Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Nur mit klaren Spielregeln und deutschen Tugenden

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Geschäftsführer Morus 14 e.V.

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Gilles Duhem ist Leiter des Vereins Morus e.V. in Berlin-Neukölln, der sich der Förderung von Kindern und Jugendlichen widmet. Zuvor war der studierte Stadtplaner und Volkswirt u.a. Quartiersmanager im Neuköllner Rollbergviertel und Referent für Standortentwicklung der TLG Immobilien GmbH. Der gebürtige Pariser lebt seit 1989 in Berlin.

Eine Großunterkunft Tempelhof kann nur mit straffer Führung, hartem Durchgreifen und deutschen Tugenden wie Fleiß, Sauberkeit und Disziplin gelingen. Die zentrale Lage ist ein Vorteil, der für Integrationsarbeit genutzt werden sollte.

Die Frage, ob Berlin ein Ghetto droht, ist falsch gestellt. Die Deutschen reden sich gern selbst in Grund und Boden. Ich habe hier unter der U-Bahn noch keine Zelte gesehen. Ganz anders in Paris, obwohl dort die Anzahl der Flüchtlinge mit etwa 100.000 viel geringer ist.

In Deutschland ist die Kultur des ehrenamtlichen Engagements stärker. Eine Nation, die die Shoah in ihrer Geschichte hat, reagiert ganz anders. Das macht dieses Land extrem sympathisch. Außerdem ist die Erfahrung der Flucht noch präsent. Schlesier oder Ostpreußen waren keineswegs willkommen im Rheinland, obwohl sie ebenfalls Christen und Deutsche waren! Die Welt war damals allerdings analog und ohne Willkommenskultur. Flüchtlinge haben Kioske aufgemacht, Bratwürste verkauft, wurden Bäcker, Schuster, Schreiner, Kohlekumpel, Fabrikarbeiter. Diese Jobs gibt es aber heute kaum mehr. Diejenigen, die es noch gibt (Putzen, Gastro, Altenpflege etc..), sind bei allen unbeliebt.

Heute liegt Junkfood überall rum, sogar Hochtechnologie ist als Billigangebot da. In Europa sind fast 20 Millionen Menschen arbeitslos. Flüchtlinge haben aber auch andere Ansprüche. Dazu eine Anekdote: Ein Schülerhelfer aus unserem "Netzwerk Schülerhilfe Rollberg", 1936 geboren, schenkte einem minderjährigen Flüchtling, den er betreut, zu Weihnachten ein "Care-Paket" mit Seife, Schal, Mütze, Handtüchern. Der Beschenkte war ein bisschen konsterniert. Er hätte sich auf neue Nike-Turnschuhe und Markenkleidungen gefreut, die billig an jeder Straßenecke zu kaufen sind. Ich musste ihm den Wert dieses Geschenks erklären, wieviel Liebe darin steckte… und sehr viel über Deutschland erzählen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass jemals Berlin in Trümmern lag. Woher den auch

Eine Entgleisung kann durch Fleiß, Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit, Transparenz und Organisation verhindert werden.

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Wie wir die Entgleisung eines Container-Dorfes in Tempelhof vermeiden können? Durch Führung und deutsche Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit, Transparenz, Organisation. Die Flüchtlinge kommen meistens aus sehr patriarchalen Gesellschaften. Es heißt also klare Ansagen machen und keine falsche Toleranz dulden. Zur Leitung einer solchen Anlage braucht man meines Erachtens einen Offizier der Bundeswehr, der (schwierige) Männer führen kann, die nicht auf "Konsens und Diskussion" sind. Nichts mit Multikulti.

