Politik Die Widerspruchsregelung als Lösung bei der Organspende?

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Moderatorin der Debatte Theresa Rohrhirsch

Expertise:

Theresa Rohrhirsch ist Mitarbeiterin des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Das Rekordtief der Organspender in Deutschland ist erreicht. Die Debatte, wie man wieder mehr Menschen für die Organspende mobilisieren kann, wurde neu angestoßen. Jens Spahn legte bereits einen Gesetzentwurf "für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende" vor. Er geht aber noch weiter und fordert, wie auch andere Politiker, die Einführung einer Widerspruchsregelung. Andere setzten hingegen auf mehr Aufklärung. Welche Reformen oder neuen Gesetzte sind notwendig? Ist es ethisch vertretbar, jeden zu einem potentiellen Spender zu machen, so lange der Betroffene nicht ausdrücklich widerspricht?

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  • 40 Argumente
  • 244 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

2 von 40
Die neuen Gesetzte zeigen, dass nicht alles Denkbare vergeblich versucht wurde, um die Spendebereitschaft zu steigern.

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Die Widerspruchslösung führte in einigen Ländern zu einem Rückgang der Spenderrate.

Michael de Ridder, Chefarzt

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Die Prozesse der Organspende müssen verbessert werden.

Georg Nüßlein, Mitglied des Deutschen Bundestags

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Datenweitergabe braucht die ausdrückliche Zustimmung und für die Verwendung von Organen soll Widerspruch reichen?

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Bei so komplexen Fragen darf man nicht unterstellen, dass der Nichtwiderspruch mit einer Zustimmung gleichzusetzen ist.

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Besserungen gibt es nur durch veränderte Prioritätensetzung, bessere Personalausstattung und Wertschätzung.

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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In den Strukturdefiziten liegt das größte Problem Organspender zu rekrutieren, nicht in der Bereitschaft.

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Organspender sind weder Objekte noch Erfüllungsgehilfen für die Transplantationsmedizin. 

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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Es muss abgewartet werden, ob die neuen Maßnahmen der Politik greifen, bevor Druck aufgebaut wird.

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Die Transplantationsmedizin befindet sich in einer Sackgasse ihrer Entwicklung.

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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19 von 40
Es bedarf einer ständigen und stringenten staatlichen Überwachung aller am Organspendeprozess beteiligten Institutionen.

Georg Nüßlein, Mitglied des Deutschen Bundestags

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Eine gesetzliche Widerspruchsregelung entspricht nicht den fundamentalen Merkmalen einer Spende.

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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22 von 40
Zwischen allgemeinen Äußerungen in Meinungsumfragen und konkreten Handlungen gibt es große Unterschiede.

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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23 von 40
Mit der geplanten Widerspruchslösung sollen Verpflichtung und Abgabe in den Mittelpunkt gestellt werden.

Peter Dabrock, Vorsitzender Deutscher Ethikrat

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Die selbstlosen Organspender sind die ethischen "Helden".

Jochen Vollmann, Arzt und Medizinethiker

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25 von 40
Es ist zu befürchten, dass der Widerspruch schon mal "vergessen" wird.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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26 von 40
Es gibt einen dritten Weg: die Pflicht zur Entscheidung.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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27 von 40
Die Pflicht zur Entscheidung wäre leicht umzusetzen und kostenfrei.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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28 von 40
Der Gesellschaft von Egomanen entgeht das Glück des Teilens.

Norbert Blüm, Bundesminister a. D.

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30 von 40
Was, wenn der Widerspruchshinweis nicht auffindbar ist?

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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31 von 40
Derzeit liegt Rechtssicherheit fast nur bei denen vor, die eine Patientenverfügung haben.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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32 von 40
Bei der "doppelten Widerspruchslösung" ist jeder gefordert, sich klar für oder gegen Organspende auszusprechen. 

Georg Nüßlein, Mitglied des Deutschen Bundestags

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33 von 40
Wenn alle bereit sind, Spenderorgane anzunehmen, dann kann man auch davon ausgehen, dass jeder zum Spenden bereit ist.

Georg Nüßlein, Mitglied des Deutschen Bundestags

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34 von 40
Unser Leben ist endlich. Existenzielle Autarkie ist eine Lebenslüge.

Norbert Blüm, Bundesminister a. D.

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35 von 40
In Meldeämtern könnte die Organspendebereitschaft notorisch mit abgefragt werden.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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36 von 40
Verfassungsrechtlich gibt es keine Bedenken, wenn zur Abwehr der Organspende ein Widerspruch erklärt werden muss.

Georg Nüßlein, Mitglied des Deutschen Bundestags

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Für materiellen Nachlass gibt es rechtssichere Wege, von denen kann man lernen.

Jürgen Schupp, Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

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Die Widerspruchslösung zwingt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit.

Norbert Blüm, Bundesminister a. D.

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Die Zustimmungslösung gibt den Verweigerern die Möglichkeit der stillen Flucht.

Norbert Blüm, Bundesminister a. D.

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6 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Jürgen Schupp}

    Organspende als Pflichtthema Jede/r muss gefragt werden

    von Jürgen Schupp - Vize-Direktor des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin

    Organentnahme als freiwillige Spende oder staatsbürgerliche Verpflichtung? Es gibt noch einen dritten Weg - und der wäre der bessere. mehr lesen

  2. Bild von Norbert Blüm}

    Organspende Solidarität muss Vorfahrt haben

    von Norbert Blüm - Bundesminister a. D.

    Die Verweigerung der Organspende ist eine Art von Streik gegen die Solidarität oder im weitesten Sinne ein Vergehen wie eine "unterlassene Hilfeleistung". mehr lesen

  3. Bild von Jochen Vollmann}

    Gegen die Widerspruchslösung Die Sackgasse der Transplantationsmedizin

    von Jochen Vollmann - Arzt und Medizinethiker

    Organspender sind keine Erfüllungsgehilfen, keine Objekte, die die Probleme bei der Organspende beheben können. Bei der Widerspruchsregelung geht es nicht darum, die Spendebereitschaft zu Fördern oder die Anreize dafür zu verbessern, sondern um einen festgelegten Organentnahmeautomatismus.  mehr lesen

  4. Bild von Peter Dabrock}

    Organspende-Debatte Es muss ohne Widerspruchslösung gehen!

    von Peter Dabrock - Vorsitzender Deutscher Ethikrat

    ​Die Widerspruchslösung macht den menschlichen Körper zu einem Objekt staatlicher Sozialpflichtigkeit. Das mangelnde Vertrauen in das System der Organspende wird so nicht aufgebaut. Die neue Strukturreform zeigt, dass nicht bereits alles Denkbare getan wurde, um die Spenderbereitschaft zu erhöhen. mehr lesen

  5. Bild von Georg Nüßlein}

    Für die Widerspruchslösung Wir brauchen spürbare Fortschritte bei der Organspende

    von Georg Nüßlein - Mitglied des Deutschen Bundestags

    Es mangelt an Spenderorganen. Um das zu ändern reicht es nicht aus, die Prozesse der Organspende zu verbessern. Mit einer Widerspruchslösung müsste sich jeder mit dem Thema auseinandersetzten und sich klar dafür oder dagegen entscheiden. mehr lesen

  6. Bild von Michael de Ridder}

    Debatte um Widerspruchslösung Warum die Deutschen kein Herz haben

    von Michael de Ridder - Chefarzt

    Nie waren die Organspenderzahlen niedriger als 2017. Eine Ursache ist die unredliche Aufklärung. Kulturelle und religiöse Ängste werden unterschätzt. mehr lesen