Wie die Moralkritik zur Pose wird

Hypermoral? Gesinnungsethik? Juste Milieu? Neuerdings ist es cool, herumzupoltern, das Flegelhafte in die Politik zu tragen und die „Linken“ zu ärgern. Hat zwar die AfD vorgemacht, aber das stört nicht mehr.

Von der Diskursverschiebung gen rechts, vor allem der Ausweitung der Zone des Sagbaren war schon viel die Rede. Neu aber ist, dass die Lust an der pauschalen Verächtlichmachung der Moral inzwischen auch Teile der etablierten Politik und der Medien erreicht hat. Alles, was auch nur nach Moral klingt, ist in manchen Kreisen mittlerweile verdächtig und wird ohne Unterlass gebasht.

Begriffe wie „Humanitarismus“, mit dem das Humanitäre pauschal verächtlich gemacht wird, „Moraldarsteller“, mit dem man sich zum Beispiel über Leute lustig macht, die für die auch private Seenotrettung von Flüchtlingen eintreten, sind ebenso an der Tagesordnung wie die neuen Modewörter „Hypermoral“ und „Moralismus“. Ganz besonders beliebt ist es auch, sich selbst als Vertreter einer harten Haltung in der Flüchtlingsdebatte in Szene zu setzen und, noch mehr, als „Verantwortungsethiker“ zu feiern, um zugleich auf alle anderen, die auch nur etwas Empathie zeigen, als vermeintlich naive Tölpel und vor allem Verfechter einer „Gesinnungsethik“ herabzusehen.

Damit macht sich eine Attitüde der Kälte breit, die in jenen Kreisen augenscheinlich als „cool“ gilt. Dabei pauschalieren ihre Vertreter allerdings nicht minder als sie dies ihren „hypermoralischen“ politischen Gegnern vorwerfen. Kurz: Das Ganze wirkt arg selbstgerecht und kommt zunehmend als Pose daher.

Denken in Feindbildern ist rechts wie links ausgeprägt

Vorweg gesagt, damit kein Missverständnis aufkommt: Selbstverständlich gibt es eine übermoralisierende Linke. Ich habe selbst erlebt, wie es ist, wenn man verfestigten Weltbildern einer Linken entgegentritt, die es sich im Schwarz-Weiß-Denken bequem gemacht hat. Für manche linksgerichtete Menschen, die bis dato begeisterte Leser meiner Texte gegen rechts waren, wurde ich zur persona non grata, nachdem ich die linke Gewalt beim G20-Gipfel im Hamburg, die Antifa-Störaktionen gegenüber Götz Kubitscheks Verlag auf der Frankfurter Buchmesse und schließlich das Vorgehen des „Zentrums für Politische Schönheit“ gegenüber Björn Höcke verurteilt habe. Das Denken in Feindbildern und festen Vorstellungen ist in diesem Milieu ebenso stark ausgeprägt wie auf der Rechten. Wer sich nicht komplett einfügt, wird ausgespuckt. Die Begeisterung für liberal-konservative Publizisten, die gegen das rechte Denken anschreiben, ist nicht selten nur so lange vorhanden, wie diese keine konservative Position öffentlich vertreten und für diese streiten.

Aber, und das kann man nicht oft genug betonen: Eine solche, absolut intolerante Haltung ist eher eine Ausnahme innerhalb des linken bzw. linksliberalen Milieus, so zumindest meine Erfahrung in rund viereinhalb Jahren politisch-publizistischer Tätigkeit. Es mag in der Beurteilung der Flüchtlingsthematik hier und da gewiss Einseitigkeiten geben, aber man trifft dann doch eher selten auf Menschen, die allen Ernstes für eine „Kein Mensch ist illegal“-Politik streiten.

Das macht es umso ärgerlicher, wenn nun Teile der bürgerlichen Milieus ihre eigene Kritikunfähigkeit camouflieren, indem sie etwa Kritiker der neuen, so ganz unbürgerlichen Lust am Radau namentlich der CSU als „Moralisten“ verächtlich machen und, noch beliebter, als „Juste Milieu“.

