Nuklearwaffen gegen Russland Deutschland braucht Atomwaffen

Bild von Maximilian  Terhalle
Politikwissenschaftler

Expertise:

Maximilian Terhalle ist Associate Professor (Reader) an der Winchester University und Senior Research Fellow an der London School of Economics (LSE). Zuletzt erschien von ihm bei Survival/IISS “The Munich Consensus and the Purpose of German Power” (mit B. Giegerich) und bei Palgrave Macmillan sein Buch “The Transition of Global Order”. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Analyse der Politik von Grossmaechten.

Alleine Atomwaffen können uns dabei helfen, Russland abzuschrecken und in die Schranken zu weisen, sagt Maximilian Terhalle. Doch das Thema wird hierzulande schnell abgetan.

Die Achillesferse deutscher Sicherheitspolitik war gut sichtbar, als die Bundeskanzlerin kürzlich mit Hollande die Verlängerung der Sanktionen gegen Russland vorgab. Deren Wirkungskraft hängt aber seit 2013 von der militärischen Rückendeckung durch die USA ab. Trump, so scheint es, will ein anderes, weniger transatlantisch gefärbtes Verhältnis zu Putin. Gegen die USA lässt sich Merkels Russland-Kurs jedoch nicht durchhalten. Das wird sie im Frühjahr 2017 zu spüren bekommen. Putin weiß das.

Deutschland braucht Atomwaffen, um Russland abzuschrecken.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Sollte Trump seinen pro-russischen Kurs im Amt fortsetzen – und es sieht alles danach aus – wird die zentrale strategische Grundlage deutscher Sicherheitspolitik erschüttert: der Wegfall der konventionellen und nuklearen Abschreckung gegenüber Russland durch die NATO. Die Antwort auf den Wegfall des strategischen Schutzes für unsere nationale Sicherheit muss daher lauten: Deutschland braucht Atomwaffen. Es scheint aber, dass viele Deutsche, die sich an Sicherheit und Wohlstand gewöhnt haben oder schlicht darin aufgewachsen sind, nicht wissen, warum diese strategische Absicherung sowohl von unmittelbarer militärischer als auch von existentiell politischer Bedeutung ist. Dass dieses Thema bisher tabuisiert wird, zeigt gleichzeitig, wie wenig der wichtige Anstoß Gaucks aus dem Jahre 2014 tatsächlich die strategischen Instinkte der sicherheitspolitischen Elite geschärft hat.

Tatsächlich besteht die Bedrohung durch Putins Russland in dem strategischen und konventionellen Ungleichgewicht, das beim Wegfall der Abschreckung entstünde. Es ist mithin unschwer zu erkennen, dass Putin ein solches militärisches Machtungleichgewicht schonungslos zu seinem politischen Vorteil ausnutzen würde. Putin will kein demokratisches und marktorientiertes Europa – das hat er unüberhörbar wieder und wieder klar gemacht. Zuletzt in der Ukraine. Putin will vielmehr das Trauma von 1991 revidieren. Aber genau das, seine sogenannte europäische Friedensordnung von Wladiwostock bis nach Lissabon, verbietet sich als außenpolitischer Grundrahmen für uns und nicht zuletzt die Osteuropäer. Hier geht es um die Essenz unserer vitalen Interessen und politischen Lebensvorstellungen.

Wenn Putin Handlungsspielraum bekommt, wird er ihn nutzen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Ein Deutschland hingegen, das die Macht von Putins Russland begrenzen will, um unabhängig und damit politisch unbeugsam ein Europa aufrechtzuerhalten, das unseren innen- und außenpolitischen Handlungsspielraum erhält, muss dies militärisch und damit nuklear tun. Alles andere ist Illusion, da es Putins wachsende, revisionistischen Machtansprüche in einem nicht-US-geschützten Europa naiv unterschätzt. Denn, historisch betrachtet: Erstarkende Großmächte reden solange täuschend über die Gleichheit unter Großmächten, bis sie sie haben. Wenn sie diese dann haben, reden sie nicht mehr von Gleichheit gegenüber kleineren Staaten. Viel (Handlungsspiel-) Raum für Deutschland ist in solchem Denken nicht vorhanden. Staaten sind nun einmal nur nach dem Völkerrecht formal gleich.

