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Gesellschaft Brennpunktschulen: Sind Lehrer-Vorurteile Teil des Problems?

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Moderatorin der Debatte Anna Sauerbrey Redakteurin

Expertise:

Dr. Anna Sauerbrey ist Redakteurin des Tagesspiegels. Sie schreibt Essays und Meinungsbeiträge und verantwortet gemeinsam mit Christoph von Marschall Causa online und im Print. Ihr besonderes Interesse gilt der Digitalisierung.

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Stand der Debatte

Die Debatte um Brennpunktschulen dreht sich bislang vor allem um die Defizite der Schüler. Unsere Autorin, die an einer Berliner Brennpunktschule arbeitet und auch im Interesse der Schule anonym bleiben will, sagt: Auch die Lehrer sind Teil des Problems. An ihrer Schule, so schildert sie es, haben sich zwischen Lehrern und Schülern harte Fronten gebildet. Den Lehrern mangele es an Wertschätzung für die Schüler, deren Probleme die Lehrer teilweise "muslimisieren". Den Pädagogen mangele es an Bewusstsein für das Leben von Schülern "of Color". Der vorurteilsbehaftete Umgang mit ihnen, so schreibt unsere Autorin, stehe den Lernerfolgen der Kinder und Jugendlichen im Weg. Hat sie recht? Diskutieren Sie mit. Sie sind Pädagoge, Bildungsprofi, Politiker und möchten auf diesen Text antworten? Sie können uns gern schreiben an causa.autoren@tagesspiegel.de

  • 8 Autoren
  • 33 Argumente
  • 540 Abstimmungen

Alle Argumente der Debatte im Panorama:

Die persönliche Eignung von Lehrkräften muss besser als bisher getestet werden.

Ulf Matysiak, Lehrer und Geschäftsführer Teach First Deutschland

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1 von 33
Brennpunktschulen müssen die besten Schulen mit den besten Lehrern der Stadt werden.

Maja Lasić, Mitglied des Abgeordnetenhauses SPD

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2 von 33
Es muss in allen Lebensbereichen offen und ehrlich über die Folgen von Alltagsrassismus gesprochen werden.

Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied des Abgeordnetenauses CDU

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3 von 33
Die Anforderungen an Lehrer an Brennpunktschulen sind immens. Deshalb brauchen sie Unterstützung.

Tom Erdmann, Vorsitzender GEW Berlin

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4 von 33
Wir müssen uns den Vorurteilen in unseren Köpfen stellen, auch wenn es unsere Weltbilder ins Wanken bringt.

Izabela Zarebska, Bildungsreferentin Jugendbildungsstätte Kaubstraße

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5 von 33
Beteiligte müssen die Möglichkeit haben, sich an Hilfspersonen oder Hilfsinstitutionen zu wenden. 

Franz Kloth, Pressesprecher, Landesschülerausschuss Berlin

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6 von 33
Die Teilnahme an Weiterbildungen kann nur ein Baustein zur Lösung des Problems sein.

Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied des Abgeordnetenauses CDU

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7 von 33
Schulen in sozial belasteten Gebieten brauchen mehr Sonderpädagogen. 

Tom Erdmann, Vorsitzender GEW Berlin

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8 von 33
Der Paradigmenwechsel muss wegführen von Schuldzuweisungen und hin zu ressourcenorientierter Pädagogik.

Izabela Zarebska, Bildungsreferentin Jugendbildungsstätte Kaubstraße

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9 von 33
Es muss eine allgemeine Weiterbildungspflicht in den Bereichen Pädagogik und Technik für alle Lehrkräfte geben.

Franz Kloth, Pressesprecher, Landesschülerausschuss Berlin

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11 von 33
Alle Beteiligten müssen gemeinsam Bedingungen für eine diskriminierungsfreie Pädagogik der Vielfalt schaffen.

Izabela Zarebska, Bildungsreferentin Jugendbildungsstätte Kaubstraße

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12 von 33
Es braucht besondere Strategien, um den Alltag in multikulturellen Schulen zu meistern.

Ulf Matysiak, Lehrer und Geschäftsführer Teach First Deutschland

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13 von 33
Eine pauschale Darstellung der Situation an den Schulen wird der Realität nicht gerecht.

Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied des Abgeordnetenauses CDU

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14 von 33
Alltagsrassismus gegenüber Schülern ist leider immer noch ein Teil des Schulsystems.

Maja Lasić, Mitglied des Abgeordnetenhauses SPD

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15 von 33
Die Bildungspolitik ist gegen Rassismus an Schulen aktiv, aber noch nicht genug.

Maja Lasić, Mitglied des Abgeordnetenhauses SPD

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16 von 33
17 von 33
Französisch oder Spanisch werden als Muttersprache positiv bewertet, Arabisch nicht

Olaf Schäfer, Lehrer

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18 von 33
"Problemschüler" werden nur verwaltet, statt das man ihnen zu liebe beherzt eingreift

Olaf Schäfer, Lehrer

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19 von 33
Lehrkräfte vernachlässigen ihre Vorbildfunktion teilweise durch die Ausnutzung von Machtpositionen.

Franz Kloth, Pressesprecher, Landesschülerausschuss Berlin

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20 von 33
Das Berufsbild "Lehrer an Brennpunktschulen" erfordert eine gezielte Ausbildung.

Ulf Matysiak, Lehrer und Geschäftsführer Teach First Deutschland

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22 von 33
Lehrkräfte kommen oft mit vorgefertigten Bildern im Kopf in die Bildungsstätten. 

Izabela Zarebska, Bildungsreferentin Jugendbildungsstätte Kaubstraße

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23 von 33
Wenn Rassismus zum allgemeinen Erklärungsmuster wird, bleibt kein Raum für die Differenzierung der Probleme.

Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied des Abgeordnetenauses CDU

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25 von 33
Für ein gutes Schulklima braucht es Bewusstsein für (Alltags-)Rassismus. Lehrer müssen sich ihren Vorurteilen stellen.

Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt, Lehrerin, Berlin

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26 von 33
Die Ursachen für Schüler-Diskriminierung sind vielfältig. Sie haben auch mit Erschöpfung zu tun.

Ulf Matysiak, Lehrer und Geschäftsführer Teach First Deutschland

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27 von 33
Manche Lehrer an Brennpunktschulen haben eine zu positive Sicht auf sich selbst und eine zu negative auf die Schüler.

Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt, Lehrerin, Berlin

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28 von 33
Die Lehrer bestärken sich gegenseitig in ihren Vorurteilen.

Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt, Lehrerin, Berlin

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29 von 33
Demokratie, Pluralismus und Vielfalt gehen oft an den Lehrkräften vorbei. 

Franz Kloth, Pressesprecher, Landesschülerausschuss Berlin

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30 von 33
Vielen Lehrern mangelt es an einem Bewusstsein für ihre eigenen Vorurteile gegenüber Schülern "of Color" oder Muslimen.

Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt, Lehrerin, Berlin

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31 von 33
An Brennpunktschulen - zumindest an meiner - sind die Lehrerinnen und Lehrer das Hauptproblem.

Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt, Lehrerin, Berlin

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32 von 33
Ich verstehe Lehrer/innen, denen die Hand ausrutscht, wenn sie übel beleidigt werden

Olaf Schäfer, Lehrer

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8 Beiträge in dieser Debatte
  1. Bild von Izabela  Zarebska}
    Izabela Zarebska

    Vorurteile an Brennpunktschulen Pädagogik ohne Diskriminierung kann nur gemeinsam erreicht werden

    von Izabela Zarebska - Bildungsreferentin Jugendbildungsstätte Kaubstraße

    Das Problem von Diskriminierung und Vorurteilen an (Brennpunkt)-Schulen kann nur gelöst werden, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Paradigmenwechsel muss wegführen von Schuldzuweisungen und hin zu einer ressourcenorientierten Pädagogik.   mehr lesen

  2. Bild von Franz Kloth}

    Lehrer-Vorurteile an Problemschulen Lehrkräfte sollten sich und ihr Handeln hinterfragen

    von Franz Kloth - Pressesprecher, Landesschülerausschuss Berlin

    Die Probleme an Schulen können nur behoben werden, wenn Lehrkräfte ihr Handeln hinterfragen. Außerdem sollte es neben regelmäßigen Evaluationen und Unterrichtsbesuchen für alle Lehrkräfte auch eine Weiterbildungspflicht in den Bereichen Pädagogik und Technik geben.  mehr lesen

  3. Bild von Tom Erdmann}

    Rassismus an Brennpunktschulen Die Lehrer müssen entlastet werden

    von Tom Erdmann - Vorsitzender GEW Berlin

    Nicht alle Lehrer sind rassistisch. Die Lehrer leiden aber unter enormen Anforderungen und müssen unterstützt werden. Zum Beispiel werden besonders an den so genannten Brennpunktschulen Sonderpädagogen benötigt. mehr lesen

  4. Bild von Maja Lasić}

    Diskriminierung an Brennpunktschulen Trauen wir uns über Rassismus an Schulen zu reden?

    von Maja Lasić - Mitglied des Abgeordnetenhauses SPD

    Alltagsrassismus ist an vielen Schulen leider immer noch Realität. Die Bildungspolitik tut zwar einiges dagegen, aber noch nicht genug. Brennpunktschulen müssen in Zukunft zu den besten Schulen der Stadt werden. mehr lesen

  5. Bild von Emine Demirbüken-Wegner}

    Alltagsrassismus an Problemschulen Rassismus ist keine allgemeingültige Erklärung für Probleme an Schulen

    von Emine Demirbüken-Wegner - Mitglied des Abgeordnetenauses CDU

    Alle Lehrer als rassistisch zu bezeichnen wird der Realität nicht gerecht. Rassismus an Schulen ist ein Problem, aber er darf nicht zum allgemeinen Erklärungsmuster werden, sonst bleibt kein Raum für die Differenzierung der Probleme.  mehr lesen

  6. Bild von Olaf Schäfer}

    Unverschämte Schüler, frustrierte Lehrer  Das Wunder ist, wie wenig rassistisch die Kollegen sind!

    von Olaf Schäfer - Lehrer

    Ich kann die Kolleginnen verstehen, denen die Hand ausrutscht, wenn ein Schüler sie als "blöde Hure" beschimpft. Wir Lehrer an Brennpunktschulen sind nicht Jesus, wir haben Grenzen. mehr lesen

  7. Bild von Ulf Matysiak}

    Alltagsrassismus an Brennpunktschulen Auf den Lehrern rumhacken ist auch keine Lösung

    von Ulf Matysiak - Lehrer und Geschäftsführer Teach First Deutschland

    Brennpunktschulen fordern die Lehrkräfte in einer Weise, auf die sie nicht vorbereitet sind. Dafür gibt es nur eine Lösung: Die Ausbildung muss Multikulti-gerechter werden. mehr lesen

  8. Bild von Anonyma, Name ist der Redaktion bekannt}

    Brennpunktschulen Lasst uns endlich über Problemlehrer sprechen!

    von Anonyma, Name Ist der Redaktion Bekannt - Lehrerin, Berlin

    Der (Alltags-)Rassismus und die Vorurteile vieler Lehrer an Brennpunktschulen vergiften das Schulklima, schreibt unsere Autorin, eine Berliner Lehrerin, in ihrem Brandbrief. mehr lesen