Vegan leben Esst mehr Pflanzen!

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Veganer und Leiter Politik, ProVeg e. V.

Expertise:

Felix Domke lebt vegan und arbeitet für den ProVeg e.V.

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Zehn Debatten in zehn Wochen. Diese Woche: Ernährung - Darf ich noch Fleisch essen? Felix Domke von ProVeg e. V.​ hält einen möglichst geringen Fleischkonsum für unbedingt notwendig.

Ob vegan, vegetarisch, flexitarisch oder mischköstlich: Über die eigene Ernährung entscheiden wir alle selbst. Ende der Diskussion? Nein, denn die Auswirkungen unseres Fleischhungers sind unübersehbar – der Amazonas brennt. Jede und jeder Einzelne trägt Verantwortung und kann mit dem eigenen Ernährungsverhalten einen wichtigen Beitrag zum Umwelt-, Tier- und Klimaschutz leisten. Dafür muss die Politik viel stärkere Anreize schaffen und nachhaltige Formen der Ernährung und Landwirtschaft fördern. Klar ist, dass es so wie bisher auf keinen Fall weitergehen kann.

Die Politik muss stärkere Anreize schaffen und nachhaltige Formen der Ernährung und Landwirtschaft fördern.

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Das Grundproblem bei der Erzeugung tierischer Lebensmittel ist die ineffiziente Umwandlung von pflanzlichen zu tierischen Kalorien. Pflanzen an Tiere zu verfüttern und anschießend das Fleisch zu verzehren ist weniger effizient, als die Pflanzen direkt zu essen. Die Intensivtierhaltung verbraucht etwa ein Drittel des weltweiten Getreides und zwei Drittel des weltweit angebauten Sojas als Futtermittel. In ihrer Folge entstehen gewaltige Mengen klimaschädlicher Treibhausgase.
Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beziffert den Anteil der CO2-Emissionen, die in Deutschland in der Landwirtschaft entstehen auf rund ein Viertel der gesamten CO2-Emissionen. Zwei Drittel dieses Anteils stammen wiederum von tierischen Lebensmitteln. Global gesehen ist die Tierhaltung laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen für rund 16 Prozent der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. 

Fleischkonsum ist ineffizient im Vergleich zum Verzehr von Obst und Gemüse.

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Ohne eine deutliche Senkung der Emissionen aus der Tierhaltung werden wir keine Chance haben, den Klimawandel auf die im Pariser Abkommen verankerte 1,5-Grad-Grenze zu beschränken. Dabei steht Deutschland als reiche Industrienation besonders in der Pflicht.
Des Weiteren erhöht ein zu hoher Fleischkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Typ 2 Diabetes, Bluthochdruck sowie einige Krebsarten. Hoher Fleischkonsum kann dramatische Konsequenzen für den Konsumenten haben und hat weitreichende Folgen für das Gesundheitssystem. 
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft versucht mit Instrumenten wie Ernährungsbildung in Schulen zu kontern. Auch wenn die zweifellos sinnvoll ist, wäre es naiv zu glauben, dass sie ausreicht. Für die dringend notwendige Ernährungswende werden weitere, wirkungsvollere Maßnahmen benötigt.

Hoher Fleischkonsum ist schädlich.

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Ein effektiver Ansatz wären Lebensmittelpreise, die Anreize für ein nachhaltigeres Ernährungsverhalten schaffen. Tierprodukte sind aufgrund jahrzehntelanger Intensivierung der Produktion sowie Subventionierung unverhältnismäßig preiswert. Hier ist Veränderung nötig – die Politik steht in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen in Form geeigneter Instrumente auszuhandeln, um Verbraucherinnen und Verbrauchern so den Weg zu einem  pflanzenbasierteren Lebensstil zu ebnen. 
 Die jüngst medial diskutierte Anpassung der Mehrwertsteuer für Tierprodukte wäre kein Allheilmittel, aber ein dringend notwendiges Signal, dass ein geringerer Konsum tierischer Produkte notwendig ist.

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Tierprodukte wäre ein dringend notwendiges Signal.

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Immer mehr Menschen berücksichtigen diese Argumente bei ihren Kaufentscheidungen. Hier  gilt: je pflanzlicher, desto besser. Und ja, zahlreiche Gründe sprechen für eine pflanzliche Zukunft. Mangelnde Auswahl ist kein Argument mehr: Die Produktpalette pflanzlicher Alternativen wird immer größer. Ausprobieren lohnt sich – die eigene Gesundheit, die Tiere und die Umwelt werden es Ihnen danken. Worauf warten Sie noch?

Zur Debatte schrieb bereits Schriftstellerin Hilal Sezginfür die vegetarische Nahrung nicht tierfrei genug ist. Für Gastronom Boris Radczun dagegen gehört Fleischessen zum Leben dazu. Er meint aber auch, dass es weniger werden sollte. Biobauer Jochen Fritz fordert nicht nur mehr Respekt für die Tiere, sondern auch für Bäuerinnen und Bauer.

In der ersten Woche unserer Debattenserie ging es um "Verkehr - Kann das Auto weg?". Alle Beiträge zu dieser Debatte finden Sie hier.

 

 

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