Politik Polen und Deutschland: Welche Wege führen aus der Krise?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Streit um Flüchtlinge, Streit um Sicherheitspolitik, Streit um den Kurs der EU, das Rechtstaatsverfahren der EU-Kommission gegen Polen wird von Deutschland unterstützt, kurz: Das deutsch-polnische Verhältnis ist zunehmend angespannt. Welche Wege führen aus der Krise? Die unten stehende Debatte zwischen deutschen und polnischen Außenpolitikexperten geht zurück auf eine Reihe von deutsch-polnischen Gesprächen, die von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und dem polnischen Instytut Wolnosci initiiert wurden. Die Beiträge erscheinen ebenfalls in der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita. Wir setzen die Debatte in den nächsten Wochen mit weiteren Beiträgen deutscher und polnischer Autoren fort.

  • 10 Autoren
  • 50 Argumente
  • 298 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Die Morawiecki-Regierung sollte versuchen, Berlin wieder als Partner zu sehen und in Brüssel konstruktiv sein.

Milan Nic und Jana Puglierin, Alfred von Oppenheim-Zentrum, Robert Bosch-Zentrum, DGAP

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1 von 50
Polen ist gerade dabei, seine positive Rolle gegenüber der Ukraine zu verspielen - statt diese Rolle zu nutzen.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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2 von 50
Polen und Deutsche sollten sich stärker um Sensibilität für die jeweils andere Erinnerungskultur bemühen.

Pawel Ukielski, Stellvertretender Direktor Museum des Warschauer Aufstands

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3 von 50
Kritik an der Regierung wird als deutscher Standpunkt ausgelegt und gilt als Verrat.

Heinrich Olschowsky,

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4 von 50
Der Handlungsspielraum ist begrenzt. Polen legt den Schwerpunkt auf die bilaterale, Deutschland auf die EU-Agenda.

Milan Nic und Jana Puglierin, Alfred von Oppenheim-Zentrum, Robert Bosch-Zentrum, DGAP

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6 von 50
Nur wenn Deutschland sich wichtig nimmt, kann es die EU-Beziehungen gestalten.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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7 von 50
Wenn Polen seine Rechtsstaatlichkeit aufgibt, muss das deutlich kritisiert werden.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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8 von 50
Polen sollte an einer Annäherung an Deutschland gelegen sein

Adam Traczyk,

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9 von 50
Es ist gut, dass der Entwurf für einen deutschen Koalitionsvertrag den Wert der deutsch-polnischen Beziehungen betont.

Milan Nic und Jana Puglierin, Alfred von Oppenheim-Zentrum, Robert Bosch-Zentrum, DGAP

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11 von 50
Polens Vorbehalten gegen Nord Stream II werden nicht ernst genommen. Das ist falsch.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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12 von 50
Der zentrale Unterschied: Deutsche vernichteten Juden im Namen ihres Staates, Polen taten es ihrem Staat zuwider.

Pawel Ukielski, Stellvertretender Direktor Museum des Warschauer Aufstands

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13 von 50
Deutschland wollte die Osterweiterung - jetzt muss es um den Zusammenhalt gehen

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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14 von 50
Es ist noch nicht lange her, dass polnische Politiker mehr Engagement von Deutschland verlangten.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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15 von 50
Geschäftsinteressen dürfen nicht zum Maßstab deutscher Außenpolitik werden.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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16 von 50
Aus Sicht vieler Polen wird oft nicht genug zwischen staatliche angeordneten und individuellen Verbrechen unterschieden.

