Politik "Europe United" als Antwort auf "America First"?

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Moderatorin der Debatte Theresa Rohrhirsch

Expertise:

Theresa Rohrhirsch ist Mitarbeiterin des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Heiko Maas fordert, in einem Beitrag im Handelsblatt, die Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen. Die Idee einer "balancierten Partnerschaft" steht dabei im Mittelpunkt. Die EU müsse Verantwortung übernehmen, wo sich die USA zurückziehen. Die Grundlage dafür ist der "Bau eines starken und souveränen Europas". Maas will Europas Autonomie stärken. Dafür möchte er unter anderem die gemeinsame EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik erweitern. Können seine Forderungen bei den aktuellen Problemen mit den Vereinigten Staaten helfen? Ist "Europe United" realistisch?

  • 5 Autoren
  • 29 Argumente
  • 89 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Wir müssen die Bereiche identifizieren, in denen die USA auf uns angewiesen sind.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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1 von 29
In manchen Teilen Europas ist die Bereitschaft, als "Gegengewicht" gegenüber den USA aufzutreten nicht sehr ausgeprägt.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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2 von 29
Es ist Anzunehmen, dass der deutsch-europäische Deal mit Amerika mittel- und langfristig nicht halten wird. 

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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3 von 29
Ist nach Trump eine vernünftige Partnerschaft möglich, bleiben genug andere Einsatzmöglichkeiten für Machtressourcen. 

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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4 von 29
Die Rolle der EU in der Welt als Friedensmacht kann und muss durch die GSAP massiv gestärkt werden.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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5 von 29
Um an Einfluss zu gewinnen, muss Europa mit einem neuen Bilateralismus eine bessere Einheit schaffen.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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6 von 29
Deutschland muss sich für eine enge sicherheitspolitische Anbindung an Großbritanien, auch nach dem Brexit, einsetzten.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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7 von 29
In die strategische Autonomie Europas zu investieren ist ein guter Weg, um sich für eine ungewisse Zukunft zu wappnen.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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8 von 29
Die Rückkehr zum Status Quo Ante erscheint unwahrscheinlich. Der Schaden den Trump hinterlassen wird ist ungewiss.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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9 von 29
Die Mitgliedsstaaten müssten bereit sein, ihre nationale Sicherheitspolitik neu zu bewerten.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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10 von 29
Unsere Verzagtheit gegenüber Trump führt dazu, dass die Welt zu einem gefährlicheren Ort wird.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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11 von 29
Es fällt der EU schwer, auf dem Weg zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik voranzukommen.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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12 von 29
Der übergeordnete außenpolitische Rahmen der EU fehlt. Deutschland muss Initiativen starten.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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13 von 29
Zu viele EU-Mitglieder sehen Deutschland als den egoistischen Hegemon, gegen den es ein Gegengewicht aufzubauen gilt.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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14 von 29
Vornehmlich nationale militärische Aktivitäten wären ein Rückschritt und könnten den europäischen Frieden gefährden.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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15 von 29
Es sollten jetzt die Weichen für eine souveräne Europäische Union gelegt werden.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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16 von 29
Die EU muss eine Infrastruktur europäischer Autonomie aufbauen: politisch, wirtschaftlich, aber auch militärisch.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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17 von 29
Nicht alle EU-Staaten bewerten die Handlungen der Trump-Administration so, wie die Bundesregierung oder Frankreich.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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18 von 29
Gute Beziehungen zu den USA bleiben für Europa unverzichtbar.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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19 von 29
Maas geht es um ein anlassbezogenes "soft balancing". Die Analogie zur US-Eindämmungs-Strategie ist absurd.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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20 von 29
Je mehr Machtressourcen Europa hat, desto besser die Aussichten auf eine vernünftige transatlantische Partnerschaft.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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21 von 29
Die Beziehungen mit China zu intensivieren würde die europäische Mindeststandards unter Druck setzten.

Franziska Brantner, Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

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22 von 29
Maas ist der Ansicht, die USA würden sich langfristig von Europa und dem Mulitlateralismus distanzieren.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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23 von 29
Wer die eigene Macht überschätzt und die Bedeutung von Alliierten unterschätzt, kann langfristig nicht erfolgreich sein.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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24 von 29
Die Ansicht einer linearen Linie amerikanischer Außenpolitik ist umstritten. Obama handelte anders als Trump.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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25 von 29
Die Forderungen von Maas lassen sich leicht als Deklamation einer Containment-Politik gegenüber Amerika verstehen.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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26 von 29
Deutschland nach 18 Monaten Trump zum "Gegengewicht" machen zu wollen, lässt den Verdacht schöpfen, voreilig zu handeln.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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27 von 29
Maas will provozieren und Deutschland aus dem "Wachkoma" in sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen erwecken.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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28 von 29
Maas' Strategie bringt Deutschland in eine Gegenposition zu Amerika, die langfristig nicht im deutschen Interesse ist.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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5 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Franziska Brantner}
    Franziska Brantner/Thomas Zörlei

    Europe United Eine europäische Außen- und Sicherheitspolitik als Antwort auf Trump

    von Franziska Brantner - Mitglied des Bundestags Bündnis 90/Die Grünen

    Auf die Erschütterung des außenpolitischen Grundvertrauens in die USA gibt es theoretisch vier Optionen – aber nicht alle machen Sinn. mehr lesen

  2. Bild von Thorsten Benner}

    Die EU und Trump Neuvermessung zur richtigen Zeit

    von Thorsten Benner - Direktor Global Public Policy Institute

    Die Kritik aus den Reihen der Berliner Ober-Transatlantiker an Maas‘ Skizze einer „balancierten Partnerschaft“ mit den USA springt zu kurz. mehr lesen

  3. Bild von Thomas Kleine-Brockhoff}

    Maas verliert die Balance Deutschland kann nicht ernsthaft „Gegengewicht“ gegen Amerika sein wollen

    von Thomas Kleine-Brockhoff - Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

    Die Ansicht von Heiko Maas, die amerikanische Außenpolitik hätte sich bereits vor Trump verändert, ist umstritten. Der deutsche Außenminister möchte langfristige Veränderungen. Seine Forderungen schießen jedoch über das Ziel hinaus.  mehr lesen

  4. Bild von Jana Puglierin}
    DGAP/Dirk Enters

    Transatlantische Beziehungen Nicht alle in der EU wollen gegen Trump auftreten

    von Jana Puglierin - Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

    Deutschland will ein geeintes Europa, das gegenüber der US-Regierung mit einer starken Stimme spricht. Der Weckruf von Außenminister Maas nach einem starken Europa ist richtig. Doch zunächst muss Deutschland sein Engagement in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik stärken.  mehr lesen

  5. Bild von Mark Leonard}

    Europa als Einheit Instinkt, Worte und Strategie - Europa muss seine Werte aktiver verteidigen

    von Mark Leonard - Direktor European Council on Foreign Relations

    Es braucht eigenständiges Handeln und Souveränität im Umgang mit Trump. Die Europäer müssen lernen, in Washington Bedingungen zu stellen.  mehr lesen