Komplexes System Verzicht ist nicht die Lösung

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Umweltökonom

Expertise:

Grischa Perino ist Professor für VWL, insb. Ökologische Ökonomie an der Universität Hamburg und Mitglied des Exzellenzclusters für Klimaforschung „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS).

Selbst wenn man sich nicht davon abschrecken lässt, dass der eigene Beitrag zum Klimaschutz nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, bleibt die Tatsache, dass EU-weite Flüge Teil des Emissionshandelssystems sind - das Klimaschutz zum Ziel hat.

Die Antwort auf die Frage: „Wie hältst du’s mit dem Fliegen?“, wird zunehmend zum Indikator moralischer Integrität. Die Gretchenfrage 2.0. Flugscham, das schlechte Gewissen, ein Flugzeug zu betreten oder im Bekanntenkreis davon zu erzählen, befällt immer mehr Menschen. Eine neue soziale Norm entsteht. War eine Flugreise vor einigen Jahrzehnten noch Statussymbol, wurde sie erst zur Massenware und dann zum Schandfleck auf der grünen Weste. Sind Flüge wirklich so schlecht wie ihr Ruf und ist Verzicht der richtige Weg?

Flugzeuge produzieren neben CO2 weitere Gase, die in großen Höhen besonders schädlich sind. 

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Auf den ersten Blick ist ein Langstreckenflug wohl die klimaschädlichste Konsumentscheidung, die man als Normalsterblicher trifft. Ein bis zwei Tonnen CO2 fallen an, wenn man an die Westküste der USA oder nach Fernost fliegt. Zum Vergleich: ein durchschnittlicher Europäer verursachte 2017 etwa 7,2 Tonnen CO2, und um die Klimaziele zu erreichen, muss der Wert bis Mitte des Jahrhunderts auf eine Tonne oder weniger sinken. Hinzu kommen weitere Gase, deren Ausstoß in großen Höhen besonders klimaschädlich ist und in der Wirkung mindestens dem CO2-Ausstoß des Fluges entspricht.

Flugscham kann ein Wirkung entfalten, aber nur innerhalb bestimmter Gruppen - die zu klein sind, um relevant zu sein.

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Sollen die in Paris vereinbarten Klimaziele erreicht werden, muss die Anzahl der Flugreisen deutlich sinken anstatt - wie bisher - zuzunehmen. Würden wir alle einfach nicht mehr fliegen, hätte sich das Thema erledigt. Die Knackpunkte sind das ‚alle‘ und das ‚einfach‘. Freiwilliger Verzicht ist genau das: freiwillig. Soziale Normen und individuell empfundene Scham können zwar große Wirkung entfalten, insbesondere innerhalb bestimmter Gruppen, aber dass sie in der Lage sind, den Wachstumstrend bei Flugreisen umzukehren, ist unwahrscheinlich – und dann bliebe ja immer noch die Luftfracht. Denn wenn man schon selbst nicht nach Indien reist, so soll doch wenigstens der online bestellte, fair gehandelte und biologisch angebaute Grüntee möglichst übermorgen geliefert werden.

Fliegen ist billig, die Versuchung groß.

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Einfach ist der Verzicht ebenfalls nicht. Es gibt viele ‚gute‘ Gründe, warum man in ein Flugzeug steigt: Geschäftsreisen, Verwandte im Ausland, Fernbeziehungen und die Völkerverständigung (manche nennen es auch Urlaub). Zudem war Fliegen noch nie so billig und wir waren noch nie so reich, die Versuchung war noch nie so groß.

EU-Flüge sind Teil des Emissionshandelssystems, das Klimaschutz als Ziel hat. 

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Zudem stellt sich die Frage, welche Wirkung der individuelle Verzicht auf die insgesamt emittierte Menge an Treibhausgasen hat. Selbst wenn man sich nicht davon abschrecken lässt, dass der eigene Beitrag zum Klimaschutz nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, bleibt die Tatsache, dass innereuropäische Flüge Teil des EU Emissionshandelssystems sind. Das heißt, Fluggesellschaften müssen für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat abgeben. Da die Menge an Zertifikaten begrenzt und insgesamt knapp ist, gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der durchgeführten Flüge und den CO2-Emissionen in der EU. Wird ein Flug gestrichen, werden die Zertifikate meist an anderer Stelle eingesetzt.

Ab 2021 gilt für Interkontinentalflüge eine Kompensationspflicht, die freiwilligen Verzicht bedeutungslos macht.

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Für Interkontinentalflüge sind Fluggesellschaften ab 2021 verpflichtet, alle CO2-Emissionen, die über dem Durchschnitt von 2019 und 2020 liegen durch Projekte, in denen CO2 vermieden wird, zu kompensieren. Zumindest wenn diese Kompensationsmechanismen funktionieren, dann entstehen durch Flugreisen zwar immer noch bedeutende Mengen CO2 (auf dem Niveau von 2020), aber der freiwillige Verzicht hätte keinen Einfluss mehr auf die Gesamtemissionen – es sei denn diese fallen wieder unter den Wert von 2020.

