Antisemitismus unter Muslimen Der muslimische Antisemitismus wird aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen verharmlost

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Psychologe und Autor

Expertise:

Ahmad Mansour ist ein israelisch-arabischer Psychologe, der seit 2004 in Deutschland lebt. Von ihm erschien zuletzt "Generation Allah - Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen" (S. Fischer 2015). Er ist Programmdirektor der European Foundation for Democracy, einer Non-Profit-Organisation in Brüssel, die sich für den Erhalt der Europäischen Grundwerte einsetzt, und Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland.

Der Antisemitismus gehört zu Deutschland. Das darf die Politik aber nicht zulassen und muss gerade der muslimischen Variante die Stirn bieten. Hier werden noch zu oft aus Tätern Opfer gemacht.  

Seien wir ehrlich: Der Antisemitismus gehört noch – und wieder verstärkt - zu Deutschland. Leider! Und zwar nicht erst seit der jüngsten Bestürzung über den Fall des 14-jährigen jüdischen Jungen, der an einer Schule in Berlin-Friedenau Opfer antisemitischer Beleidigungen und Angriffe wurde. Auch nicht erst seit der Rabbiner Daniel Alter wegen seiner Kippa – übrigens ebenfalls in Friedenau - zusammengeschlagen wurde, und auch nicht erst seit 2014 während des Gazakriegs Synagogen angegriffen wurden oder Parolen gerufen wurden wie „Hamas, Hamas! - Juden ins Gas“ oder „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“



Nein. Der Antisemitismus gehört noch mehr Deutschland, seit wir diesem neuen, alten Phänomen hilflos gegenüberstehen – weshalb bewusst versucht wird, das Problem zu relativieren oder sogar zu vertuschen. Diese Strategien sind Ausdruck der Hilflosigkeit im Umgang mit so genannter „Multikulturalität“. Dabei werden Unterschiede zelebriert, als seien sie ein Wert an sich. Doch wenn der Unterschied darin besteht, dass der eine etwa Israel dämonisiert und der andere nicht, dann ist das nicht einfach eine multikulturelle Angelegenheit – dann werden Probleme ausgeblendet, tabuisiert, statt ausgesprochen und verhandelt.

Der muslimische Antisemitismus wird verharmlosend diskutiert.

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Ja, Antisemitismus ist ein herkunftsübergreifendes Phänomen, das man links, rechts und in der Mitte dieser Gesellschaft findet. Jedoch verdient der muslimische und vor allem anti-israelische Antisemitismus besondere Erwähnung, da er andere Ursprünge hat - und da er immer noch inkonsequent bis verharmlosend diskutiert wird. Arabischer oder türkischer Antisemitismus kennt nicht die Hemmung der Deutschen im Umgang mit Juden. Vielmehr ist  er Teil des Alltags, Teil der infantilen, religiösen und politischen Haltung in vielen Familien, Teil der medialen Propaganda in den Sendern der Herkunftsländer, die heute jedermann über Satellit oder Internet auch in Deutschland empfangen kann. Dieser Antisemitismus, in den Herkunftsländern wie in der Diaspora, ist frecher, dreister und emotionaler, als der verhohlene deutsche. Nicht zu Unrecht haben Juden in Deutschland, in Europa vor ihm Angst.

Der arabische Antisemitismus ist frecher, dreister und emotionaler, als der deutsche. 

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Umso mehr ist es eine Schande, dass die Angst vieler Juden relativiert wird, dass mittlerweile Angriffe auf kippatragende Juden in Deutschland fast emotionslos hingenommen werden. Eine Schande, dass das Wort „Jude“ als Schimpfwort auf Schulhöfen verwendet wird, und dass Lehrerinnen und Lehrer, die das Problem thematisieren, oft von der Schulleitung mit Antworten wie: „Stell dich nicht so an. Bei denen ist das ja normal“ abgespeist werden. Davon höre ich in meiner Arbeit wieder und wieder. Das ist nicht normal. Das ist nicht hinnehmbar! Solche Schulleitungen verfehlen ihren Auftrag. Vergessen wir nicht: Aufklärung muss in den Schulen beginnen! In der Schule solche Vorurteile und Schmähungen als vermeintliche Folklore von Migranten hinzunehmen bedeutet auch, hinzunehmen, dass Menschen heimtückisch Synagogen attackieren, jüdische Gräber beschmieren oder Hebräisch sprechende Touristen  zusammenschlagen. 



