D ist kein islamisches Land Völlige Verdrehung der Tatsachen

Bild von Lea Rosh (r.) und  Barbara  Schaeffer-Hegel
Sozialwissenschaftlerin / Publizistin

Expertise:

Barbara Schaeffer-Hegel ist emeritierte deutsche Sozialwissenschaftlerin und Gründerin der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin, Außerdem ist sie Gründerin und Vorsitzende des Vereins LieberLesen e.V. Lea Rosh ist ist eine deutsche Fernsehjournalistin, Autorin und Publizistin. Bekannt wurde sie durch ihr erfolgreiches Engagement für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Die Deutschen stellen sich gegen die Muslime? Nicht unsere Erfahrung. Es ist vielmehr umgekehrt - und geht vom Deutschen-Mobbing in Schulen bis zum demonstrativen Kleidungsstil überall.

Wenn man mehr als dreieinhalb Jahre mit Flüchtlingskindern gearbeitet hat, kennt man die Debatten um Migration, Integration und den Umgang mit Flüchtlingen genau. Aber kaum jemals ist uns ein Artikel untergekommen, der so schamlos verfälschend und verzerrend mit Tatbeständen umgeht, wie der Beitrag von Walid Nakschbandi. Da redet einer über ein Thema, welches für uns alle in diesem Land eine wichtige Aufgabe, aber auch ein großes Problem darstellt, und bezieht sich dabei auf eine Wirklichkeit, die es so einfach nicht gibt.

Wo, bitte schön, gibt es denn die "Hetzreden, die Muslime im öffentlichen Raum beleidigten, herabsetzten und beschimpften"? Auf den vom Autor zitierten Schulhöfen, die offenbar sein Vorbild für das Zusammenleben von Muslimen und Einheimischen sind, hört man überwiegend Schimpfworte wie "Ungläubige!", "Schweinefresser", "Teufelsanbeter!" (an Jesiden gerichtet), nicht aber die von ihm zitierten Ausdrücke. Und in manchen Schulklassen in Berlin wie in anderen Großstädten ist es ähnlich: Arabisch- und türkischstämmige Jungen dominieren die Szene, beschimpfen ihre nicht muslimischen Schulkameraden, machen ihnen das Leben schwer, wenn sie während des Ramadan ihr Schulbrot verzehren und erklären stolz, dass sie ihre Schwester und natürlich auch deren Freund umbringen werden, falls diese sich untersteht, einen deutschen Freund zu haben. Das alles ist dokumentiert, nachzulesen und im Originalton anzuhören. Für den Autor offenbar das Vorbild für unser zukünftiges Zusammenleben in Deutschland, denn er ruft seinen Glaubensbrüdern zu: "Was auf deutschen Schulhöfen gilt, gilt im ganzen Leben: wenn Ihr Euch keinen Respekt verschafft, dann bleibt Ihr ewig die Verlierer!"

Von wegen "Bloß nicht auffallen": Muslimische Männer treten laut und aggressiv auf, Frauen verhüllen sich.

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Von der angeblichen Devise der Muslime "Bloß nicht auffallen!", ist bislang allerdings kaum etwas zu merken. Junge Männer ziehen überlaut arabisch redend im Pulk durch die U-Bahn, die städtischen Parks und die Straßen; Frauen erscheinen in unterschiedlichster Verhüllung, mit Kopftuch, mit Burka, mit Nikab, und beanspruchen, im Schwimmbad mit voller Bekleidung, sprich Burkini, ins Wasser zu gehen!

Das demonstrierte Anderssein hat zum wachsenden Rechtsextremismus beigetragen.

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Diese u. a. durch die Kleidung demonstrierte Andersartigkeit – "Wir gehören nicht zu euch!" –, ruft verständlicherweise bei vielen unserer Mitbürger Ärger und Abwehr hervor und hat dazu beigetragen, dass wir in Deutschland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg von radikalem Rechtsextremismus ernsthaft bedroht sind. Zweifellos gibt es daher Pöbeleien auch von Deutschen. Jedoch: Die Menschen, die „den Islam“ tatsächlich herausfordern, die sich kritisch mit ihm auseinandersetzen und ihn in manchen seiner religiösen Grundsätze verurteilen, sind meist selber Muslime. Und können in Deutschland nur unter Polizeischutz leben, da sie von ihren Glaubensbrüdern mit dem Tode bedroht werden.

