Deutsch-polnische Beziehung Der freundliche Alltag und die vergiftete Stimmung

Bild von Heinrich Olschowsky

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Immer mehr polnische Zeitungen und Magazine orientieren sich blind an den deutschfeindlichen Stichworten der PiS-Regierung, wobei die persönliche Beleidigung deutscher Politiker dazugehört. Woher diese Feindseligkeit kommt und wie ihr entgegengewirkt werden kann.

Eine Woche im Februar in Kolberg. Dass die Urlaubsangebote an der polnischen Ostsee in der Vorsaison günstig sind, hat sich herumgesprochen. Das moderne, großzügige Hotel, einen Steinwurf vom Strand entfernt, ist mehrheitlich mit deutschen Gästen belegt. Vornehmlich von Senioren, die seit Jahren den Ort aufsuchen. Diesmal hallt auch Kinderlärm polnischer Familien durch die Korridore, es sind Ferien.

Wer zum ersten Mal einen Kurzurlaub gebucht hat, darf erstaunt sein, wie aufgeschlossen man den Gästen aus Deutschland hier begegnet. Sich deutsch zu verständigen, ist der Ehrgeiz des Personals. Die Zimmermädchen üben das „Guten Morgen“, die Angestellten von den Kuranwendungen ordnen mit knappen deutschen Wendungen den Ablauf, die Damen an der Rezeption beherrschen unsere Sprache (fast) perfekt. Und wer in der Hotelbar einen polnischen Wodka deutsch bestellt, bekommt ihn regelgerecht kalt serviert. Für die vielen jungen Mitarbeiter, die diesen normalen polnisch –deutschen Alltag freundlich prägen, ist das selbstverständlich. Und die Gäste nehmen es wie selbstverständlich entgegen. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem gefächerten Gefüge nachbarschaftlichen Zusammenlebens über die Grenze hinweg. Dazu gehören Bindungen und Verbindungen in den verschiedenen Lebensbereichen; der Wirtschaft, dem immer dichter werdenden Verkehr, der Städtepartnerschaft und Touristik. Ein gewissermaßen routinierter Austausch geschieht in der Wissenschaft, den Künsten, in der institutionellen Jugendarbeit und in privaten Begegnungen. Zu alldem kommt die beträchtliche Zahl der in Deutschland beheimateten Polen sowie die familiäre Koexistenz deutsch-polnischer Paare diesseits und jenseits der unmerklichen Schengen- Grenze.

Zwischen diesem verlässlichen praktischen Alltag und der augenblicklichen politischen Stimmung tut sich eine Kluft auf. Auf die ziemlich schlechte Stimmung wiesen Marek Cichocki und Kai-Olaf Lang im Tagespiegel (28.01.2018) hin. Was passierte, frage ich mich, mit dem arglosen Wohlbefinden der deutschen Gäste in Kołobrzeg, wenn sie in der Lage wären, die im Hotelkiosk ausgelegten Boulevardblätter zu lesen, wenn sie also erreichbar wären für das, was ein Teil der auflagestarken Medien über die westlichen Nachbarn zu sagen hat? Und angenommen, der Gast aus Deutschland wäre jemand, der seit Jahrzehnten in einer der zahlreichen lokalen Deutsch-Polnischen Gesellschaften sich dafür einsetzt, die Kenntnis der polnischen Geschichte und Kultur in Deutschlands zu mehren und Respekt für ihre Besonderheit zu fördern. Nun wäre er konfrontiert mit Zeitungen und Magazinen wie Gazeta Polska, Warszawska Gazeta, oder wSieci, DoRzeczy, die die deutschfeindlichen Stichworte der PiS Regierung aufgreifen und publizistisch freizügig übertreiben.

Die Stichworte Lauten: Behauptung der staatlichen Souveränität gegen das Diktat der Brüsseler Kommission, deren Kommissare sämtlich als deutsche Marionetten agieren. Das stolze Polen darf nicht länger „auf den Knien“ mit dem dekadent-libertären Europa verhandeln, die nationale Würde verbittet sich jede rechtsstaatliche Belehrung aus Deutschland.  Die polnische Nation, ein stets unverstandenes, unschuldiges Opfer der Geschichte, hat Anspruch auf Kompensation gegenüber Deutschland und aller Welt.

