Deutschlands digitale Infrastruktur Digitalisierung und Autoindustrie gehen Hand in Hand

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Präsident Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA)

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Matthias Wissmann ist seit 2007 Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. Der ehemalige CDU-Politiker war 1993 Bundesminister für Forschung und Technologie und von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister.

Die Digitalisierung hat massiven Einfluss auf die Autoindustrie: Vernetzte Autos, automatisiertes Fahren und Carsharing bieten große Chancen. Damit die deutsche Automobilwirtschaft hier führend ist, muss die Bundesregierung die Netze schnell ausbauen.

Die Digitalisierung in unserer Gesellschaft hat massiven Einfluss darauf, wie wir künftig mit individueller Mobilität umgehen werden. Das Auto wird in diesem Kontext weiterhin eine Hauptrolle spielen: Vernetzte Autos, automatisiertes Fahren und emissionsfreie Antriebsalternativen sind die Themen, die im Fokus der Entwicklungen stehen. Nutzungsformen wie die Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern und der Infrastruktur oder Carsharing stellen große Herausforderungen und Chancen für die Branche dar.

Auf der diesjährigen IAA Pkw in Frankfurt konnten wir im neuen Ausstellungsbereich der „New Mobility World“ erstmals die gesamte Themenvielfalt der Mobilität abbilden. Denn klar ist: Keine Branche allein wird die Herausforderungen der Mobilität der Zukunft lösen. Daher präsentierten sich die unterschiedlichsten Stakeholder zu Themenfeldern wie Elektromobilität, Vernetzung, automatisiertes Fahren, urbane Mobilität und Mobilitätsdienstleistungen und nahmen den interdisziplinären Dialog auf. Was auf der CES in Las Vegas und auf der Detroit Motor Show noch getrennt zu sehen war, ist auf der IAA erstmals zusammengekommen. Auch Unternehmen wie die Deutsche Telekom und Samsung waren vertreten; die IAA hat damit die bisherigen Branchengrenzen überschritten.

Schon heute sind Fahrzeuge mit viel künstlicher Intelligenz ausgestattet. Moderne Assistenzsysteme unterstützen den Fahrer beim Bremsen, Lenken und Einparken und entlasten ihn im Stau. Künftig werden sich vernetzte Autos vor Hindernissen oder Glatteis warnen, sie wissen über Ampelphasen und Baustellen Bescheid und können entsprechend reagieren. Damit werden Staus und Emissionen vermieden, das Unfallrisiko gesenkt. Der Fahrer fährt sicherer, komfortabler und flüssiger.

Unser Anspruch ist klar: Die deutsche Automobilindustrie will beim vernetzten und automatisierten Fahren an der Spitze sein. Um diese internationale Vorreiterrolle zu sichern, werden unsere Hersteller und Zulieferer allein in den kommenden drei bis vier Jahren 16 bis 18 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Vernetzung verlaufen rasant, allerdings ist das Zukunftsfeld international hart umkämpft. Deswegen müssen Politik und Industrie hier kraftvoll vorangehen und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland stärken. Mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur geht es um Rahmenbedingungen für Deutschland als Leitanbieter und Leitmarkt für Innovationen rund um die Mobilität.

Wir haben als Automobilindustrie großes Interesse daran, dass die von der Bundesregierung angekündigten Investitionen in die digitale Infrastruktur rasch vollzogen werden. Im Vergleich mit manchen anderen Ländern ist Deutschland noch „digital unterversorgt“.  Leistungsfähiges Breitband muss überall selbstverständlich und flächendeckend verfügbar sein.

Deutschland hat seine Verkehrsinfrastruktur über viele Jahre intensiv genutzt, aber zu wenig in Erhalt und Ausbau investiert. Die Folgen spüren heute alle. Damit zum Beispiel ein automatisch fahrendes Auto die Fahrbahn erkennen kann, benötigen die Sensoren und Kameras mindestens vorschriftsmäßige Straßenmarkierungen. Wenn Autos in der Zukunft vernetzt fahren, muss darüber hinaus die Infrastruktur digital mit ihnen kommunizieren können.

Die digitale Welt und die Verkehrsinfrastruktur sind nicht länger getrennte Bereiche

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Die digitale Welt und die Verkehrsinfrastruktur sind daher nicht länger getrennte Bereiche. Staatliche Investitionen in diesem Bereich müssen deutlich erhöht werden. Deutschland steht vor der Herausforderung, aus einem Rückstand einen Vorsprung machen.

Bundesminister Dobrindt hat auf der IAA seine Strategie für automatisiertes und vernetztes Fahren vorgestellt. Er hat die richtigen Schwerpunkte gesetzt und die wesentlichen Baustellen identifiziert. Nun kommt es darauf an, dass die rechtlichen Rahmenbedingen auch tatsächlich geschaffen werden. Und das nicht nur auf nationaler Ebene. Wir brauchen für das automatisierte und vernetzte Fahren einen Rechtsrahmen, der so international wie möglich ist.

Dass die Bundesregierung dieses Thema weit oben auf die Agenda gesetzt hat, zeigt das Pilotprojekt auf einem Teilstück der Autobahn A9. Auf dieser Teststrecke kann der Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen untereinander, zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur oder anderen Quellen in der Realität getestet werden. Automatisierte Fahrfunktionen werden auf ihre Alltagstauglichkeit erprobt. Dies ist ein erster, wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen.

Um industrielle Leitnation zu bleiben, muss Deutschland die digitale Infrastruktur ausbauen.

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Wir sehen es als strategische Aufgabe der Politik an, die Infrastruktur in Deutschland nicht nur auszubessern, sondern fit zu machen für die großen Zukunftsthemen. Es geht für Deutschland darum, industrielle Leitnation zu bleiben. Und nicht zuletzt: Digitalisierung ist ein ganz wesentlicher Meilenstein für mehr Verkehrssicherheit. Damit kommen wir der Vision vom unfallfreien Straßenverkehr immer näher.

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