Statt nachzudenken höhnt man über das "Juste Milieu"

Alles, was der eigenen harten Haltung in der Flüchtlingsfrage in die Quere kommt, wird dieser Tage abfällig als „Juste Milieu“ tituliert, rauf und runter. Wer es wagt, das planlose, polternde und destruktive Gebaren des derzeitigen CSU-Trios aus Horst Seehofer, Markus Söder und Alexander Dobrindt zu kritisieren, wird als „Juste Milieu“ abgewatscht. Peinlicherweise ausgerechnet von denjenigen, die sich – auch das gehört zum Spiel – stets und immer von der AfD abgrenzen, wobei man oft den Eindruck hat, dass sie das vor allem aus stilistischen Gründen tun. AfD geht halt nicht. Tatsächlich aber haben sie längst die „Anti-Juste-Milieu“ und „Anti-Establishment“-Rhetorik der AfD übernommen und lassen kaum einen Zweifel daran, dass sie sich in selbiger gefallen. Der neue Kampfbegriff „Juste Milieu“ hat einfach nur den alten, aus der Mode gekommenen „Gutmenschen“ ersetzt, das Denken dahinter aber ist dasselbe.

Anstatt kluge Texte zu verfassen, die erkennen, wie gefährdet die liberale Demokratie derzeit ist, anstatt die Ethik jedenfalls in Teilen der Moral zu sehen, ruft man lieber ohne Unterlass „Juste Milieu“, sobald jemand das eigene Weltbilder nicht teilt oder, horrible dictu, offen kritisiert.

Und anstatt wie der kluge und stets besonnene Publizist und frühere Herausgeber der „Welt“ Thomas Schmid darauf hinzuweisen, dass Söder und Dobrindt nun einmal „eher die Krawall-Seite der CSU verkörpern“ und sich „vielleicht“ auch deshalb „über den Gründungskonsens der CSU von 1945 hinweg(setzen)“, weil sie „von Erfahrung und Bildung her nicht das große Ganze im Auge haben“, vergöttert die „Anti-Juste-Milieu“-Fraktion beide regelrecht und verhöhnt diejenigen, die selbige in Frage stellen. Wahrscheinlich auch hier wieder der Pose wegen. Ist halt neuerdings cool, herumzupoltern, das Flegelhafte in die Politik zu tragen und die „Linken“ zu ärgern. Hat zwar die AfD vorgemacht, aber das stört nicht mehr.

Die über "Meinungskorridore" klagen, bauen selbst die meisten

Das besonnene Denken gerät dabei völlig unter die Räder. Wer Seehofers Masterplan inhaltlich im Prinzip ganz gut findet, aber meint, dass er diesen nicht ohne die SPD hätte ausarbeiten sollen und seine Drohkulissen inakzeptabel findet, ist in den Augen der „Juste Milieu“-Verächter gleichsam verdächtig.

Und so erweisen sich diejenigen, die ohne Unterlass all diejenigen als „Juste Milieu“ bezichtigen und ihnen eine „Verengung der „Meinungskorridore“ vorwerfen, als die wahrhaft selbstgerechten Diskurswächter, die alles verhöhnen, was ihnen selbst nicht passt, ohne auch nur im Ansatz zwischen wirklich rein übermoralischen und sonstigen Haltungen zu differenzieren, die den eigenen widersprechen. Um es plastisch zu machen: Ganz offenbar wurden die 69 illegalen Flüchtlinge jüngst rechtmäßig nach Afghanistan abgeschoben. Es zeugt aber nicht von „Hypermoral“, die Witzeleien von Horst Seehofer ob des Umstands, dass dies an seinem 69. Geburtstag geschah, degoutant zu finden.

Man lasse sich also nicht kirre machen. Die selbstgefällige Anti-„Juste-Milieu“-Fraktion sollte lernen, den Balken vor der eigenen Stirn zu sehen, bevor sie sich über zu enge „Meinungskorridore“ echauffiert. Denn sie selbst ist es, die solche schafft.

