Stand der Debatte
Berlin wächst. Bis zum Jahr 2020 werden mindestens weitere 60 000 Wohnungen gebraucht. Eine Zahl, die ständig nach oben korrigiert wird. Jede innerstädtische Brache wird gefüllt, am Stadtrand werden Siedlungen gebaut.
Mit Edelbauten wie „The Wilhelm“ oder den „Kronprinzengärten“, die zurzeit an zentralen Orten der Stadt im Bau oder in Planung sind, wird die preußische Tradition heraufbeschworen. Andere Wohnkomplexe, die „Oxford Living“ oder „La Provence“ heißen, sollen das Lebensgefühl ferner Landstriche evozieren. Aus den Ornamenten verschiedenster Epochen taucht auf, was gefühlig wirkt und repräsentativ. Zugleich sollen die Häuser in ihrer nagelneuen Anmutung als solide Geldanlagen etwas Grundvernünftiges ausstrahlen. Ein internationaler Fantasiestil schreibt sich in Berlins Stadtzentum ein.
Dagegen sollen Gebäuderiegel, die die Wohnungsbaugesellschaften am Stadtrand bauen, voll allem preiswert sein. Deshalb dürfen die Fenster nicht zu groß und die Decken nicht zu hoch sein. Standardisierungen, die verhindern, dass besondere Architektur entstehen kann.
Wie könnten Wohnhäuser aussehen, in der Menschen auch in den nächsten Generationen noch gerne wohnen? Wie kann man verhindern, dass Berlins Stadtbild von ausschließlich renditeorientierten Investoren geprägt wird? Eine Debatte in Zusammenarbeit mit Mehr Berlin - Vier Seiten Kunst, Politik und Stadtgefühl im gedruckten Tagesspiegel am Sonnabend.
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