Polizistin erschießt  Messerstecher - und nun?

Jenseits der Internetgeiferei über den Flensburger Fall liegt die rechtliche Frage, wann und wie man sich wehren darf. Und die ist nicht so einfach zu beantworten, wie man denken könnte.

In Flensburg erschoss eine 22-jährige Polizistin einen 24-jährigen Mann
aus Eritrea, der zuvor einen anderen Mann und sie selbst mit einem
Messer verletzt hat
.

Die Tatsache, dass es sich bei dem Getöteten um einen Flüchtling
handelte, führte gleich wieder einmal zu heftigen Reaktionen in den
sozialen Netzwerken. Während die einen jubelten, weil endlich mal eine  
deutsche Polizisten einen „Neger“ erschossen hatte, witterten andere
umgehend unangemessene Polizeigewalt und einen „finalen Rettungsschuss“.
Dass es einmal in einem solchen Fall gelingt, sich Blitzkommentare zu
verkneifen, ist wohl einer meiner ewig unerfüllt bleibenden Wünsche.

Also der Reihe nach. Wie immer, wenn ein Mensch durch Einsatz einer
Schusswaffe zu Tode gebracht wurde, wird es auch in diesem Fall ein
Ermittlungsverfahren geben. Das bedeutet, dass die genauen Umstände des
Schusswaffengebrauchs geklärt werden müssen. Nach dem, was man bisher
aus der Presse weiß, spricht einiges dafür, dass hier der Gesichtspunkt
der Notwehr und der Nothilfe eine entscheidende Rolle spielen wird.

Systematisch betrachtet, ist Notwehr ein Rechtfertigungsgrund, d.h. wer
in einer Notwehrsituation eine Straftat begeht, macht sich nicht
strafbar, weil seine Tat – hier ein tatbestandsmäßiger Totschlag -
gerechtfertigt ist. Im Gesetz steht das so:

Paragraph 32 Notwehr

Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht
rechtswidrig. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich  ist, um einen
gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Das klingt ja erst einmal ganz einfach, ist es aber leider nicht.

Schon die alten Römer kannten den Grundsatz „vim vi repellere licet“,
also Gewalt darf mit Gewalt abgewehrt werden. Das ist nichts Neues.
Heute sagt man dazu auch gerne, das Recht braucht dem Unrecht nicht zu
weichen. Wer angegriffen wird, darf grundsätzlich zurückschlagen.
Niemand muss vor einem Angriff fliehen. Im Grundsatz ja. Aber eben nicht immer. War es Notwehr in Flensburg?

Die Polizistin musste nicht warten, bis sie selbst weiter verletzt worden ist

Basis einer rechtfertigenden Notwehr ist zunächst einmal eine
Notwehrlage in Form eines gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriffs. Das
wird man hier erst einmal zwanglos annehmen können, da der Mann bereits
eine andere Person mit dem Messer angeblich schwer und die Schützin
selbst im Gesicht verletzt hatte. Das reicht erst mal. Die Polizistin
musste nicht warten, bis sie selbst weiter verletzt worden ist.  Zur
Sicherung der öffentlichen Sicherheit, also zum Schutz der anderen
Personen, war es auch nötig, zu versuchen, den Streit der Männer zu
schlichten. Also alles gut? Wenn’s mal so einfach wäre. Das Notwehrrecht erlaubt
nämlich nur die „erforderliche“ Abwehrhandlung, nicht jede.

Der BGH hat das einmal so ausgedrückt: „Erforderlich ist diejenige Verteidigungshandlung, die geeignet ist, den Angriff sofort sicher und endgültig zu beenden und dabei das
relativ mildeste der in Betracht kommenden Verteidigungsmittel ist.“
(BGHSt. 3, 217)

Der Angegriffene kann nicht einfach jedes Mittel einsetzen

Und ein tödlicher Schuss kann nur als Ultima Ratio eingesetzt werden.
Den Angegriffenen trifft eine besondere Pflicht. Er kann nicht einfach
jedes Mittel einsetzen, sondern muss sich schon auch überlegen, welche
Mittel er zur Abwehr des Angriffs einsetzt. Das gilt für den normalen
Bürger nicht anders als für einen Polizeibeamten, der darüber hinaus
auch einen gewissen nervlichen Vorteil haben sollte, für derartige
Situationen an der Waffe geschult worden zu sein. Die eingesetzten
Abwehrmaßnahmen müssen im „gebotenen“ Verhältnis zum Angriff stehen.