Eifrige Publizisten, die stolz ihre rechte Ideologie hervorkehren, ersparen sich beim deutschen Thema eine sorgfältige journalistische Recherche, sie setzen dafür starke Meinungen, Behauptungen, Emotionen als unerschütterliche Wahrheiten in die Welt. Ein nationaler Narzissmus hat um sich gegriffen, der sich in zwanghafter Feindseligkeit gegen die Europäische Union und insbesondere gegen “die Deutschen“ ausagiert. Die sprachlichen Mittel machen einen fassungslos; es herrscht der Jargon der Gosse.

Persönliche Beleidigung deutscher und europäischer Politiker gehört zum Ton, der den „guten Wandel“ (Selbstcharakteristik der PiS Politik) beherrscht. Was fängt man mit der fetten Schlagzeile an: “Saufen sie, Herr Schulz?“, gefolgt von der Beschreibung des (damaligen) SPD Vorsitzenden und ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments als „Holzkopf, Schreihals“ und „Alkoholiker ohne Abitur“ (M. Kokoszkiewicz, Warszawska Gazeta, 2/2018).

Die persönliche Beleidigung deutscher und europäischer Politiker ist keinen Kommentar wert.

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Dieser „primitive deutsche Linke“, den die Angst um die eigene Karriere zu seinen „hysterischen Angriffen auf Polen und Ungarn“ treibt, sei mit Berlusconis Kapo Vergleich zutreffend charakterisiert. Lohnt da noch ein Kommentar?

Ein beliebter Kunstgriff ist es, abwegige, aber emotional verfängliche Kontinuitäten zu konstruieren. Derselbe Autor zieht an andere Stelle eine durchgehende Linie von tatsächlichen Hitler-Kollaborateuren, zu polnischen Künstlern von heute, die für die Opposition Partei ergreifen.  Die nennt er „nützliche Idioten“, welche sich fremden Mächten, Merkel und Putin, andienen.

Drei Generationen nach Ende des Zweiten Weltkrieges erwecken die “patriotischen“ Publizisten den Eindruck, sie hätten es westlich der Oder nach wie vor mit einem Volk von Nazis zu tun. “Deutsche Erinnerung“, den Titel will der Autor (Andrzej Leja) ironisch verstanden wissen, denn er ist überzeugt, eine solche gibt es nicht. Die Deutschen leugnen das Gedächtnis an die eigenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg, wollen nie etwas davon gewusst haben. Diese Einsicht entnimmt er dem Erinnerungsbuch von Chaim Herzog (1983-1993 Präsident Israels), der 1945 als britischer Offizier bei der Befreiung des KZ Bergen-Belsen dabei war. Mit diesem Fund von vor zwanzig Jahren (London 1996) will er die Leser überraschen und, passend zu der polnischen Forderung nach Reparationen, die Erinnerung der Deutschen „auffrischen“. Warum gerade jetzt?  Weil „diverse Schulzes die Polen zu belehren versuchen, sie immer brutaler angreifen“, und dabei mit den Kriegsverbrechen der Väter nichts zu tun haben wollen. Was in dem konkreten Fall zur Aufarbeitung der Geschichte des KZ Bergen-Belsen in der Bundesrepublik inzwischen getan wurde (Gedenkstätte, Dokumentationszentrum, Dauerausstellung, Forschungsarbeit) braucht ihn nicht zu interessieren. Er weiß es besser: leugnen, verdrängen, vergessen – das taten die Deutschen 1945, das tun sie heute, das tun sie immer.