Den nunmehr in Berlin häufigsten Neugeborenenvornamen Mohammad mit Fritz und Luise zu vergleichen ist lächerlich.

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Wenn manche Menschen besorgt darüber sind, dass in Berlin der häufigste Vorname bei Neugeborenen „Mohammad“ sei, so ist es geradezu lächerlich, diese Tatsache mit der Häufigkeit von Namen wie Fritz oder Luise zu vergleichen. Die Deutschen haben eine demokratische Verfassung, ein freiheitlich-rechtsstaatliches Leben erst sehr spät kennen gelernt. Nach furchtbaren Rückschlägen und grauenhafter Schuld während der Naziherrschaft. Rechtsstaatlichkeit mit allen Implikationen (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Unabhängigkeit der Gerichte, die Trennung von Staat und Religion und die Gleichberechtigung der Geschlechter) sind daher den Menschen hier ein wertvolles, ja heiliges Gut. Viele Frauen haben ihr gesamtes berufliches Leben der Aufgabe gewidmet, dazu beizutragen, dass Frauen in Deutschland gleiche Rechte und gleiche Chancen im Leben bekommen.

Die Sorge, dass ein Islam, der Frauen benachteiligt, sich breit macht, ist berechtigt.

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Wie sollten wir da nicht mit Sorge sehen, dass eine Kultur, die diese Werte in Teilen offensichtlich ablehnt, in Deutschland schleichend und über die Generationen hin in zunehmendem Maße Einfluss auf unser Leben und das Leben unserer Kinder und Enkel erhält.

Solange sich der Islam nicht klar und eindeutig zu folgenden Grundwerten bekennt: zur Trennung von Staat und Religion, zur Würde und zum Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Menschen, insbesondere dem der Frauen, zur Glaubensfreiheit in dem Sinne, dass ein Wechsel vom Islam zu anderen Religionen selbstverständlich möglich ist, ​so lange gehört der Islam nicht zu Deutschland!

Ein Islam, der dazu führt, dass Familien Töchter unterdrücken und Söhne schlagen, gehört nicht zu Deutschland.

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Dabei geht es nicht vom Islam Saudi-Arabiens oder Irans oder vom Islam der Terroristen. Auch nicht von dem Islam, der sich die Werte der Aufklärung angeeignet hat. Denn auch einen solchen Islam gibt es inzwischen in Deutschland. Ich spreche von dem real existierenden Islam, wie ihn von Erdogan bezahlte Imame in türkischer Sprache in deutschen Moscheen predigen und Kindern und Jugendlichen vermitteln. Von dem Islam, der in den Familien praktiziert wird, die ihren Töchtern mit Todesdrohungen ein selbstbestimmtes Leben verbieten und ihre Söhne schlagen, weil sie in einer schulischen Theateraufführung ein Kreuz tragen. Ich spreche von dem Islam, der auf den von Herrn Nakschsbandi so gelobten Schulhöfen und Schulklassen in arabisch-türkischen Wohngebieten von muslimischen Kindern und Jugendlichen praktiziert wird.

Dieser Islam gehört nicht zu Deutschland. Auch wenn es die vom Autor so belächelten „Gut-Menschen“, die in der deutschen Politik und in den Medien einen tonangebenden Teil der Bevölkerung ausmachen, möglicherweise nicht so sehen. Diese „Gutmenschen“, die laut Walid Nakschsbandi den Muslimen so "gütig übers geschundene Haupt streichen,… sie wie Kinder behandeln und…. dafür Lob und Dankbarkeit erwarten", haben so viel Einfluss in unserer Gesellschaft, dass jede Art von Islamkritik hierzulande schon als islamophob und als Rassismus gebrandmarkt wird.

Natürlich gehören aber Muslime zu Deutschland: Diejenigen, die sich anpassen und sich einbringen wollen. 

