Wohnraum-Wahnsinn Mietshäuser sind Gelddruckmaschinen

Bild von Leserinnen und Lesern

Expertise:

Leserinnen und Leser des Tagesspiegels nahmen auf Causa, Facebook, Twitter und über E-Mail an unserer Debatte teil.

Eine Stadt. Ein Land. Viele Meinungen. Unter diesem Motto feiern der Tagesspiegel, die Berliner Zeitung und die Bundeszentrale für politische Bildung die Meinungsfreiheit. Auch die Leser*innen des Tagesspiegels diskutieren mit!

Diese Woche debattierten unsere Gastautor*innen über die Frage: Wie kann wohnen bezahlbar bleiben? Michael Zahn, CEO von Deutsche Wohnen plädierte für bezahlbaren, statt billigen Wohnraum. Rouzbeh Taheri, Sprecher von Deutsche Wohnen & Co. enteignen fordert mehr Wohnungen im öffentlichen Besitz und den Wandel zur Gemeinwirtschaft. Christine E. soll nach 30 Jahren ihre Mietwohnung für eine Studierenden-WG räumen. Matthias Dressel appelliert für gemäßigtere Ansprüche an Mietwohnungen. Margit Piatyszek-Lössl sieht Wohnungsgenossenschaften als einzige Option, krisensicher und günstig zu wohnen.

Bauen, Bauen, Bauen. Großsiedlung dürfen kein Tabu sein. Im Märkischen Viertel wohnen gerade mal 40.000 Menschen. Es fehlen 3-4 „Märkische Viertel“ in Berlin. Alleine mit Lückenschließung, Dachausbau, oder „behutsame Ergänzungsbebauung in bestehenden Wohngebieten“ wird das nie was. Jay Beewitz via Facebook

Es muss viel mehr gebaut werden, um den Mietmarkt zu entspannen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Ein prinzipielles Umdenken im Grundeigentumsrecht ist überfällig. Die mietrechtlich zulässigen Mieterhöhungen dürfen nicht über die allgemeine Lohnentwicklung hinaus gehen. Notwendig sind endlich auch Mietbindungen und Schutzrechte für Gewerbemieter. Angesagt ist auch eine Bodenpolitik, die leistungslose Bodenwertsteigerungen zumindest teilweise den Kommunen zugute kommen lässt, damit sie in gute Schulen, Gesundheitsversorgung, Klimaschutz und bezahlbares Wohnen investieren können. Und last but not least gilt es, die Wohnungsgemeinwirtschaft wieder neu zu beleben für dauerhaft gebundene Sozialwohnungen. Franziska Eichstädt-Bohlig

Zugelassene Mieterhöhungen dürfen nicht über die allgemeine Lohnentwicklung hinaus gehen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht


Mit welchem Recht soll der Vermieter eigentlich für die generellen Lebensrisiken eines Mieters verantwortlich gemacht werden? Mieten heißt Mieten und nicht kaufen. Sollen Sozialausgaben auf diese Weise privatisiert werden? Thomas Polandt via Facebook

Sobald du weißt, dass dein Vermieter ein Kind bekommt hast du 18 Jahre Zeit dich auf so eine Situation vorzubereiten. Außerdem: Jeder der den Willen, das Wissen und die Disziplin hat, kann selber Besitzer eines Hauses werden. Stefan Miltenberger via Instagram

Selbst Besitzer einer Immobilie zu werden, das liegt in der Hand jedes Einzelnen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Ich kann diesen Quatsch nicht mehr hören, immer diese Sozialismusfantasien, alles enteignen für die Gemeinschaft, wir leben im Schlaraffenland, alle sind gleich, ehrlich, sozial und nett zu einander, wovon träumt ihr eigentlich! Andreas Schreiner via Twitter

Alle beklagten Missstände in der Wohnungswirtschaft werden nicht vom „Markt“ gemacht, sondern sind das Ergebnis der Spielräume, die der Gesetzgeber der Wohnungswirtschaft durch die Ausgestaltung der mietrelevanten Gesetze ermöglicht. Alle diese Missstände in der Mietenpolitik werden vom Gesetzgeber „gemacht“, denn der Gesetzgeber ist für die Gesetze zuständig, die die Grundlage für das Handeln der Wohnungswirtschaft sind. Adressat um diese Gesetze zu ändern sind nicht die Wohnungseigentümer, sondern Parlamente und Parteien. Der Austausch von Eigentümern, egal ob privat oder öffentlich, ändert an Missstände in der Wohnungsbewirtschaftung nichts, wenn nach einem Eigentumswechsel anschließend mit denselben „schlechten“ Gesetzen weitergearbeitet wird. Jennifer Nitzkowsky