Fraglich bleibt, wie der Publizist die Erinnerung der Deutschen „auffrischen“ will in einem Blatt, das vermutlich kaum je ein Deutscher in die Hand nehmen wird, ein polnischer Leser aber sehr wohl sich daraus die Bestätigung seiner Vorurteile holen kann. Innenpolitisch ist des Pudels Kern. Es geht um die emotionale Mobilisierung der Leserschaft für die PiS mit Hilfe eines mit Bedacht gewählten äußeren Feinds. Dafür erscheint das aus der Zeit gefallene Bild des Deutschen noch immer als ein wohlfeiles Objekt.

Beliebt sind historische Analogien. Die Publizisten nutzen die in der polnischen Sprache ausgebildete Kultur der historischen Anspielung: eine Folge der besonderen Gegenwärtigkeit von Geschichte im Nachbarland und der aisopischen Rede, die im 19. Jahrhundert, in der Teilungszeit den öffentlichen Diskurs prägte. Es genügt ein Wort mit einem starken Assoziationsfeld, oder eine in den Text eingestreute deutsche Vokabel („Frau“, „Bauer“) um ein emotionales Urteil zu transportieren, das einer schlüssigen Begründung nicht bedarf. Der Leser begreift, was der Schreiber ausdrücklich nicht gesagt haben muss.

Geschichte wird so zurechtgestutzt, dass sie dazu taugt, deutsche Politiker von heute in ein entsprechendes Zwangskorsett zu stecken. Angela Merkel erscheint abwechselnd in SS-Uniform oder mit der Perücke der russischen Zarin Katharina II., die bekanntlich – welch ein Leckerbissen für die Nationalisten – eine deutsche Prinzessin von Anhalt-Zerbst war. Jedem polnischen Schüler ist sie als verhasste Figur bekannt, welche maßgeblich (mit Friedrich II von Preußen) die Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts betrieben hat. Kanzlerin Merkel wird auch als Schülerin Lenins dargestellt, da sie eine „Funktionärin der kommunistischen FDJ“ war und sich in der Sowjetunion aufgehalten habe.

Kritik an der Regierung wird als deutscher Standpunkt ausgelegt und gilt als Verrat.

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Polnische Persönlichkeiten, die zum oppositionellen Lager zählen, bekommen den historischen Stempel für Verrat aufgeprägt: „Targowica“. Es ist der Name einer aristokratischen Fronde, die unter dem Schirm der Zarin Katharina II gegen die reformerischen Ziele der Verfassung vom 3. Mai 1791 antrat. Wer es unternimmt, die Politik der regierenden Partei auf internationalen Foren, womöglich in deutschen Medien zu kritisieren, hat seinen Platz im „Alphabet der Denunzianten“ (WSieci, Nr.3/2018) sicher. Dazu gehören Adam Michnik, Donald Tusk, Lech Wałęsa und viele andere. Besonders eifrig ziehen einige Medien über die Europaabgeordnete der Bürgerplattform her, die mit einem deutschen Adligen verheiratet ist, worauf man süffisant mit der genüsslich wiederholten Aufzählung der langen Namenreihe aufmerksam macht: Róża Maria Barbara Gräfin von Thun und Hohenstein. In einer Reportage für den TV Kanal „Arte“ hatte sie die Warschauer Demonstrationen gegen die Zersetzung der demokratischen Regeln durch das PiS System verteidigt, was ihr prompt als Übernahme eines deutschen Standpunkts, gleichbedeutend mit Verrat, ausgelegt wurde.