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Nicht der Islam, wohl aber Muslime gehören zu Deutschland. Diejenigen, die sich an westlich aufgeklärte Werte und Normen angepasst haben, die sich lernend und arbeitend mit unserer Gesellschaft auseinandergesetzt, sie verstanden und sich in sie eingebracht haben. Sie können ihre Religion unbehelligt da praktizieren, wo sie hingehört: im privaten Raum und in ihren eigenen heiligen Stätten. Sie werden ganz so akzeptiert und integriert wie viele aus Vietnam, aus Laos, und aus anderen asiatischen Ländern kommende Menschen, oder auch wie die Hugenotten und die vielen anderen europäischen Zuwanderer – Polen, Tschechen, und Russen –, die in vergangenen Jahrhunderten nach Deutschland gekommen sind.

Deutschland ist multiethnisch und multikulturell, aber es wird niemals ein islamisches Land sein.

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Deutschland ist ein multiethnisches und auch ein multikulturelles Land. Damit hat der Autor recht! Aber es wird – so Gott, Allah und Jehova es wollen – niemals ein islamisches Land sein. Es wird ein aufgeklärtes, ein freiheitliches, ein geschlechtergerechtes und ein die Menschenwürde jedes Einzelnen achtendes Land bleiben.

31 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Anna Dune
    Dieser Artikel ist mehr als beschämend für alle professionellen Journalisten, Sozialwissenschaftler, Demokraten und auch Deutschen (zumindest die, welche aus dem 2. Weltkrieg gelernt haben).
    Über eine ganze Religion so einseitig zu berichten ist nichts als Hetze und kein Mensch, der in seiner Kultur gefestigt ist hat so etwas nötig.
  2. von Helmut Büber
    Kommentar entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion /sk
  3. von Angelo Bienek
    Dieser Text ist leider nur als völlig unaugeglichenes Gegenstück des Textes von Walid zu betrachten. Beide Texte übertreiben um ihren Standpunkt deutlich zu machen.

    Die Wahrheit ist, dass beide Texte ihre durchaus berechtigte Kritik haben. Es gibt leider täglich Gewalt in Berlins und Deutschlands Schulen und Straßen. Es werden Deutsche von Muslimen gemobbt und anders herum genauso.

    Erst letzte Woche wurde in Spandau ein Muslim auf offener Straße getreten, bepöbelt und beworfen, weil er gebetet hat. Ist das richtig?

    Leider tragen beide Texte dazu bei, dass es eher schlimmer als besser wird. Den "schwarzen Peter" immer den anderen zuschieben zu wollen ist zu einfach. Verallgemeinern leider auch.

    Wir haben leider verpasst damals mit der Einwanderungspolitik der ersten Tage auch eine Mitwirkungspflicht zur Integration von allen Migranten einzufordern. Dies hätte mittels Gesetzen passieren müssen. Klar kann jeder Mensch selbst bestimmen was er macht oder nicht. Aber zumindest Pflichtkurse in Deutsch und in der Geschichte über dieses Land würden doch mehr Verbundenheit mit dem neuen Heimatland erzeugen. Somit würden auch Hemmschwellen abgebaut.

    Menschen aber vorzuwerfen sie würden sich ausgrenzen, weil sie ihre Muttersprache sprechen oder die Keidung ihrer Religion tragen ist mehr als Dreist.

    Will Frau Rosh dann demnächst Israelisch sprechende Juden mit Kippa anfeinden? Oder Fr Hagel etwa italienisch sprechende Nonnen? Nur weil sie Religiöse Zeichen tragen und nicht deutsch sprechen?

    Manchmal sollte man vielleicht auch mal einen Schritt auf Menschen zugehen, wenn diese sich anscheinend ausgrenzen. Wenn sie einem dann ablehnend entgegnen ist das eine andere Sache.

    1. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Angelo Bienek 29.07.2019, 20:18:49
      "Erst letzte Woche wurde in Spandau ein Muslim auf offener Straße getreten, bepöbelt und beworfen, weil er gebetet hat. Ist das richtig?"

      Das ist selbstverständlich nicht richtig. Es ist allerdings auch nicht richtig, wenn jemand seinen Gebetsteppich mitten auf dem Gehweg ausbreitet und die Fußgänger so zum Ausweichen zwingt. Schließlich hat auch niemand einen Anspruch darauf, seine Picknickdecke dort ausbreiten zu dürfen, wo es ihm gerade gefällt. Außerdem hat sich das Opfer als durchaus wehrhaft erwiesen, indem es seinerseits mit einem Fahrradschloss zugeschlagen hat. Es wäre eindeutig besser gewesen, wenn die Passanten sich nicht hätten provozieren lassen und ihrerseits die Polizei gerufen hätten, damit diese dem Herrn erklären, was in Deutschland geht, und was nicht. Die Muslime, die ich kenne, gehen jedenfalls ohne Gebetsteppich aus dem Haus und holen ihre Gebete bei passender Gelegenheit nach. Diese Möglichkeit bietet der Islam nämlich.

