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Gesellschaft Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto?

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Moderatorin der Debatte Leonie Langer Redaktion

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Leonie Langer ist Journalistin. Für den Tagesspiegel recherchiert sie Hintergründe für den Newsletter "Checkpoint" und sie ist Teil des "Tagesspiegel Causa"-Teams.

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Stand der Debatte

Auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens soll eine temporäre Großunterkunft für 7000 Flüchtlinge entstehen. Mit den Plänen setzt sich der Senat über den Volksentscheid zur Bebauung des Feldes hinweg, das Gesetz müsste geändert werden. Kritiker fürchten eine Ghettoisierung mit vorporgrammierten sozialen Konflikten: 7000 Menschen auf engem Raum zusammengepfercht - kann das gutgehen? Nein, sagt Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. Ihm widersprechen unter anderem Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, CDU-Fraktioins-Vize Stefan Evers und der Stadtplaner und Leiter der Neuköllner Betreuungseinrichtung „Morus14“, Gilles Duhem.

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  • 32 Argumente
  • 111 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Die Unterbringung von mehreren tausend Menschen in Provisorien ist immer konfliktbehaftet

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. CDU

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Damit die Integration gelingt, müssen Stadt, Bürger und Akteure zusammen an einem Tisch sitzen

Dirk Müller, Architekt, Mitgründer Bürger Ideenwerkstatt AG Village, Dozent Openport Tempelhof Ideenwerkstatt AG Village

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Der Senat versäumt seit Jahren, leer stehende Immobilien in Bundes- und Landeshand in Wohnraum umzubauen

Elke Breitenbach, Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

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Wir fordern einen Beirat aus Politikern und Bürgern,der die Belange im Zusammenhang mit der Nutzung des Feldes behandelt

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

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Durch die Luftbrücke war Tempelhof schon einmal Symbol der Solidarität und Humanität - das soll heute wieder so werden

Kilian Kleinschmidt, Berater, Vorsitzender Innovation & Planning Agency (IPA)

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Nur gemischte Stadtviertel haben das Potenzial für eine nachhaltige soziale Integration

Stefan Evers, Stellvertretender Fraktionschef CDU

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Schon jetzt leben die in Tempelhof untergebrachten Menschen abgeschottet unter erbärmlichen Bedingungen

Elke Breitenbach, Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

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Alle Ankündigungen des Senats, die Massenunterkünfte möglichst schnell aufzulösen, sind leere Versprechungen

Elke Breitenbach, Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

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Der geschichtsträchtige Ort soll eine Brücke zwischen der armen, geschundenen und unserer wohlhabenden Gesellschaft sein

Kilian Kleinschmidt, Berater, Vorsitzender Innovation & Planning Agency (IPA)

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9 von 32
Der Senat sollte endlich mehr Energie darauf verwenden, alternative Unterbringungen zu prüfen und freizugeben.

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

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Bei den jetzigen Planungen kann Tempelhof zu einem Synonym für illusionsreiche und falsche Flüchtlingspolitik werden

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. CDU

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Die Flughafengebäude dürfen nur eine Übergangssituation sein, da der Standard für einen Daueraufenthalt zu gering ist

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg SPD

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Wenn die Notunterbringung in Tempelhof nicht mehr nötig ist, soll dort ein Kultur- und Kreativzentrum entstehen

Stefan Evers, Stellvertretender Fraktionschef CDU

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Massenunterkünfte verhindern ein selbstständiges Leben - daran ändert sich durch die Gesetzesänderung nichts.

Elke Breitenbach, Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

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15 von 32
Auch ohne eine Gesetzesänderung hätten weitere Geflüchtete rund um das Flughafengebäude untergebracht werden können.

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

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Die jetzige Situation erfordert schnelle Notlösungen, doch der Ausnahmezustand darf nicht zum Normalzustand werden

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

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Um Ghettobildung zu vermeiden, muss bei der Unterbringung eine große räumliche Ballung der Flüchtlinge verhindert werden

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. CDU

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Eine Notunterkunft Tempelhof braucht von Anfang an Konzepte für die Integration

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg SPD

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Die neuen Pläne sehen einen abgeschlossenen Bereich für die Bewohner vor, der Weg in die Gesellschaft bleibt verbaut

Elke Breitenbach, Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

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Mindeststandards der Flüchtlingsunterbringung gelten in Tempelhof nicht, unhaltbare Zustände werden zum Dauerzustand.

Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

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Es ist essentiell, dass die Bewohner Eigenverantwortung übernehmen und den Alltag aktiv mitgestalten können

Kilian Kleinschmidt, Berater, Vorsitzender Innovation & Planning Agency (IPA)

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Die Zweifel an der nur temporären Nutzung Tempelhofs sind berechtigt, denn Notunterkünfte werden auch später gebraucht

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. CDU

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Tempelhof könnte ein Wohnprojekt für soziale Integration und ein energiepolitisches Vorzeigeprojekt werden

Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D. CDU

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Die Nutzung des Flughafenvorfelds ist besser als die weitere Beschlagnahmung von Turnhallen

Stefan Evers, Stellvertretender Fraktionschef CDU

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Man kann Flüchtlinge würdevoll in Tempelhof unterbringen, ohne das Gesetz zu ändern

Dirk Müller, Architekt, Mitgründer Bürger Ideenwerkstatt AG Village, Dozent Openport Tempelhof Ideenwerkstatt AG Village

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Es ist wichtiger, mit den Bewohnern von Anfang einen Dialog zu führen als sofort perfekte Unterkünfte zu schaffen

Kilian Kleinschmidt, Berater, Vorsitzender Innovation & Planning Agency (IPA)

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Zur Leitung einer solchen Anlage braucht man einen Offizier der Bundeswehr, der auch schwierige Männer führen kann

Gilles Duhem, Geschäftsführer Morus 14 e.V.