„Deutsche sind das Problem Europas“ ist Aldona Zaorska, die Verfasserin eines Artikels überzeugt, in dem ein gespenstisches Bild von Berlin 2018 gezeichnet wird. Vor kurzem noch eine faszinierende Stadt, heute ein Slum -  mit Müllhaufen auf den Straßen, Deutschen auf der Flucht vor aggressiven Migranten, die Spaß daran haben, Frauen zu überfallen, fremdes Eigentum anzuzünden und sich mit der Polizei anzulegen. Das seien die Wohltaten, mit denen Angela Merkel, Martin Schulz und der ganze Rest „des linken Gesindels Berlinisch-Luxemburgisch-Brüsseler Provenienz uns beglücken möchte“ (Warszawska Gazeta, Nr.2/2018). Den Migranten gegenüber, welche nur Stärke beeindrucke, erweise sich der „Westen“ als eine Gesellschaft dummer Schwächlinge, über die sich die Flüchtlinge totlachen. Die Gemütslage des einfachen Deutschen stehe unter Schock des Absturzes von der „Herrenrasse“ in die Kategorie der „Dummköpfe“ und der „deutschen Schlampen“. Sollte man da nicht erwarten, fragt die Verfasserin, dass die Deutschen, die seit tausend Jahren sich jeder Macht gehorsam fügten, endlich aufwachen und dem Beispiel Polens folgen. Misslich daran sei nur, dass auch „Martin Schulz, der ewig besoffene Juncker und der Hampelmann mit dem schiefen Zahn, Guy Verhofstadt“, dies wüssten. So etwa lautet der „bescheidene“ Anspruch auf eine polnische Führungsrolle bei der Verteidigung der echten Werte Europas gegen den Ansturm des linken Gesindels von innen und des islamischen von außen.

Die Propagandasprache aus der antisemitischen Kampagne der Jahre 1967-1969 ist noch immer aktuell.

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Die Sprache des Hasses und der Jargon der Gosse sind nach Meinung der Medienforscher keine neue Erfindung. Das Muster dafür lieferte die antisemitische, intelligenzfeindliche Kampagne der Jahre 1967 – 1969, die ihren Höhepunkt vor einem halben Jahrhundert im März 1968 erreichte. In deren Folge ca. 13 Tausend polnischer Bürger jüdischer Herkunft außer Landes gedrängt wurden. An die „vergessene Lektion“ dieser Kampagne erinnert seit März dieses Jahres eine Ausstellung im Warschauer jüdischen Museum POLIN.  Dokumentiert und analysiert hat die damalige Propagandasprache der Literaturwissenschaftler Michał Głowiński in der Sammlung Gadanie marcowe (März Geschwätz) die bessere, die sich heute als beunruhigend aktuell erweist. Die sprachlichen Muster haben den Zerfall des Kommunismus überdauert, heute benutzt sie die Rhetorik des „guten Wandels“. Von dort stammt der xenophobe Wortfetischismus: Nation, Nationalstolz, wahre Patrioten und die „schlechtere Sorte Polen“.  

Lohnt es, nach den Gründen der plötzlichen Feindseligkeit zu fragen, die verantwortungslos die politische Stimmung vergiftet. Persönliche Motive der Schreiber, soweit sie zur Sprache kommen, sind paradox. Die Publizistin Krystyna Grzybowska, zum Beispiel, fand 1982, nach Einführung des Kriegszustands in Polen, als politischer Flüchtling, gemeinsam mit Tausend anderen, Zuflucht in der Bundesrepublik (wSieci, Nr.2/ 2016). Ihre Erwartungen und Ansprüche waren gewiss höher als deren Einlösung sein konnte. Da blieben frustrierende persönliche Erfahrungen mit der deutschen Bürokratie nicht aus, die die Schreiberin generalisiert, während sie die praktische Hilfe der deutschen Gesellschaft für Polen (Paketaktion) unerwähnt lässt. Sie klagt die Deutschen der Herablassung gegenüber den östlichen Nachbarn an, der Verachtung des allzu menschlichen Bedürfnisses, das eigene Leben verbessern zu wollen – hier, im Land des Wohlstands und des Überflusses, was Deutschland immer war und ist. Auf den offenbar misslungenen Versuch, sich nach 16 Jahren in Deutschland zu integrieren, reagiert die Publizistin mit dem Gestus der Beleidigten seins und mit der grundsätzlichen Ablehnung von Land und Leuten.  Aus Heimweh, heißt es, habe sie der düsteren deutschen Hauptstadt den Rücken gekehrt.

Es scheint nicht möglich zu sein, effektiv mit den deutschfeindlichen Ausfällen umzugehen.