Die Regulierungen sorgen dafür, das Fliegen teuer wird und weniger attraktiv.

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Beide Regulierungen haben folgendes gemeinsam: Einerseits sorgen sie dafür, dass Fluggesellschaften und damit auch Passagiere, einen Preis für den Ausstoß von CO2 bezahlen. Das macht Fliegen teurer und damit weniger attraktiv. Wie stark, hängt in erster Linie vom Preis für CO2-Zertifikate bzw. Kompensationsprojekte ab. Andererseits heben sie die Emissionswirkung von freiwilligem Verzicht auf. Die Menge an CO2-Emissionen wird unabhängig davon, wie viel wir fliegen. Was bleibt sind die Klimaeffekte des Fliegens, die nicht direkt durch CO2-Emissionen verursacht werden. Verzicht hilft dem Klima also – aber weniger als ohne diese Regulierungen.

Fluggesellschaften könnten mit Angeboten locken, um den Durchschnittswert hochzutreiben.

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Eine Ausnahme sind Flüge in Nicht-EU Länder in 2019 und 2020. Diese dienen als Basisjahr für den ab 2021 eingeführten Kompensationsmechanismus. Je niedriger die Emissionen in diesen beiden Jahren, desto mehr müssen die Fluggesellschaften in den kommenden Jahren kompensieren. Es könnte sein, dass die Fluggesellschaften in diesem Zeitraum besonders attraktive Angebote machen, da sie ab 2021 umso mehr sparen, je höher die Emissionen in den Basisjahren sind.

Wer was fürs Klima tun will, kann für Kompensationsprojekte spenden.

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Wie kann man also einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Neben dem Verzicht kann man durch Flüge verursachte Emissionen auch privat kompensieren und sich politisch engagieren. Kompensation ist nichts anderes als eine Spende für Projekte, die an anderer Stelle Treibhausgasemissionen verhindern oder CO2 der Atmosphäre entziehen und die ohne diese Spende nicht durchgeführt würden. Für den Klimawandel ist es egal, wo und wie CO2-Emissionen entstehen. Verursacht man an einer Stelle Emissionen und damit eine gewisse zusätzliche Erwärmung, kann dies ausgeglichen werden, wenn an anderer Stelle Emissionen verhindert oder der Atmosphäre entzogen werden.

Das Geld kann man auch spenden, wenn man nicht fliegt.

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Einen Baum an der richtigen Stelle zu pflanzen, wachsen zu lassen und ihn danach nicht zu verbrennen, erzeugt zum Beispiel solche ‚negativen Emissionen‘. Das Geld kann man aber auch spenden, wenn man nicht fliegt. Der Flug und die Spende sind zwei voneinander unabhängige Maßnahmen. Die eine macht die Welt wärmer, die andere kühler. Die Verknüpfung besteht allein in unserem Kopf bzw. Gewissen.

Die Zusagen der Paris-Abkommen-Staaten reichen nicht, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

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Politisches Engagement ist notwendig, um den Klimaschutz im Flugverkehr und anderswo zu verschärfen. Noch reicht die Summe der im Rahmen des Paris-Abkommens von Nationalstaaten gemachten Zusagen nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen – von 1,5 Grad ganz zu schweigen. Klimapolitik wird aber nur ambitionierter, wenn sich viele Menschen dafür einsetzen. Um das Klima zu retten, bedarf es nicht nur engagierter Konsumentinnen, sondern insbesondere engagierter Bürger. Die Möglichkeiten sich einzubringen sind vielfältig. Oder um es mit Goethe zu sagen: Klimaschutz ist vor allem „Ein politisch' Lied“.