Ein Beispiel, das jedem einleuchten wird: Sie können nicht einfach den
Nachbarjungen mit der Flinte aus ihrem Apfelbaum knallen, nur weil er da
ihr Eigentum in Form von ein paar Äpfeln angreift.

Es gibt allerdings Situationen, wo das letzte Mittel auch das einzige
sichere Mittel ist. Man kann deshalb nicht grundsätzlich sagen, dass
nicht geschossen werden darf oder das ein tödlicher Schuss unangemessene
Polizeigewalt wäre. Und auch wenn man aus dem Fernsehen die
polizeilichen Kunstschützen zu kennen glaubt, die einen Angreifer mit
einem gezielten Schuss in den Arm oder das Knie stoppen, in der Realität
sieht das ganz anders aus. Man fällt auch nicht gleich handlungsunfähig
um, wenn man getroffen wird.

Grundsätzlich hat man im Rahmen der Notwehr das Recht zur Trutzwehr

Ob eine Abwehrhandlung erforderlich war, ist häufig in Verfahren eine
schwierige Frage. Es ist letztlich eine Bewertungsfrage, die erst die
Staatsanwaltschaft und, falls es zu einer Anklage kommt, das Gericht
entscheiden muss. Diese Bewertung muss natürlich aus der Sicht des
Täters zur Tatzeit getroffen werden. Wer bereits das Messer des
Angreifers im Gesicht hatte, der ist so verdammt nah an diesem dran,
dass ein gezielter Schuss in das Knie kaum machbar ist.

Grundsätzlich hat man im Rahmen der Notwehr das Recht zur Trutzwehr. Das
klingt jetzt zwar nach alten Rittersleut, bedeutet aber nur, dass man
einen Angriff mit einem Gegenangriff beenden darf. Im Fußball würde man
von einem Konter sprechen. Wo es aber einen Grundsatz gibt, da gibt es
immer auch mindestens eine Ausnahme. Gegenüber Kindern und anderen
offenkundig schuldlos handelnden Menschen, also zum Beispiel Kindern,
Vollgesoffenen oder psychisch Kranken, ist die Trutzwehr nur selten
zulässig. Nur dann, wenn anders gar nichts mehr geht. Wenn der
dreijährige Amerikaner mit seinem Kindergewehr auf andere Kinder
schießt, dann darf man auch ihn erschießen, wer anders nicht gebremst
werden kann. Aber ansonsten muss man eben zur reinen Schutzwehr
übergehen. Das bedeutet auf Deutsch, man muss sich dem Angriff durch
Ausweichen oder sogar Flucht entziehen.

Dafür, dass der Eritreer offenkundig schuldlos gehandelt hat, gibt
es bisher keine Hinweise.

Wenn eine Notwehrlage vorlag, kann auch noch ein sogenannter „intensiver
Notwehrexzess“ vorgelegen haben. Das ist so, wenn jemand bei einer
bestehenden Notwehrlage das Maß der Notwehr überschreitet.  Auch dafür
sehe ich keine Anhaltspunkte.

Wir sollten uns immer hüten, ein vorschnelles Urteil zu fällen, egal in
welche Richtung.
Und auch wenn ich mich wiederhole, die Unschuldsvermutung gilt nicht nur
für „Schweine“, sondern auch für Polizisten.

