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Gesellschaft Wie verändert die "filter bubble" die Politik?

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Moderator der Debatte Max Tholl Redakteur

Expertise:

Max Tholl betreut als Redakteur das Tagesspiegel Debattenportal Causa. Zuvor arbeitete er als Redakteur beim Debattenmagazin The European.

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Stand der Debatte

Nach der Wahl von Donald Trump und dem Brexit wird sie von vielen Seiten für den Erfolg der Populisten verantwortlich gemacht: die "filter bubble". Der Begriff stammt von dem Internetaktivisten Eli Pariser. Er bezeichnet damit das Phänomen, dass die Algorithmen von Google oder Facebook den Nutzern vor allem Informationen anzeigen, die ihrem Standpunkt entsprechen - und sie so in ihrem Weltbild bestärken. Doch blieben die politischen Lager nicht immer schon in ihren eigenen Lagern und ließen dort nur die eigene Meinung zu? Ist die "filter bubble" wirklich eine neue Entwicklung? Und können die Parteien sie durch Social-Media-Strategien und Big Data - Massendatenanalyse - verstärken? Wie mächtig ist sie und wie bringen wir sie zum Platzen?

  • 10 Autoren
  • 42 Argumente
  • 120 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Der Mensch macht das eigene gerne vom Verhalten der Anderen abhängig. 

Helen Margetts, Politikwissenschaftler University of Oxford

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1 von 42
Viele Nutzer sind damit überfordert Satire oder Fake-News zu erkennen.

Katharina Kleinen-von Königslöw, Universität Hamburg

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2 von 42
Auch in Deutschland sind datengetriebene Wahlkampagnen möglich - das Internet wird das Hauptschlachtfeld 2017.

Lutz Meyer, Kampagnenexperte, Gründer Fullberry

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3 von 42
Der Kampf gegen Filterblasen fängt offline an 

Thorsten Benner und Alexander Pirang, Global Public Policy Institute Global Public Policy Institute

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4 von 42
Aufgeklärtes und kritisches Wissen entsteht nur aus eigener Erfahrung und dem Vergleich mit anderen Ansichten

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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5 von 42
Die Nutzer müssen von Facebook und Twitter mehr Transparenz einfordern.

Helen Margetts, Politikwissenschaftler University of Oxford

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6 von 42
Das Misstrauen gegen die klassischen Medien erleichtert die Verbreitung politisch motivierter Falschinformation.

Katharina Kleinen-von Königslöw, Universität Hamburg

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7 von 42
Populistische Parteien nutzen Soziale Medien bislang wesentlich geschickter als die etablierten Parteien.

Lutz Meyer, Kampagnenexperte, Gründer Fullberry

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8 von 42
Donald Trump hat nicht allein wegen Big Data die Wahl gewonnen.

Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater

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9 von 42
Filter bubbles sind kaum regulierbar 

Thorsten Benner und Alexander Pirang, Global Public Policy Institute Global Public Policy Institute

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10 von 42
Massenmediale Streitforen sorgen nicht für echte Dialogkultur

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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11 von 42
Information resultiert aus Selektion in Abhängigkeit von ihrer Relevanz für Handeln und Problemlösen

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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12 von 42
Wahlwerbung kann über die sozialen Medien zielgerichteter und damit erfolgreicher sein. 

Helen Margetts, Politikwissenschaftler University of Oxford

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14 von 42
Filterbubbles sind nicht neu, aber online erfordern sie eine größere Medienkompetenz. 

Katharina Kleinen-von Königslöw, Universität Hamburg

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15 von 42
Durch politische Kampagnen in Sozialen Medien werden die Menschen mobilisiert, aber nicht überzeugt.

Lutz Meyer, Kampagnenexperte, Gründer Fullberry

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16 von 42
Es gibt wenige Belege für das Auftreten politischer Filterblasen

Andreas Jungherr, Professor, Universität Konstanz

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17 von 42
Nicht die Technologie ist das Problem, sondern wir Menschen

Thorsten Benner und Alexander Pirang, Global Public Policy Institute Global Public Policy Institute

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18 von 42
Filterblase und Echokammer stärken Ähnlichkeit und legitimieren kollektive negative Urteile

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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19 von 42
Der Begriff der der Filterblase leistet über seine Beschreibungskraft hinaus nichts an Erklärung

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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20 von 42
Die Vorstellung, das Internet würde eine neue Blütezeit der Demokratie einläuten, war falsch.