Eine demokratische Gesellschaft darf nicht akzeptieren, dass in Europa wieder Juden Opfer antisemitischer Gewalt werden, dass sie ihres Lebens nicht sicher sein können, nur weil sie Juden sind.



Zum muslimischen Antisemitismus der Gegenwart gehören teils abstruse, Verschwörungstheorien. Dutzende Male haben mich Schülerinnen und Schüler, Jugendliche in meiner Arbeit mit Gruppen gefragt, warum Juden in Deutschland keine Steuern zahlen – Hunderttausende sind von solchem Unsinn überzeigt. Ebenso wie sie glauben, dass alle großen Konzerne oder Handelsketten, Lidl, Aldi, Saturn, Media Markt allein im Besitz von Juden sind. Oft sind sie erstaunt, dass ein palästinensischer Israeli wie ich überhaupt in Israel zur Schule gehen und studieren durfte – es ist ihnen nicht bekannt, dass das normal ist. Begriffe wie „Illuminati“ oder „Freimaurer“ mit Bezug auf Juden sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Sie verstehen darunter eine Art geheimer, jüdischer Weltmacht, in deren Händen die Allmacht über Finanzen und Weltgeschehen liegt. Laut diesen kruden Theorien werden sämtliche Kriege von Juden angezettelt – aus reinem Eigennutz. Auf dem Weg über die sozialen Medien verbreiten sich solche "Alternative News“ mit schwindelerregenden Klickzahlen - man kann schon fast von einer Plage der asozialen Medien sprechen. Doch noch stehen Demokraten dem ratlos, kopfschüttelnd gegenüber. Es fehlt an Gegennarrativen, es fehlt an couragierten, klaren und offenen pädagogischen Konzepten im Umgang mit diesen wirren Konstrukten. Sie müssen angesprochen, ausgesprochen und durch Fakten widerlegt werden, bundesweit, in allen Bildungseinrichtungen.

Es braucht ein Gegennarrativ zu den antisemitischen Verschwörungstheorien. 

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Für muslimische Jugendliche spielt der Nahostkonflikt bei alledem eine Hauptrolle, ihr antizionistischer Antisemitismus unterscheidet kaum zwischen Israelis und Juden. Kommt das Thema auf, wird die Stimmung oft rasch aggressiv, Klischees treten deutlich zutage, jenseits von zeithistorischem Wissen, jenseits jedweder informierter Reflexion. Juden geben in den Narrativen ein bewährtes Feindbild ab, Palästinenser, Muslime überhaupt, sind stets Opfer, nie Täter. So kommt es, dass Hunderttausende Muslime während des Gazakrieges auf die Straßen gingen, sich aber dieselben Leute kaum empörten, als wenige Monate später der IS seinen Völkermord in Syrien begann. 



Der Nahostkonflikt spielt eine Hauptrolle beim antizionistischen Antisemitismus.

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Auch ein starres, geschichtsloses Verständnis des Islam und des Koran führt zu einem islamistisch argumentierenden Antisemitismus. Radikale islamistische Gruppierungen sprechen oft von „Juden als Feinden des Islam“. Tatsächlich befasst sich rund ein Drittel des Korans mit Erzählungen zum Judentum. Solche Geschichten werden aktuell oft aus ihrem historischen und lokalen Kontext gerissen und auf alle jüdischen Individuen und Gruppen in der Gegenwart übertragen. Ohne eine differenzierte, moderne und demokratieorientierte Korandeutung bleibt die Gefahr, Vorurteile über Juden zu verstärken und unreflektiert weiterzugeben. 



Ohne eine differenzierte und moderne Korandeutung bleibt die Gefahr, dass der Koran Antisemitismus legitimiert. 