20 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Ulrike Schulz
    Es ist 5 vor 13:00. Mittlerweile stellt sich der Fall ganz anders da als bisher von den Medien verbreitet. Die Polizistin ist als erstes Attackiert worden, von einem Mann mit einem Messer.
    Der 35 Jährige ist dazu gekommen. Im Handgemenge hat die Polizistin geschossen und den Angreifer getötet. Am Ende wird sich diese (Geschichte) ganz anders entwickeln als wir es uns vorstellen können. Fakt ist, es ist ein Messer im Spiel und eine Pistole. Warum werden vermehrt in Europa Frauen in Polizei Uniform überfallen ? Ganz gleich welcher rechtlicher Grundsatz es erlaubt, das Polizisten in Uniform, wenn Sie eine Waffe tragen, kostenfrei in Ihrer Freizeit Bahn fahren dürfen.
    Finde ich es überaus bedauerlich das dieser Vorfall passiert ist und die DB sollte Ihre Praxis überdenken !
    1. von Gabriele Flüchter
      Antwort auf den Beitrag von Ulrike Schulz 02.06.2018, 13:10:08
      Auf die Medien möchte ich hier gar nicht schimpfen, es kommt eben vor, dass unterschiedliche Presseorgane aufgrund unterschiedlicher Informationszugänge und auch unterschiedlicher redaktioneller Herangehensweise unterschiedlich schreiben.
      Mich stört das soweit auch nicht, ich finde das verständlich.

      Es könnte aber leichter sein, sich durch die relevanten Quellen zu recherchieren, z. B. wenn es ein Bundesportal gäbe, wo man die Pressemitteilungen z. B. von Polizeiportalen, Ermittlungsbehörden, Gerichtsurteilen etc.
      gebündelt vorfinden würde.

      Man hätte dann ein Bundesportal, und müsste sich nicht alles überall zusammen suchen, die Presseorgane hätten eine gemeinsame Datenbasis.
  2. von Gabriele Flüchter
    Und nun? fragt der Autor Heinrich Schmitz. Vor meinem Auge als Leser entstehen nun Bilder, geprägt von dem was ich lese, höre, was meine Gedanken, meine Phantasie, meine Erfahrung daraus macht.
    Da die Geschichten rund um den 35 Jährigen diffus sind, kann ich mir diesen nicht recht vorstellen - war er zunächst in einem gewaltsamen Streit mit einem anderen Mann oder ist er der friedliche Helfer, der der jungen Polizistin zu Hilfe eilte und vorher gar nicht involviert war. Ich weiß es nicht, das Bild von dem Mann ist abstrakt, ein Fragezeichen.

    Die Geschichte um den zweiten Mann ist deshalb auch abstrakt, hat er angegriffen, oder hat der 35jährige zuerst angegriffen? - das macht für mich, für mein Gerechtigkeitsempfinden schon einen größeren Unterschied zur Bewertung dessen, was getan wurde.

    Die Polizistin - auch hier ist das Bild abstrakt - denn ich weiß nicht: Ist sie überrumpelt worden vom "Angreifer" - so wie die einen es schildern, oder hat sie sich, zwei andere kämpfend sehend, aus freiem Entschluss eingeschaltet? Ich weiß es nicht.

    Ich stelle mir vor, die Polizistin war vielleicht müde, denn sie reiste außerdienstlich, ich stelle mir vor, sie fühlte sich trotzdem verantwortlich, versuchte zu helfen und dann das!
    Vielleicht ein Ereignis, von dem sie sich nie erholen kann.

    Ich stelle mir vor, dieselbe Polizistin hätte ihre Polizistenkleider gar nicht an gehabt, ihre Pistole wäre im Spind geblieben, im Zug hätte es begleitende Zugpolizisten im Dienst gegeben, außerdem Zugärzte im Dienst - vielleicht einen Humanmediziner, einen Psychologen.

    Ich stelle mir vor, dass es dann vielleicht einen Toten und eine unglückliche Polizistin weniger hätte geben können.

    In Zügen mit vielen hundert Mitfahrern und mitunter seltenen Stopps sollte darüber nachgedacht werden, diese mit Zugpolizisten und Zugärzten/-Psychologen zu bereichern, um der Unversehrtheit aller Beteiligten willen.