Da die Mietenpolitik vom Gesetzgeber bestimmt wird, ändert der Austausch von Eigentümern nichts.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Der Wahnsinn des Wohnungsmarkts in Berlin hat viele Gründe, z.B. den Verkauf eines großen Teils von Sozialwohnungen in der Vergangenheit, das Versäumnis der Politik Bedarfe rechtzeitig vorauszusehen und angemessen zu reagieren. Wer erinnert sich noch, dass es mal einen dritten Weg gab? „Soziale Marktwirtschaft“ hieß das. Das bedeutete, dass der Staat behutsam, aber nachdrücklich in das Markt-Geschehen eingriff, um soziale Härten zu vermeiden. Dazu gehörte z.B. der Soziale Wohnungsbau. Aber auch die Steuerung der Privatwirtschaft durch Steueranreize, Subventionen und Erleichterungen bestimmter Prozesse, die erwünscht sind. Frank Fidorra

Der Staat muss den Mietmarkt regulieren.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht


Das deutsche Miet-Wesen ist für nationale wie internationale Anleger derzeit eine sehr lukrative Anlage in Zeiten, in denen alle anderen Anlageformen keinen Ertrag mehr bringen oder zu riskant sind. Kauf ein Altbau-Mehrparteienhaus. Bisschen sanieren. Und von den Bewohnern die dreifache Miete einfordern. Das ist eine Geld-Druckmaschine. Christian Pedro via Instagram

Heute möchte fast jeder in der Stadt leben, mit viel Platz und Parkplatz. Nicht zu vergessen kurze Wege zu den Ärzten, Geschäften und zur Arbeit. Am Abend vielseitiges Unterhaltesprogramm. Da diese Angebot begrenzt ist, steigt der Preis.
not your opinion via Instagram

Die hohen Mieten sind kein Wunder: Nachfrage bestimmt den Preis.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Jeder ist seines Glückes Schmied. Für etwa das Doppelte der angeblichen Investition in die Mietwohnung, hätte man sich damals auch eine Wohnung kaufen können. Warum haben Sie es nicht getan? Weil mieten günstig und bequem war und ist. Man braucht sich um nichts kümmern, kein Risiko, dass auch mal was kaputt geht und eine Handwerkerrechnung ins Haus flattert. Und wenn man seine Lebensplanung ändert, kündigt man einfach und zieht aus. Was kümmerts mich ob der Vermieter sein Raten zahlen kann, wenn die Wohnung erstmal leer steht? Die wohl weltweit einmaligen Mieterschutzgesetze in Deutschland sorgen dafür, dass ein Vermieter eine Ehe einfacher kündigen kann als einen Mietvertrag. Aber man sollte sich trotzdem immer bewusst sein, dass eine Mietwohnung eben kein Eigentum ist und es noch wenige gesetzlich geregelte Ausnahmen gibt. Als ich in jungen Jahren das „Risiko“ einer ersten eigenen Immobilie einging, reagierte mein Bekanntenkreis, dem ich gleiches empfahl, mit Unverständnis. Heute beklagen sie sich über die gestiegenen Mieten, ohne die Schuld bei sich selbst zu suchen. Tobias Kleindienst

In der ersten Woche unserer Debattenserie ging es um "Verkehr - Kann das Auto weg?". Alle Beiträge zu dieser Debatte finden Sie hier. Danach stellten wir die Frage: Darf man noch Fleisch essen? Hier sind die Beiträge zum Nachlesen. In der dritten Woche schrieben verschiedene Gastautor*innen Kommentare zu der Frage: "Wie weiter zwischen den Geschlechtern?" Die Beiträge lesen Sie hier. Und in der vierten Woche wurde zu der Frage debattiert: "Wie viel Computer braucht der Mensch?". Lesen Sie die verschiedenen Meinungen hier. Was ist Heimat? - lesen Sie die Meinungen der Autor*innen hier. "Was ist uns das Klima wert?" - die Antworten der Autor*innen lesen Sie hier.

0 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
Bitte melden Sie sich zunächst an, um die Kommentarfunktion nutzen zu können.