Pawel Ukielski, Stellvertretender Direktor Museum des Warschauer Aufstands

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18 von 50
19 von 50
Ein Spannungsverhältnis zwischen Nato und USA würde Polens Sicherheitspolitik und Wirtschaft schaden

Patryk Szostak, Projektleiter Deutsch-Polnische Beziehungen am Instytut Wolności

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20 von 50
Konflikte gab es immer, aber diesmal entwickeln sie eine besondere Brisanz - für die EU

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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21 von 50
Gemeinsame Projekte könnten helfen - und die Einbeziehung der Franzosen

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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22 von 50
Jede deutsche Regierung muss sich in „Ambiguitätstoleranz“ üben

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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23 von 50
Deutschland darf die europäische Energiesolidarität nicht untergraben

Adam Traczyk,

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24 von 50
Die wirtschaftlichen Abhängigkeiten sind groß - sie sollten als Vorteil wahrgenommen werden

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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25 von 50
Die Diskussion um eine strategische Autonomie Europas ist - gelinde gesagt - unernst

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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26 von 50
Polen und Deutschland brauchen eine gemeinsame europäische Agenda

Adam Traczyk,

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27 von 50
Deutschland darf keine Gelegenheit zum Dialog mit Polen ungenutzt lassen

Adam Traczyk,

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29 von 50
Deutschland und Polen müssen politisch zusammenarbeiten, denn ihre Wirtschaftsbeziehungen intensivieren sich.

Igor Janke, Präsident Instytut Wolności

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30 von 50
Politiker, die pro EU sprechen, wurden von der PiS zu Unpersonen erklärt. Das ist bedauerlich.

Wolfgang Templin, Publizist und DDR-Bürgerrechtler

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31 von 50
Besonders übel riecht das Ei, in dem das Verfahren nach Art. 7 steckt. Wie wird Berlin sich dazu vehalten?

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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32 von 50
Polens Ansatz, der einen Umverteilungsmechanismus ablehnt, steht einem Kompromiss nicht im Wege

Patryk Szostak, Projektleiter Deutsch-Polnische Beziehungen am Instytut Wolności

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33 von 50
Die neue polnische Regierung sollte Deutschland die Bildung ständiger Kommissionen zu Konfliktthemen vorschlagen.

Igor Janke, Präsident Instytut Wolności

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34 von 50
Das Fehlen einer europäischen Agenda ist eine Belastung für die Beziehung

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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35 von 50
Die Eurozone muss für Polen ein Anreiz sein

Adam Traczyk,

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36 von 50
37 von 50
Eine Überfrachtung der Beziehung wäre falsch. Es lebe die Realpolitik

Kai-Olaf Lang, Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

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38 von 50
Schritt eins zur Normalisierung: die Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen in Europa festlegen

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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39 von 50
Polen ist pro-europäisch. Das Land kann also ein guter Verbündeter Deutschlands zur Entwicklung der EU sein.

Igor Janke, Präsident Instytut Wolności

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40 von 50
Die Deutschen kritisieren die Geschichtspolitik der Polen. Das ist bevormundend, belehrend und ignorant.

Stephan Lehnstaedt, Touro College Berlin

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43 von 50
Beide Seiten sollten versuchen, das Sanktionsverfahren nach Art. 7 zu isolieren und eine Eskalation zu verhindern.

Milan Nic und Jana Puglierin, Alfred von Oppenheim-Zentrum, Robert Bosch-Zentrum, DGAP

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44 von 50
Deutschland geht davon aus, eine normative Kraft in Eurpa zu sein. Ist es das?

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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46 von 50
Der deutsch-polnische Reparationsstreit beruht auch Unkenntnis der jeweils anderen Position.

Stephan Lehnstaedt, Touro College Berlin

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47 von 50
Hätte Polen den Euro, wäre das zweifellos von Vorteil für Deutschland

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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48 von 50
Die EU-Hilfen nützen Polens Wirtschaft, was vor allem den Deutschen nutzt

Marek Cichocki, Professor am Collegium Civitas in Warschau

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49 von 50
In den Ansätzen Polens und Deutschlands gibt es viele Gemeinsamkeiten

Patryk Szostak, Projektleiter Deutsch-Polnische Beziehungen am Instytut Wolności

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10 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Patryk Szostak}
    promo

    Deutsch-polnische Beziehung Zwischen geopolitischer Nachbarschaft und Schicksalsgemeinschaft

    von Patryk Szostak - Projektleiter Deutsch-Polnische Beziehungen am Instytut Wolności

    In der deutsch-polnischen Beziehung scheint es noch immer wenig Entspannung zu geben. Kompromisse für eine gemeinsame Migrationspolitik auf europäischer Ebene sind dennoch möglich. mehr lesen