8 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Franz Schubert
    Und noch etwas. Wenn wir, die Deutschen, nicht mehr fliegen, merkt es da Klima überhaupt nicht. Unser Anteil an der Weltbevölkerung: 1,15%! Unser Anteil am weltweiten Ausstoß von Schadstoffemissionen: 2%! Symbolpolitik und ein gutes Gewissen wird das Klima jedenfalls nicht retten!
    1. Bild von Grischa Perino
      Autor
      Grischa Perino, Grischa Perino ist Professor für VWL, insb. Ökologische Ökonomie an der Universität Hamburg und Mitglied des Exzellenzclusters für Klimaforschung „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS).
      Antwort auf den Beitrag von Franz Schubert 15.06.2019, 17:50:45
      Ja, wir Deutsche können das Klima nicht (alleine) retten. Diese Aussage ist so richtig wie trivial und trifft auf jedes einzelne Land der Welt zu. Es liegt in der Natur des Treibhauseffektes, dass es ein globales Problem ist, das nur global gelöst werden kann. Genau deshalb hat man über Jahrzehnte verhandelt, um sich auf ein gemeinsames Ziel zu einigen. Genau das ist 2015 in Paris geschehen. Jetzt müssen alle Länder - auch Deutschland - ihren Teil dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.
      Klar, wenn alle anderen Menschen auf der Welt aufhören Treibhausgase zu emitieren, dann können wir Deutsche so weitermachen wie bisher, ohne dass es zu einem ernstzunehmenden Klimawandel kommt. Das ist genau des Pudels Kern (ja, schon wieder Goethe...). Wenn sich jeder darauf verlässt, dass es die anderen schon richten, gehen wir alle gemeinsam unter.
  2. von Franz Schubert
    Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen - Wirtschaftssenatorin in Berlin) in einem Interview am 25.05.2019 in der taz:
    „Easyjet bietet seit Anfang Mai eine Direktverbindung Berlin–Sylt an. Dagegen müssten Sie als Grüne eigentlich protestieren.
    Das ist nicht politisch zu entscheiden. Die Airlines legen selbst fest, welche Strecke sie anbieten, was für sie wirtschaftlich ist. Aber hier würde mich tatsächlich die Flugscham packen.“
    http://www.taz.de/Intervi...
    Nun flog ich am 30.05.2019 mit Easyjet nach Kopenhagen, 45 Minuten Flugzeit. Mit mir im Flugzeug Frau Pop. Das Interview war gerade wenige Tage her. Auf den Abflug wartend über einen Reiseführer Kopenhagen gebeugt, vor sich einen Einwegbecher aus Pappe und eine Wasserflasche aus Plastik.
    Ihre Flugscham wusste sie gut zu verbergen.
    Sie sah sehr entspannt aus. Wie man halt aussieht, wenn man etwas Schönes vor hat, sich auf einen Städtetrip freut.
    Der Unterschied zwischen einem Flug nach Sylt und einem Flug nach Kopenhagen erschließt sich mir bis heute nicht, wo doch die Entfernungen nahezu identisch sind. Nebenbei bemerkt, das Wetter war gut. Sie hätte also auch mit dem Fahrrad fahren können, wo doch extra dieser Radweg eingerichtet wurde.
    Und wenn der Flug vielleicht bald 800 Euro kostet, kann Frau Pop (als Doppelverdienerin sowieso) immer noch fliegen. Ich nicht mehr.
    Wie war das gleich mit dem Wasser und dem Wein?
    F.S.
    PS: Nicht jeder fliegt, um „seine Wampe“ in die Sonne halten zu wollen. Ich habe bis 1989 verzichtet, komplett. Wie hieß es vor ‘89 bei denen, die heute für Flugverbote sind (z.B. Bündnis 90)? „Weltanschauung kommt von Welt anschauen!“ Und ich lasse mir von Leuten, die im freien Teil Deutschlands nach dem Abi monatelang oder jahrelang durch die Welt gereist sind, das Reisen (Fliegen) nicht vermiesen. Wer für den Rest seines Lebens die Möhre vom Tempelhofer Feld munkeln und seinen Urlaub am Wannsee verbringen möchte, soll es tun. Ich nicht!
  3. von Matthias Böhme
    Selbstverständlich hilft Selbstverzicht, wenn sich dafür möglichst viele entscheiden. Da ist ein Artikel, der die Sinnhaftigkeit von Selbstverzicht bestreitet, wenig hilfreich. Man muss einfach allen klar machen: Niemand muss aus Deutschland nach Indien, Thailand, China, die USA usw. usf. reisen! Niemand! Allzumal mit dem Massentourismus ja noch weitere erhebliche soziale und Umweltprobleme einhergehen. Niemand muss nach Hurghada fliegen, um dort nichts anderes zu tun, als seine Wampe in die Sonne zu halten, auf dass 20 Jahre später die Krankenversicherungsgemeinschaft für die Hautkrebsbehandlung aufkommen darf. Man darf gerne Mal in das Bundesurlaubsgesetz schauen: Urlaub dient der Erhaltung der Arbeitskraft, der Arbeitnehmer soll entspannen, von Reisen steht da nirgends etwas. Wenn denn Klimaschutz wirklich etwas erreichen soll, müssen alle im Privaten in allen Bereichen verzichten. Auto stehen lassen und Fahrrad fahren, Lebensmittel nur aus der Region kaufen (was für ein Irrsinn ist es, Lebensmittelhändler in Berlin mit Milchprodukten aus Süd- oder Norddeutschland oder gar aus Frankreich, Irland und sonst woher zu versorgen!!!).
