Abschaffung der Schulnoten Noten schaffen Vergleichbarkeit und Anreiz für Leistungen

Bild von Xaver Jung
MdB CDU

Expertise:

Xaver Jung ist Mitglied der CDU und sitzt seit 2013 im Bundestag. Er ist Mietglied im Ausschuss für Bildung und Forschung.

Schule muss leistungsorientiert sein. Das ist nur mit Schulnoten umzusetzen. Eine Abschaffung wäre unpraktikabel und der Übergang ins Berufsleben würden erschwert werden.

Keine Noten in der Schule sondern nur noch personenbezogene Beurteilungen? Klingt nach Fortschritt auf dem Weg zur individuellen Lehrmethode, ist es aber nicht. Die Kritik an diesem vornehmlich progressiven Vorschlag kommt nicht nur von der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann: "Schule muss leistungsorientiert sein. Deshalb gehören auch Noten zur Leistungsmessung dazu", sondern auch von mir und meiner Fraktion im Deutschen Bundestag.

Die Schüler wollen durch Noten genau wissen, wo sie stehen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Meine Kollegen und ich im Bildungsausschuss des Deutschen Bundestages haben uns ebenfalls ausführlich mit dem Thema befasst. Wir finden das Notensystem in der Bundesrepublik ist ein wichtiges Instrument zur Leistungsbeurteilung. Noten sind sowohl ein Lob für gute als auch eine konstruktive Rückmeldung bei schlechten Leistungen. Die Schülerinnen und Schüler wollen wissen, wo sie stehen.

Die Vergleichbarkeit von Leistungen kann nur mit Noten gewährleistet werden.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Es muss die Möglichkeit eines Vergleiches geben. Wie sollen Schülerinnen und Schüler lernen, wo sie stehen und wie sie ihren Stand ändern können. Und wie praktikabel ist dieser Vorschlag hinsichtlich des internationalen Vergleiches. Hier beruhen die Abschlüsse ja weiterhin auf dem Notensystem. Gute Noten sind eine Belohnung für geleistete Arbeit. Jedes Kind, egal aus welchem sozialen Umfeld, muss dieselbe Leistung für eine gute Note erbringen. Auch für gute Schüler sind gute Noten eine Herausforderung und Anreiz.

Es gab in den letzten Jahren genug Reformen man könnte von einer Reformwut sprechen. Permanent wurde das Gesetz geändert, was es braucht ist Ruhe im System.

Das sieht auch die große Mehrheit der Deutschen so. Einer Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov vom vergangenen September zufolge halten drei von vier Deutschen Schulnoten weiterhin für sinnvoll – im Osten (81 Prozent) sogar noch mehr als im Westen (74 Prozent).

Es muss klar gemacht werden, dass Schulnoten nur Prüfungsleistungen bewerten, aber keinen ganzen Menschen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Viel mehr als ständige Änderung und Kritik an bewährten Systemen unseres Landes braucht es Menschen, die das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren. Das Ziel muss es sein, Lernenden die Möglichkeit zu geben ihre Talente frei entfalten zu können und eigene Defizite selbstständig beseitigen zu können. Es bedarf einer Atmosphäre die verständlich macht, dass Schulnoten Prüfungsleistungen bewerten und keine ganzen Menschen.

In der tatsächlichen Umsetzung gäbe es im Moment bei der Abschaffung der Ziffernoten auch eher Chaos als Fortschritt an den Schulen und Unis. Die Ausstattung der Lehrer bzw. Professoren reicht für eine umfangreichere Bewertung für jede Klausur oder jedes Referat gar nicht aus. Die CDU/CSU arbeitet an einem Schulsystem, das jedem Schüler und jeder Schülerin die für ihn oder sie notwendige Aufmerksamkeit und Hilfestellung garantiert. Dies ist im Moment durch Umstände wie Lehrermangel in einigen Ländern und Gemeinden aber noch nicht möglich. Wir sollten nicht das Pferd vom Schwanz aufzäumen und uns erst um Voraussetzungen für solche Ideen kümmern.

Noten sind ein Anreiz für Leistungen.

zustimmen
ablehnen
Ergebnis
Debattenübersicht

Im Übrigen helfen schon jetzt Lehrer, Eltern, die Schulleitung, Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen bei schlechten Leistungen bzw. Noten. Denn selbstverständlich sind Ziffernoten kein Ersatz für ein ausführliches Gespräch zwischen Eltern, Lernenden und Lehrenden. Noten sind aber ein Anreiz für Leistung Anreiz für Leistung, ähnlich wie bei einem Sportwettbewerb mit Erst-, Zweit- und Drittplatzierten. Noten sichern außerdem einen gerechten und fließenden Übergang in die Ausbildung. Wie kann ein Abitur ohne Benotung funktionieren? Was ist ohne Noten überhaupt noch messbar?

Das Ende vom Lied wären Aufnahmeprüfungen, die noch beliebiger sind und die Gefahr von Korruption bergen. Einfache Texte zur Bewertung sind keine gute Alternative. Diese sind oft zu unkonkret und floskelhaft. Eventuell in Grundschulen können Fließtexte sinnvoll sein. Aber auch hier sind die Schülerinnen und Schüler interessiert im klaren Vergleich mit anderen zu sehen, wie weit sie ihre Anstrengungen gebracht haben.

Ich persönlich halte es mit unserer Kanzlerin: Leistung muss sich wieder lohnen, dafür muss sie messbar sein. Und finde, wir sollten uns bestehenden Problemen an den Schulen und Universitäten zuwenden als noch eine Reform anzuzetteln.

0 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
Bitte melden Sie sich zunächst an, um die Kommentarfunktion nutzen zu können.