Abgesehen von Fundamentalkritikern der Bewaffnung Deutschlands mit Nuklearwaffen entgegnen einige nun, dass die vorhersehbare Reaktion der Nachbarn die Anschaffung ohnehin scheitern lassen würde. Ob das wirklich so wäre, lässt sich bezweifeln. Betrachtet man die euphorischen Rufe nach mehr und vor allem militärischer deutscher Führung in der Ukraine-Krise, nicht zuletzt und besonders stark bedingt durch die enorme Angstperzeption derer, die sich vor nur 25 Jahren von der sowjetischen Diktatur freigekämpft haben, dann ist es auf keinen Fall zwingend, dass sich eben diese Staaten einem atomaren Deutschland in den Weg stellten. Der Zweck der nuklearen Machtprojektion ist legitim, weil er geteilt wird. Berlin bräuchte unter solchen existentiellen Umständen auch nicht erst den Konsens der anderen 27 EU-Mitglieder einzuwerben; ein Unterfangen, das anderenfalls Russland reichlich Zeit geben würde, dies in hybrider Form zu konterkarieren. Deutschland muss Gauck ernst nehmen und in einer solchen Situation initiativen Führungswillen zeigen.

Deutschland muss im atomaren Ernstfall für sich selber einstehen können.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Andere Kritiker sagen, man solle etwaige Überlegungen doch mit Frankreich und Großbritannien zusammen anstellen. Betrachtet man die Arsenale der beiden Sicherheitsratsmitglieder jedoch, fällt auf, dass sie zu geringen Umfangs, zu taktisch ausgerichtet und teilweise veraltet sind und damit in keiner Weise umfassende Abschreckung liefern können. Und zum anderen gilt auch hier die realistische Erkenntnis, sich auf sich selber zu verlassen. Das Konzept der erweiterten Abschreckung beinhaltet nämlich immer auch die zentrale Schwäche von Bündnissen: Kann sich der schwächere Partner (hier ein nicht-nukleares Deutschland) wirklich darauf verlassen, dass sich der stärkere Partner (z.B. Großbritannien) im Ernstfall atomar für ihn verbürgt und Russland atomar entgegenstellt? In einem worst-case Szenario muss Deutschland hingegen für sich selber einstehen können. Das ist es seiner Bevölkerung schuldig.

Deutschland kann in Sachen Sicherheit nicht abwarten, was Washington plant.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Und schließlich warnen manche davor, dass Deutschland aus dem nuklearen Nichtverbreitungsvertrag austreten müsste, dies aber nur dann möglich sei, wenn Zweifel an gegebene (US-) Nukleargarantien de facto bestätigt seien. Anders gesagt: Wir sollen abwarten, bis Trump seine Politik formalisiert hat. Aber kann es sich Deutschland leisten, solange zu warten? Ist nicht die öffentliche Infragestellung der Glaubwürdigkeit der NATO (‚obsolete‘) ein hinreichender Grund, die deutsche Sicherheitspolitik grundlegend neu zu denken? Sicherheitspolitik kann nicht nur reaktiv sein, sie muss in kritischen Zeiten initiativ und präventiv sein.

Die zentrale strategische Frage für 2017 lautet also: Wie kompensiert Deutschland den möglichen Wegfall des nuklearen Abschreckungsschirms? Die umfassende atomare Bewaffnung Deutschlands ist das zentrale Mittel, um ein Europa, das nicht durch die USA abgesichert ist, so zu erhalten, wie es unseren liberalen Lebensvorstellungen entspricht. Nicht zuletzt wissen wir, dass Nuklearwaffen eine stark rationale Kalkulation eigener Interessen hervorbringen, selbst wenn diese, wie im Fall Russlands, von der gefühlten Demütigung des Untergangs des Sowjetreichs getrieben sind. Dass Deutschland das atomare Expertenwissen fehlt, sollte uns bei all dem enorm zu denken geben. Möglicherweise hätte aber bereits eine deutsche Debatte über Nuklearwaffen eine zähmende Wirkung auf die USA (die kein nukleares Deutschland wollen) und eine beschleunigende Wirkung auf tatsächliche europäische Rüstungsanstrengungen. Damit wäre dann schon viel gewonnen.

28 Kommentare - Diskutieren Sie mit!

Diese Community ist nur während der Arbeitszeiten der Tagesspiegel-Community-Redaktion geöffnet. Sie können täglich von sechs bis 21 Uhr Kommentare schreiben.

