Sebastian Kahnert, dpa

Gesellschaft Rechtspopulismus als Gefahr: Brauchen wir eine neue Aufklärung?

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Moderatorin der Debatte Amory Burchard Redakteurin

Expertise:

Dr. Amory Burchard ist Redakteurin im Ressort Wissen des Tagesspiegels und schreibt hauptsächlich über Hochschulpolitik sowie Themen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften

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Stand der Debatte

Deutschland erlebt einen Rechtsruck. Der Unwille der Deutschen gegenüber der Merkelschen Willkommenspolitik wächst ebenso wie die Zahl der AfD-Wähler. Die Volksparteien werden durch schlechte Wahlergebnisse wie zuletzt in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt abgestraft; AfD, Pegida und Co dagegen sind ein ernst zu nehmender Bestandteil der Gesellschaft geworden. Wutmenschen statt Gutmenschen. Wir fragen Wissenschaftlerinnen, Künstler und andere Intellektuelle: Braucht Deutschland eine neue Aufklärung?

  • 5 Autoren
  • 19 Argumente
  • 54 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Viele Nichtwähler gehen jetzt zur Wahl, um gehört zu werden - um jeden Preis. Populisten von AfD und Co profitieren

Christina von Braun, Autorin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Humboldt-Universität zu Berlin

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Wir müssen mit den Klischees aufräumen, mit denen die Aufklärung überfrachtet ist

Susan Neiman, Professorin für Philosophie und Direktorin Einstein Forum Potsdam

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Von einer durchgängig aufgeklärten Gesellschaft kann nicht (mehr) gesprochen werden.

Dieter Lenzen, Präsident Universität Hamburg

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Wenn Aufklärung, dann für alle und nicht nur für die Bürger im rechten Spektrum.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Aufklärung mit dem Ziel, auf Vernunft und Logik gegründete Politik zu treiben, muss immerwährendes Gebot sein

Wolfgang Benz, Historiker Technische Universität Berlin

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Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer - mit Folgen für Wirtschaft, Bildung und Politik

Christina von Braun, Autorin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Humboldt-Universität zu Berlin

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Die Aufklärung wird nicht nur durch Pegida, sondern auch durch die Expansion des Religiösen bedroht.

Dieter Lenzen, Präsident Universität Hamburg

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Jede Demokratie hat ein rechtes Spektrum. Unterschiedliche, auch gegensätzliche Interessen gehören zur Demokratie dazu.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Xenophobe Tiraden von Pegida und AfD und das Wutmenschentum der Bürger zeigen: Die Gefahr des Rechtspopulismus existiert

Wolfgang Benz, Historiker Technische Universität Berlin

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Die "Sozialdemokratisierung“ der CDU hat Menschen mit stramm konservativen Einstellungen politisch heimatlos gemacht.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Gegen den Krakeel von Populisten hilft keine einmalige Anstrengung, sondern nur stete und alltägliche Aufklärung

Wolfgang Benz, Historiker Technische Universität Berlin

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Wer Populismus bekämpfen will, muss sich mit der wachsenden sozialen Ungleichheit auseinandersetzen

Christina von Braun, Autorin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Humboldt-Universität zu Berlin

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Aufklärung in Form von Austausch und Begegnung ist da wichtig, wo Vorurteile ohne jeglichen Wirklichkeitsbezug gedeihen.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Parallelen zur Weimarer Republik: Die konservative DNVP berauschte sich an nationalen Phrasen - und stärkte die NSDAP

Wolfgang Benz, Historiker Technische Universität Berlin

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Wer die Aufklärung verteidigen will, muss robustere Werte suchen als "nur" Toleranz

Susan Neiman, Professorin für Philosophie und Direktorin Einstein Forum Potsdam

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Vorurteile und Ängste, Aus- und Abgrenzungsreflexe gibt es in jedem politischen Milieu, nicht nur im rechten.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Die etablierten Parteien dürfen das rechtskonservative Milieu nicht politischen Hasardeuren und Demagogen überlassen.

