So meistert Deutschland die Flüchtlingskrise Der Eintritt in den Arbeitsmarkt darf nicht zu schwer sein

Bild von Michael Knipper

Expertise:

Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Bauindustrie

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bedarf erheblicher Anstrengungen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bauverbands. Wichtig sind Sprachkompetenzen, Qualifizierungen und die Möglichkeit, ein Praktikum oder eine Lehre zu machen.

Erhebliche Investitionen in Qualifizierung sind nötig, um Flüchtlinge mittelfristig in die Arbeitswelt zu integrieren.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bedarf erheblicher Anstrengungen. Dabei mangelt es nicht nur an Sprachkenntnissen; kaum einer der Flüchtlinge bringt die beruflichen Voraussetzungen mit, die der deutsche Arbeitsmarkt verlangt. Erhebliche Investitionen in Qualifizierung sind notwendig, um Flüchtlinge mittelfristig in die Arbeitswelt zu integrieren.

Die derzeitige Dauer der Asylverfahren blockiert Kapazitäten und Mittel für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Aus früheren Einwanderungswellen wissen wir allerdings, dass das rund zehn Jahre dauern kann. Darüber hinaus müssen weitere Hemmnisse beseitigt werden: Die größte Blockade stellt die derzeitige Dauer der Asylverfahren dar.  Je besser es gelingt, den Aufenthalt von chancenlosen Asylantragstellern zu verkürzen, umso mehr Kapazitäten und Mittel stehen für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive zur Verfügung. 

Je erfolgreicher es dann gelingt, von den Flüchtlingen mit Bleibeperspektive die Integrationsfähigen und Willigen besonders zu fördern, umso eher werden sich positive Arbeitsmarkteffekte zeigen. Dreh- und Angelpunkt ist hierbei die Sprachkompetenz.

Alle Aktivitäten müssen sich zunächst auf die Vermittlung von Sprache, Kultur und grundlegender Werte konzentrieren

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Alle Aktivitäten müssen sich zunächst auf die Vermittlung von Sprache, Kultur und grundlegender Werte konzentrieren. Eine weitere Hürde ist die überwiegende Unkenntnis über vorhandene Qualifikationen, die bislang nicht flächendeckend und einheitlich erfasst werden.

Während einer betrieblichen Ausbildung und zwei Jahre danach sollte der Aufenthaltsstatus sicher sein.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Das muss schnellstmöglich nachgeholt werden. Aufschluss über vorhandene Qualifikationen und Einsatzmöglichkeiten können Praktika geben, die in Grenzen vom Mindestlohn ausgenommen sind. Es sollten keine neuen Ausnahmen geschaffen werden. Generell darf die Schwelle für den Eintritt in den Arbeitsmarkt aber nicht zu hoch liegen.

Völlig unverständlich ist zudem die Aufenthaltsregelung bei einer betrieblichen Ausbildung. Die Wirtschaft fordert seit Monaten einen sicheren Aufenthaltsstatus während der Ausbildung und zwei Jahre danach. Eine Lehre ist immerhin der sicherste Einstieg in den Arbeitsmarkt. Es kann nicht sein, dass Auszubildende lediglich ein Aufenthaltsrecht für ein Jahr erhalten, das jährlich verlängert werden kann, doch nach Ablauf der Jahresfrist kann jederzeit die Abschiebung drohen. In Anbetracht der Kosten einer Ausbildung werden sich nur wenige Betriebe auf dieses Risiko einlassen.

Sie können an dieser Stelle derzeit keinen Kommentar schreiben.