Understanding Animal Research

Gesellschaft Braucht Forschung Tierversuche?

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Moderator der Debatte Christoph Herbort-von Loeper stellvertretender Pressesprecher, Leibniz-Gemeinschaft

Expertise:

Christoph Herbort-von Loeper ist stellvertretender Pressesprecher der Leibniz-Gemeinschaft. Nach einem Studium der Kommunikationswissenschaft an der FU Berlin volontierte er bei der Nordwest-Zeitung in Oldenburg zum Tageszeitungsredakteur.

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Oliver Lang

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Stand der Debatte

Tierversuche sind in der Grundlagenforschung in vielen Fällen heute immer noch unverzichtbar. Mit den Experimenten untersuchen Wissenschaftler komplexe biologische Prozesse in Tieren, um den menschlichen Organismus und seine Funktionsweise besser zu verstehen. Auch in der Medizin spielen Tierversuche eine entscheidende Rolle, etwa bei der Entwicklung neuer Medikamente und Therapieverfahren. Dennoch kritisieren Tierversuchsgegner, dass Wissenschaftler auf existierende Alternativmethoden umsteigen sollten. Sie fordern die Abschaffung der Experimente. Sind Tierversuche für die Forschung wirklich notwendig? Und darf der Mensch überhaupt andere Tiere für seine Interessen leiden lassen? In dieser Debatte kommen namhafte Expertinnen und Experten zu Wort, die in unterschiedlichen Kontexten mit Tierversuchen zu tun haben. Weil sie selbst Tierversuche in ihrer Forschung einsetzen, weil sie Tierversuche zu ersetzbar halten oder weil sie sich dem ethischen Dilemma widmen, vor das uns Tierversuche stellen. Die Debatte soll ein Beitrag für eine fundierte und sachliche Diskussion über Tierversuche sein und die unterschiedlichen Argumente transparent machen.

  • 11 Autoren
  • 39 Argumente
  • 646 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Statistiken über Tierversuche reichen nicht aus. Wir müssen auch ihren Zweck und die Belastung der Tiere diskutieren.

Ilse Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

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Das Fliegenhirn ist einfach aber leistungsfähig. Davon können wir für den Roboterbau lernen.

Bertram Gerber, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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Fliegen und Menschen sind aber auch sehr verschieden- und auch das macht Fliegenforschung nützlich.

Bertram Gerber, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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3 von 39
Die Wissenschaft muss ihren Elfenbeinturm verlassen und zu einer faktenbasierten Diskussion über Tierversuche beitragen

Stefan Treue, Direktor, Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung

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4 von 39
Die Grundmotivation der Forscher ist Neugier und der Wunsch nach Verständnis.

Volker Haucke, Professor und Direktor Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie

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5 von 39
Höhere Hirnprozesse wie Lernen und Gedächtnis verstehen wir nur durch vergleichende Studien an lebenden Organismen.

Eckart D. Gundelfinger, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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6 von 39
Tierversuche ermöglichen Lösungsansätze für entwicklungsbedingte oder neurodegenerative Lern- und Gedächtnisstörungen.

Eckart D. Gundelfinger, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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7 von 39
Wir dürfen nicht den Respekt voreinander verlieren.

Theresia Bauer, Ministerin, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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8 von 39
Auch Nutztiere profitieren von Erkenntnissen aus Tierversuchen.

Eckart D. Gundelfinger, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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9 von 39
Fliegen sind uns ähnlicher als wir denken. Aus Versuchen mit ihnen können wir über uns selbst lernen.

Bertram Gerber, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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10 von 39
Die biomedizinische Forschung kann nicht vollständig auf Tierversuche verzichten – zumindest nicht in naher Zukunft.

Theresia Bauer, Ministerin, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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11 von 39
Irrationale Stigmatisierung von Tierversuchen und übermäßige Bürokratie verhindern mehr Transparenz und offenen Diskurs.

Jan Hengstler, Arzt Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

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Wo sehr grundlegende Fragen auch in Kulturzellen, Würmern oder Fliegen untersuchbar sind, werden Tierversuche abnehmen.

Volker Haucke, Professor und Direktor Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie

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13 von 39
Über Tierversuche wird einseitig debattiert – Wissenschaftler müssen sich stärker einbringen.

Ilse Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

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14 von 39
Tierversuche können bereits jetzt reduziert werden.

Theresia Bauer, Ministerin, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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16 von 39
Die Komplexität der Medikamenten-Wirkungen im Organismus bilden oft nur Tierversuche einigermaßen verlässlich ab.