      Es gibt leider tatsächlich fremdenfeindliche Übergriffe; diesen Vorfall würde ich aber differenzierter bewerten.

    2. von Hara Winkler
      Antwort auf den Beitrag von Freya Bartels 30.07.2019, 07:23:50
      Sie vergleichen hier die Religionsausübung mit dem Picknicken. Das wird vielen nicht gefallen. Und zwar denen, die in der freien ungehinderten Religionsausübung ein unmittelbares individuelles
      Grundrecht sehen und sich damit auf das Grundgesetz berufen.

      Das bereitet Probleme mit der zunehmenden Bedeutung muslimischen Lebens in Deutschland. Das waren wir bisher mit diesen in der Öffentlichkeit dominierende Erscheinungsform nicht gewohnt, ist aber die übliche Praxis in den Herkunftsländern der Muslime, wo der Islam alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchdringt (inklusive die Politik).

      Es ist dieser Ausdruck des Islam, der den Unmut vieler Menschen in Deutschland erzeugt und damit die Furcht vor einer schleichenden Islamisierung - verbunden mit dem Zunichtemachen über Jahrhunderte erkämpfter Freiheitsrechte in Europa.

      Meine Schlussfolgerung daraus: Da dem Islam grundsätzlich die gleichen Rechte wie anderen Religionen zugestanden werden, kann es nur darum gehen die Religionen insgesamt aus dem öffentlichen Leben zurückzudrängen. Aktuell geschieht leider das Gegenteil, womit denn auch die Probleme zunehmen werden.
    3. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Hara Winkler 30.07.2019, 08:41:23
      "Sie vergleichen hier die Religionsausübung mit dem Picknicken. Das wird vielen nicht gefallen. Und zwar denen, die in der freien ungehinderten Religionsausübung ein unmittelbares individuelles 
      Grundrecht sehen und sich damit auf das Grundgesetz berufen."

      Für mich ist die Religionsfreiheit ein wichtiges und schützenswertes Gut, und mir liegt sehr daran, dass das so bleibt! Aber muss man sich deswegen wirklich auf dem Gehweg ausbreiten?

      Wir sind alles Individuen mit völlig unterschiedlichen Wünschen, die sich den öffentlichen Raum teilen müssen. Es ist klar geregelt, von wem und für welche Zwecke dieser Raum genutzt werden kann. Was in anderen Ländern üblich ist, ist aber nicht der Maßstab für das Zusammenleben in Deutschland, und es ist auch nicht so, dass die Wünsche des einen grundsätzlich Vorrang hätten vor denen eines anderen.

      Da der Gehweg ausschließlich für alle Fußgänger, sowie für Kinder mit Roller, Fahrrad o.ä., da ist, sollten diese hier grundsätzlich auch nicht behindert werden - und zwar unabhängig davon, wer hier gerade gerne seinen individuellen Wünschen nachgehen würde.
    4. von Angelo Bienek
      Antwort auf den Beitrag von Freya Bartels 30.07.2019, 07:23:50
      Woher haben Sie diese Detailinfos? Waren Sie dabei? Entschuldigen Sie bitte, aber wer sich von einem Teppich und einem Menschen der betet provozieren lässt oder sowas in irgendeiner Weise provokant findet. Der hat mit Toleranz kein Stück am Hut. Wir akzeptieren ja eher Menschen die Alkohol saufend auf einem Gehweg sitzen und pöbeln. Da bekommt keiner Tritte dafür. Was ist an Selbstverteidigung falsch? Sollte der Mann sein Leben nicht verteidigen dürfen? Ich schrieb auch nie, dass er hilflos gewesen sei.
    5. von Hara Winkler
      Antwort auf den Beitrag von Angelo Bienek 30.07.2019, 09:42:30
      Wenn Sie den Islam verteidigen und fördern wollen, so ist das Ihr selbstverständliches Recht. Nur sollten Sie auch tolerieren und akzeptieren, dass viele Menschen Vorbehalte haben, wir leben schließlich in einer sekularen Gesellschaft (allerdings mit einer zum Thema Religion ambivalenten Verfassung).

