Politik "Europe United" als Antwort auf "America First"?

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Moderatorin der Debatte Theresa Rohrhirsch

Expertise:

Theresa Rohrhirsch ist Mitarbeiterin des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Heiko Maas fordert, in einem Beitrag im Handelsblatt, die Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen. Die Idee einer "balancierten Partnerschaft" steht dabei im Mittelpunkt. Die EU müsse Verantwortung übernehmen, wo sich die USA zurückziehen. Die Grundlage dafür ist der "Bau eines starken und souveränen Europas". Maas will Europas Autonomie stärken. Dafür möchte er unter anderem die gemeinsame EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik erweitern. Können seine Forderungen bei den aktuellen Problemen mit den Vereinigten Staaten helfen? Ist "Europe United" realistisch?

  • 4 Autoren
  • 23 Argumente
  • 68 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Je mehr Machtressourcen Europa hat, desto besser die Aussichten auf eine vernünftige transatlantische Partnerschaft.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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1 von 23
Die EU muss eine Infrastruktur europäischer Autonomie aufbauen: politisch, wirtschaftlich, aber auch militärisch.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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2 von 23
Nicht alle EU-Staaten bewerten die Handlungen der Trump-Administration so, wie die Bundesregierung oder Frankreich.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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3 von 23
Gute Beziehungen zu den USA bleiben für Europa unverzichtbar.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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4 von 23
Die Ansicht einer linearen Linie amerikanischer Außenpolitik ist umstritten. Obama handelte anders als Trump.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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5 von 23
Maas geht es um ein anlassbezogenes "soft balancing". Die Analogie zur US-Eindämmungs-Strategie ist absurd.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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6 von 23
Es ist Anzunehmen, dass der deutsch-europäische Deal mit Amerika mittel- und langfristig nicht halten wird. 

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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7 von 23
Ist nach Trump eine vernünftige Partnerschaft möglich, bleiben genug andere Einsatzmöglichkeiten für Machtressourcen. 

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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8 von 23
Wir müssen die Bereiche identifizieren, in denen die USA auf uns angewiesen sind.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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9 von 23
In manchen Teilen Europas ist die Bereitschaft, als "Gegengewicht" gegenüber den USA aufzutreten nicht sehr ausgeprägt.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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10 von 23
In die strategische Autonomie Europas zu investieren ist ein guter Weg, um sich für eine ungewisse Zukunft zu wappnen.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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11 von 23
Um an Einfluss zu gewinnen, muss Europa mit einem neuen Bilateralismus eine bessere Einheit schaffen.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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12 von 23
Deutschland muss sich für eine enge sicherheitspolitische Anbindung an Großbritanien, auch nach dem Brexit, einsetzten.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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13 von 23
Zu viele EU-Mitglieder sehen Deutschland als den egoistischen Hegemon, gegen den es ein Gegengewicht aufzubauen gilt.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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14 von 23
Unsere Verzagtheit gegenüber Trump führt dazu, dass die Welt zu einem gefährlicheren Ort wird.

Mark Leonard, Direktor European Council on Foreign Relations

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15 von 23
Es fällt der EU schwer, auf dem Weg zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik voranzukommen.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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16 von 23
Der übergeordnete außenpolitische Rahmen der EU fehlt. Deutschland muss Initiativen starten.

Jana Puglierin, Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

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17 von 23
Maas ist der Ansicht, die USA würden sich langfristig von Europa und dem Mulitlateralismus distanzieren.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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18 von 23
Wer die eigene Macht überschätzt und die Bedeutung von Alliierten unterschätzt, kann langfristig nicht erfolgreich sein.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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19 von 23
Deutschland nach 18 Monaten Trump zum "Gegengewicht" machen zu wollen, lässt den Verdacht schöpfen, voreilig zu handeln.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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20 von 23
Die Forderungen von Maas lassen sich leicht als Deklamation einer Containment-Politik gegenüber Amerika verstehen.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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21 von 23
Maas' Strategie bringt Deutschland in eine Gegenposition zu Amerika, die langfristig nicht im deutschen Interesse ist.

Thomas Kleine-Brockhoff, Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

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22 von 23
Maas will provozieren und Deutschland aus dem "Wachkoma" in sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen erwecken.

Thorsten Benner, Direktor Global Public Policy Institute

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4 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Thorsten Benner}

    Die EU und Trump Neuvermessung zur richtigen Zeit

    von Thorsten Benner - Direktor Global Public Policy Institute

    Die Kritik aus den Reihen der Berliner Ober-Transatlantiker an Maas‘ Skizze einer „balancierten Partnerschaft“ mit den USA springt zu kurz. mehr lesen

  2. Bild von Thomas Kleine-Brockhoff}

    Maas verliert die Balance Deutschland kann nicht ernsthaft „Gegengewicht“ gegen Amerika sein wollen

    von Thomas Kleine-Brockhoff - Vize-Präsident des German Marshall Fund of the United States

    Die Ansicht von Heiko Maas, die amerikanische Außenpolitik hätte sich bereits vor Trump verändert, ist umstritten. Der deutsche Außenminister möchte langfristige Veränderungen. Seine Forderungen schießen jedoch über das Ziel hinaus.  mehr lesen

  3. Bild von Jana Puglierin}
    DGAP/Dirk Enters

    Transatlantische Beziehungen Nicht alle in der EU wollen gegen Trump auftreten

    von Jana Puglierin - Politologin Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik

    Deutschland will ein geeintes Europa, das gegenüber der US-Regierung mit einer starken Stimme spricht. Der Weckruf von Außenminister Maas nach einem starken Europa ist richtig. Doch zunächst muss Deutschland sein Engagement in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik stärken.  mehr lesen

  4. Bild von Mark Leonard}

    Europa als Einheit Instinkt, Worte und Strategie - Europa muss seine Werte aktiver verteidigen

    von Mark Leonard - Direktor European Council on Foreign Relations

    Es braucht eigenständiges Handeln und Souveränität im Umgang mit Trump. Die Europäer müssen lernen, in Washington Bedingungen zu stellen.  mehr lesen