Yannick Haan, Netzpolitiker SPD

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21 von 42
Die Einfachheit der Teilhabe öffnet auch dem Populismus den Weg in die öffentliche Debatte. 

Helen Margetts, Politikwissenschaftler University of Oxford

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22 von 42
Viele Berichte über das Machbare in big-bata-basierten Kampagnen in Sozialen Medien sind übertrieben.

Lutz Meyer, Kampagnenexperte, Gründer Fullberry

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23 von 42
Medienwirkung ist immer eingebettet in komplexe Wechselbeziehungen

Andreas Jungherr, Professor, Universität Konstanz

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24 von 42
Merkels „interessierter Bürger“ ist ein eher rares Fabelwesen

Thorsten Benner und Alexander Pirang, Global Public Policy Institute Global Public Policy Institute

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25 von 42
Mut zum Selbstdenken und eine selbstkritische  Einstellung scheinen heute alles andere als selbstverständlich

Andreas Ziemann, Soziologe und Medienwissenschaftler

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26 von 42
Wir lebten früher in noch kleineren Filterblasen

David Weinberger, Philosoph

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27 von 42
Facebook denkt nicht an das Gemeinwohl 

David Weinberger, Philosoph

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28 von 42
29 von 42
Eine eigene oder fremdgesteuerte Filterung ist in gewissem Maße lebensnotwendig, weil entlastend

Stephan Humer, Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

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30 von 42
Der weltoffene Bürger, der alle Meinungen gleich wertet, ist eine Fiktion

David Weinberger, Philosoph

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31 von 42
Fake News gehören markiert, nicht verboten

David Weinberger, Philosoph

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33 von 42
Die psychologische Fundierung der Methode von Cambridge Analytica ist höchst zweifelhaft.

Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater

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34 von 42
Der Nutzer sozialer Netzwerke sucht dort keine Kontroverse sondern Kompatibilität.

Katharina Kleinen-von Königslöw, Universität Hamburg

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35 von 42
Nackte Zahlen werden oft maßlos überbewertet

Stephan Humer, Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

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36 von 42
Es war nie leichter als heute der Filterblase zu entkommen

Stephan Humer, Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

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37 von 42
Die Filterblase ist letztlich nichts anderes als eine Seifenblase, die zerplatzt, sobald man den Verstand einschaltet

Stephan Humer, Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

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38 von 42
Es gibt keine Belege für Filterblasen-Dystopien

Stephan Humer, Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

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39 von 42
Digitale Dienste bestimmen den Fluss politischer Informationen

Andreas Jungherr, Professor, Universität Konstanz

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40 von 42
Politiker sollten mehr Zeit auf der Straße verbringen - dann brauchen Sie kein Mikro-Targeting in Sozialen Neztwerken.

Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater

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41 von 42
Big Data soll das mangelnde Gespür der Politiker für die Bürger kompensieren.

Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater

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10 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Katharina Kleinen-von Königslöw}

    Politik und Facebook Darum ist die Filterbubble ein politisches Problem

    von Katharina Kleinen-von Königslöw - Universität Hamburg

    Das Misstrauen gegen die journalistischen Informationsanbieter birgt eine große Gefahr. In sozialen Netzwerken können zu viele Nutzer nicht zwischen Wahrheit und Falschmeldung unterscheiden.  mehr lesen

  2. Bild von Helen Margetts}

    Soziale Medien und Meinungsbildung  "Die Diskussion über Filterblasen ist völlig entgleist"

    von Helen Margetts - Politikwissenschaftler University of Oxford

    Die sozialen Medien ermöglichen denen eine unkomplizierte politische Teilhabe, die bisher kein Interesse daran gezeigt haben. Leider öffnen sie auch die Tore für Populismus und Fake-News im Netz.   mehr lesen