 

14 Kommentare - Diskutieren Sie mit!

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  1. von Hans Müller
    Dieser Text zeigt absolut das politische Problem.
    Es geht nicht um Inhalt(e), es wird nur versucht sich selbst im richtigen Licht darzustellen und die eigene Position zu stärken.
    Dabei wird mit Vokabeln umsich geworfen (ich habe zuvor Juste Milieu noch nicht vernommen gehabt) um einfach noch mal eins drauf zu setzen. Worte als Superlative, teilweise Inhaltlich falsch, aber es klingt halt gut in der Presse.
    Ähnlich erscheint mir dieser Text.
    Soll vor intelligenz strotzen, dabei bekomme ich jedoch das Gefühl, dass es nicht um den Inhalt geht, dafür ist er Thematisch zu wir, sondern darum, karrieretechnisch den richtigen Text zu verfassen, weil es gerade rein passt.

    Für mich ist die Sachlage viel "einfacher". Demokratie bedeutet Links ebenso wie Rechts. Nur wenn ich die extreme kenne, kann ich das richtige Mittelmaß finden. Im Bundestag eine Partei zu ignorieren, während die Gegenüberliegende mit den grünen Zusammen die Richtung vorgibt, ist für mich jedenfalls nicht "Juste Milieu". Mal davon ab, dass die Definition von "Rechts" und "Links" neu definiert werden müsste, denn so wie das heute in den Medien verschlagwortet wird, ist alles was nicht pro Flüchtline ist, "rechts". Nicht zu vergessen das Wort Populismus, dass manche sogenannte Journalisten inflationär benutzen, ohne scheinbar das Wort wirklich zu verstehen.

    Solange das Ego der Personen und deren Machtposition im Fordergrund stehen, wird es keine echten, sinnvollen und notwendigen Diskussionen um all die Zukunftsthemen geben. Nicht zu vergessen der Lobiismus.

    Und bei all den Vorwürfen gegen die AfD bleibt für mich hängen, dass die "Linken" die die AfD in Summe als Rechts definieren, weit weniger offen für freie Meinung und offenen Disput sind, wie Sie sein sollten und müssten. In meinen Augen, wäre bei anderen Themen neben der Flüchtlingspolitik, eine weitaus höhere Kritik an Angela Merkel angebracht (Pflege, Wohnraum, Altersarmut usw usf). Aber das würde ja die aktuelle Machtstellung schwächen.
  2. von Eftonis Iffri Lieh
    Sehr geehrter Herr Vorberg,

    Möglicherweise haben Sie da etwas falsch verstanden. Auch gestehe ich Ihnen zu, da? ich mich ob der geringen Zeichenanzahl, etwas ungeschickt ausdrücken musste.

    In meiner Einleitung wies ich nur auf einen weit verbreiteten Irrtum hin. Ich selbst gehöre noch nicht zur AfD, muss aber einräumen, daß ich mehr und mehr damit liebäugle - das jedoch hat keinen Rechten Hintergrund. Ich wage zu behaupten, daß gerade mal 10% - eher aber weniger - der AfD-Symathisanten tatsächlich dem Rechten Sektor zuzuordnen ist.
    In Politik und Medien wird die tatsächliche Problematik total verkannt.

    Wir leben in einer Kapitalgesellschaft.
    Gewisse Gesellschaftsschichten wie die gemeine Arbeiterkaste, das Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, aber auch und gerade die Sozial schwächeren lassen seit nunmehr schon fast 30 Jahren immer mehr Federn und seit ein paar Jahren ist der Punkt erreicht, daß wir gar nicht mehr anders können, als uns zu wehren.
    Es geht gar nicht um Rechts gegen Links, es geht tatsächlich um Arm gegen Reich.
    Vor Dreißig Jahren war es durchaus noch möglich, mit ehrlicher Hände Arbeit im Laufe vieler Jahre etwas Kapital anzusparen um irgendwann mal in der Kapitalgesellschaft mitmischen zu konnen. Heute ist das nur noch in Ausnahmefällen der Fall. Wer nach unten rutscht, bleibt in der Regel unten.