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Anhänger extremistischer Strömungen, etwa die Salafisten, beziehen sich zur Legitimation ihrer antisemitischen Positionen auch auf islamische Quellen, die  neben dem Koran existieren. Sie verbreiten fragwürdige Hadithen (überlieferte Aussagen des Propheten Mohammad), in denen Allah angeblich die Juden verflucht oder wo von der "Armageddon-Schlacht" die Rede ist, dem letzten, tödlichen Gefecht der Muslime gegen alle noch lebenden Juden. Ebenso geschichtsvergessen wird der im Koran beschriebene Konflikt zwischen dem Propheten Mohammed und den jüdischen Stämmen, die damals auf dem Gebiet des heutigen Saudi-Arabien siedelten, schlicht eins-zu-eins auf heutige Juden übertragen.



Doch in der Gegenwart ist man in der Politik wie im Bildungssystem kaum 
in der Lage die Dimension dieser Antisemitismus zu erfassen. Spricht man das Problem an, wird einem oft entgegnet, man verhalte sich rassistisch. Das ist bildungspolitisch wie gesellschaftlich fatal, denn die Täter von heute werden damit zu Opfern stilisiert. 



Die Kritik an muslimischen Antisemiten macht sie heute schnell zu Opfern.

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Gerade in diesen Tagen wird klar, wie wenig so manche Akteure dieser Debatte zu einer Verständigung beitragen, wie gefährlich verniedlichend die Rede von den diskriminierten Muslimen gerade in diesem Kontext sein kann. Das Mantra  “Wir haben uns alle lieb“ ist irreführend und beschönigend, es bringt uns nicht weiter. Nur wenn wir die Jugendlichen ernstnehmen, ihren Einstellungen den Raum geben, den es für echte Debatten braucht, kommen wir einen Schritt voran. Also muss diskutiert und informiert werden, ohne Scheu, ohne Tabus, ohne um den heißen Brei herumzureden.

Es geht darum, die Schwarz-Weiß-Malerei produktiv zu verunsichern. In den Schulen muss gesprochen werden über die Geschichte und das Existenzrecht Israels, und dazu brauchen wir für diesen Zweck gut ausgebildete Lehrer. Es braucht Schulen, die ihre Aufgabe bewusst wahrnehmen und eine Politik, die begreift, dass eine vielfältige Gesellschaft neue Bildungswege braucht, dass klar und selbstbewusst kommuniziert werden muss, was die Gesellschaft duldet und was nicht. 
  


Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das ist gut so. Doch das bedeutet auch, dass man sich in Deutschland proaktiv und bewusst mit den mitgebrachten Einstellungen und Vorurteilen der Migranten auseinandersetzt. Zum Geschichtsunterricht gehört daher neben dem Holocaust und dem Dritten Reich auch der Nahostkonflikt und dessen Nuancen und Facetten.  

6 Kommentare - Diskutieren Sie mit!
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  1. von Carmen Rother
    Das ist das Problem vieler aktueller Debatten, dass die Angst, das Etikett "Rassist" oder "islamophob" verpasst zu bekommen, größer ist, als der Drang nach der Wahrheit.

    Es erinnert mich an die Vorgehensweise der Bolschewiki, die in den Debatten in der Komintern schon ab 1920 sehr gerne politischen Abweichlern irgendwelche Etiketten wie "Zentrist" oder "Sozialpazifist", später dann gar "Sozialfaschist" verpassten, um sie zu diffamieren und eine Atmosphäre zu erzeugen, in der viele sich dann wortradikal gebärdeten, um ja nicht in den Verdacht zu geraten, zu diesen "schlimmen" Gruppen gerechnet zu werden. Für die Sache selbst war das meist kontraproduktiv.
    Dass diese Vorgehensweise heute von den sogenannten "Liberalen" oder "Linksliberalen" gewählt wird, stimmt mich nachdenklich, ob überall da, wo "liberal" draufsteht, wirklich liberal drin ist?