  3. Bild von Yannick Haan}

    Big Data im Wahlkampf Big Data ist keine Ausrede dafür, unpolitisch zu sein

    von Yannick Haan - Netzpolitiker SPD

    Ich war naiv, sagt unser Autor Yannick Haan, der einst zu jenen gehörte, die mit dem Internet eine neue Blütezeit der Demokratie anbrechen sahen - und erklärt, warum Big Data Politik trotzdem nicht ersetzen wird. mehr lesen

  4. Bild von David  Weinberger }

    Kampf gegen Filterblasen und Fake News  "Wir können den Hass nicht mehr unsichtbar machen"

    von David Weinberger - Philosoph

    Filterblasen und Fake News können unsere Gesellschaft verbessern, wenn wir richtig mit ihnen umgehen, meint Harvard-Philosoph David Weinberger. Im Interview erklärt er wieso Facebook nicht am Gemeinwohl interessiert und unser Verstand eine permanente Echokammer ist.  mehr lesen

  5. Bild von Andreas Ziemann}

    Was ist die Filterblase? Die Filterblase beschreibt bloß, erklärt aber nichts

    von Andreas Ziemann - Soziologe und Medienwissenschaftler

    Der Begriff Filterblase soll uns die Spaltung der Gesellschaft und Politik erklären, dabei produziert er nur Suggestion und Ideologie.  mehr lesen

  6. Bild von Thorsten Benner und  Alexander Pirang }

    Kampf gegen Filterblasen Der Kampf gegen Filterblasen fängt offline an

    von Thorsten Benner und Alexander Pirang - Global Public Policy Institute Global Public Policy Institute

    Filterblasen sind kaum regulierbar und nur schwer zu verhindern. Das wahre Problem liegt aber auch nicht bei ihnen, sondern bei uns Menschen. Hier müssen Politik und Bürger aktiv werden.  mehr lesen

  7. Bild von Johannes Hillje }

    Der digitale Wahlkampf 2017 Die Big-Data-Bombe ist eine Knallerbse

    von Johannes Hillje - Politik- und Kommunikationsberater

    Das Unternehmen Cambridge Analytica behauptet, Trump an die Macht gebracht zu haben - indem es die Menschen anhand ihrer Social-Media-Profile psycho-kategorisiert und gezielt mit politischen Botschaften bespielt. Doch schon das psychologische Modell dahinter ist umstritten. mehr lesen

  8. Bild von Andreas Jungherr}

    Filterblase und Populismus Die Diskussion um die Filterblase lenkt von den wahren Problemen ab

    von Andreas Jungherr - Professor, Universität Konstanz

    Die Filterblase wird für viele politische Probleme schuldig gemacht. Doch bei der ausschließlichen Suche nach der Lösung gesellschaftlicher Probleme im technischen Design von Kommunikationsmitteln läuft man Gefahr, wahrscheinlichere Ursachen aus dem Blick zu verlieren. mehr lesen

  9. Bild von Lutz Meyer}

    Cambridge Analytica: Big Data im Wahlkampf 2017 "Man kann auch in Deutschland wahnsinnig viel machen"

    von Lutz Meyer - Kampagnenexperte, Gründer Fullberry

    Viele Big-Data-Versprechen hält der Kampagnen-Experte Lutz Meyer für übertrieben. Doch auch in Deutschland seien mit Hilfe von Facebook datengetriebene Wahlkämpfe möglich. Die etablierten Parteien müssten hier aufholen, meint er - um den Populisten nicht das Feld zu überlassen mehr lesen

  10. Bild von Stephan Humer}

    Filter bubble als Populismusbeschleuniger  Die Filterblase ist ein Mythos

    von Stephan Humer - Soziologe und Gründer des NTF - Netzwerk Terrorismusforschung

    Die Filterblase gilt heute vielen als Alternativenvernichter, Inhaltekiller oder Populismusbeschleuniger. Das ist schlichter Unsinn. Nie war es einfacher von anderen Meinungen überzeugt zu werden.  mehr lesen