Zur Leitung einer solchen Anlage braucht man einen Offizier der Bundeswehr, der auch schwierige Männer führen kann

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Der Deal mit den Migranten - ich sage Migranten und nicht "Flüchtlinge" weil, ob man es will oder nicht, viele von ihnen in Europa bleiben werden - muss lauten: Deutschland bzw. Europa gibt Dir eine Wohnung im Rechtsstaat, ernährt Dich in der Not, schützt Dich, hilft Dir und Deiner Familie weiterzukommen. Aber dafür hältst Du Dich an die für alle hier geltenden Regeln. Ich liste sie nicht wieder auf, sie sind allgemein bekannt. Zu den "Spielregeln" gehört auch die Bereitschaft, dort hinzugehen, wo Arbeit ist und nicht in Berlin zu gammeln, nur weil dort sich die Familie oder der Clan befinden

Es geht nur mit klaren Spielregeln: Deutschland hilft Flüchtlingen, dafür müssen sie sich an die deutschen Regeln halten

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Tempelhof sollte als "Durchlauferhitzer" der Integration dienen, eine kurze Station sein. Man kann durchaus dort Wohnungen auf Zeit z.B. Studenten anbieten. Die Zentralität des Orts ist attraktiv. Die Parkbesucher können sich leicht bei den Familien ehrenamtlich betätigen. So entstehen Kontakte, Mischung und Integration.

Tempelhof sollte eine kurze Station sein, die zentrale Lage für das Knüpfen von Kontakten mit Berlinern genutzt werden

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Kommunikation ist das Schlüsselwort. Unsere Jugendlichen, in Berlin geborenen "Migranten" der dritten Generation, hassen es, wenn wir Kommunikationsbrücken zwischen der Innenwelt ihrer Familien und der "Außenwelt" unermüdlich bauen. Sie nutzen Bildungsferne, Sprachlosigkeit und Unwissenheit ihrer Eltern schamlos aus, um sich außerhalb der Familie extrem daneben zu benehmen. Erst wenn wir die Kommunikation mit dem Elternhaus verstärken, beginnen die Regeln zu greifen.

Als ich neulich einen Raum putzte, sprach mich ein Zehnjähriger an: "Warum putzt Du?" - "Weil einer es tun muss", sagte ich. "Aber Du bist doch Chef!" Ich antwortete: "Bringst Du zu Hause den Müll nicht runter?". Er entgegnete: "Das machen doch Frauen."

Bei vielen der jetzigen Flüchtlinge gelten ebenso ausschließlich sehr traditionelle Geschlechterrollen. Frauen zeugen Kinder und schmeißen den ganzen Haushalt, Männer sind nie schwul, zeugen Kinder, machen "Geschäfte" und sind abwesend. Frauen sind entweder jungfräuliche Heilige, Ehefrauen oder Huren. Das Konzept der "Freundin", die man zeigt und mit nach Hause nimmt, existiert äußerst selten. Es ist ein echtes Problem. Wer Sex will, heiratet. Punkt. Oder geht heimlich zu Prostituierten mit der Angst, ertappt zu werden.

Sprechen, rechnen, schreiben, denken lernen, ist die absolute Grundlage. Die "Migranten"-Kinder sind nicht dümmer als andere. Sie werden beim Erwerb dieser Grundkompetenzen nicht ausreichend gefordert. Das Schulsystem setzt voraus, dass Eltern sehr viel Zeit und Intellekt in die Bildung der Kinder stecken. Aus den unterschiedlichsten Gründen findet es, und nicht nur bei "Migrantenkindern" (bei ihnen fällt es nur mehr auf), nicht statt. Sind wir in der Lage, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen? Das glaube ich leider nicht.

Die Deutschen müssen den Migranten deutsche Werte vorleben und klar kommunizieren statt Betroffenheitsdebatten zu führen

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Werte vermittelt man nicht mit ziellosen "Diskussionen", Betroffenheitsdebatten oder Broschüren. Man lebt sie vor und man artikuliert sie, ohne Selbstzweifel. Wir alle. Wir müssen führen. Wer führt, macht sich unbeliebt und wird kritisiert. Wir brauchen Manager mit Autorität, Vision, Kompetenzen und Budgets. Wie in der Wirtschaft eigentlich.

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