    Das erscheint mir nicht übertrieben, dies zu debattieren.
    1. von Harald Mertes
      Antwort auf den Beitrag von Gabriele Flüchter 02.06.2018, 07:54:56
      Wenn Sie schon so großes Vertrauen in die offiziellen Mitteilungen haben, dann warten Sie doch erst mal das Ergebnis der Ermittlungen ab, die ein eindeutiges Ergebnis haben sollten. Hier wurden mehrere ungeprüfte Informationen über verschiedene Kanäle kolportiert und letzten Endes zusammengeührt, was ein widersprüchliches Bild ergeben muss.

      Nein, man sollte nicht darüber nachdenken, Zugärzte einzustellen. Zugpolizisten kannte mein Vater, als er in der 30er Jahren mit dem Zug zur Schule fuhr. Ein Mehr an Sicherhjeit bedeutete das damals nicht. Heute auch nicht, wenn man bedenkt, wie viel Züge oder auch nur ICEs täglich fahren, und wie oft dann so ein Vorkommnis ist.

      Wir haben in Deutschland ein fast flächendeckendes Netz an Notärzten, aber fast keine hauptamtlichen. Sie sind zum großen Teil an Kliniken angestellt, arbeiten in OPs oder auf Intensivstationen und trainieren damit die Fähigkeiten, die bei manchen Notarzteinsätzen für den Patienten überlebenswichtig sein können. Ein hauptamtlicher Notarzt verlernte diese Fähigkeiten sehr schnell, da er es anders als im Klinikalltag zu selten benötigt und damit auch zu wenig trainiert. Zugärzte hätten noch viel weniger Einsätze mit entsprechendem Verlust der Kompetenzen. Kurzum: Zugärzte sind teurer Unsinn. Wenn Sie die notfallmedizinische Versorgung der Passagiere verbessern wollen, müssten Sie z.B. durch eine Software festlegen, an welchen Bahnhöfen in der kürzesten Zeit ein Notarzt an dem dort dann notfallmäßig haltenden Zug zu dem gefährdeten Patienten gelangt. Das hieße bahntechnisch den Fahrweg hinter dem Bahnhof für den Zug sperren, was mit ETCS ginge. Rettungstechnisch müsste der nächste freie Notarzt alarmiert werden. Keine einfache Aufgabe.
  3. von Gabriele Flüchter
    Flupi Kasulke, Presseportal, Bildzeitung - drei Sprachen zum selben Ereignis, immer etwas anders geschrieben, andere Bilder entstehen vor meinen Augen.
    Jetzt kann ich auf Presseportal der Polizei Schleswig Holstein über den Fall lesen, bei Bundespolizei - Pressemitteilungen leider nicht.
    Warum nicht. Ich frage mal bei der Bundespolizei via Twitter.
  4. von Gabriele Flüchter
    Die Darstellung des Presseportals der Polizei Flensburg deckt sich nicht mit der Darstellung der Bildzeitung, wie sie im Tagesspiegel wieder gegeben wird.

    Laut dem hier verlinkten Tagesspiegel Bericht hätte die Bildzeitung darüber informiert, dass ein Zugbegleiter versucht habe, die Polizei zu alarmieren, da zwei Personen im Zug in Streit geraten wären, darauf hin soll die 22jährige Polizistin, die an diesem Tag in Zivil mitfuhr erschienen sein, um behilflich zu sein. Es wäre durchaus üblich, dass Polizisten auch bei privaten Fahrten ihre Dienstwaffe dabei hätten.

    Einer der Männer hätte auf den anderen eingestochen und die Polizistin hätte dann ihre Dienstwaffe benutzt.


    Ja, das finde ich interessant - zwei völlig verschiedene Versionen.

    Nach Abschluss der Ermittlungen wird ja dann eine Version, ob jetzt die der Bildzeitung, die des Presseportals oder noch eine andere Version übrig bleiben.


    Ich will alles weiterhin wissen, von allen Nachrichtenlieferern.
  5. von X Violett
    Diese Betrachtungen sind zwar recht schön und gut - sie sind aber GÄNZLICH UNTAUGLICH für denjenigen, der in die Situation wie die der Polizistin gerutscht ist. Für eine wissenschaftliche oder gar gerichtlich haltbare Überlegung ist da gewiß kein Raum mehr.

