Eine Debatte der Initiative Schmeckt Richtig! In Maßen genießen, nicht in Massen

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Vorsitzende Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Expertise:

Michaela Rosenberger ist ausgebildete Hotelfachfrau und Berufsschullehrerin und wurde 2013 zur Vorsitzenden der Gewerkschaft NGG gewählt. www.ngg.net

Für Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), gibt es keine ungesunden Lebensmittel. Im Kampf gegen Übergewicht braucht es ihrer Meinung nach mehr Aufklärung, statt mehr Regulierung.

Soll die Politik wirklich regulativ eingreifen mit Strafabgaben wie beispielsweise für Salz, Zucker oder Fett? Oder setzen wir besser auf eine Strategie, die die mündige Bürgerin im Supermarkt beim Studieren von Health Claims und Nährstofflisten bewusst stärkt? Ist vielleicht doch das Schulfach Ernährung eine nachhaltige Lösung?

Die Frage nach dem richtigen Ansatz für eine gesunde Ernährungsstrategie bestimmt die Diskussion und steckt das Spannungsfeld zwischen Industrie, Politik und Verbrauchern ab. Mitten in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns. Wir beteiligen uns seit jeher an lebensmittelpolitischen Fragestellungen. Unsere Gewerkschaft NGG hat dabei insbesondere die Interessen ihrer Mitglieder, der Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft zu vertreten. Das bedeutet für uns oft genug eine Gratwanderung: Selbstverständlich sind wir Bestandteil der Branche, aber in vielen Fragen haben wir durchaus eine kritische Haltung, insbesondere dann, wenn schlechte Produktionsbedingungen und schlechte Lebensmittelqualität Arbeitsplätze perspektivisch gefährden.

Wir sagen: Es gibt keine ungesunden Lebensmittel. Die ständige Wiederholung der Forderung, eine Zuckersteuer einzuführen oder den Mehrwertsteuersatz für Süßwaren oder kalorienreiche Lebensmittel zu erhöhen, ist ein Irrweg für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Eine unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung führen zu Übergewicht und seinen Folgekrankheiten. Mit Steuern, Verboten und Bevormundung wird es keinen Bewusstseinswandel bei der Ernährung geben. Problematisch sind nicht die Lebensmittel, sondern die Häufigkeit ihres Konsums. In Maßen genießen, nicht in Massen. Darauf kommt es an.

Mit Verboten und Bevormundung wird es keinen Bewusstseinswandel bei der Ernährung geben.

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Nicht Regulierung, sondern sachliche Aufklärung und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Nahrungs- und Genussmitteln ist notwendig. Damit Kinder frühzeitig lernen, woraus Lebensmittel bestehen, wie sie zubereitet werden und wie sie sich gesund ernähren können, sollte im Rahmen des Sozialkundeunterrichts auch das Thema Ernährung einen festen Platz erhalten.

Ernährungsbildung sollte ein fester Bestandteil im Sozialkundeunterricht werden.

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