      Auf einem öffentlichen Gehweg mit ausgelegtem Gebetsteppich zu beten, das sehen Sie vermutlich als ein selbstverständliches Recht an, viele andere sehen darin eine Provokation, die Unmut erzeugt. Nicht auszuschließen ist sogar die bewußte Absicht der Provokation durch den Gläubigen.

    6. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Hara Winkler 30.07.2019, 10:19:45
      "Auf einem öffentlichen Gehweg mit ausgelegtem Gebetsteppich zu beten, das sehen Sie vermutlich als ein selbstverständliches Recht an, viele andere sehen darin eine Provokation, die Unmut erzeugt. Nicht auszuschließen ist sogar die bewußte Absicht der Provokation durch den Gläubigen."

      Bei facebook wird das Verhalten des Türken von mehreren muslimischen Kommentatoren als bewusste Provokation gewertet und darauf hingewiesen, dass Gebete auf dem Gehweg, wie es nach Meinung einiger Zeitgenossen in Berlin rechtens sein soll, in Istanbul definitiv nicht erlaubt seien.

      Die Muslime müssen sich beim Gebet in Richtung Mekka positionieren, und meines Wissens müssen sie vor jedem Gebet auch eine rituelle Waschung vornehmen, da ein Gebet ohne diese Reinigung ungültig ist und später wiederholt werden muss.

      https://religion.orf.at/lexikon/stories/2553188/

      Wer trotzdem dafür plädiert, dass Muslime in Deutschland auf den Gehwegen ihre Gebetsteppiche benutzen dürfen, muss sich darüber im klaren sein: Entweder dürfen in Deutschland alle Muslime auf öffentlichen Gehwegen so beten - oder keiner. Wenn sich diese Gebetspraxis durchsetzen sollte, kann es allerdings früher oder später zu Problemen kommen, da unsere StVO den Fußgängern vorschreibt, dass alle die Gehwege benutzen müssen.
    7. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Angelo Bienek 30.07.2019, 09:42:30
      "Woher haben Sie diese Detailinfos? Waren Sie dabei?"

      Nein, ich war nicht dabei, aber googeln hilft manchmal:

      https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.831476.php

      "... wer sich von einem Teppich und einem Menschen der betet provozieren lässt oder sowas in irgendeiner Weise provokant findet. Der hat mit Toleranz kein Stück am Hut."

      Das ist die Frage: "Fehlte es tatsächlich an der Toleranz gegenüber der Religion oder ging es bei dem Streit überhaupt nicht um das Gebet als solches, als vielmehr um den Ort, an dem es verrichtet werden sollte?" Sicherlich hatte der Muslim bereits verstanden, dass sein Ansinnen auf Ablehnung gestoßen war, bevor die Auseinandersetzung darüber eskaliert ist. Ob ihm an einer Deeskaltion überhaupt gelegen war? Wahrscheinlich kann man dem Opfer nach den ersten Unmutsbekundungen aber wohl schon eine gewisse Dreistigkeit und Ignoranz gegenüber unseren allgemeingültigen Gepflogenheiten, sowie eine fehlende Rücksichtnahme gegenüber seinen Mitmenschen vorwerfen. Für unser Zusammenleben ist es jedenfalls nicht förderlich, wenn jeder bei uns tun würde, was ihm gerade gefällt.

      "Wir akzeptieren ja eher Menschen die Alkohol saufend auf einem Gehweg sitzen und pöbeln. Da bekommt keiner Tritte dafür."

      Jemand, der seine Alkoholsucht nicht in den Griff bekommt und nicht im Vollbesitz seiner intellektuellen Fähigkeiten ist, kann man nicht mit den üblichen Maßstäben messen.


    8. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Freya Bartels 30.07.2019, 17:10:10
      Dass ich die Pöbeleien und Attacken auf den Muslim verurteile, hatte ich bereits zum Ausdruck gebracht und unterstreiche es auch gern' noch einmal, aber ich sehe diesen Fall - im Unterschied zu anderen Übergriffen - durchaus differenzierter.
  4. von Eckhardt Kiwitt, Freising
    Mein Dank an Walid Nakschbandi !