    Also: natürlich darf sich die Polizistin mit der Waffe wehren - ebenso natürlich aber darf sie nicht einfach auf den massivsten Teil des Angreifers zielen, denn sie muß den Angreifer nur aus dem Gefecht setzen, also eben keineswegs gleich tödlich verletzen.

    Wir sind es aus den zahllosen Fällen in den USA gewohnt, dass die Täter - dort in der Regel Schwarzafrikaner - halt erschossen werden, sehr häufig auch noch ohne Grund. Und das sollte keinesfalls abfärben.

    Kurz: die Polizistin konnte und mußte schon überlegen, ob sie den Täter in den Oberkörper oder in den Kopf schießt - oder nicht in einen Körperteil, der nicht automatisch seinen Tod auslöste.

    Dabei ist die Polizistin, wenn sie sich bei dieser Beurteilung irrt, nach unserer Rechtsprechung und Gesetzesregelung genügend geschützt.

    Violett
    1. von Thomas G.
      Antwort auf den Beitrag von X Violett 01.06.2018, 14:58:56
      Hallo violett, sie haben da leider etwas falsch verstanden - natuerlich darf die polizisten im fall der notwehr/nothilfe auf den 'massivsten' teil des koerpers schiessen - dies wird sogar ausgebildet und ist der einige weg, den angreifer schnell und wirksam zu stoppen. Ein schuss ins bein oder in den arm macht keinen angreifer anfriffsunfaehig. Selbst nach einem treffer im brustbereich besteht noch ein geringes zeitfenster, in dem der angreifer noch handlungsfaehig ist und weiterhin von deinem messer gebrauch machen kann. Tut mir leid, sie entaeuschen zu muessen, aber die wirklichkeit ist leider nicht so wie in hollywood oder dem tatort. Anders kann ich mir ihre romantische denkweise von 'ausser gefecht setzen' leider nicht erklaeren. Sollten sie meinen, lieber auf die arme schiessen zu muessen, dann stellen sie sich gerne einmal jemandem 5m gegenueber und versuchen sie dessen langsam kreisenden arme mit einem tennisball abzuwerfen - waerend dieser auf sie zugelaufen kommt. Sie haben einen versuch - danach waeren sie tot.

      in diesem sinne. Angenehmes leben noch.
  6. von Flupi Kasulke
    Nach neuesten Erkenntnissen handelt es sich mitnichten um einen "Messerstecher", noch um eine "Messerstecherei" und alldem ist auch kein ominöser "Streit" vorausgegangen. Der Eritreer hat die Polizistin unvermittelt mit einem Küchenmesser angegriffen, diese rief um Hilfe und zum Glück kam ihr auch jemand zu Hilfe, der dann wiederum vom Eritreer oder auch "dem Mann" mit dem Messer schwer verletzt wurde. Es handelt sich also offenbar um eine Terrorattacke. Da diese Konstellation eine gewisse politische Brisanz hat ( Wasser auf die Mühlen der Rechten ... usw.. ) wird man mit dieser Einschätzung wohl noch ein paar Tage warten und es dann irgendwo im Regionalteil abhandeln. Der "Streit" bleibt dann bei den meisten Lesern hängen - alles andere sind Dinge die die Bevölkerung nur unnötig verunsichern. Vielleicht sollte der Tagesspiegel genau diesen Mechanismus mal genauer hinterfragen - das krampfhafte Suchen nach irgendeiner Kausalität um dem Unverständlichen oder zutiefst Grausamen irgendeine absurde Rechtfertigung zu geben. Es ist möglicherweise schwer zu akzeptieren, aber wir leben inzwischen in Zeiten in denen es passiert das jemand mit einem Küchenmesser auf Polizisten oder Ex-Freundinnnen losgeht, oder ein schräger Blick im Supermarkt schon ein Stich durch die Lunge zur Folge hat. Das ist die neue Realität, die man verschwurbeln mag wie man möchte. Verdrängen lässt sie sich nun nicht mehr.
    1. von Gabriele Flüchter
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 14:54:41
      Lieber Flupi Kasulke, laut Presseportal der Polizei Flensburg, soll die Polizeibeamtin angegriffen worden sein, als sie sich in dem einfahrenden Zug zum Ausgang begeben hat. Wohl auf dem Weg Richtung Ausgang soll ein Angreifer die Polizeibeamtin mit einem Messer attackiert und dabei verletzt haben.
      Ein 35 Fahrgast habe helfen wollen und es soll ihm auch gelungen sein, den Angreifer und die Polizeibeamtin zu trennen, wobei ihm allerdings der Angreifer eine Stichverletzung zugefügt haben soll.
      Darüber hinaus zog sich der 35 jährige Fahrgast im Rahmen seines Eingreifens einen Armbruch zu, so das Presseportal.

