Politik Nach Afrin - Welches Verhältnis hat der Westen zur Türkei?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Diese Debatte begann, nach dem die türkische Offensive in den syrischen Kurdengebieten das türkische Verhältnis zu den USA, zur Nato und nicht zuletzt zu Deutschland auf eine weitere schwere Probe stellte. Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. meinte: Auch Deutschland müsse weiterhin versuchen, die Türkei einzubinden und Erdogan Angebote machen. Ist das, auch nach den vorgezogenen Parlaments- und Präsidentenwahlen im Juni, bei der die Verfassungsreform in Kraft trat, noch eine gute Taktik? Mit Hinblick auf den Staatsbesuch von Erdogan Ende September, wollen wir die Diskussion um die Frage, wie die Beziehungen in Zukunft gestaltet werden können, wiederaufnehmen. Was ist die richtige Türkei-Strategie? Muss Deutschland die Bindung zur Türkei weiter festigen? Wie wirkt sich die Währungskrise in der Türkei auf die Beziehungen aus?

  • 4 Autoren
  • 19 Argumente
  • 181 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Die Türkei ist bereit, für die Intervention den Preis der Loslösung vom Westen zu bezahlen.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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Die Türkei will vor allem verhindern, dass die drei kurdischen Kantone zu einer autonomen Region verschmelzen.

Nora Müller, Politologin Körber-Stiftung

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Die Währungskrise könnte zu einer Entfremdung zwischen der Türkei und dem Westen führen.

Andreas Nick, Bundestagsabgeordneter der CDU

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Der Preis der türkischen Außenpolitik in Syrien ist eine Verschlechterung der Beziehung zu Washington.

Nora Müller, Politologin Körber-Stiftung

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Die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei würde unser Verhältnis nachhaltig verbessern.

Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

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Die Grundlagen der Beziehung müssen neu vermessen werden, da ein EU-Beitritt keine realistische Perspektive mehr ist.

Andreas Nick, Bundestagsabgeordneter der CDU

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Wer die Lage der Kurden verbessern will, muss dem wachsenden Einfluss des Irans und der Russen entgegentreten. 

Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

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Die Militärintervention in Afrin ist eine Botschaft an die USA: Kein Gebiet unter kurdischer Kontrolle.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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Eine schlagkräftige türkische Armee ist für unsere Sicherheit bedeutsam, auch in Anbetracht der Flüchtlinge aus Syrien.

Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

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Es liegt in deutschem Interesse, die Zusammenarbeit mit der türkischen Zivilgesellschaft fortzusetzen und auszubauen.

Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

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Eine vom Westen, von der Nato losgelöste, nicht nach Europa orientierte Türkei wäre ein neues und erhebliches Risiko.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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Die Türkei ebenso wie die PKK streben an, den Konflikt zu internationalisieren.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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Wir müssen für unsere grundlegenden Werte Stellung beziehen, aber dürfen die Türkei nicht aufgeben.

Andreas Nick, Bundestagsabgeordneter der CDU

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Zweifel an der völkerrechtlichen Legitimität der türkischen Eroberung Afrins drängen sich auf und schaden der Nato. 

Jürgen Hardt, Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

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Die Devise muss lauten: Schaden begrenzen, Auseinanderdriften verhindern,  Vertrauen wieder aufbauen

Nora Müller, Politologin Körber-Stiftung

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Der Westen hat weiterhin Interesse an einer prosperierenden Türkei mit einer Anbindung an Europa.

Andreas Nick, Bundestagsabgeordneter der CDU

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Die Bindung der Türkei zum Westen sollte gefestigt und weiterentwickelt werden.

Andreas Nick, Bundestagsabgeordneter der CDU

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Deutschland muss der Türkei weiter Angebote mache. Wertebasierte Politik allein reicht nicht aus.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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Ist der Militäreinsatz in Afrin beendet, gehört auch eine Wiederaufnahme der Rüstungskooperation zu den Angeboten.

Sigmar Gabriel, Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

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4 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Andreas Nick}

    Die Türkei und der Westen Weder vereinnahmen noch ausgrenzen 

    von Andreas Nick - Bundestagsabgeordneter der CDU

    Eine gute Beziehung zur Türkei ist für den Westen weiterhin wichtig. Daher muss sie gestärkt und ausgebaut werden. Zunächst muss man sich auf Themen konzentrieren, die eine konkrete Verbesserung der Beziehungen bringen. mehr lesen

  2. Bild von Jürgen Hardt}

    Türkische Invasion in Syrien Die Türkei muss auf den Westen zugehen

    von Jürgen Hardt - Koordinator für transatlantische Zusammenarbeit Auswärtiges Amt

    Es ist an der Türkei, zu zeigen, dass sie Europa nicht dauerhaft den Rücken kehren will. Die Beendigung des Syrien-Einsatzes und die Aufhebung des Ausnahmezustands wären versöhnliche Zeichen an Deutschland und die anderen Nato-Verbündeten. mehr lesen

  3. Bild von Nora Müller}
    Nora Müller

    Türkische Invasion in Afrin Die Türkei bleibt ein Partner

    von Nora Müller - Politologin Körber-Stiftung

    Die Beziehungen zwischen dem Westen und der Türkei waren vielleicht noch nie so kompliziert und schwierig wie heute. Die Devise muss nun lauten: Schaden begrenzen, Vertrauen wieder herstellen. mehr lesen

  4. Bild von Sigmar Gabriel}

    Die Türkei und der Westen nach Afrin Afrin ist eine Botschaft an die USA

    von Sigmar Gabriel - Bundesminister des Äußeren a.D. SPD

    Die Türkei ist bereit, für ihre Offensive in den syrischen Kurdengebieten einen hohen Preis zu zahlen: sich nicht mehr an den Westen zu binden. Was das für die deutsche Türkeipolitik heißt. mehr lesen