    1. Bild von Grischa Perino
      Autor
      Grischa Perino, Grischa Perino ist Professor für VWL, insb. Ökologische Ökonomie an der Universität Hamburg und Mitglied des Exzellenzclusters für Klimaforschung „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS).
      Antwort auf den Beitrag von Matthias Böhme 15.06.2019, 14:56:54
      Klar würde man das Klimaproblem lösen könne, wenn alle Menschen sich freiwillig dafür entscheiden, nicht mehr zu fliegen, kein Auto mehr zu fahren, kein Fleisch mehr zu essen und nicht mehr zu heizen. Aber nur weil das eine theoretisch mögliche Option ist, ist es nicht die wahrscheinlichste. Ich halte es für wenig plausibel, dass sich eine hinreichende Anzahl von Menschen in den nächsten Jahren aus freien Stücken dazu durchringt. Darum bedarf es staatlicher Eingriffe wie einer CO2-Steuer oder Emissionshandel, die dazu führen, dass die klimaschädlichen Konsum- und Produktionsmuster unattraktiv werden und Anreize entstehen, neue Lösungen und Verhaltensweisen zu suchen.
      Das läuft natürlich auf eine ggf. substantielle Umstellung der Lebensgewohnheiten hinaus. Nur eben nicht im engeren Sinne 'freiwillig', sondern als Reaktion darauf, dass man dann die vollen gesellschaftlichen Kosten seiner Entscheidungen auch im Geldbeutel zu spüren bekommt.
      Und wie ich in meinem Artikel schreibe, auch diese staatlichen Eingriffe fallen nicht vom Himmel, sondern müssen aktiv eingefordert werden. Das ist dann immer noch eine Art von Selbstverzicht - aber ein kollegtiver nicht ein individueller.
  4. von Björn Ziemann
    Wenn ich den co2 Rechner anschmeisse kommen bei einem Interkontinentalflug eher 3 Tonnen zusammen und nicht 1-2. Co2 zu kompensieren ist sicherlich nicht schlecht, aber ob es wirksam ist, ist noch die zweite Frage. Wenn ich nach Japan geflogen bin habe ich real das CO2 in die Atmosphäre geblasen, ob der Baum den ich pflanze tatsächlich ueber Jahrzehnte stehen bleibt und dann nicht verfeuert wird ist unsicher. Die Frage nach den Schäden durch Flugreisen ist auch eine soziale Frage. Diejenigen, die sich Interkontinentalflueg leisten koennen leben auf Kosten derjenigen die zu arm fuer solche Luxusreisen sind, und dass ist die grosse Mehrheit der Menschheit. Die Schäden durch den Klimawandel tragen aber vor allem die ärmeren Menschen. Wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen muessen wir unsere Lebensgewohnheiten ändern, symbolisch halten wir ihn nicht auf.
    1. Bild von Grischa Perino
      Autor
      Grischa Perino, Grischa Perino ist Professor für VWL, insb. Ökologische Ökonomie an der Universität Hamburg und Mitglied des Exzellenzclusters für Klimaforschung „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS).
      Antwort auf den Beitrag von Björn Ziemann 15.06.2019, 14:38:09
      Welchen CO2-Wert man für eine bestimmte Reise erhält, hängt vom gewählten CO2-Rechner ab. Das liegt an den getroffenen Annahmen (Flugzeugtyp, Auslastung des Fluges, Zwischenstops...). Außerdem rechnen manche CO2-Rechner die nicht durch CO2 verursachte Klimawirkung gleich mit ein. Ich hatte diese separat ausgewiesen.
      Bäume zu pflanzen ist nur eine (und nicht die zuverlässigste) Art, Emissionen zu kompensieren. Ich habe das Beispiel wegen der Anschaulichkeit gewählt. Das grundlegende Prinzip jedoch ist davon unabhängig. Wenn das Ziel ist, die Erderwärmung im Jahr 2100 (und danach) zu begrenzen (siehe Paris Abkommen), dann können getätigte Emissionen kompensiert werden, in dem man Emissionen an anderer Stelle verhindert oder der Atmosphäre wieder CO2 entzieht. Aber wie ich gesagt habe, man kann das auch tun, ohne vorher emitiert zu haben.
      Ja, Klimawandel wird insbesondere diejenigen treffen, denen es ohnehin schon schlecht geht und wird zum überwiegenden Teil von denen verursacht, denen es relativ gut geht (zumindest ökonomisch). Ein Grund mehr, etwas dagegen zu tun - und zwar etwas, das wirkt. Welche Wirkungszusammenhänge da beim Fliegen meiner Ansicht nach wichtig sind, habe ich im Artikel erläutert.
    2. von Olaf Genty
      Antwort auf den Beitrag von Grischa Perino 18.06.2019, 07:53:31