    Vielleicht muss man Walid Nakschbandi ganz herzlich danken für seinen hier kritisierten Beitrag ...

    ... und ihm sowie manchen anderen das Büchlein
    «Brief an die Heuchler – und wie sie den Rassisten in die Hände spielen»
    von Stéphane Charbonnier (CHARB) dringend empfehlen.

    Eckhardt Kiwitt, Freising
  5. von Ingo Tophoven
    Deutschland hat viele Probleme. Integration im Zeitalter der Globalisierung ist eines von vielen. Wir leben vom Speck der letzten Generation, die unserer Eltern, die uns mit der Hilfe des Marshall Plan wieder reich gemacht haben. Doch sollten wir bedenken: Egal wer in Deutschland leben will, alle müssen die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie unser Grundgesetz verstehen lernen und leben lernen. Das müssen Deutsche genauso lernen wie Muslime, die zu uns kommen. Darüberhinaus beginnen wir aber auch endlich zu verstehen, das nicht alle unser System schätzen, sondern es lediglich nutzen. Unter Kanzlerin Merkel hat es niemals einen kohärenten Plan gegeben wie man Integration zum Nutzen und Bewahrung Deutschlands vorantreibt. Sicherlich kann keine Demokratie es überleben wenn sie Feinde ihrer Rechtsauffassung und Gesellschaftsordnung duldet. Deutschland zerreibt sich leider mal wieder an Extremen. Da gibt es die gesellschaftlich sehr akzeptierten linken, staatsfeindlichen Politiker und Menschen die immer noch glauben Kommunismus oder Sozialismus sei eine Lösung der Probleme der Menschheit. Da gibt es die wieder neu erstarkten rechten, völkischen Extremisten die wir schon lange in unserer Gesellschaft haben, die jetzt lediglich neue Kleider tragen. Da gibt es den politischen Islam und seine vielen Sympathisanten, die offenbar eine andere Gesellschaftsordnung anstreben als die, welche wir zu bieten haben. Den Mut diese Kolumne zu schreiben kann ich nur loben. Natürlich stellt sich hier ein Erfahrungsbericht gegen den anderen. Das ist wenig empirisch, aber das beschriebene Gesamtbild ist ehe richtig, denke ich. Die Frage die ganz praktisch auf der Hand liegt ist diese: Was macht man jetzt, in dieser Situation? Ich empfehle eine aggressive Durchsetzung der Werte unsere freien, demokratischen Gesellschaft. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Dann können auch unterschiedliche Religionen und Gruppen in einer Gesellschaft leben. Das sollte die Vision von Zivilisation bleiben.
  6. von Robert Moll

    Der Text ist etwas streng , vielleicht auch zu streng - aber im Kern trifft er die Problematik im Verhältnis Muslime zu Nicht-Muslimen in D wohl sehr gut

    Aber wo liegt der Ansatzpunkt friedliche und für alle akzeptable Lösungen für die gesellschaftliche Zukunft zu finden - insbesonders vor dem Hinterrund dass sich in 20 - 25 Jahren die Anzahl der Muslime in D zumindest verdoppelt bis verdreifacht haben wird

    GRÜNE , SPD und auch Die LINKE ( mit Ausnahme der zwischenzeitlich bei Medien und PolitfeindInnen weitestgehend stigmatisierten Frau Wagenknecht) haben sich offensichtlich dafür entschieden jegliche kritische Auseinandersetzung mit Migration , Islam und auch (deutsch- ?)arabischen Clans zumindest als Fremdenfeindlichkeit aber jedoch meistens als Rassismus und Nazismus ein zu stufen. Und damit jede rationale Diskussion zu unterbinden

    Große Teile der CDU starrten zumindest seit 2010 wie das Kanninchen auf die Schlange und haben aus Furcht vor den Medien und dem Zorn der GRÜNEN als unchristlich qualifiziert zu werden, in aller Regel zu dem Themenkomplex geschwiegen