Jan Hengstler, Arzt Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

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Verantwortungsbewusste Tierversuche und Alternativmethoden sind unverzichtbare Bestandteile biomedizinischer Forschung

Stefan Treue, Direktor, Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung

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Tiere haben moralische Rechte, das heißt, sie haben Anspruch auf moralische Rücksicht.

Ursula Wolf, Universität Mannheim

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Ohne Tierversuche gäbe es die wirksamsten Mittel gegen Krebs und Rheuma nicht, die „biologischen Medikamente“

Andreas Radbruch, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

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20 von 39
Tierversuche und Tierliebe schließen sich nicht aus: Wissenschaftler sind nicht automatisch Tierquäler.

Ilse Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

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Tierversuche sind die am strengsten kontrollierte und reglementierte Nutzung von Tieren in unserer Gesellschaft

Stefan Treue, Direktor, Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung

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22 von 39
Grundlagenforschung kann bei komplexen Problemen wie in der Hirn- und Krebsforschung nicht auf Tierversuche verzichten.

Volker Haucke, Professor und Direktor Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie

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Tierversuche sind eine ethische und gesellschaftliche Herausforderung, auf die es keine einfachen Antworten gibt

Stefan Treue, Direktor, Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung

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Die ethisch schwierigsten Entscheidungen entstehen beim Einsatz von Tierversuchen in der Grundlagenforschung.

Theresia Bauer, Ministerin, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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Durch die strengen deutschen Gesetze werden Tierversuche ins Ausland verlagert – nicht im Sinne des Tierschutzes.

Ilse Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

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Ohne Tierversuche können wir das Zusammenspiel der Zellen, die Krankheiten verursachen, im Körper nicht verstehen

Andreas Radbruch, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

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Ein vorzeitiger Verzicht auf Tierversuche würde der Erforschung von Alternativmethoden schaden.

Jan Hengstler, Arzt Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

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Alternativmethoden werden unzureichend zur Praxisreife gebracht

Roman Kolar, Deutscher Tierschutzbund

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Tierversuche sind nicht automatisch mit Schmerzen verbunden – sie können Tieren sogar Spaß machen.

Eckart D. Gundelfinger, Leibniz-Institut für Neurobiologie

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Die Vorhersagekraft von Tierversuchen für humanmedizinische Aspekte wird oft überschätzt.

Marcel Leist, Universität Konstanz

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Hinsichtlich derjenigen Eigenschaften, die Tiere mit Menschen teilen, haben sie gleiche moralische Rechte.

Ursula Wolf, Universität Mannheim

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Alternativmethoden werden unzureichend gefördert

Roman Kolar, Deutscher Tierschutzbund

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Alternativmethoden werden rechtlich unzureichend durchgesetzt

Roman Kolar, Deutscher Tierschutzbund

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Alternativmethoden werden behördlich und politisch unzureichend verfolgt

Roman Kolar, Deutscher Tierschutzbund

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Stirbt ein Angehöriger an einer Infektion, weil es kein geeignetes Antibiotikum gibt, kommt ein Umdenken zu spät.

Ilse Jacobsen, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

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Tierversuche lassen sich nicht durch Verweis auf einen moralischen Konflikt rechtfertigen.

Ursula Wolf, Universität Mannheim

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Tierversuche sind nur dann vertretbar, wenn sie kein Leiden verursachen.

Ursula Wolf, Universität Mannheim

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11 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Bertram Gerber}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Fliegen! Forschung!

    von Bertram Gerber - Leibniz-Institut für Neurobiologie

    Tierversuche finden nicht nur mit Ratten oder Affen statt. Nein, auch an Fliegen - und das sogar in der Hirnforschung. Und weil Fliegen uns zum Teil überraschend ähnlich, zum Teil aber auch sehr unähnlich sind, sind Versuche mit ihnen besonders erkenntnisreich. mehr lesen

  2. Bild von Ilse Jacobsen}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Tierversuche: Tierquälerei im Namen der Wissenschaft?

    von Ilse Jacobsen - Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut

    Die Tierversuchs-Debatte in Deutschland wird zu einseitig geführt. Wissenschaftler sollten ihren Standpunkt, den Zweck und die Folgen für die Tiere klarer benennen. Wenn Tierversuche ins Ausland verlagert werden oder sich verantwortungsvolle Forscher zurückziehen, leidet vor allem dem Tierschutz. mehr lesen