    Im Rahmen einer wirklich sachlichen und differenzierten Debatte sollte es möglich sein, sowohl - wie Herr Fidorra schon sagte - eine differenzierte Meinung zur Politik der israelischen Regierung zu äußern, ohne als "Antisemit" hingestellt zu werden, als auch auf das Problem der muslimischen Variante des Antisemitismus hinweisen zu können, ohne gleich als "islamophob" bezeichnet zu werden.
  2. von Eckhardt Kiwitt, Freising
    Meine erste Frage an "Antisemiten" bzw. antijüdisch eingestellte Menschen:
    Wieviele Juden kennst Du persönlich ?

    Der "Antisemitismus" ist ein Antijudaismus, da z.B. Araber ebenfalls Semiten sind.

    Menschen wegen ihrer Herkunft oder Weltanschauung unter Generalverdacht zu stellen oder sie für etwas verantwortlich zu machen, das sie nicht getan haben, ist mehr als nur ein Vor-Urteil. Es nimmt diese Menschen in Sippenhaftung -- egal ob Juden, Muslime, Christen oder sonst wen.

    Um den Antijudaismus mancher Muslime zu verstehen, empfiehlt es sich u.a., einen Blick in die chronologisch sehr späten, die endgültigen Suren des Korans aus medinesischer Zeit zu werfen, -- insbesondere in die (vorletzte oder letzte) Sure 5, "Der Tisch", die sich gegen Ende stellenweise liest wie das Buch vom Gröfaz (Hitler).
    Diese Sure wie auch der gesamte Koran wurde jedoch nicht von heute lebenden Muslimen verfasst, weshalb man sie dafür nicht verantwortlich machen oder zur Rechenschaft ziehen kann -- denn das wäre seinerseits ebenfalls Sippenhaftung.
    Man kann aber erläutern, dass laut Koran der islamische Gott Allah angeblich alle Menschen, also auch Juden, erschaffen hat ... -- und dass jeder glauben darf, was er will, deshalb aber längst nicht alles tun darf, was er will, tun was anderen schadet, und auch nicht gegen andere Menschen, die etwas anderes glauben, hetzen darf.

    Eckhardt Kiwitt, Freising
  3. von Frank Fidorra
    Der Begriff "Antisemitismus" wird m.E. zu sehr pauschalisierend verwendet und verhindert so eine Meinungsdiversifizierung als auch einen Konsens.

    Wenn unter Antisemitismus die Diskriminierung von Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland verstanden wird, dann sind wohl die meisten überzeugt, dass dem entschieden entgegenzutreten ist, egal von welcher Seite die Diskriminierung erfolgt. Gerade das Beispiel des jüdischen Jungen an einer berliner Schule zeigt m.E., dass die gesellschaftlichen Kontrollmechanismen im Nachgang einer erfolgten Diskriminierung funktionieren.

    Muslimische Mitbürger in Deutschland müssen sich hier integrieren. Das bedeutet u.a., dass sie die Rechte der Frauen achten müssen, dass sie Menschen mit anderen Meinungen gelten lassen müssen und dass Menschen mit anderen Religionen zu respektieren sind. Einen Import von gewalttätigen internationalen Konflikten nach Deutschland können und sollten wir nicht zulassen.

    Leider wird aber unter Antisemitismus auch jede Kritrik am Staat Israel verstanden. Das ist m.E. eine unzulässige Verallgemeinerung mit dem Ziel, die Kritiker mundtot zu machen. Diese Kritik muss aber erlaubt sein, auch in Deutschland und auch von muslimischen Mitbürgern, natürlich nur, solange sie sachlich und vor allem gewaltfrei vorgetragen wird.
  4. von Frank A.
    "Es fehlt an Gegennarrativen, es fehlt an couragierten, klaren und offenen pädagogischen Konzepten im Umgang mit diesen wirren Konstrukten. Sie müssen angesprochen, ausgesprochen und durch Fakten widerlegt werden, bundesweit, in allen Bildungseinrichtungen."

    Na, dann organisieren Sie das mal und vor allem, bezahlen Sie es. Stellen Sie sich vor, dass jede Glaubensgemeinschaft diesen Anspruch hätte.

    "In den Schulen muss gesprochen werden über die Geschichte und das Existenzrecht Israels, und dazu brauchen wir für diesen Zweck gut ausgebildete Lehrer."