    Und last and least die Damen & Herren der AfD , anstatt ehrliche Auseinandersetzung mit den Themen der Migration und des Islams in D, gibt es jede Menge Bösartigkeiten und allzu häufig blanken Hass . Im Zweifelsfalle also eher Bürgerkrieg als friedliche respektvolle Suche nach friedlichen Lösungen


    Die Situation ist nicht unähnlich der Klima-, Umweltkrise seit mindestens 40 Jahren als Schlüsselaufgabe erkannt, aber keine Partei hat ernsthafte und glaubhafte Anstrengungen unternommen.
    Und auch beim Thema Migration und Islam in D bemüht sich keine Partei auch nur im Ansatz um seriöse Lösungsvorschläge
  7. von Bernhard Meyer
    Die Muslime in Deutschland grenzen sich selbst aus,
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    Das entspricht meiner Lebenserfahrung.
    Was ein Wunder in der heutigen Zeit, solche Aussage im Tagesspiegel zu lesen!
  8. von Ursula Saarbeck
    "Den nunmehr in Berlin häufigsten Neugeborenenvornamen Mohammad mit Fritz und Luise zu vergleichen ist lächerlich."

    Lächerlich ist es, die Falschmeldung, dass Mohammad der beliebteste Neugeborenenname in Berlin sei, immer weiter zu verbreiten. Diese Lüge wurde meines Wissens zuerst von AfD-nahen Medien in die Welt gesetzt, dann von verschiedenen Medien ungeprüft übernommen. Die Behauptung ist jedoch falsch und diente nur dazu, die Propaganda von der angeblichen Islamisierung Deutschlands zu untermauern.

    Ich verstehe deshalb nicht, wieso hier auf diese Falschmeldung wieder Bezug genommen wird.
    1. von Freya Bartels
      Antwort auf den Beitrag von Ursula Saarbeck 29.07.2019, 18:15:47
      "Ich verstehe deshalb nicht, wieso hier auf diese Falschmeldung wieder Bezug genommen wird."

      Den Bezug hat der Autor Walid Nakschsbandi in seinem Beitrag hergestellt, indem er darauf eingegangen ist. Offenbar hatte er ihn selbst zuvor als eine Tatsache akzeptiert.
  9. von Roman Gauer
    Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion /sk
  10. von Matthias Böhme
    Es ist erstaunlich, ausgerechnet von Lea Rosh solche Sätze lesen zu dürfen. Wer so etwas als Forumsbeitrag in den üblichen Online-Gazetten als gewöhnlicher User geschrieben hätte, dessen Beitrag wäre nicht veröffentlicht worden oder er wäre gar als User dauerhaft gesperrt worden. In der Beschreibung ist das alles völlig richtig - und in der Sache gleichwohl völlig falsch. Wenn dieses Land den Zuzug von Muslimen zulässt und die Muslime irgendwann im Lande - in den größeren Städten ist das ja ohnehin schon längst der Fall - die Mehrheit der Bevölkerung stellen, dann ist dieses Land ein muslimisches. Und dann bestimmen Muslime, wer hier was darf. Das nennt sich Demokratie! Und man kann dann auch nichts mehr machen - oder wollte man eine Mehrheit des Landes verweisen. Und genau vor diesem Automatismus warnen seit Jahrzehnten Konservative, aktuell ja vor allem auf politischer Ebene die AfD - die dafür Mal schnell von den Linkslibertären in die Nazi-Ecke geschoben werden. Und das ausgerechnet Linkslibertäre sich für den Zuzug von Moslems einsetzen, ist vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil dieser Menschen bis in die junge, z. T. schon als dritte oder vierte Generation in Deutschland aufgewachsene Generation ultrakonservativ sind und Werte vertreten, die gerade im linken politischen Spektrum - zu Recht - völlig abgelehnt werden, schlicht nicht zu verstehen. Das hat hoch psychotische Züge und ist nichts anderes als ein völlig indifferenter Reflex auf die große "deutsche Schuld". Wer die Folgen eines solchen Zuzugs sehen will, sollte sich einfach Mal in die Banlieus der großen französischen Städte und der Entsprechungen in Großbritannien begeben. Nochmals: Schon erstaunlich, dass Rosh, die sich ja stets zur bedingungslosen moralischen Instanz dieser Nation erkoren hat, solche - aus meiner Sicht völlig richtigen - Erkenntnisse zu "Papier" bringt.