Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Ein integratives Gesamtkonzept für Tempelhof

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Architekt, Mitgründer Bürger Ideenwerkstatt AG Village, Dozent Openport Tempelhof Ideenwerkstatt AG Village

Expertise:

Dirk Müller ist Architekt und Dozent für Experimentelles 3D-Design. Er ist Mitgründer der Openport Tempelhof - Ideenwerkstatt AG Village. Die Bürgerarbeitsgruppe will nicht, dass das Tempelhof-Gesetz geändert wird. Die AG hat ein alternatives Konzept zu den Vorschlägen des Senats zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen auf dem Gelände vorgelegt, dass den Bau von dreistöckigen Holzhäusern innerhalb der Hangars vorsieht und die Räume Flugfeld, Vorfeld und Gebäude im Zusammenhang betrachtet.

Das Tempelhof-Gesetz wird geändert. Doch das wäre nicht nötig, wie das dem Senat bereits Anfang Januar vorgestellte Konzept "Dreiklang" zeigt: Es sieht vor, in den Hangars dreistöckige Modulbauten aus Holz zu bauen.

Man kann Flüchtlinge würdevoll in Tempelhof unterbringen, ohne das Gesetz zu ändern

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Wir von Openport Tempelhof, der Ideenwerkstatt der AG-Village, haben ein Gesamtkonzept mit dem Titel "Dreiklang" entwickelt und schon Anfang Januar dem Senat vorgestellt. Das Konzept zeigt, dass man Flüchtlinge temporär in Tempelhof würdevoll unterbringen kann, ohne das THF-Gesetz ändern zu müssen. Das Integrationskonzept „Dreiklang“, verbindet die drei wichtigen Räume: Hangars, Vorfeld und Flugfeld.

In den Hangars können dreistöckige Modulbauten in Holzbauweise entstehen, die mehr Privatsphäre und Raum für einzelne Menschen anbieten. Fürs Vorfeld sind gemeinsame Räume, zum Beispiel Spielplätze, Räume mit sozialen Angeboten sowie Austauschmöglichkeiten gedacht. Auf dem Feld sind Angebote für Begegnung und Integration angedacht, um den Kontakt mit Berlinern zu gestalten. Geplant sind zudem Deutschkurse, eine Feldküche, Internetcafés und eine Bürgerakademie, wo Berliner für Zufluchtsuchende - und Zufluchtsuchende für Berliner - Gespräche, Hilfe und gemeinsame Lösungen suchen und finden können.

Damit die Integration gelingt, müssen Stadt, Bürger und Akteure zusammen an einem Tisch sitzen

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Damit kommt dem Tempelhofer Feld die besondere Rolle zu, über vorhandene Kapazitäten und neue Aktivitäten integrativ zu wirken. Das Gesamtkonzept geht von einer diskursiven Planungskultur aus, die alle – Stadt, Akteure und Bürger – an einen Tisch bringt. Gemeinsames Ziel ist eine schnelle Verbesserung der Situation der Ankommenden sowie ein erfolgreiches Modellprojekt Tempelhof.

Ein „Runder Tisch“ Openport Tempelhof führt die vielfältig Betroffenen, Beteiligten und Entscheidenden zusammen und trägt so zu einer effizienten wie lösungsorientierten Planung bei. Mit dem "Dreiklang" aus Flughafengebäude, Vorfeld und Tempelhofer Feld entsteht ein harmonisches Gesamtkonzept, das Berlin ohne kontroverse Gesetzesänderung ein Leuchtturmprojekt für einen zeitgemäßen Umgang mit Neuankommenden beschert. Was alle angeht, müssen alle lösen.

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