    Über das Existenzrecht wie vieler Glaubensgemeinschaften soll den unterrichtet werden? Meinen Sie, da bleibt von den traditionellen Schulfächern noch etwas übrig?

    Das Problem sind auch nicht Juden oder Moslems, Budhisten oder Andersgläubige. Das Problem liegt in der "Andersheit" selbst. Während wir Mitteleuropäer unseren Glauben längst nicht mehr lebensführend auffassen und diesen auch nicht mehr durch Äußerlichkeiten veröffentlichen, erwarten wir zur Vollintegration Anderer dasselbe. Ansonsten bleiben nicht-christliche Gläubige für uns rückständig, mittelalterlich, undurchschaubar und beängstigend. Dies auszuräumen bleibt Sache der Glaubensgemeinschaften.

    Und eines noch: Neid spielt in D eine große Rolle. Ob Juden, Muslime oder Andere, sie werden um Reichtum mehr beneidet als Bio-Deutsche. Also, was fehlt ist ein philosophisches Fach in den Schulen, das lehrt, wie Menschen verschiedenster Denk- und Glaubensweisen sowie Vermögensverhälnissen miteinander hier in D umgehen können. Allerdings müssten dann auch Juden und Muslime am Unterricht teilnehmen.
  5. von Reinhard Selke
    Seien wir ehrlich: Der Antisemitismus ist ein weltweites Phänomen zumindest der christlichen westlichen Welt, der muslimischen Welt, aber auch Russlands.
    Der Antisemitismus ist nicht nur ein deutsches Problem. Es wird weder relativiert noch vertuscht. Sondern jederzeit öffentlich thematisiert und angesprochen. Auch in der Schule. Jedoch, das Ergebnis ist niederschmetternd.
    Das Problem wird nicht gelöst, es bleibt.
    Der Antisemitismus ist gesellschaftlich virulent, über viele Kulturkreise hinweg. Der Antisemitismus ist eine alte gesellschaftliche Vorstellung, zumindest in Europa.
    Um diese zu verändern bedarf es einer Aufarbeitung der dem Antisemitismus zugrunde liegenden Überzeugungen, Urteile, Vorurteile, Einstellungen.
    Keine anklagende Pose führt zu einer Veränderung, sie festigt die Vorurteile.
    Denn, die Funktion des Antisemitismus scheint klar zu sein. Antisemitismus dient der Verdrängung von Schuld und der Übertragung von Schuld auf andere. Antisemitismus ist ein Mittel, Friedunfertigkeit zu kanalisieren, eigene Grausamkeit und eigene Unfähigkeit im Handeln als Ergebnis des Handelns anderer zu deklarieren.
    Aber, auch die Deklamation des Antisemitismus ist lediglich ein Mittel, so lange kein klar erkennbarer Weg zur konkreten Auflösung von Anti... aufgewiesen wird. Die Deklamation ersetzt die Problemlösung. Und ist meist verbunden mit der Abwälzung von der Problemlösung auf andere Gruppen.
    Die belegenden Beispiele sind in obigem Beitrag angelegt, jedoch nicht ausgeführt. Auch dieser bewegt sich im Bereich der Deklamation.
  6. von Jürgen Link
    Zitat "Der muslimische Antisemitismus wird aus Angst vor Rassismus-Vorwürfen verharmlost"

    Das habe ich nie verstanden. Von Rassismus rede ich, wenn jemand wegen seiner Rasse angegriffen oder verunglimpft wird.
    Der Islam ist nun aber mit Sicherheit keine Rasse. Wieso also wird Kritik am Islam oder auch Beschimpfung des Islam als Rassismus bezeichnet? Semantisch ist das falsch! Es handelt sich in solchen Fällen um Islamkritik oder Islamophobie oder auch um Gegnerschaft zum Islam.

    Die häufig benutzten Begriffe "islamfeindlich" oder "Islamfeindschaft" lehne ich ab, weil sie offensichtlich und völlig undifferenziert als Kampfbegriffe benutzt werden, um auch berechtigte Kritik am Islam mundtot zu machen.