  1. von Christian Stanicki
    Der Wunsch nach Atomwaffen kam mir am 20.1. ganz unwillkürlich. Warum? Ich halte Trump und Putin für extreme Machtmenschen. Bewiesen haben sie es meiner Meinung nach. Es ist die Zeit seit letztem Januar, in der ich mir plötzlich vorstellen kann, wie es in den 30er Jahren gewesen sein muss. Max Liebermann konnte gar nicht so viel essen, wie er kotzen wollte. Es läuft mir dabei eiskalt den Rücken herunter, dass ich das auf einmal selbst so empfinde, das hätte ich nie für möglich gehalten. Trump spricht und handelt wie Goebbels. Ich sehe in seinem Handeln die nötige skrupellose kriminelle Energie, die mich fühlen lasst, dass der Mann vor nichts zurückschrecken wird. In der Vorkriegszeit sprachen alle vom Frieden, aber viele wussten von Anfang an, dass Hitler Krieg bedeutet. Egon Bahr hat vor ein paar Jahren davon gesprochen, dass wir wieder in einer Vorkriegszeit leben. Ich hatte mir das so nicht einzugestanden, aber überall, auch innenpolitisch, herrscht Konfrontationsstimmung. Das Gefühl, dass auf der Erde friedliche Koexistenz herrscht oder gewollt ist, ist nicht mehr da. Fast kommt es einem vor wie ein Naturereignis, das sowieso nicht aufzuhalten ist- vom psychologischen Aspekt her betrachtet. Meine Angst vor äusserlicher Bedrohung ist realer, als ich sie je empfunden habe. Die atomare Abschreckung habe ich in den 80er Jahren nicht als wünschenswert empunden, eigentlich nie, aber ich fühlte mich sicherer als im Moment. Ich war in Bonn, um gegen den Nato-Doppelbeschluss zu demonstrieren. Schmidt hatte aber wohl Recht. Sein Selbstbewusstsein war zur richtigen Zeit am richtigen Platz. In jedem Fall ist es dringend, dass jetzt wieder diese Präsenz gezeigt wird. Das ist im Grunde genommen wichtiger, als die Atomwaffen selbst. Wenn es mittlerweile intelligentere Lösungen zur Abschreckung gibt, gerne. Aber die Lücke, die die USA jetzt hinterlassen, muss ausgefüllt werden. Weiter sind wir eben nicht. Die Diskussion ist völlig legitim.
  2. von Fuzzy Barnes
    Drehen jetzt so langsam alle frei? Reicht es nicht für dieses Jahr, dann man einen wahnsinnigen ins Weiße Haus setzt, muss jetzt die Presse auch noch auf genau seinen Gewalt(tät)ig schlingernden Zug aufspringen?

    Bisher hatte ich ja noch den leisen Verdacht, dass der Tagesspiegel, gerade hier in der Abteilung Causa doch etwas überlegter handelt und äußert.

    So kann man sich täuschen.
  3. von Philipp Sonntag
    Teil II: Bei den taktischen Atomwaffen gibt es ein Problem. Vor etwa 40 Jahren diskutierte ich mit Förstern aus Baden Württemberg über Katastrophen, sie waren völlig überrascht und entsetzt, als ich darlegte, wie die französischen Pluton Atombomben für eine Verteidigung von Frankreich, gemäß militärischer Vorbereitung genau auf dem Gebiet ihres Bundeslandes eingesetzt würden. Also, würde es vertretbar sein, dass wir Atomwaffen bauen und deren Einsatz etwa in Polen gegen Russland vorbereiten? Wohl kaum.
    Insgesamt ist fraglich, ob auch mit hundert Milliarden Euro Aufrüstung unsere Sicherheit gestärkt würde - oder vielmehr sogar stark gefährdet.
    Die Göttinger 18 Atomphysiker hatten Adenauer die Bombe verweigert,. Sie gründeten die VDW (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler) und legten die Studie "Kriegsfolgen und Kriegsverhütung" vor, welche die enormen Eskalationsgefahren darlegte und ebenso das Risiko eines unbewohnbaren Deutschland bereits nach Einsatz eines Bruchteils der verfügbaren Atomwaffen. Ich war damals 1964-1972 verantwortlich für die Computer-Berechnungen zu Schaden und zu Eskalation. Resultat: sowohl technisch, als auch militärisch, und auch politisch wäre es äußerst schwierig bis unmöglich, einen begonnenen Atomkrieg zu kontrollieren und einzudämmern. Für ungewollten Beginn genügt, dass man nicht weiß, ob auf einem gegnerischen Flugplatz auch Atomwaffen einsatzfähig sind - und präventiv "vorsorglich sicher gehen will", z. B. momentan als gefährdeter Soldat. Mit den Cyberwaffen wäre heute die Gefahr noch größer.
    Die Diskussion nach einem Atomkrieg wäre ganz anders als derzeit, nämlich: Wer waren die Verbrecher der Vorbereitung dieser geno-suizidalen Aktion? Es wären wohl schlimmsten Verbrecher der Menschheitsgeschichte. Alle, vor allem alle Machtpolitiker, alle rationalen Kalten Krieger würden sagen, dass sie nicht vorsätzlich einen Atomkrieg verursacht hätten. Fahrlässig? Ich möchte gerne Prof. Terhalle davor bewahren.
    1. von Bang Ji
      Antwort auf den Beitrag von Philipp Sonntag 24.01.2017, 12:48:07
      Jenseits der rationalen Vernunft und aller Erkenntnisse, die wir Menschen nach dem Beginn der Aufklärung im 18. Jahrhundert genießen durften, gibt es die Welt hinter den Spiegeln, wo das Chaos herrscht, vor dem sich alle Chinesen so sehr fürchten, dass sie die Diktatur des Proletariats so ambivalent liebten. Das Chaos in den USA, in Europa und allen islamischen Gesellschaften ist jene Welt, die in den zahllosen Kompendien der klinischen Psychatrie von all jenen unglaublichen, unvorstellbaren und unbegreifbaren Irrationalitäten der schizoid-narzistischen Sektierer, Größenwahnsinnigen und sado-masochistischen Weltenlenker gefüllt wird.
      Irrsinn, Aberwitz und die mit den weiten, geschlossenen Augen genossenen Horrorszenarien, mit denen sich selbst hassende Psychopathen beglücken und ihre Lust befriedigen, ist ja nun aber auch ein Teil unserer Realwelt.

