Gender Studies in Deutschland  Die Geschlechterforschung ist ein politisches Instrument 

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Stellvertretende Bundevorsitzende Alternative für Deutschland

Expertise:

Beatrix von Storch ist stellvertretende Bundessprecherin der Alternative für Deutschland (AfD) und Landesvorsitzende der AfD Berlin. Seit 2014 ist sie Mitglied des Europaparlaments.

Gender Studies sollen die Ergebnisse liefern, die die Politik anstrebt. Deshalb sind die Ergebnisse schon vorprogrammiert. Eine nicht-feministische und ergebnisoffene Geschlechterforschung wäre durchaus möglich, ist aber offensichtlich politisch nicht erwünscht.

Nach Presseangaben gibt es inzwischen 250 Genderlehrstühle und 29 Institute. Während in anderen Bereichen der Universität die Mittel knapp sind und Lehrstühle abgewickelt wurden, standen hier die Zeichen auf Expansion. Nur weil etwas vom Staat finanziert wird, ist es allerdings noch lange keine Wissenschaft. In der DDR wurde zum Beispiel Marxismus-Leninismus unterrichtet, wodurch Marxismus-Leninismus aber nicht zu einer seriösen Wissenschaft wurde. Sobald die Politik eine bestimmte Forschungsrichtung gegenüber anderen massiv begünstigt und mit viel öffentlichem Geld ausstattet, ist Misstrauen angebracht. Dann liegt die Vermutung nahe, dass in der Hochschulpolitik die politische Agenda im Vordergrund steht und nicht das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse.

Gender-Studies sollen propagieren, was die Politk als angestrebtes Ziel vorgibt.

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Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) wurde 2015 im Tagesspiegel mit folgender Aussage zitiert: "Ich bin davon überzeugt, dass eine breite Verankerung der Genderforschung in allen Wissenschaftsbereichen den Weg zu einer geschlechtergerechteren Hochschullandschaft ebnet". Die Aussage zeigt deutlich, dass es sich bei den Gender-Studies nicht um ein wissenschaftliches, sondern um ein ideologisches Unterfangen handelt. Die Politik fördert sie nicht, damit diese offene Fragen beantwortet, sondern damit sie propagiert, was die Politik als angestrebtes Ziel vorgibt.

Ohne die Intervention der Politik würde es die vielen Gender-Lehrstühle und Institute nicht geben. Die „Gender-Forscher_*innen“ sind die akademischen Hilfstruppen einer Politik, die auf ideologische Bevormundung von der Quoten bis zu einer obsessiven Sprachpolitik setzt. Deutlich wird das an den Hochschulen selbst, wo das Geschlecht inzwischen bei der Besetzung von Stellen in vielen Fällen wichtiger ist als die Qualifikation.  Die Gender-Studies dienen dazu, der linken Gleichstellungspolitik einen (pseudo-) wissenschaftlichen Überbau zu geben.

An Hochschulen ist bei der Besetzung von Stellen Geschlecht oft wichtiger als Qualifikation.

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Die Gender“forscherinnen“  mussten das, was gemeinhin unter Wissenschaft verstanden wird, erst umdefinieren, um selbst überhaupt als Wissenschaft durchzugehen. „Rationalität“, „Objektivität“ und „Neutralität“ lehnen die Gender“forscherinnen“ ab. Über die Wahrheit entscheidet demnach einfach das „richtige“ Geschlecht und die gute feministische Gesinnung. Dass die Gender“forscherinnen“ die üblichen Kriterien der Wissenschaftlichkeit zu Gunsten eines postfaktischen Wissenschaftsverständnisses zurückweisen, ist nicht weiter verwunderlich. Würden die Ergebnisse der Gender-Studies wie die Resultate echter Wissenschaftler beurteilt, würde der Etikettenschwindel schnell auffliegen.

Wissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie ergebnisoffen betrieben wird. Zwar stehen am Anfang jeder Untersuchung Arbeitshypothesen, diese müssen aber auch widerlegt und verworfen werden können. Der Philosoph Karl Popper hat gerade in der Möglichkeit der Falsifizierbarkeit wissenschaftlicher Hypothesen den Unterschied zwischen Wissenschaft und Ideologie festgemacht. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern können auch unbequem sein und der herrschenden Lehre oder Political Correctness widersprechen. Genau dieses Risiko mit ungewünschten Erkenntnissen konfrontiert zu werden, ist bei den Gender-Studies ausgeschlossen. Sie sind ganz auf das von der Politik erwünschte Ergebnis festgelegt.

Die Gender-Studies arbeiten nicht ergebnisoffen.

