Gesellschaft Wie rassistisch ist die Debatte um die Nationalmannschaft?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

8.6.2016 - Im Mai erregte AfD-Parteivize Alexander Gauland Aufsehen mit einer Aussage in einem Gespräch mit der F.A.Z., "die Leute" in Deutschland wollten "einen Boateng" nicht als Nachbarn haben. Er trat damit eine Welle von Sympathiebekundungen für den Nationalspieler Jérôme Boateng los - bis hin zu der Forderung, ihn dauerhaft zum Kapitän der Nationalmannschaft zu machen. Der grüne Politiker Daniel Mack stört sich an der Debatte. Auch die laute Sympathie für Spieler aus Migrantenfamilien sei letztlich "positiver Rassismus" und erkenne die Kategorien von Rassisten an. Aber wie kann sonst über die Einwanderungsgesellschaft gesprochen werden? Wo beginnt Rassismus? Weitere Beiträge folgen in Kürze.

  • 2 Autoren
  • 9 Argumente
  • 15 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Das Unterscheiden zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund passt nicht in eine globalisierte Welt.

Daniel Mack, Kommunikationsberater und Politiker Bündnis 90/Die Grünen

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Es geht nicht darum, Unterschiede zu ignorieren - sie sollen aber nicht abwertend konnotiert werden.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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2 von 9
Positiver Rassismus bleibt Rassismus und erkennt die  Denkkategorien an, gegen die man sich richten will.

Daniel Mack, Kommunikationsberater und Politiker Bündnis 90/Die Grünen

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3 von 9
Eine vielfältige Gesellschaft wird in guten Zeiten akzeptiert, in Krisen kann sich das schnell ändern.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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4 von 9
Schon die Frage, ob Boateng integriert ist, ist dumm.

Daniel Mack, Kommunikationsberater und Politiker Bündnis 90/Die Grünen

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5 von 9
Toleriert werden "Fremde" am ehesten, wenn sie nützlich sind.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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6 von 9
Das Wahrnehmen in Kategorien hat durchaus einen Sinn.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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Studien belegen, dass die ethnische Vielfalt der National-Elf bei Traditionalisten Bedrohungsgefühle auslöst.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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8 von 9
Der Ruf nach Colorblindness ignoriert die Realität.

Frank Asbrock, Sozialpsychologe Universität Chemnitz

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2 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Frank Asbrock}

    Wie rassistisch ist die Debatte um die Nationalmannschaft? Die Unterstützungswelle kam - zum Glück!

    von Frank Asbrock - Sozialpsychologe Universität Chemnitz

    Die Solidarität vieler Menschen mit Boateng nach der verbalen Ausgrenzungsattacke von AfD-Vize Gauland zeigte vor allem eins: dass dessen Vorstellung vom ererbten Deutschsein nicht mehrheitsfähig ist. Die ideale Haltung in multiethnischen Gesellschaften kann aber genausowenig "Colorblindness" sein. mehr lesen

  2. Bild von Daniel Mack}

    Wie rassistisch ist die Debatte um Jérôme Boateng? Warum auch die Unterstützungswelle für Boateng rassistisch ist 

    von Daniel Mack - Kommunikationsberater und Politiker Bündnis 90/Die Grünen

    Nach einer Äußerung von AfD-Vize Alexander Gauland scheint es, als würde sich die Nation geschlossen hinter Jérôme Boateng stellen. Doch die, die jetzt laut ihre Sympathie bekunden, gehen den Rassisten auf den Leim, sagt der grüne Politiker Daniel Mack. Denn auch sie heben die Herkunft von Boatengs Familie hervor.  mehr lesen