  3. Bild von Roman Kolar}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Werden Alternativmethoden benachteiligt?

    von Roman Kolar - Deutscher Tierschutzbund

    Alternativmethoden zu Tierversuchen haben es schwer in Deutschland. Sie werden politisch und behördlich nur halbherzig unterstützt, und auch die Forschungsförderung bietet zu wenige Anreize, wissenschaftlich in diese Zukunftstechnologie zu investieren. mehr lesen

  4. Bild von Jan Hengstler}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Tierversuche: mehr Akzeptanz durch Transparenz

    von Jan Hengstler - Arzt Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

    Ein zu früher Verzicht auf Tierversuche könnte gerade den Alternativmethoden schaden, die bislang oft noch nicht die gleiche Sicherheit bieten wie ein Tierversuch. In der öffentlichen Debatte brauchen wir mehr Transparenz, aber auch mehr Ehrlichkeit zum Umgang mit Tieren durch unsere Gesellschaft. mehr lesen

  5. Bild von Ursula Wolf}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Tierversuche müssen Tierrechte berücksichtigen

    von Ursula Wolf - Universität Mannheim

    Tierversuche sind nur dann vertretbar, wenn sie kein Leiden verursachen, argumentiert die Tierethikerin Ursula Wolf. Sie sagt: Dass menschliche Leiden gelindert werden sollen, rechtfertigt nicht, Tiere dafür leiden zu lassen. mehr lesen

  6. Bild von Eckart D. Gundelfinger}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Lern- und Gedächtnisforschung braucht Tierversuche

    von Eckart D. Gundelfinger - Leibniz-Institut für Neurobiologie

    Lern- und Gedächtnisprozesse in Gehirn sind für eine wissensbasierte Gesellschaft sehr wichtig. Diese Prozesse sind so komplex, dass wir sie ohne Tierversuche nicht verstehen können. Tierversuche sind zudem nicht automatisch mit Schmerz verbunden und können für Nutztiere auch nützlich sein. mehr lesen

  7. Bild von Volker Haucke}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Tierversuche in der Grundlagenforschung – aus reiner Neugier?

    von Volker Haucke - Professor und Direktor Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie

    Wissenschaft strebt nach Erkenntnis, nicht zuletzt, um zu verstehen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Dieses Selbstverständnis, dessen Grundlage die menschliche Neugier ist, erfordert auch künftig – vor allem in komplexen Feldern wie der Hirn- und Krebsforschung – den Einsatz von Tiermodellen. mehr lesen

  8. Bild von Marcel Leist}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Ohne ausreichende Forschungsförderung kommen Alternativmethoden zu Tierversuchen nicht voran

    von Marcel Leist - Universität Konstanz

    Die Bedeutung von Tierversuchen in der Medizin wird überschätzt, sagt der Leiter des "Zentrums für Alternativen zum Tierversuch in Europa“ an der Universität Konstanz, Marcel Leist. Gleichzeitig vermisst er den Willen der Forschungsförderung, Alternativmethoden gezielt voran zu bringen. mehr lesen

  9. Bild von Andreas Radbruch}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Der Feind in meinem Körper  - Tiermodelle zeigen Wege zur Heilung von Autoimmunkrankheiten und Krebs

    von Andreas Radbruch - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

    Eigentlich sind Entzündungen ja gesund. Das Immunsystem vernichtet so Krankheitserreger und repariert zerstörtes Gewebe. Doch immer mehr Menschen leiden unter chronischen Entzündungen, bei denen sich Immunreaktionen gegen den eigenen Körper richten, es kommt zu Autoimmunerkrankungen. mehr lesen

  10. Bild von Stefan Treue}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Forschung in doppelter Verantwortung: für die Menschen und den Tierschutz

    von Stefan Treue - Direktor, Deutsches Primatenzentrum GmbH - Leibniz-Institut für Primatenforschung

    Tierversuche konnten in den vergangenen Jahren vielfach durch Alternativmethoden ersetzt werden, in absehbarer Zeit kann aber nicht vollständig darauf verzichtet werden, schreibt Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primatenzentrums. mehr lesen

  11. Bild von Theresia Bauer}

    Eine Debatte der Leibniz-Gemeinschaft Derzeit unverzichtbar, aber nicht auf Dauer alternativlos

    von Theresia Bauer - Ministerin, Ministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst Baden-Württemberg

    Tierversuche sind zurzeit in der biomedizinischen Forschung noch unverzichtbar, sagt Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, nicht nur im konkreten Anwendungsbezug, sondern auch in der Grundlagenforschung. Gleichwohl könnte die Zahl der Tierversuche schon heute reduziert werden. mehr lesen

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