Deutschlands digitale Infrastruktur Der Wettbewerb muss belebt werden, indem der geregelte Zugang zum Telekomnetz bleibt

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Geschäftsführer Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.

Expertise:

Dr. Stephan Albers ist Geschäftsführer des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko). Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann und einem Jurastudium mit anschließender Promotion arbeitete er als Rechtsanwalt, bis er 1997 als Bereichsleiter Unternehmenskommunikation und Politik zu Arcor und schließlich 2009 zu Breko wechselte.

Hochmoderne Glasfasernetze sind eine unverzichtbare Basis der digitalen Geselschaft. Voraussetzung dafür sind engagierte Netzbetreiber, eine weitsichtige Wirtschafts- und Regulierungspolitik und flexible nationale Lösungen.

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ist in vollem Gange – und wird sich weiter beschleunigen. Denn für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland ist der Ausbau mit Highspeed-Breitband-Netzen entscheidend: Die breitbandige Vernetzung von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat ist wesentliche Grundlage für Innovation, nachhaltiges Wachstum, Beschäftigung und Teilhabe in unserer heutigen Informationsgesellschaft.

Der Breko setzt sich daher konsequent dafür ein, den Weg in die Gigabit-Gesellschaft zu ebnen. Die Netzbetreiber des Verbands investieren mit dem Ausbau hochmoderner und ultraschneller Glasfasernetze nachhaltig in die Zukunft Deutschlands und schaffen so die unverzichtbare Grundlage für die Digitalisierung. Auch die Bundesregierung hat die Digitalisierung in Stadt und Land mit der Vorstellung ihrer Digitalen Agenda als äußerst wichtigen und in Zukunft weiterhin immer wichtiger werdenden und bestimmenden Faktor für Wirtschaft und Gesellschaft erkannt – und daraus konsequenterweise die Notwendigkeit des flächendeckenden Ausbaus mit hochleistungsfähigen Highspeed-Netzen abgeleitet. Doch hierfür bedarf es nicht nur engagierter Netzbetreiber, sondern auch einer weitsichtigen und verlässlichen Wirtschafts- und Regulierungspolitik.

Das Breitbandziel der Bundesregierung ist nicht ausreichend. Wir brauchen Gigabit-Netze in den nächsten zehn Jahren.

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Gemeinsam mit vier weiteren Telekommunikationsverbänden spricht sich der Breko daher für eine Neujustierung der deutschen Breitbandpolitik aus und fordert in einer gemeinsamen Zukunftsagenda eine „echte Gigabit-Strategie“ und faire Wettbewerbsbedingungen ein. Die wichtige Kernbotschaft: Deutschland muss fit werden für die Herausforderungen der Gigabit-Gesellschaft. Schon in der nächsten Dekade werden Gigabit-Netze benötigt, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken und eine digitale Spaltung zu verhindern. Themen wie Industrie 4.0, E-Government und E-Health sowie neue Formen des Medienkonsums werden die Nachfrage nach hohen Bandbreiten immer weiter stimulieren.

Zukunftssichere Infrastruktur schafft Wachstum und Arbeitsplätze. Die bisherigen Breitbandziele dürfen daher nur als erste Wegmarke auf dem Weg zu Gigabit-Netzen verstanden werden, die am effizientesten in vielfältigem Wettbewerb entstehen. Wettbewerb war und ist Antrieb für effizienten Ausbau, stetige Verbesserung der Produktqualität und – nicht zuletzt – günstige Preise.

Ein nachhaltiger Netzausbau primär mit Glasfaseranschlüssen sollte Vorrang vor (kupferbasierten) Übergangslösungen haben

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Für die Initiatoren der Zukunftsagenda steht fest: Gigabit-Netze sollen allen Bürgern und Unternehmen in Deutschland ohne Einschränkungen zur Verfügung gestellt werden. Es muss das gemeinsame Ziel von Politik und Verwaltung sein, ihr Handeln klar auf dieses Ziel auszurichten. Dabei sollte ein nachhaltiger Netzausbau – der Breko setzt sich hier in erster Linie für Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude (FTTB) oder bis direkt in die Wohnung (FTTH) ein – Vorrang haben vor (kupferbasierten) Übergangslösungen.

Die Zugangsregulierung zur physischen Netzinfrastruktur der Telekom muss bleiben, um die Glasfaser zum Kunden zu bringen

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Ein Abbau der Zugangsregulierung gefährdet den für den weiteren Glasfaserausbau notwendigen, physischen Zugang zur Netzinfrastruktur jedoch in allerhöchstem Maße. Gerade im ländlichen Raum müssen die Wettbewerber auch weiterhin Zugang zum Netz des deutschen Ex-Monopolisten erhalten, um die Glasfaser auf Basis wirtschaftlich tragfähiger Modelle schrittweise immer näher zum Kunden bringen zu können.

Wir brauchen weiter nationale statt europäische Regulierungsbehörden, um nationale Marktstrukturen zu berücksichtigen.

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Auf EU-Ebene müssen auch  weiterhin die Besonderheiten nationaler Marktstrukturen berücksichtigt werden – eine „One-size-fits-all“-Regulierung wäre daher kontraproduktiv. Auch in Zukunft werden nationale Regulierungsbehörden benötigt, die passgenaue Entscheidungen für spezifische Fragestellungen treffen.

Der Breko wird sich auch künftig treu bleiben: Der Fokus des Verbands liegt klar auf einem raschen, nachhaltigen und vor allem effizienten Glasfaserausbau in der Fläche. Die Mitte des Jahres vorgestellte Breko Breitbandstudie 2015 hat erneut klar bestätigt: Die überwiegend lokal und regional tätigen Wettbewerber – zum größten Teil Mitgliedsunternehmen des Breko – sind die wichtigsten Treiber für den schrittweisen Übergang zum direkten Glasfaseranschluss und zeichnen für 76 Prozent des aktuellen Glasfaserausbaus (FTTB / FTTH) in Deutschland verantwortlich.

Auf unserer Jahrestagung am 26. November in Berlin haben wir noch einmal ganz deutlich gemacht: Beim Ausbau von hochleistungsfähigen, ultraschnellen Glasfasernetzen sind regionale Netzbetreiber starke Partner für Städte und Kommunen – und das nicht nur in Ballungsräumen, sondern insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Gebieten. Das ist Glasfaserausbau „Made in Germany“! 

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