      Schließlich habe die 22jährige Polizeibeamtin ihre Dienstwaffe gezogen und auf den mutmaßlichen 24 jährigen Angreifer geschossen, der dabei tödlich verletzt worden sei.


      Wer auch in dem besagten Zug mitgefahren ist, und etwas weiß, möge sich bei der Flensburger Polizei melden - es geht um den Intercity 2406 von Köln nach Flensburg am 30.05.2018.


      Warum das Ganze passiert ist, ist noch unklar.


      Flupi Kasulke, sie machen ja eine Stimmung hier - "Terrorattacke" - noch ist gar nicht klar, wie das alles kommen konnte, ich bedaure aber sehr, dass ein Mensch gestorben und zwei Menschen verletzt wurden.


      So traurig es ist, aber solche Vorfälle gibt es seit Menschengedenken und sie sind auch nicht mehr geworden insgesamt - noch ist auch nicht klar, wer die Auseinandersetzung wie in Gang gesetzt hat. Leider lebt der mutmaßliche Angreifer nicht mehr und kann sich nicht mehr selbst erklären - das ist aus meiner Sicht immer sehr tragisch und ich frage mich: Musste das sein? Andererseits stelle ich mir die junge Polizeibeamtin vor, wie sie vielleicht in Selbstvorwürfen zu versinken droht - hoffentlich steht sie das durch!


      Um der Würde aller Beteiligter Willen wünsche ich mir eine umfassende und gründliche Aufklärung, bei der Polizei Flensburg möchte ich mich für das Presseportal bedanken
      und weiter, auch von den Medien über den Fall aufgeklärt werden.

    2. von Flupi Kasulke
      Antwort auf den Beitrag von Gabriele Flüchter 01.06.2018, 15:25:03
      Sie sind nicht mehr geworden ? Vielleicht hilft die Lektüre der Regionalteile allein der letzten 3 Tage. In Salzgitter erschiesst am 29.5 ein Syrer seine EX-Frau, in Bensheim sticht am 30.5 ein 22jähriger Syrer auf eine Frau ein. Ein Eritreer greift die Polizistin an. Und wer sich noch ein bisschen Mühe macht der entdeckt interessante andere Detail wie 3 schwere Vergewaltigungsversuche in nur 80 Minuten in Freiburg. usw. usw.
      Ich bin mir ziemlich sicher dass es sowas in einem derartigen Ausmaß in Deutschland noch niemals gab.
    3. von Flupi Kasulke
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 15:49:37
      Bitte bleiben Sie beim Thema - Die Community-Redaktion
    4. von Flupi Kasulke
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 15:57:12

      Bitte bleiben Sie beim Thema. Die Community-Redaktion
    5. von Flupi Kasulke
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 16:00:35
      Bitte bleiben Sie beim Thema. Die Community-Redaktion
    6. von Gabriele Flüchter
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 15:49:37
      Lieber Flupi, ich habe mir die Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums von 2018 angesehen, es ist demnach alles weniger geworden.
      Der Bundesinnenminister Seehofer hat dazu erklärt:

      Bundesinnenminister Seehofer erklärte dazu: "Die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten ist mit etwa 5,76 Millionen Fällen die niedrigste seit 1992. Noch deutlicher zeigt sich die sinkende Kriminalität bei Betrachtung im Verhältnis zur Bevölkerungszahl: Die Häufigkeit von unter 7.000 Fällen pro 100.000 Einwohner wurde sogar im 30-jährigen Vergleich nie erreicht!"