      Ich drücke mir, denen meinen und all meinen anderen Mitmenschen einfach einmal meine Daumen.
    2. von Izmir Übül
      Antwort auf den Beitrag von Bang Ji 25.01.2017, 15:26:56
      Welch ein Glück, dass es in China kein Chaos gibt.
  4. von Philipp Sonntag
    zu Terhalle Atomwaffen Teil I
    Eine Verlängerung oder Aufhebung von Sanktionen gegen Russland hat nicht mal eine marginale Bedeutung im Vergleich zu den Risiken von Atomkriegen. Von Vorteil für Russland kann nur ein florierendes Westeuropa sein, mit dem eine wirtschaftliche Kooperation lohnt. Ein verwüstetes Europa wäre in der Konfrontation USA/Russland für Putin eine Schwächung der eigenen Macht. Die Unterstellung, Putin würde konventionell Westeuropa erobern wollen, eventuell sogar mit Einsatz von Atomwaffen, ist abenteuerlich.
    Konventionell muss eine gewisse Abwehrbereitschaft vorhanden sein und für Europa neu überdacht werden.
    Fehler und Ursachen für einen Konflikt wie in der Ukraine beruhen auf ganz anderen, machtpolitischen Fehlern auch des Westens, denn ein Land (wie Ukraine) mit einer knappen westlichen Mehrheit welche den östlichen Teil unterdrückt ist ein Unding - außer eben für kalte Krieger.
    Bei Atomwaffen ist äußerste Vorsicht geboten, ungewollte Eskalation ist eine hohe gemeinsame (!) Gefahr für Osten und Westen, mit daher der Erfolg von KSZE.
    Was auffällt ist, dass die Atomrüstungen von Frankreich und UK von Herrn Terhalle als zu geringfügig bezeichnet werden, also eine massive Aufrüstung von Deutschland gefordert wird. Merkmal der strategischen Atomwaffen ist, wie schon de Gaulle richtig erkannt hat, die Fähigkeit zum gesicherten Gegenschlag, dafür genügen wenige Atom-Uboote. Nun haben UK und Frankreich je vier strategische U-Boote, welche für einen vernichtenden Gegenschlag und volle Abschreckung ausreichen. Aber UK veranschlagt für vier neue, jetzt fällige dieser Atomuboote Kosten von bis zu 50 Milliarden Euro. Wer sich drauf einlässt, braucht noch dazu mehrere lange tauchfähige Jagd-Uboote. Zweifelsfrei bekannt ist eine enorme Modernisierung der russischen U-boote - und deren Einsatzbereitschaft, eines feuerte im Dezember 2015 mehrere Lenkflugkörper des Typs "Kalibr" auf die syrische Stadt Raqqa, damals eine Hochburg des IS.
  5. von Alfredo Korsakow
    Richtig! Nur so kann eine Abschreckung wirkungsvoll gestaltet werden. Abschreckung ist noch immer das beste Sicherheitskonzept. Friedfertige Annäherung bzw. Kooperation wären zwar besser, hat aber mit Putin-Russland nicht funktioniert. Wer immer auch die Schuld dafür trägt. Letzteres (friedfertige Annäherung) wird durch Stärke und Abschreckung keineswegs ausgeschlossen. Aber nur aus der Position der Stärke ist dies nun mal möglich. Im Grunde genommen könnte der Westen mit großer Leichtigkeit ein Wettrüsten mit Putin-Russland starten. Der Westen bzw. Europa mit seinen Ressourcen würde gewinnen.
  6. von Peter Lemke
    Klar Leute, gebt Mutti die Bombe! Wenn sie - aus einem Bauchgefühl heraus und ohne Rücksprache mit irgendjemandem - dann beschließt, mal eben auf's Knöpfchen zu drücken: Na, dann war das halt so, dann kann man das jetzt auch nicht mehr rückgängig machen und muß damit leben. Ich warte schon sehnsüchtigst auf die Merkel-Apologeten, die auch DAS dann schönreden werden.
  7. von Michael Gallasch
    Dazu muss man ja nun nicht Professor sein, um mit propagandistischen Phrasen seine Argumente zu begründen.
    Herr Terhalle scheint einfach auch zu unerfahren, um zu wissen, welcher Kraftanstrengung es bedurfte, in den 70er Jahren der Entspannung in Europa zum Durchbruch zu verhelfen. Und er scheint einfach zu jung, um die Folgen eines neuerlichen kalten oder heißen Krieges für Europa ermessen zu können.
    Hätte Deutschland nicht seit Jahrzehnten in amerikanischer Abhängigkeit vegetiert, hätten wir heute, auf der Basis souveräner und friedlicher Aussenpolitik, nichts anderes kann unser Streben sein, einen achtenswerten Stellenwert in Europa und der Welt. Aber so und mit solchen Beratern, wie Hr. Terhalle, werden wir weiter die arroganten und großmachtsüchtigen Deutschen sein. Da ändern Atomwaffen gar nichts - im Gegenteil...
  8. von Markus Müller
    O tempora,o mores! Ich kann mich nur noch wundern,welche gesellschaftlichen Rückschritte fast täglich zu verzeichnen sind.Liegt es an Erziehung?Haben wir in den letzten 40 Jahren nur Mist gebaut bei der Erziehung oder ist das Problem älter?Amerika wählt einen Idioten mit überbordendem Familienanhang zum Präsidenten und in Europa werden nach und nach alle Errungenschaften der Demokratie aus dem Fenster geworfen.Eigentlich nur eine Frage der Zeit,bis es knallt.Ob davor dann Atomwaffen schützen?
  9. von Andreas van Lepsius
    Herr Terhalle,

