Spitzensport-Reform Hier steht der Athlet im MIttelpunkt

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MdB, Sportpolitischer Sprecher CDU

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Eberhard Gienger ist Sportpolitischer Sprecher und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als 36-facher Deutscher Meister im Turnen gewann er 1976 bei den Olympische Spiele in Montreal die Bronzemedaille.

Trainer und Athleten sollen wieder im Mittelpunkt der Sportförderung stehen. Diese Reform wird Leistungsanreize schaffen, Bürokratie abbauen und für die Integrität des Sports einstehen.

Die neue Spitzensportförderung in Deutschland muss eine Politik des Investments bedeuten. Nur wenn man in die Talente von morgen investiert und ihnen Zutrauen bei ihrer Leistungsentwicklung schenkt, wird man am Ende über ein größeres Potential verfügen und auch mehr Erfolge feiern. Die Einheit aus Athlet und Trainer gehört bei allen Veränderungen in den Mittelpunkt gestellt.

Leistungspotentiale können nicht mit mathematischen Formeln berechnet werden.

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Das neue Analyseinstrument (PotAS) ist nur ein Mittel, um künftige Potentiale, Platzierungen und Medaillen besser einzuschätzen. Letztlich sollen die Förderentscheidungen transparenter und für jeden nachvollziehbar werden. Klar ist: Das Leistungspotential von Menschen lässt sich nicht allein in mathematische Formeln pressen. Karrieren im Sport verlaufen meist nicht gradlinig, sind von Schwankungen oder gar Rückschlägen geprägt. Daher muss eine langfristige Perspektive angelegt werden und eine individuelle Förderung der Athleten greifen.      

Die Arbeit der Trainer sollte stärker unterstützt und honoriert werden. 

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Ferner bedarf es besserer Gehaltsstrukturen, Aus- und Fortbildungen sowie angemessener Arbeitsverträge für die Spitzen- und Nachwuchstrainer. Die Schlüsselfigur „Trainer“ muss gestärkt und ein nachhaltiger Personalent­wicklungsplan aufgestellt werden. Nur wenn die Einheit von Athlet und Trainer gegeben ist, können im Team Höchstleistungen erbracht werden.

Das neue System schafft Anreize zur stetigen Optimierung der Trainingsbedingungen. 

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Die Neuausrichtung der Sportförderung verlangt von allen Beteiligten weiterhin Mut zur Veränderung. Vor allem bei den mehr als 200 Bundesstützpunkten müssen wir für mehr Effizienz und Konzentration sorgen. Bei den Olympiastützpunkten gilt es Verwaltung und Bürokratie abzubauen, um sich den inhaltlichen Aufgaben rund um den Sportler zu widmen. Optimale Rahmenbedingungen und eine kompetente Betreuung münden letztlich in Medaillenerfolgen und Bestleistungen. Dies muss sich für zielstrebende Sportverbände und andere Beteiligte stärker lohnen. Dagegen müssen bei anhaltenden Misserfolgen in einzelnen Disziplinen Sanktionen greifen und zu Verbesserungen führen. Ohne eine nennenswerte Basisförderung durch den Bund können Sportverbände eine Abwärtsspirale jedoch kaum stoppen oder wieder zur Weltspitze aufschließen. Deshalb braucht es ein stabiles Fundament der Finanzierung für die olympischen Sportarten in Deutschland.

An der Erarbeitung des Konzepts zur Reform der Spitzensportförderung hat sich auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) aktiv beteiligt. Der Leistungssport von Menschen mit Behinderungen wird durch die Neuausrichtung gestärkt. Hierfür bedarf es weitergehenden Planungen und zielgerichteten Investitionen. Die Inklusion wird durch das Konzept vorangetrieben, gleichzeitig aber auch eigene Besonderheiten der vielen Disziplinen geschützt.  

Zur Reform gehört auch ein aktives Vorgehen gehen Doping im Leistungssport.

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Zu einer gezielten Spitzensportförderung gehört nicht zuletzt der Schutz der Integrität des Sports. Die Bundesregierung und der organisierte Sport in Deutschland bekennen sich ausdrücklich zum sauberen Sport und zur Null-Toleranz gegenüber Doping und Manipulation. Deshalb hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein neues Anti-Doping-Gesetz mit erweiterten Strafvorschriften entwickelt, das zu Beginn 2016 in Kraft getreten ist. Zudem wurde die Finanzierung der Nationalen Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) stark ausgebaut. Noch in diesem Jahr wird ein weiteres Gesetz zur Bekämpfung von Spiel- und Wettmanipulation im Bundestag abgeschlossen. Damit eine nationale Spitzensportförderung nicht ins Leere läuft, muss schließlich auch der internationale Kampf gegen Doping und Manipulation weiter kraftvoll vorangetrieben werden. Nur so stehen die Athleten in einem fairen Wettbewerb untereinander, der in der Bevölkerung Zustimmung findet. 

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