  2. Bild von Heinrich Olschowsky}

    Deutsch-polnische Beziehung Der freundliche Alltag und die vergiftete Stimmung

    von Heinrich Olschowsky -

    Immer mehr polnische Zeitungen und Magazine orientieren sich blind an den deutschfeindlichen Stichworten der PiS-Regierung, wobei die persönliche Beleidigung deutscher Politiker dazugehört. Woher diese Feindseligkeit kommt und wie ihr entgegengewirkt werden kann. mehr lesen

  3. Bild von Adam Traczyk}

    Ziele der bilateralen Zusammenarbeit Deutschland kann Polen mit europäischer Politik gewinnen

    von Adam Traczyk -

    Der Antrittsbesuch des polnischen Premierministers Mateusz Morawiecki in Berlin brachte nicht den erhofften Neuanfang für die zuletzt verfahrenen deutsch-polnischen Beziehungen. Wie Deutschland die unkooperative Haltung der polnischen Regierung überwinden kann. mehr lesen

  4. Bild von Pawel Ukielski}

    Deutsch-polnische Beziehungen Zwei Arten der Erinnerung

    von Pawel Ukielski - Stellvertretender Direktor Museum des Warschauer Aufstands

    In Deutschland wird das polnische Gesetz zur Holocausterinnerung sehr kritisch gesehen. Worin sich die Erinnerungskultur Polens von der Deutschlands unterscheidet. mehr lesen

  5. Bild von Wolfgang Templin}

    Die deutsch-polnische Beziehungskrise Schluss mit der Verkrampfung

    von Wolfgang Templin - Publizist und DDR-Bürgerrechtler

    Deutschland muss sich wichtig (genug) nehmen. Sonst fehlt die Kraft, aus einem deutsch-französischen Tandem das Weimarer Format mit Polen als gleichberechtigtem Partner zu formen. mehr lesen

  6. Bild von Stephan Lehnstaedt}

    Deutsch-polnische Beziehungen Die Geschichte der deutschen Überheblichkeit beginnt mit der Geschichte

    von Stephan Lehnstaedt - Touro College Berlin

    Die deutsch-polnische Krise hat ihre Ursachen auch in der Geschichtspolitik beider Länder. Die Deutschen wähnen sich als Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung - und treiben so den Konflikt. Was das ändern könnte. mehr lesen

  7. Bild von Milan Nic und Jana Puglierin}

    Vor dem Besuch des polnischen Premierministers in Berlin Raus aus dem nationalen Schrebergarten

    von Milan Nic und Jana Puglierin - Alfred von Oppenheim-Zentrum, Robert Bosch-Zentrum, DGAP

    Polen sollte ein konstruktives Verhältnis zu Deutschland suchen - und zu Brüssel. Wer die anstehenden Weichenstellungen in der EU mitbestimmen will, muss sich einbringen. mehr lesen

  8. Bild von Igor Janke}

    Deutsch-polnische Beziehungen Fünf Gründe, warum Polen und Deutschland heute zusammenarbeiten sollten

    von Igor Janke - Präsident Instytut Wolności

    Polen und Deutschland sind wirtschaftlich eng miteinander verwoben. Was sie tun können, um ihre politischen Beziehungen zu verbessern. mehr lesen

  9. Bild von Marek Cichocki}

    Deutschland und Polen Die Deutschen sollten sich nicht so wichtig nehmen

    von Marek Cichocki - Professor am Collegium Civitas in Warschau

    Nicht zum ersten Mal befinden sich die polnisch-deutschen Beziehungen an einer Weggabelung. Aber diesmal ist der Kontext viel dramatischer. mehr lesen

  10. Bild von Kai-Olaf Lang}

    Deutschland und Polen Das Misstrauen wächst

    von Kai-Olaf Lang - Politologe, Stiftung Wissenschaft und Politik

    Es befinden sich allerlei „faule Eier“ im Korb der deutsch-polnischen Beziehungen, die im Jahr 2018 besonders üblen Geruch entfalten können. mehr lesen