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Es geht nicht um die Größe der Unterkunft, sondern um Aufenthaltsdauer, Infrastruktur und Perspektiven der Flüchtlinge

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg SPD

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8 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Antje Kapek}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Massenunterkunft in Tempelhof - Chancen verbaut

    von Antje Kapek - Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung Bündnis 90/Die Grünen

    Ende Januar hat die rot-schwarze Koalition die Änderung des sogenannten Tempelhof-Gesetzes beschlossen. Damit ist die Errichtung der größten Massenunterkunft für Geflüchtete in Deutschland besiegelt. Als Grüne im Berliner Abgeordnetenhaus haben wir diese Gesetzesänderung abgelehnt. Berlin muss endlich umsteuern und auf Integration setzen.  mehr lesen

  2. Bild von Kilian Kleinschmidt}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Flüchtlinge sollten Tempelhof mitgestalten

    von Kilian Kleinschmidt - Berater, Vorsitzender Innovation & Planning Agency (IPA)

    Durch die Luftbrücke war Tempelhof schon einmal Symbol der Solidarität und Humanität - das muss jetzt wieder so werden. Doch das kann nur gelingen, wenn die dort lebenden Flüchtlinge ihren Alltag aktiv selbst gestalten können und der Dialog zwischen ihnen und den Berlinern von Anfang an gefördert wird. mehr lesen

  3. Bild von Elke Breitenbach}
    Die Linke

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Es gibt Alternativen zu Massenunterkünften

    von Elke Breitenbach - Sprecherin für Arbeit, Soziales und Inklusion Die Linke

    Eine Massenunterkunft wie Tempelhof führt integrations- und sozialpolitisch in die Sackgasse. Der Senat handelt verantwortungslos - und versäumt seit Jahren, leer stehende Immobilien in Wohnungen umzubauen. mehr lesen

  4. Bild von Dirk Müller}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Ein integratives Gesamtkonzept für Tempelhof

    von Dirk Müller - Architekt, Mitgründer Bürger Ideenwerkstatt AG Village, Dozent Openport Tempelhof Ideenwerkstatt AG Village

    Das Tempelhof-Gesetz wird geändert. Doch das wäre nicht nötig, wie das dem Senat bereits Anfang Januar vorgestellte Konzept "Dreiklang" zeigt: Es sieht vor, in den Hangars dreistöckige Modulbauten aus Holz zu bauen. mehr lesen

  5. Bild von Eberhard Diepgen}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Tempelhofer Wohnraum nicht nur für Flüchtlinge

    von Eberhard Diepgen - Regierender Bürgermeister a.D. CDU

    Wenn das dauerhafte Provisorium der Flüchtlingsunterbringung nicht durch eine gemischte Siedlung für alle Berliner ergänzt wird, kann Tempelhof zu einem Synonym für illusionsreiche und damit falsche Flüchtlingspolitik werden. mehr lesen

  6. Bild von Gilles Duhem}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Nur mit klaren Spielregeln und deutschen Tugenden

    von Gilles Duhem - Geschäftsführer Morus 14 e.V.

    Eine Großunterkunft Tempelhof kann nur mit straffer Führung, hartem Durchgreifen und deutschen Tugenden wie Fleiß, Sauberkeit und Disziplin gelingen. Die zentrale Lage ist ein Vorteil, der für Integrationsarbeit genutzt werden sollte. mehr lesen

  7. Bild von Stefan Evers}

    Flüchtlingslager Tempelhof: Droht Berlin ein Ghetto? Besser als Obdachlosigkeit und beschlagnahmte Turnhallen!

    von Stefan Evers - Stellvertretender Fraktionschef CDU

    Flüchtlinge werden nur vorübergehend auf dem Flughafenvorfeld untergebracht, um Obdachlosigkeit und der weiteren Beschlagnahmung von Sporthallen vorzubeugen. Wenn die Notunterkunft nicht mehr gebraucht wird, muss das ursprüngliche Ziel verfolgt werden: Tempelhof als Zukunftsort für die Kultur- und Kreativwirtschaft. mehr lesen

  8. Bild von Angelika Schöttler}

    Flüchtlingslager Tempelhof:Droht Berlin ein Ghetto? Es geht nicht nur um Unterbringung, sondern um Integration

    von Angelika Schöttler - Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg SPD

    Nicht die Größe der Unterkunft ist entscheidend für das Gelingen, sondern eine funktionierende Infrastruktur, Perspektiven für die Flüchtlinge und Integrations- und Betreuungsmaßnahmen. Der Betreiber der Tempelhofer Unterkunft sorgt mit verschiedenen Angeboten für die Flüchtlinge dafür, dass dort kein Ghetto entsteht. mehr lesen