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Wollte man auf die Reihe primitiver deutschfeindlicher Ausfälle reagieren, in welcher Sprache sollte das geschehen. Zurückpöbeln? Das erscheint weder anständig noch effektiv, es würde den irrationalen Eifer der Hetzer lediglich anstacheln. Die Sache in diplomatische Watte zu packen, bedeutet, sie zu bagatellisieren, nicht zu lösen. Keinen Ausweg bietet auch die eher frivole Idee, man möge froh darüber sein, dass relativ wenige Deutsche die polnische Sprache beherrschen, wodurch ihnen manche Beleidigung erspart bleibt.

Einen anderen Weg schlug der Kongress des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften im November 2017 in Potsdam ein, wo über die Notwendigkeit debattiert wurde, das Unterrichtsangebot des Polnischen als Fremd- und Herkunftssprache an deutschen Schulen zu erweitern. Übrigens nach Geist und Buchstabe des Vertrages über gute Nachbarschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen von 1991. Noch immer gibt es bürokratische Hindernisse, errichtet von den Schulverwaltungen, die unter Hinweis auf die Bildungshoheit der Bundesländer, sich offenbar weniger direkt an die Festlegungen des Vertrags gebunden fühlen. Das sprachliche Problem als ein eminent politisches bewusst zu machen, in das neben der DPG ehrenamtliche Vereinigungen und Kollegien viel Expertise und Energie investiert haben, ist wichtig. Es stellt einen Schritt auf dem Weg dar, die offenkundige Asymmetrie der Aufmerksamkeit der Nachbarn füreinander zielstrebig zu verändern.

Das Unterrichtsangebot des Polnischen als Fremd- und Herkunftssprache an deutschen Schulen muss erweitert werden.

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Welcher deutsche Politiker kann Polnisch, so dass er in der Lage wäre, vertiefte Einsichten in das Leben im Nachbarland zu gewinnen, fragte in einem Interview der polnische Botschafter in Deutschland (Dialog, H.4/2017-18). Er würdigte die Verdienste des Deutsch-Polnischen Gesellschaftern um die Verbreitung von Wissen über Polen, tadelte sie aber bei der Gelegenheit für die „feindliche Einstellung“ zu der jetzigen Regierung. Die Gesellschaften folgten nicht der Einschätzung der Regierungspartei PiS, dass die heutige Opposition im Parlament und jene, die auf der Straße protestieren, nur Macht und Privilegien zurückerlangen möchten, die sie durch die Wahlen verloren haben. Und er fügte als Mahnung hinzu: Lernen sie mit dem heutigen Polen zu leben, denn ein anderes wird es nicht geben.

Soll das heißen, die jetzige polnische Regierung besitze ein Ewigkeitszertifikat, so dass mit dem „guten Wandel“ der PiS jeder weitere demokratische Wandel zum Stillstand gekommen ist? Haben wir das verheißene „Ende der Geschichte“– auf Polnisch - zu gewärtigen?

Durch die deutschfeindliche Kampagne sollen nationalistische Stimmungen in Polen befeuert werden.

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Wie steht es um die Wirkung der hier beobachteten medialen Kampagne. Die „Deutschen“, sind zwar deren Objekte, aber nicht die eigentlichen Adressaten, denn sie sind für die offenen und versteckten Boshaftigkeiten in aller Regel unerreichbar. Da erweist sich die fremde Sprache paradoxerweise als gnädige Barriere. Der eigentliche Adressat ist das polnische Publikum, dessen Gemüt in nationalistischer Erregung gehalten werden soll.

Ich möchte darauf bauen, dass die Rivalität unguter Emotionen nicht die pragmatische Partnerschaft beider Länder in Zukunft beschädigt. Dafür muss nicht zuletzt am Abbau der Barriere der fremden Sprache zäh und beharrlich gearbeitet werden. Das vorhandene Netzwerk aus gemeinsamen Interessen und strategischer Verlässlichkeit sollte nach wie vor den praktischen Alltag beider Nachbarn in der Europäischen Union bestimmen und nicht die spalterischen Kapriolen einer selbstgerechten Ignoranz von deutscher und eines xenophoben Narzissmus von  polnischer Seite.

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