So meistert Deutschland die Flüchtlingskrise Integration ist keine Einbahnstraße

Bild von Hans Peter  Wollseifer

Expertise:

Hans Peter Wollseifer ist ein deutscher Unternehmer. Seit 2010 ist er Präsident der Handwerkskammer zu Köln und seit 2014 Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Die Geflüchteten müssen sich wieder auf der Gewinnerseite fühlen. Gleichzeitig muss man von den Asylsuchenden zu recht auch die Bereitschaft zur Integration erwarten dürfen, sagt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Es ist unsere humanitäre Aufgabe, Kriegsflüchtlingen und Verfolgten Aufnahme und Schutz zu gewähren. Daran hat sich auch nach der Neujahrsnacht in Köln nichts geändert.

Jeder Flüchtling muss registriert werden.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Der Staat muss jedoch seinen Zugriff auf die durch die hohe Zahl der Flüchtlinge entstandene Situation weiter verbessern. Das bedeutet zuallererst: Jeder Flüchtling muss registriert sein. Wer keinen Asylgrund hat, muss Deutschland verlassen.

Die verbesserte Gesetzeslage muss dazu von Justiz und Polizei angewandt werden. Die Integration der Schutzsuchenden in Gesellschaft und Arbeitsmarkt muss aktiv unterstützt werden. Integration ist jedoch keine Einbahnstraße.

Unsere Gesellschaft zeigt ein großes Engagement, investiert viel in die Eingliederung der nach Deutschland geflohenen Menschen. Sie erwartet von den Asylsuchenden zu recht auch die Bereitschaft zur Integration.

Viele junge Flüchtlinge müssen aufgrund mangelnder Bildung vor der betrieblichen Ausbildung Vorbereitungskurse besuchen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Dann werden wir diese Menschen nicht allein lassen. Das Handwerk hat bereits in der Vergangenheit Erfahrungen mit der Qualifikation und Ausbildung von Flüchtlingen gemacht. Wir wissen: Viele junge Flüchtlinge bringen keine ausreichende schulische bzw. berufliche Vorbildung mit. Daher macht nur folgendes Vorgehen Sinn: Sprache erlernen, Kompetenzfeststellung, Vorbereitung auf eine Qualifizierung, eine Ausbildung im dualen System und das Erlernen der Fachsprache, Übernahme in Ausbildung durch den Betrieb.

Angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen hat das Handwerk Bundesregierung und Arbeitsagentur angeboten, in seinen 550 Bildungsstätten entsprechende Vorbereitungskurse durchzuführen. Wir müssen es schaffen, über Qualifizierung und Ausbildung einen Großteil der Flüchtlinge so in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dass sie sich wieder auf der Gewinnerseite fühlen.

Wer ein selbstbestimmtes Leben führen kann, wer sozial eingebunden ist durch Arbeit, Ausbildung und Nachbarschaft, wer Steuern und Beiträge zahlen kann, statt auf Hilfsgelder angewiesen zu sein, dessen Chancen auf eine gelungene Integration stehen gut.

Sie können an dieser Stelle derzeit keinen Kommentar schreiben.