Kultur Wir müssen reden. Wie repariert man die Debatte im Netz?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Wie lassen sich Hass, Hetze und Häme in Communities und in sozialen Netzwerken zurückdrängen? Beim Tagesspiegel Redaktionsworkshop "Wir müssen reden" am 24. Mai 2016 haben wir darüber im Tagesspiegel Haus diskutiert. Mit dabei unter anderem Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community, Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium, die österreichische Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig, Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk "Plag", Carline Mohr, ehemals Head of Social bei Bild, demnächst CvD bei Spiegel Online, Winfrid Wenzel, Sprecher der Polizei Berlin und Atila Altun, Community Manager des Tagesspiegels. Wir haben die Teilnehmer auch um schriftliche Antworten auf die Leitfragen des Workshops gebeten, dokumentieren die Debatte an dieser Stelle - und öffnen sie für weitere Beiträge. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich gern bei anna.sauerbrey@tagesspiegel.de

  • 6 Autoren
  • 30 Argumente
  • 135 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Gegenrede ist wichtig. Beleidigungen und Gewaltaufrufe dürfen nicht ohne Widerspruch bleiben.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium

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Manche Medien, wie die Huffington Post und der Focus, triggern bewusst rassistische Ressentiments in Sozialen Medien.

Carline Mohr, demnächst CvD für Audience Development Spiegel Online

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Die Community trägt die Verantwortung, angegriffene Nutzer nicht allein zu lassen.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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3 von 30
Im Netz fehlen wesentliche empathiefördernde Signale: Mimik, Gestik, Augenkontakt. Das reduziert Hemmungen.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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Plattformbetreiber müssen beanstandete Inhalte schneller löschen, wenn sie rechtswidrig sind.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium

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Um die Debatte im Netz zu kultivieren, hilft es, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community

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Die Debatte eskaliert, wenn der Plattformbetreiber und die Community destruktives Verhalten tolerieren oder fördern.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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In digitalen Echokammern erhalten Menschen Informationen, die ihrer Weltsicht entsprechen. Das fördert Radikalisierung.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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Eine Klarnamenpflicht wäre bedenklich. Sie trifft alle Nutzer. Anonymität ist außerdem ein Schutz gegen Hetzer.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium

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Eine Moderation durch den Plattformbetreiber oder die Medienverantwortlichen trägt zur Debattenkultur bei.

Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community

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Wir brauchen, wie etwa Julia Schramm gefordert hat, digitale Streetworker, um organisiertem Hass zu begegnen.

Carline Mohr, demnächst CvD für Audience Development Spiegel Online

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Eine Klarnamenpflicht würde nicht helfen, das zeigt etwa Facebook, hätte aber viele Nachteile.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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Das Internet ist nicht Ursache von Aggression und Polarisierung, aber ein Katalysator.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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Software kann Kommentatoren zeigen, dass ihre Worte Gewicht haben. Technische Lösungen sollten weiterentwickelt werden.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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Den Hass hat es schon immer gegeben, jetzt tritt er offen zu Tage.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium

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15 von 30
Selbstverpflichtungen von Plattformbetreibern, die politisch nachgehalten werden, sind ein guter Weg gegen Hass im Netz.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesjustizministerium

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In Communities entstehen virtuelle Freundschaften und ein virtuelles Zuhause.

Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community

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17 von 30
Die Medien selbst können viel tun, um einen gute Debattenkultur zu fördern.

Carline Mohr, demnächst CvD für Audience Development Spiegel Online

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Der Einzelne ist in der Verantwortung, nicht dem ersten Impuls nachzugeben.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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Wir brauchen schimpfwortfreie Diskussionsräume. Schimpfworte polarisieren nachweislich - die Mitte geht verloren.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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Der Hass bleibt nicht im Internet, Extremismusforscher gehen davon aus, dass er in Gewalt mündet. Die Gefahr ist real.

Carline Mohr, demnächst CvD für Audience Development Spiegel Online

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Humor ist eine der effizientesten Methoden gegen Aggression im Netz.

Ingrid Brodnig, Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

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22 von 30
Der Plattformen sollten präsent sein und Instrumente zur Verfügung stellen, damit die Community sich selbst moderiert.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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Eine virtuelle Eskalation ist weniger gefährlich als eine persönliche: Die Tastatur (und das Meer) sind gute Psychiater.

Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community

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Auch im Netz ist die Sehnsucht nach verlässlichen Instanzen groß, die Orientierung geben können und moderieren.

Winfrid Wenzel, Sprecher der Berliner Polizei

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Die Distanz im Netz ist ein Vorteil. Schriftliche Gedanken sind klarer, Alters- oder Genderbarrieren werden überwunden.

Elisabeth Dietz, Redakteurin beim Netzwerk Plag

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Etwaige Gesetzesverschärfungen dürfen nicht dazu führen, dass die Diskussion im Netz eingeschränkt wird.

Bolko Bartsch, Mitglied der Tagesspiegel-Community

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6 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Ingrid Brodnig}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Wie uns das Netz "nasty" werden lässt - und was wir dagegen tun können

    von Ingrid Brodnig - Autorin, Medienredakteurin bei "Profil"

    Die Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig über erstaunliche Forschungsergebnisse zu den Ursachen der Polarisierung im Netz und über wirksame Gegenmittel. mehr lesen

  2. Bild von Winfrid Wenzel}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Moderation muss klar, authentisch und ehrlich sein

    von Winfrid Wenzel - Sprecher der Berliner Polizei

    Der Sprecher der Berliner Polizei sagt: Je kontroverser die Debatte im Netz, desto wichtiger die Moderation. mehr lesen

  3. Bild von Elisabeth Dietz}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Die Distanz im Netz kann ein Vorteil sein - wenn wir lernen, sie zu nutzen

    von Elisabeth Dietz - Redakteurin beim Netzwerk Plag

    Distanz und Schriftlichkeit in Internetdebatten werden gemeinhin als Nachteile gesehen - eigentlich sind sie Vorteile, sagt Elisabeth Dietz - wenn Nutzer, Medien und Plattformbetreiber lernen, damit sinnvoll umzugehen. mehr lesen

  4. Bild von Carline Mohr}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Hatespeech kann in reale Gewalt umschlagen

    von Carline Mohr - demnächst CvD für Audience Development Spiegel Online

    Hassbotschaften im Netz können sehr reale Konsequenzen haben, warnt die Social Media Expertin und Bloggerin Carline Mohr. Wie Medienunternehmen dagegen halten können, welche es gut machen - und welche den Hass selbst anfachen. mehr lesen

  5. Bild von Bolko Bartsch}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Die Tastatur (und das Meer) sind die besten Psychiater

    von Bolko Bartsch - Mitglied der Tagesspiegel-Community

    Bolko Bartsch verbringt viel Zeit damit, mit anderen Lesern auf Tagesspiegel.de zu diskutieren. Er sagt: Eine virtuelle Eskalation ist unangenehm, aber weniger gefährlich als eine persönliche. Sie kann sogar einen positiven psychologischen Effekt haben. mehr lesen

  6. Bild von Gerd Billen}

    Hassbotschaften: Wie repariert man die Debatte im Netz? Die Plattformbetreiber müssen Hassbotschaften schneller löschen

    von Gerd Billen - Staatssekretär im Bundesjustizministerium

    Gegenrede ist wichtig. Aber auch die Plattformbetreiber sind gefordert. Das Bundesjustizministerium werde darauf dringen, dass Google, Facebook und Twitter ihre Selbstverpflichtungen einhalten. mehr lesen