      Das klingt für mich seriös, ich habe auch persönlich nicht den Eindruck, dass es in meinem Land gefährlicher geworden wäre.

      Ich lebte 1,5 Jahre in Brasilien, in Sao Paulo, da kommen schon andere Beklemmungen auf, wenn fast jeder, den man kennt, irgendwann ausgeraubt, irgendwann bedroht wird.

      Das ist ganz was anderes, Flupi Kasulke, als bei uns in der Bundesrepublik.

    7. von Flupi Kasulke
      Antwort auf den Beitrag von Gabriele Flüchter 01.06.2018, 16:16:35
      Ich dachte wirklich zuerst das was als Witz gemeint :) - Das ist aber ihr Ernst oder ? Ich habe doch gerade die Horrormeldungen der letzten Tag gepostet und das jeweils mit Pressemitteilung. Glauben Sie wirklich dass das schon immer so war?
    8. von Gabriele Flüchter
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 16:29:28
      Meldungen von ein paar Tagen, von einem Kommentator zusammen gesucht, Flupi Kasulke, die lassen keine Aussagen über einen Trend zu, die Aufzeichnungen des Bundesinnenministeriums, die sich auf Polizeistatistiken stützen, lassen Rückschlüsse auf langfristige Entwicklungen zu.

      Ihre Sammlung reicht dafür nicht aus, andere Leute haben andere Sammlungen oder gar keine.

      Deshalb gibt es ja gerade zentrale Auswertungen, damit es so gesehen objektiver und systematischer erfasst wird und man kann dann eher über die Jahre hinweg, Aussagen zu langfristigen Entwicklungen treffen.

      Ihre Beobachtung ist ja nicht falsch, das meine ich nicht, aber sie ist nicht repräsentativ, es ist Ihre individuelle Sammlung, zu wenig vollständig, zu kurzfristig angelegt.
    9. von Meister Mostrich
      Antwort auf den Beitrag von Gabriele Flüchter 01.06.2018, 16:34:39
      "Traue keiner Statistik, die du nicht selber..." Und einem Bundesinnenminister würde ich schon gar nicht aufs Wort glauben,das ist schlichtweg naiv.
    10. von Gabriele Flüchter
      Antwort auf den Beitrag von Meister Mostrich 01.06.2018, 18:05:48
      Wir kommen von Thema ab, nur kurz dazu: Ich finde es selbstverständlich, auf die Datenmaterialien der Ministerien zu vertrauen, ich habe keinen Grund diese anzuzweifeln, mir fehlte dafür auch der Überblick.
      Es ist nicht naiv, sondern folgerichtig, darauf zu vertrauen.
    11. von Janina S
      Antwort auf den Beitrag von Flupi Kasulke 01.06.2018, 14:54:41
      in Deutschland passieren jährlich 11200 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen. Das sind 30 am Tag!

      Vielleicht korrigieren Sie mal ein wenig Ihre Wahrnehmung, was es angeblich so noch nie gab!

      Das Entscheidende, das sich in den letzten Jahren verändert hat, ist: Wenn in Posemuckel, Köln oder Nauen ein Mann eine Frau vergewaltigt, steht das dort in der Regionalpresse. Angabe der Nationalität: Keine. Wahrnehmung annähernd Null.
      Tut das ein „Syrer“ oder „Flüchtling“ steht es bundesweit in der Presse und Menschen wie Sie sorgen spätestens dafür, dass die Wahrnehmung groß ist.

      Was lehrt uns das: Eine Frau, die von einem deutschen Mann vergewaltigt wird, ist es nicht wert, Ihre Wahrnehmung zu bekommen.