akademisch qualifizierten) Pflegekräften ab?

Dass Fachärzte selten in Pflegeheime kommen, ist falsch und gehört geändert.

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Unzählige Abläufe und Prozesse in der deutschen Medizin sind zu sehr auf Ärzte hin ausgerichtet. Alte Menschen werden aus Pflegeheimen ins Krankenhaus transportiert, obwohl eine banale Komplikation vor Ort durch Pflegende beseitigt werden könnte. Der durch Bagatellen überlastete Hausarzt verspürt kaum Motivation, eine verstopfte Sonde zu reinigen, und die Pflegekräfte die es gibt, dürfen es nicht. Dass Fachärzte so gut wie gar nicht in Pflegeheime kommen, macht es für die Pflegekräfte noch schwerer. Wer einmal erlebt hat, was es bedeutet, wenn ein bettlägeriger Patient Zahnschmerzen hat, weiß ein Lied davon zu singen. Es ist ein Skandal, dass die haus- und fachärztliche Präsenz gerade dort ungenügend ist, wo viele ältere multimorbide, pflegebedürftige Menschen sind. Fachärzte sollten für die Versorgung im Pflegeheim verpflichtet werden können. Seit 2014 gibt es zwischen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen immerhin eine Rahmenvereinbarung zur Versorgung von Heimpatienten, die Kooperationsverträge ermöglicht.

Pflegekräfte müssen sich in den Bundesländern und auf Bundesebene ähnlich wie die Ärzte organisieren.

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Die pflegerische Versorgung alter Menschen wird zu einer Kernaufgabe der Gesellschaft. Eine Pflegekammer mit Zwangsmitgliedschaft und Beitragszahlungen, Pflichten zur Fortbildung und anderen Vorgaben würde den Pflegenden mehr Macht geben, als der Pilotenvereinigung Cockpit und der Zugführergewerkschaft zusammen. Dazu müssten sich die Pflegekräfte in den Bundesländern und auf Bundesebene ähnlich wie die Ärzte organisieren. Sie bedürfen dabei der Unterstützung durch Landes- und Bundespolitik und nicht zuletzt der Ärzte. 2015 nahm die erste deutsche Landespflegekammer in Mainz ihre Arbeit auf. Seither wurden durch auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen die Gründung von Pflegekammern auf den Weg gebracht. In weiteren Bundesländern ist die Einführung von Pflegekammern geplant. Der Deutsche Pflegerat unterstützt die Etablierung einer Bundespflegekammer seit Jahren leidenschaftlich. Natürlich gibt es Widerstände.

Pflegeanbieter fürchten höhere Löhne, weil die ihr Geschäftsmodell bedrohen.

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Private Anbieter von Pflegediensten meutern, weil sie befürchten durch höhere Tarife höhere Kosten zu haben und sehen dadurch ihr Geschäftsmodell in Gefahr. Die Gewerkschaft Verdi protestiert, weil die befürchtet, dass sich ein Teil der bei ihr organisierten Arbeitnehmer abspaltet. Arbeitgeberverband und Krankenhausgesellschaft teilen die Grundangst, dass sie die Kosten für Aufbau und Erhalt der Kammern tragen müssen.

Wir sprechen in Deutschland zu schnell von Notständen. Der Begriff wird damit entwertet. In zwei Bereichen trifft er den Kern. Beim Bildungsnotstand und beim Pflegenotstand. In beiden Bereichen hat man die Zeichen der Zeit zu spät erkannt – das ist eindeutig Politikversagen. Wenn zutreffen sollte, dass ohne Pflege eine Gesellschaft keine gute Gesellschaft sein kann, dann hätte der Notstand eine gesellschaftspolitische Dimension erreicht. Der Misere zu begegnen kann nur ein langfristiges und komplexes Unterfangen sein. Viele Dinge müssen auf unterschiedlichen Ebenen ineinandergreifen. Die baldige Anhebung der Löhne um 30 Prozent ist ein sinnvoller Schritt, die Einführung der Bundespflegekammer ein anderer.

Ein weiteren Ansatz ist: weniger operieren. Auch das spart Pflegeaufwand.

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Ein ganz anderes Thema liegt im Spielfeld der Ärzte. Die im internationalen Vergleich weit überdurchschnittlich vielen Patienten mit besonders vielen Diagnosen lösen einen sehr hohen Pflegebedarf aus. Wenn in manchen Bereichen (inhaltlich und regional zu verstehen) besonders viele operative Eingriffe erbracht werden, dann müssen eben alle diese Patienten auf die Operation vorbereitet werden. Sie müssen nach der Narkose von Pflegekräften umsorgt und mobilisiert werden. Bei geringem Personalschlüssel wird dann umso schneller gearbeitet, worunter die Qualität leidet. Krankenhausinfektionen durch Hygienemängel und verminderte Heilungschancen nehmen zu und unterhalten das System, kriminelle Machenschaften werden umso leichter ermöglicht. Auch die sind nicht aus dem Nichts entstanden.

1 Kommentar - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Olaf Grenzer
    In 2 Punkten muss ich dem Kollegen wiedersprechen. Kammern mit Gewerkschaften gleichzusetzten ist so nicht korrekt.
    Auch die Arbeits-und Vergütungsbedingungen werden nicht durch Kammern verbessert.
    Erst die Wandlung des Marburger Bundes zur Gewerkschaft brachte deutliche Verbesserungen, die weder die vielen Landesärztekammern noch die Bundesärztekammer zuvor erreicht hatten.
    Das ist auch nicht die Aufgabe einer Kammer. Zumal die Ärztekammern es nicht einmal schaffen, mit Hilfe der Berufsordnung dem Einfluss der Ökonomie auf medizinische Entscheidungen wirksam entgegen zu treten. Stattdessen wird die Ärzteschaft mit Qualitätsprogrammen bombardiert und drangsaliert (Papier und Gigabit sind geduldig) sowie mit realitätsfernen Weiterbildungsordnungen.
    Die Pflege benötigt m.E. eine eigene Gewerkschaft und nicht 16 Pflegekammern und eine Bundespflegekammer. Die Österreicher sind im Übrigen auch ein föderaler Staat und haben trotzdem nur eine Ärztekammer.