    Zudem will ich Ihnen zum Abschluss noch stecken, daß es im Artikel ebenfalls nicht um die angeschnittenen Themen geht.
    Es geht darum, daß der Ton in Politik, aber auch in normalbürgerlichen Diskussionen immer rauher wird. Zu diesem Zwecke führt sie einige Beispiele auf, uA eben auch die Asylpolitik - ebenso hätte sie auch ein vollkommen anderes Thema stattdessen aufführen können.
    Zum Abschluß gibt sie eine Analyse ab, so wie sie es versteht.

    Abschließend will ich anmerken, daß die Flüchtlingskrise mir total Wurscht ist. Natürlich helfen wir, wo wir nur können, denn es gereicht uns zur Ehre!
  3. von Tobias Vorberg
    "Natürlich gehen wir nicht still und leise unter, wir werden Kämpfen. Leute die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, diskutieren nicht."
    Also haben sie die Lösung selber herausgefunden, bravo. Gestehen sie das aber auch den Kriegs- und Armutsflüchlingen zu. Wer menschen in Not die Hilfe verweigert hat das eigene Recht auf Heimat verwirkt.
    1. von Hans Müller
      Antwort auf den Beitrag von Tobias Vorberg 19.07.2018, 17:03:16
      "Wer menschen in Not die Hilfe verweigert hat das eigene Recht auf Heimat verwirkt."
      Klingt toll, aber wieso das Inhaltlich so sein soll, dürfen Sie mir noch erklären. Gehört auch in den Bereich der Frasen, die in solch Debatten überall von allen Seiten zu finden ist.

      Dennoch, da ich gerade das Gefühl habe, dass hier sachliche Disskussionen möglich sind, an Sie die Frage: Wieso definiert nur eine politische Gesinnung den "richtigen" Weg wie Hilfe für Menschen in Not auszusehen hat? Und wieso ist diese Schwarz/Weiß; - entweder dafür oder dagegen, gleichgesetzt mit: Entweder bist du menschlich, oder rechts?

      Mir fehlt hier schon lange die Debattenfähigkeit. Online, wie auch in der Politik ansich. Dabei sagt doch jeder Politker in Talksendungen, dass Politk auch Kompromissfähigkeit bedeutet. Evtl. liegt hier immo. der Hund begraben.

      Dieses "Problem" sehe ich aber schon seit Jahren bei Linken und Grünen, man muss das nicht Thematisch auf Flüchtlinge reduzieren.
      Der Ausstieg von Atomstrom z.B.: In der Sache absolut richtig und Notwendig. Nur wird von manchen Seiten ohne Augenmaß und Realitätssinn (in meinen Augen) Dinge gefordert, die einfach und emotionslos gesehen keinen Sinn ergeben. "Atomausstieg JETZT". Klingt super (nochmal, in der Sache auch richtig und wichtig). Nur ohne dies EU-weit zu beschließen, nur ein superteures Vorhaben, dass jeden Einzelnen übermäßig belastet. Oder wir kaufen aus Frankreich zu, die Ihre Meiler an der Grenze aufbauen. Bravo.

      Um zurück zu kommen: Den gleichen Fehler sehe ich in der Flüchtlingsfrage. Nein, ich möchte keinem Menschen beim ertrinken zusehen. Dennoch ist es realitätsfremd zu glauben, dass wir Jede/n retten können.
      Mich würden zahlen interessieren, ob die Todeszahl von ertrunkenen Flüchtlingen seit Start der privaten Rettungsaktionen gesunken oder gestiegen ist. Denn solch aktionen fördert in meinen Augen, dass sich mehr Menschen auf die Gefahr einlassen.
  4. von Mario Zander
    Hier scheinen ja ein paar verknispelte Herren nichts schlaueres zu tun zu haben, als sich abzubarbeiten. Das ist ein guter Artikel.
  5. von Stefan Rausch
    Man könnte fast den Eindruck bekommen, links sein bedeute der Ideologie die geistigen Räume zu geben in denen
    die Logik dann kein Zuhause, und keinen Platz mehr haben könne, es ist
    schon alles besetzt, mit linker Emotionalität. Was heute „rechts“ oder „populistisch“ ist, entschiede nicht mehr der Duden, sondern eine Machtelite, die auch die Sprache vereinnahmt hätte.

