Gesellschaft EM 2016: Fußballpatriotismus = Nationalismus?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Ressortleiterin Causa/Meinung

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey leitet das Ressort Causa/Meinung des Tagesspiegels.

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Stand der Debatte

Während großer Fußballturniere wird das Nationale sehr sichtbar. Selbst urbane Kosmopoliten sitzen plötzlich im Deutschland-Trikot im Biergarten und feuern die Nationalmannschaft an. Fahnen hängen an Balkons, Rückspiegel sind schwarz-rot-gold umstrickt. Wie nah sind sich Fußball-Patriotismus und Nationalismus? Stärkt der Fußball-Patriotismus nationalistische und ausgrenzende Stimmungen? Die Grüne Jugend hat anlässlich der Europameisterschaft 2016 dazu aufgerufen, Deutschlandfahnen zu Hause zu lassen - und eine Welle der Empörung ausgelöst. Hier begründet Emma Sammet von der Grünen Jugend Berlin diesen Aufruf. Gegenstimmen in Kürze an dieser Stelle.

  • 4 Autoren
  • 19 Argumente
  • 52 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

1 von 19
Die gesteigerte Verwendung nationaler Symbole schafft ein Klima, das Nationalisten und Rechtsradikale anstachelt.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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In Deutschland wird Gemeinsamkeit über Abstammung definiert, nicht über demokratische Überzeugungen.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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3 von 19
Fahnenschwenken setzt niemanden herab. Das zu denken, ist kleinmütig.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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4 von 19
Es gibt einen - wenn auch statistisch nicht sehr starken - Zusammenhang zwischen Fahnen und Nationalismus.

Julia Becker, Professorin für Sozialpsychologie Universität Osnabrück

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5 von 19
In Zeiten von EM und WM werden bestimmte Gruppen verstärkt angefeindet, die Zahl rechter Gewalttaten steigt.

Emma Sammet, Sprecherin Grüne Jugend Berlin

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6 von 19
Nationalfahnen können die Aggressivität nationalistisch eingestellter Menschen erhöhen.

Julia Becker, Professorin für Sozialpsychologie Universität Osnabrück

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7 von 19
Wir müssen gegen Patriotismus aufstehen - schon im Ansatz.

Emma Sammet, Sprecherin Grüne Jugend Berlin

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8 von 19
Wichtig ist, wie die Gruppe sich definiert. Wenn sie geschlossen ist, wird es gefährlich.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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9 von 19
Nationalfahnen verstärken Vorurteile gegenüber anderen Gruppen.

Julia Becker, Professorin für Sozialpsychologie Universität Osnabrück

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10 von 19
In Deutschland wird Zugehörigkeit biologisch definiert. Deutsch ist, wer deutsche Eltern hat.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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11 von 19
Von der Politik wird der Begriff Patriotismus gern missbraucht.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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12 von 19
Menschen in einer wirtschaftlich prekären Lage zeigen häufiger Fahnen.

Julia Becker, Professorin für Sozialpsychologie Universität Osnabrück

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13 von 19
Natürlich missbrauchen einige Menschen die Fahne. Aber das ist kein Grund, sie sich zu schwenken.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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Die Identifikation mit der Nation ist für den Zusammenhalt des Gemeinwesens erforderlich.

Ulrich Wagner, Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

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15 von 19
Die Fahnendebatte ist rituelles Party-Crasher-Theater.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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16 von 19
Die Fahne steht heute für die Überwindung der Teilung, für Aussöhnung und Verbrüderung.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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17 von 19
Die Fahnenschwenker bei der EM unterstützen die deutsche Elf. So einfach ist das.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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18 von 19
Die Gleichsetzung von Patriotismus und Nationalismus ist das Grundübel der Debatte.

Dorothee Bär, Staatssekretärin CSU

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4 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Julia Becker}

    EM 2016: Partypatriotismus und Nationalismus Je mehr Fahnen, desto nationalistischer?

    von Julia Becker - Professorin für Sozialpsychologie Universität Osnabrück

    Die Sozialpsychologin Julia Becker untersucht seit Jahren in Umfragen und Experimenten, was das Fahnenschwenken mit den Deutschen macht. Nur soviel vorab: Nichts Gutes. mehr lesen

  2. Bild von Dorothee Bär}
    ToKo

    EM 2016: Fußballpatriotismus = Nationalismus? Fahnen schwenken und Farben bekennen!

    von Dorothee Bär - Staatssekretärin CSU

    Schwarz-Rot-Gold ist ein stolzes Bekenntnis zur Freiheit, zur Demokratie und einer offenen und toleranten Gesellschaft, die nicht von oben herab als solche definiert. Wir sollten die Fahne nicht den Partycrashern und Montagsdemonstranten überlassen. mehr lesen

  3. Bild von Ulrich Wagner}
    Laackman Fotostudios Marburg

    EM 2016: Fußballpatriotismus = Nationalismus? Vorsicht mit nationalistischen Symbolen und Parolen beim Fußball

    von Ulrich Wagner - Professor für Sozialpsychologie Universität Marburg

    Ob Fahnen beim Fußball harmlos sind, hängt davon ab, wie reif eine Nation damit umgeht. Definiert sie sich noch über die Abstammung, über biologische Zugehörigkeit, kann Fahnenschwenken gefährlich sein, sagt der Sozialpsychologe Ulrich Wagner und erklärt, wo die Deutschen seiner Ansicht nach stehen.  mehr lesen

  4. Bild von Emma Sammet}
    Erik Marquardt

    EM 2016: Ist Fußball-Patriotismus gleich Nationalismus? EM 2016: Warum der Fußball-Patriotismus nicht harmlos ist

    von Emma Sammet - Sprecherin Grüne Jugend Berlin

    Der Fußball-Patriotimus während der EM ist nicht harmlos, schreibt die Sprecherin der Grünen Jugend Berlin, im Gegenteil. Er funktioniert über Ausgrenzung und Anfeindung und ist deshalb gefährlich. mehr lesen