    willkommen in der Atomwaffenlobby ! Ich bin selber Berufssoldat gewesen, stehe Waffen und der Bundeswehr, der Verteidigungsbereitschaft Deutschlands also positiv gegenüber.

    Was aber Deutschland mit Atomwaffen soll, erschließt sich mir nicht. Atomwaffen sind keine defensiven Waffen, Sie diesen auch nicht der "Abschreckung". Atomwaffen sind überflüssig wie ein Kropf, denn Kriege werden heute anders geführt.

    Wichtiger wäre es, in die Infrastruktur zu investieren. Sichere Netze der Kommunikation, sichere Netze der Strom-, Wärme- und anderer Energieversorgung.

    Heute kann man ein Land "vernichten", indem man für drei Wochen den Strom abstellt und Internet und Mobilfunk abschaltet, um es übertrieben zu sagen.

    Stellen Sie sich Ihre Atombomben - Attrappe aufs Dach, den Rasen oder erstmal in den Keller, wenn Sie sich dann sicherer fühlen.

    Atomare Bewaffnung für Deutschland ist nun wirklich das letzte und einer der -sorry- dümmsten Vorschläge, die ich von einem Wissenschaftler seit langem gelesen habe.

  10. von Emil Lösch
    So traurig es ist: Deutschland braucht die Bombe! In einer Zeit, in der weltweit nationalistische Strukturen wieder salonfähig werden, Alpha-Äffchen nach Anerkennung und gottähnlicher Macht streben, Europa sich gerade demontiert, wird es höchste Zeit, eine ernstzunehmende Verteidigungsfähigkeit aufzubauen.
    Da Deutschland nicht annähernd die Kapazitäten hat, eine schlagfertige konventionelle Armee zu bilden, bleibt lediglich die Option der nuklearen Abschreckung.
    Nicht falsch verstehen: Ich verachte die Atombombe zutiefst und wünsche mir, das die Menschheit eines Tages zur Vernunft kommt und die Absurdität dieser Waffe erkennt.
    Leider zeigt gerade die Existenz dieser Waffe wieder sehr deutlich, was der Mensch ist: Ein Affe mit einem etwas größeren Gehirn.
    1. von Izmir Übül
      Antwort auf den Beitrag von Emil Lösch 22.01.2017, 13:14:17
      Sehe ich ähnlich.