    Und der Ton verschärft sich zusehends. Denn man wird politisch aggressiv, wenn man theoretisch nicht mehr weiter weiß. Die neuen Ingenieure der Seele arbeiten mit Sprachcodes, Gruppenidentitätszuschreibungen.

    Es ist gefährlich, die offene Diskussion freier Individuen durch Zensur, Einschüchterung und Indoktrination ersetzen zu wollen, schon der bloße Eindruck verstimmt. Wer widerspricht, wird oft nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Wer heutzutage in einer politischen Debatte den Begriff “Nazi” gegen wen auch immer ins Feld führt, ist aus ethischer Sicht ein Lump, aus historischer Sicht ein Verharmloser, aus intellektueller Sicht eine Null.

    Abweichende Meinungen werden heute schärfer sanktioniert als abweichendes Verhalten. Diese Sanktionen laufen zumeist nicht über Diskussionen, sondern über Ausschluss. Wohin führt uns das? Wir wissen es.
  6. von Eftonis Iffri Lieh
    Schon in der Einleitung hat es mir schon gereicht.
    Begibt man sich auf die "Bundestag-Live"-Seite und ruft die ersten Bundestagssitzungen der neuen Legislaturperiode auf, so wird jedem sehr schnell klar, daß es die Linken waren, die mit dem Herumhacken anfingen.

    Davon mal abgesehen fehlt es uns Kleinbürger oft einfach an der Zeit, uns hinzusetzen und über dies und jenes wirklich nachzudenken. Die Bürokratie des eigenen Haushalts hat sich in den letzten 20 Jahren verfünffacht, hinzu kommt die allgegenwärtige Digitalisierung, mit der nicht jeder wirklich mithalten kann. Nicht zu vergessen die mangelhafte Produktqualität in Deutschen Landen - wir sind alle nur noch am shopen um einen gewissen Status Quo aufrecht zu erhalten - je ärmer der Bürger, desto mehr Zeit muss er aufwänden.
    Nicht zu vergessen der immer schneller vorranschreitende Fortschritt in allen Bereichen. Wir befinden uns in einer Situation, in der oft sehr junge Eltern(25-30) ihre eigenen Kinder nicht mehr verstehen.

    Zeit haben um zu verstehen, das ist der eigentliche Knackpunkt.

    Ich bin 42, und muss jetzt immer wieder feststellen, daß ich so manches nicht mehr verstehe. Natürlich ist es sehr schwer für mich und meine Mitmenschen, an etwas zu glauben, was wir nicht verstehen. Wenn wir an etwas nicht mehr glauben können, können wir es natürlich auch nicht annehmen.
    Natürlich wird 08/15 nicht leicht zu bewegen sein, zuzugeben, daß er etwas nicht versteht, es erscheint ihm weit einfacher und ZEITSPARENDER, loszupoltern: Back to square one!

    Tatsächlich wäre es Aufgabe der Regierung, den Bürgern dieses Landes uA eben auch eine gewisse Stabilität zu garantieren, damit wir mit uns und unserem Umfeld leben lernen können. Das wurde die letzten 30 Jahre vollkommen vergessen. Wer nicht mit zieht, geht unter.
    Natürlich gehen wir nicht still und leise unter, wir werden Kämpfen. Leute die sich in ihrer Existenz bedroht fühlen, diskutieren nicht.

    Ganz einfach und seit Jahrtausenden bekannt.
  7. von Benjamin B.
    Weniger ist manchmal mehr. Nicht nur im Inhalt wurde versucht mindestens fünf Themen in einen Text zu bringen, sondern auch in der Länge der Sätze wurde nicht gegeizt.

    Ich muss gestehen, ich verstehe die Intention der Autorin nicht. Die Überschrift, und damit meine Intention den Text zu lesen, wurde irgendwann aus den Augen verloren. Geht es nun um Sprachwandel? Um Moralkritik? Um Moral? Um Politik? Um öffentliche Kommunikation? Um die CSU? Um die politische Linke? Um "Juste Milieu"? Sehr verworren das alles ist (um es mit Joda zu halten).