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Das oben genannte Zitat von Frau Schulze zeigt, dass die zur Verfügung gestellten Mittel für die „Genderforschung“ politisch klar zweckbestimmt waren. Daher sind die möglichen Resultate bereits vorweggenommen: Geschlecht ist demnach sozial konstruiert, das Geschlechterverhältnis ist durch „heteronormative Machtverhältnisse“ geprägt, die durch staatliche Gleichstellungspolitik überwunden werden muss. „Biologie“ wird als möglicher Erklärungsansatz für die Unterschiede der Geschlechter bereits im Forschungsdesign ausgeschlossen. Für die Gender“forscherinnen“ gilt in Anlehnung an Christian Morgenstern der Satz: Denn sie schließen messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Eine nicht-feministische und ergebnisoffene Geschlechterforschung wäre durchaus möglich, ist aber offensichtlich politisch nicht erwünscht. Denn Wissenschaft zeichnet sich durch den Wettbewerb zwischen verschiedenen theoretischen Positionen, Strömungen und Schulen aus. In den Wirtschaftswissenschaften streiten sich zum Beispiel Nachfrage- und Angebotstheoretiker um die richtigen Lösungen. Die Anhänger von Hayek und Friedman konkurrieren in der Ökonomie mit den Anhängern von Keynes und Krugman. Die einen befürworten Steuersenkungen und Privatisierungen, die anderen öffentliche Investitionen und mehr Regulierung.

Deutschland braucht Hochschulen ohne Quoten und absurde Sprachpolitik, um junge Forscher halten zu können.

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Dass es in einer pluralistischen Gesellschaft auch Ideologien und Weltanschauungen um Deutungshoheit ringen, ist natürlicher Teil der demokratischen Auseinandersetzung und legitim. Dass die Bundesregierung und Landesregierungen aus öffentlichen Geldern die Hochschulpolitik dazu missbrauchen, um sich akademische Hilfstruppen zu sichern, um ihrer Ideologie den Anstrich der Wissenschaftlichkeit zu geben, ist es nicht. Den echten Wissenschaftlern, die von Neugier und Erkenntnisinteresse getrieben werden, fehlen in Deutschland allzu oft die Mittel und die Aufstiegschancen. Viele junge Forscher wandern in das Ausland ab, weil sie an deutschen Universitäten keine Perspektiven sehen. Wir brauchen in Deutschland wieder freie Forschung und Lehre, gut ausgestattete Hochschulen, ohne Quoten, absurde Sprachpolitik und ideologisches Gängelband. 

3 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Jens W.
    Die Gender-Leute bestreiten vor allem eins: Dass sie eine Ideologie sind, und da hat Frau Storch tatsächlich mal recht: Diese Leute definieren das Wort Wissenschaft um und betreiben in Wirklicheit reine Ideologie, und zwar militant. Wer im Universitätsbetrieb zu Hause ist, wird wissen, was ich meine. Wer diese Leute kritisiert, riskiert Diffamierung, Verleumdung bis hin zur Zerstörung der beruflichen Laufbahn. Ist das eine wissenschaftliche Auseinandersetzung?
    Das Umdefinieren von Begriffen als unzulässige Vorgehensweise wurde schon genannt, aber die Gender-Leute bestreiten darüber hinaus ja überhaupt die Erkennbarkeit der Welt, jedwede Objektivierbarkeit, vermengen unzulässig Kausalität, Inzidenz und Korrelation, und von einer halbwegs sauberen wissenschaftlichen Methodik kann nicht einmal ansatzweise die Rede sein.

    Die Genderlehre ist ideologisches Wunschdenken mit stark sektenhaften Tendenzen.
  2. von Jet Bundle
    Auch wenn ich sonst nicht viel von Frau Storch halte muss ich ihr hier zustimmen. Natürlich können Gernderstudies in vielen Fachgebieten sehr wichtig sein: Bei Fragestellungen der Erziehung, dem soziologischen Gefüge der Arbeitswelt und nicht zuletzt bei der Entwicklung intuitiver Bedienungsoberflächen.

    Es wäre doch toll wenn z.B. die Smartphone Oberfläche funktional für Männer unf Frauen optimiert werden könnte. Oder wenn man in Führungskräfteschulungen etwas über den geschlechterspezifischen Umgang mit weiblichen oder männlichen Mitarbeitern und Verhandlungspartnern lernen würde.

    Aber dafür müsste man ehrliche ergebnisoffene Forschung zulassen. Was bringt Genderforschung wenn jeglicher Unterschied zwischen den Geschlechtern schon a priori negiert wird und nur nach vermeintlichen traditionellen soziologischen Probleme gesucht wird?
  3. von Andreas Rabe
    Ich würde mir wünschen, dass Studenten wieder Studenten heißen. Genderstudies ist eine Art giftiger Machtvirus im Wissenschaftsbetrieb und extrem übergriffig. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht legitim und notwendig ist die Geschlechterrollen mitzudenken in der Geisteswissenschaft. Wir brauchen also andere Geschlechterstudien, ohne Orwellsche Sprachreformen, ohne politische Agenda, ohne Verspammung der Stellenbesetzung. Frau von Storchs Rückfall auf den Positivismus kann dabei keine Lösung sein.