Ute Frevert, Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Aufklärung sollte nicht bedeuten, mehr Toleranz zu fordern, denn Toleranz heißt nur, etwas hinzunehmen, was man ablehnt

Susan Neiman, Professorin für Philosophie und Direktorin Einstein Forum Potsdam

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In den Eliten sind die Ostdeutschen unterrepräsentiert; der Weg nach oben ist für sie noch schwieriger als für Frauen!

Christina von Braun, Autorin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Humboldt-Universität zu Berlin

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5 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Dieter Lenzen}

    Rechtspopulismus: Brauchen wir eine neue Aufklärung? Lessing ist tot, als hätte er nie gelebt

    von Dieter Lenzen - Präsident Universität Hamburg

    Nicht nur AfD und Pegida - auch die Expansion des Religiösen gefährdet die aufgeklärte Gesellschaft, schreibt der Erziehungswissenschaftler und Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen. mehr lesen

  2. Bild von Susan Neiman}

    Rechtspopulismus: Brauchen wir eine neue Aufklärung? Aufklärung heißt nicht, nur nach mehr Toleranz zu rufen!

    von Susan Neiman - Professorin für Philosophie und Direktorin Einstein Forum Potsdam

    Eine neue Aufklärung brauchen wir gar nicht; die alte würde völlig ausreichen - wenn wir sie nur wieder schätzen lernen könnten. Aufklärung sollte nicht bedeuten, schlicht eine tolerantere Gesellschaft zu fordern, denn der Begriff Toleranz heißt nur, etwas hinzunehmen, was man eigentlich ablehnt. Für eine aufgeklärte Gesellschaft ohne Rechtspopulismus bedarf es robusterer Werte. mehr lesen

  3. Bild von Christina von Braun}
    www.christinavonbraun.de

    Brauchen wir eine neue Aufklärung? Was tun gegen den Rechtspopulismus? Soziale Ungleichheit bekämpfen!

    von Christina von Braun - Autorin, Filmemacherin und Kulturwissenschaftlerin Humboldt-Universität zu Berlin

    Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander, die Eliten bleiben unter sich; vielen bleibt der Zugang zu Bildung, Politik und Wirtschaft verwehrt. Das hat sowohl psychologische als auch gesellschaftliche Folgen: Die Zukurzgekommenen äußern ihren Unmut, indem sie mit Pegida auf die Straße gehen und AfD wählen. Wer den Populisten das Wasser abgraben will, sollte die Warnungen der Sozialforschung zur wachsenden sozialen Ungleichheit ernst nehmen. mehr lesen

  4. Bild von Ute Frevert}
    Mike Wolff

    Rechtspopulismus in Deutschland Aufklärung ist da wichtig, wo Vorurteile ohne Wirklichkeitsbezug existieren

    von Ute Frevert - Historikerin und Direktorin Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

    Ängste, Aus- und Abgrenzungsreflexe gibt es in jedem politischen Milieu, nicht nur im rechten. Überall da, wo Vorurteile ohne Realitätsbezug herrschen, ist Aufklärung nötig. Dabei gehören gegensätzliche Interessen zu einer Demokratie dazu. Doch dürfen die etablierten Parteien das rechtskonservative Milieu nicht politischen Hasardeuren und Demagogen überlassen. mehr lesen

  5. Bild von Wolfgang Benz}

    Brauchen wir eine neue Aufklärung? Gegen den Krakeel der Unzufriedenen hilft nur stete und alltägliche Aufklärung

    von Wolfgang Benz - Historiker Technische Universität Berlin

    Natürlich brauchen wir Aufklärung, aber keine „neue“. Vielmehr muss Aufklärung immerwährendes Gebot des Zusammenlebens sein. Gegen den Krakeel der Ratlosen und Unzufriedenen hilft kein einmaliger „Aufstand der Anständigen“, sondern nur stetige und alltägliche Aufklärung. Das ist mühsam, aber erfolgreich, wie die deutsche Geschichte nach Hitler lehrt. mehr lesen