    "Juste Milieu" bedeutet wortwörtlich übrigens Mittelstraße (franz.) und bezeichnet das Mittelmaß, er hat unter anderem literarisch und politisch eine gewisse Tradition, deren Klärung man gewiss googeln kann. Der Vorwurf gegen die Medien ist derzeit mangelnde Sorgfaltspflicht (nicht mangelnde Fremdwortkenntnis) - auch hier hätte sie dem Artikel besser angestanden, sowas lernt man zuweilen in der Schule, aber diese ist ja auch nur "Juste Milieu"...
  8. von Willi Marx
    Es gelingt mir nicht zu verstehen das es falsch sein soll wenn konträre Positionen in klarer Sprache zum Ausdruck kommen. Die Sorge der Autorin um das Niveau der Sprache hofiert jene politischen Parteien die sich in Parlamentsdebatten zwar bekämpfen jedoch nicht unterscheiden lassen. Ein Blick ins Ausland täte gut liebe junge Frau.
  9. von Tobias Vorberg
    Den Begriff „Juste Milieu“ lese ich auch zum ersten Mal. Ich bin zudem der Meinung das der Kuschelkurs vorbei sein sollte. Sie wollen uns (die Linken und Moralisten) verunglimpfen? Können sie haben. Es wird Zeit daran zu erinnern das die Farben Schwarz, Rot, Gold für Revolution und Umsturz stehen und die Definition was "Deutsch" sein bedeutet nicht der Rechten zu überlassen.
    "Vor der Freiheit sei kein Frieden..." (Georg Herwegh)
  10. von Sebastian Schürmann
    War mir zu viel Hufeisen-Theorie. Leider. Was hat G20, ausser in ihrem eigenen Kontext, dann mit dem Rechtsruck der CSU zu tun?
    So lange es nicht gelingt, das mit dem "Abrutschen in den Faschismus" (O-Ton liberal/konservativer Freund von mir) nicht als eigenständiges Phänomen zu betrachten, ohne jeweils gleich die vermutete "andere, auch radikale Seite" zu Rate zu ziehen gelingt keine Analyse. Sie vermischen, die Dinge, bzw. es gäbe auch andere Beispiele für extrem moralische Gruppen mit dem Hang zur Selbstüberschätzung (Kirche, Bundeswehr, staatl. Behörden, Richter, Sprecher der Polizeigewerkschaften) der eigenen Werte. Aber so ein G20 passt halt immer, da hat der Leser gleich wieder brennende Barrikaden im Kopf. Sehr fein, aber diffamierend bzw. zumindest gewollte Herabsetzung dessen was Sie als links wahrnehmen.
    Die CSU hat es ganz gut verstanden, die eigentlichen Ereignisse der letzten Wochen, den Wahlkampf und die Untersuchungsausschüsse schön in den den Hintergrund zu rücken und alle mal wieder mit einer Moraldiskussion zu beschäftigen. Die bringt uns übrigens nicht weiter. Es gibt ein Grundgesetz, an das ist sich zu halten. Was da der einzelne für moralische Vorstellungen hat ist relativ egal.
    Mein Schluss aus den letzten Wochen: Dobrinth hat die "konservative Revolution" an-, aus und aufgerufen und bekommt ganz genau was er bestellt hat. Auf allen Ebenen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis es wieder eine breit aufgestellte Koalition dafür gibt. Aus AFD, CSU, CDU und Verwandten.
    Wir haben ja momentan eher stabile Verhältnisse ;) Das kann sich schnell ändern (Deutsche Bank, VW, Rückstand Digitalisierung, Pflegenotstand). Sich hiermit zu beschäftigen wäre viel schädlicher für einen Diskurs wie ihn Seehofer führt und wäre die Bekämpfung "politischer Fluchtursachen" bei den liberal Konservativen.

    https://trends.google.com/trends/explore?geo=DE&q=konservative%20revolution,sozialdemokratie