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Politik Haben wir es mit der Politischen Korrektheit übertrieben?

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Moderator der Debatte Max Tholl Redakteur

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Max Tholl betreut als Redakteur das Tagesspiegel Debattenportal Causa. Zuvor arbeitete er als Redakteur beim Debattenmagazin The European.

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Stand der Debatte

Populisten werfen den etablierten Medien und Politikern vor, einen politisch-korrekten Diskurs geprägt zu haben, der einem verbietet zu reden, wie es einem passt. Das bekannte "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" der Populisten findet reichlich Anklang bei den Wählern und selbst Politiker wie Sigmar Gabriel oder Winfried Kretschmann fragen mittlerweile, ob man mit gewissen Sprechtabus nicht den Populisten in die Karten spielt. Wir fragen: Haben wir es mit der Politischen Korrektheit übertrieben?

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  • 23 Argumente
  • 380 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Auf der Sprachebene ist politische Korrektheit nicht immer eindeutig. 

Ekkehard Felder, Linguist Universität Heidelberg

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Auf politische Korrektheit zu verzichten, um die AfD nicht zu stärken, ist der falsche Ansatz.

Gesine Agena, Politikerin Bündnis 90/Die Grünen

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Die politische Korrektheit wird dann zur moralischen Waffe, wenn sie sich als ausschließliche Wahrheit versteht.

Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender FDP

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Eine lebendige Sprache erfordert immer einen regen gesellschaftlichen Diskurs.

Ekkehard Felder, Linguist Universität Heidelberg

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Politische Sprache bildet Wirklichkeit.

Gesine Agena, Politikerin Bündnis 90/Die Grünen

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Unsere Sprache ist ein sehr wandelbares, aber nie neutrales Medium.   

Ekkehard Felder, Linguist Universität Heidelberg

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6 von 23
Zur Wahrung der Pluralität müssen wir auch Meinungen zulassen, die nur schwer tolerierbar sind.

Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender FDP

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Für Mitmenschlichkeit und Schutz vor Diskriminierung sollte sich niemand entschuldigen müssen.

Gesine Agena, Politikerin Bündnis 90/Die Grünen

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Politische Korrektheit darf nicht die Bedingung für soziale Akzeptanz sein.

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin

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9 von 23
Die Zensur ist das zwangsläufige Ende von öffentlichem Diskurs und Meinungsvielfalt.

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin

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Wenn abweichende Meinungen als unmoralisch gelten, führt das in eine geistige Knechtschaft.

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin

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Der Verbraucher wird zum Sündenbock gemacht 

Jennifer Jacquet, Professorin und Autorin

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Scham kann nur eingesetzt werden, wenn jemand gegen eine bestehende Norm verstößt

Jennifer Jacquet, Professorin und Autorin

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Die vermeintliche Moralisierung der Sprache verfolgt politische Interessen.

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin

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14 von 23
Der Kampf gegen Ausgrenzung führt selbst zur Stigmatisierung von Menschen.

Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender FDP

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Die Medien fördern eine unnötige Tabuisierung einzelner Begriffe. 

Ekkehard Felder, Linguist Universität Heidelberg

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Autoritäre Herrscher handeln ähnlich wie die Vertreter der Political Correctness.

Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender FDP

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17 von 23
Diejenigen, die für weniger politische Korrektheit werben, haben meist keine Diskriminierungserfahrung.

Gesine Agena, Politikerin Bündnis 90/Die Grünen

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18 von 23
Scham wird heute exzessiv benuzt

Jennifer Jacquet, Professorin und Autorin

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19 von 23
Ein paar schwarze Schafe gefährden die Errungenschaften der anderen

Jennifer Jacquet, Professorin und Autorin

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"Du weißt doch, dass ich nicht so denke" ist keine Ausrede für den Gebrauch rassistischer Sprache.

Susan Arndt, Universität Bayreuth

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Rassistische Sprache dient dazu, den Menschen das Menschsein abzusprechen.

Susan Arndt, Universität Bayreuth

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6 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Susan Arndt}

    Rassistische Sprache  Menschen wird das Menschsein abgesprochen

    von Susan Arndt - Universität Bayreuth

    In Büchern wie Robinson Crusoe und Winnetou wird rassistische Sprache verwendet und Menschen das Menschsein abgesprochen. Wir müssen uns Fehler eingestehen und rassistische Sprache aufgeben. mehr lesen

  2. Bild von Gesine Agena }

    Politische Korrektheit gegen Diskriminierung  Politische Sprache bildet Wirklichkeit 

    von Gesine Agena - Politikerin Bündnis 90/Die Grünen

    Politische Sprache beeinflusst unser Handeln. Deshalb soll etwa eine Sprache verwendet werden, die Minderheiten einschließt und niemanden diskriminiert. Die Forderung für weniger politische Korrektheit kommt nur von denjenigen, die selbst nie diskriminiert werden. mehr lesen

  3. Bild von Wolfgang Kubicki}

    Politische Korrektheit und Pluralität Politische Korrektheit führt zu Ausgrenzung 

    von Wolfgang Kubicki - Stellvertretender Bundesvorsitzender FDP

    Politische Korrektheit grenzt Menschen aus, die sich bestimmten Sprachcodes nicht anpassen. In einer pluralen Gesellschaft müssen aber auch Meinungen zugelassen werden, die nur schwer tolerierbar sind.  mehr lesen

  4. Bild von Norbert Bolz}

    Öffentlichkeit und Zensur Politische Korrektheit führt zur geistigen Knechtschaft

    von Norbert Bolz - Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin

    Unter dem Deckmantel der Politischen Korrektheit wird die Meinung an die Moral gebunden. Damit wird die Gesellschaft zum Opfer eines politisch motivierten "Tugendterrors".   mehr lesen

  5. Bild von Ekkehard Felder}

    Politische Korrektheit der Sprache  Sprache ist nie neutral und immer streitbar

    von Ekkehard Felder - Linguist Universität Heidelberg

    Unsere Sprache darf sich an politischer Korrektheit orientieren. Aber die Sprache nimmt Schaden, wenn in der Öffentlichkeit einzelne Wörter grundlos verteufelt werden. mehr lesen

  6. Bild von Jennifer  Jacquet }

    Scham als Druckmittel in der Politik und Wirtschaft  "Der gute Ruf bleibt die Achillesferse der politischen Akteure"

    von Jennifer Jacquet - Professorin und Autorin

    Wenn Drohungen und Sanktionen in der Politik und Wirtschaft nicht greifen, bleibt oft nur noch das öffentliche Anprangern als letztes Druckmittel übrig, meint Jennifer Jacquet. Im Interview erklärt sie, wie Scham die Politik verbessern kann, aber der Gesellschaft schadet.  mehr lesen